Es steht eine Reise mit dem Wohnmobil in Länder wie Italien, Frankreich oder Spanien an? Dann kommt man nicht um die Mautgebühren herum. In vielen europäischen Ländern müssen auf bestimmten Autobahnen streckenbezogene Gebühren bezahlt werden. Das führt oft zu einem hektischen Heraussuchen von Bargeld oder Kreditkarte. Die Telemaut bietet dazu eine schnelle Alternative ohne langen Aufenthalt an der Mautstation.

Was ist die Telemaut?

Viele europäische Länder berechnen für das Nutzen ihres Autobahnsystems eine Gebühr. Diese setzt sich zusammen aus der Länge der gefahrenen Strecke und variiert von Land zu Land. Meistens werden dafür die Luftverschmutzung und die Kosten für die Infrastruktur pro Kilometer als Grundlage genommen. Teilweise gibt es eine gesonderte Tunnel-, Brücken- oder Städtemaut, die anfällt.

Bei der Telemaut handelt es sich um eine unkomplizierte Bezahlmöglichkeit dieser Mautgebühren. Anders als mit Kreditkarte oder Bargeld kann man mit dieser Maut automatisch die Mautstation auf der Autobahn passieren.

Wie funktioniert die Telemaut?

Zur Nutzung dieser Maut muss eine vorherige Registrierung des Kennzeichens beim entsprechenden Maut-Anbieter erfolgen. Viele Anbieter vertreiben sogenannte Badges oder Mautboxen, welche an der Windschutzscheibe des Wohnmobils oder Autos angebracht werden. Diese dienen an den Mautstellen zur Kennzeichnung des Maut-Abonnements. Sobald man sich einer Mautstelle nähert, wählt man eine entsprechende Telemaut-Spur, die das Badge oder die Mautbox registrieren kann. Diese sind oft mit einem „t“ markiert. Die anderen Spuren akzeptieren meistens nur eine Karten- oder Barzahlung. Dies wird ebenfalls gut sichtbar ausgeschildert. Wenn die Schranke in der entsprechenden Spur erreicht wird, piept das Badge oder die Box, ihr Bezahlmittel wird also somit registriert, die Ampel schaltet auf Grün und die Schranke öffnet sich für die Weiterfahrt. Die dadurch anfallenden Gebühren buchen die Anbieter automatisch von einem mit der Mautbox oder dem Badge verbundenen Konto ab.

Was bedeutet Telemaut-Spur ohne und mit Halt?

Die Mautspuren unterteilen sich neben Karten-, Barzahlung oder Spuren, die die Mautboxen und Badges akzeptieren, auch noch in Spuren mit und ohne Halt. Telemaut-Spuren mit Halt bezeichnen das Durchfahren der Mautstation mit einem kurzen Halt an der Schranke, die erst das Bezahlmittel registrieren muss, bevor eine Weiterfahrt möglich ist.

Die Telemaut-Spur ohne Halt ermöglicht den Autofahrenden ein Passieren der Mautstelle mit einer Geschwindigkeit von bis zu 30 km/h, bei der nicht mehr an einer Schranke gehalten werden muss. Diese Erhebung der Maut im fließenden Verkehr soll in Zukunft immer öfter zum Einsatz kommen. Noch muss man allerdings darauf achten, dass viele der Telemaut-Spuren ohne Halt nur für Fahrzeuge mit einer Länge von bis zu 2 Metern geeignet sind. Viele Wohnmobil- oder Wohnwagenfahrer können daher von dieser schrankenlosen und schnellen Variante noch nicht profitieren.

Wo kann man die Telemaut benutzen?

In Europa gibt es viele Länder, die auf eine Autobahnmaut zurückgreifen, um ihre Infrastrukturkosten und die Umweltverschmutzung auszugleichen. Zu den bekanntesten Telemaut-Ländern gehören Italien, Spanien, Frankreich und Portugal. Innerhalb dieser Länder wird die Maut hauptsächlich für das Bezahlen anfallender Autobahngebühren verwendet. Außerdem können damit in ausgewählten Ländern Parkgebühren oder teilweise sogar die italienische Fähre bezahlt werden.

Die Telemaut im Vergleich: Wie hilfreich ist sie wirklich?

Der größte Vorteil dieser Maut ist die unkomplizierte Nutzung an der Mautstation. Anstelle lange nach Bargeld oder der Kreditkarte kramen zu müssen, kann man dank des Badges oder der Mautbox schnell und ohne Probleme die Mautstation passieren. Wer oft in Ländern wie Italien, Spanien, Frankreich oder Portugal unterwegs ist, für den lohnt sich das Bezahlen der Maut per Badge oder Mautbox am meisten. Sollte die Telemaut-Spur ohne Halt in Zukunft auch für Wohnmobil- und Wohnwagenfahrer ausgebaut werden, dann gestaltet sich dieser Prozess sogar noch schneller, da nicht einmal das Passieren einer Schranke inklusive kurzem Halt notwendig wäre.

Auf der anderen Seite ist das Mautsystem in Europa alles andere als vereinheitlicht. In den verschiedenen Ländern kommen unterschiedliche Kosten auf einen zu und auch wenn ein Badge oder eine Mautbox an der Windschutzscheibe angebracht wird, ist das keine Garantie dafür, dass das Passieren der Mautstation jederzeit ohne Verzögerung möglich ist. Teilweise berichten Urlauber von Problemen bei der Erfassung ihrer Box oder langen Schlangen an den Telemaut-Spuren.

Unterschied Telemaut und Telepass

Der Telepass bezeichnet ein bestimmtes elektronisches Mauterhebungssystem, also eine Mautbox. Genau wie bei anderen Telemaut-Anbietern bestellt man online den passenden Telepass, kann diesen dann an der Windschutzscheibe anbringen und so die Mautstationen durchfahren. Anschließend bekommt man eine Abrechnung mit den Gebühren zugesendet.

Im Unterschied zur Telemaut kann dieser aber bisher nur in Italien verwendet werden. Andere Telemaut-Anbieter hingegen bieten Autobahnnutzern Badges und Boxen an, die auf Autobahnen und auf Parkplätzen in bis zu vier oder fünf Ländern gleichzeitig verwendet werden können.

Mautboxen in Europa – wenig Einheit im europäischen Mautsystem

Eine Telemaut kann auch in einer Mautbox verwendet werden. Leider ist das Maut-System sehr unübersichtlich in Europa. Um hier ein bisschen Licht ins Dunkele zu bringen haben wir einen Artikel geschrieben. Hier mehr über Mautboxen in Europa erfahren.

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