Viele Wohnmobilisten haben im Winter Pause und stellen das Fahrzeug dann ab oder idealerweise sogar unter, um es grundsätzlich gegen äussere Einflüsse wie Wasser, Schnee bzw. Feuchtigkeit optimal zu schützen. Wenn man sein Wohnmobil winterfest machen möchte, gibt es aber noch zahlreiche andere Dinge zu beachten, um perfekt in die nächste Saison starten zu können.

1. Wohnmobil Unterstellplatz finden

Wohnmobilstellplatz findenDas Wohnmobil den Winter über einfach nur an der Strasse abzustellen hat diverse Nachteile bzw. birgt diverse Risiken. Vor allem der Eintritt von Feuchtigkeit kann schwerwiegende Folgen haben und z.B. Schimmel verursachen. Gerade bei älteren Wohnmobil-Modellen kann das zum Problem werden.

Meistens sind die Karosserien nicht aus einem Guss, d.h. es gibt Nähte und Fugen, die zwar mit speziellen Klebern oder Silikon versiegelt oder abgedichtet sind, aber nach Jahren durchaus porös und damit leicht undicht werden können. Vor allem dann, wenn minimal Wasser eintritt, welches dann gefrieren kann, wird es kritisch. Durch die Ausdehnung des entstehenden Eises wird die Undichtigkeit verstärkt, was wiederum zu mehr Wassereintritt führen kann. Oftmals bemerkt man das nicht, weil der Prozess langsam und schleichend ist. Für den Saisonstart empfehlen wir daher immer eine Undichtigkeitsprüfung für Wohnmobile zu machen.

Der erste Schimmel ist äusserlich nicht sichtbar und bildet sich zwischen Außenhülle und Isolierung. Bei fortschreitender Korrosion und Schimmelbildung fängt es im Innenraum dann an leicht zu “muffeln”. Meist ist es dann schon zu spät. Solche Schäden instand zu setzen ist sehr aufwendig und teuer, weshalb es immer ratsam ist, das Wohnmobil unter zu stellen oder zumindest eine Komplettabdeckung bzw. Außenhülle zu nutzen.

Es ist übrigens gar nicht so schwer einen passenden Unterstellplatz für das Wohnmobil im Winter zu finden: einfach mal in der Lokalpresse inserieren bzw. ein Gesuch aufgeben. Ebenfalls hilfreich bei der Suche: entsprechende Wohnmobilisten-Gruppen auf Facebook. Dort einfach fragen, ob jemand einen Unterstellplatz empfehlen kann. Zu den Kosten: ein Unterstellplatz für das eigene Wohnmobil ist je nach Region schon für 30-50 Euro pro Monat zu haben, d.h. in der Winterzeit fallen dann für die etwa 4 Monate Stellzeit knapp 200 Euro an. Klingt viel, lohnt sich aber: Ein entsprechender Wasserschaden und resultierender Schimmel kann weitaus teurer werden.

2. Lebensmittel aus dem Wohnmobil entfernen

Lebensmittel aus Wohnmobil entfernenIhr kennt das wahrscheinlich: der Kühlschrank im Wohnmobil wird natürlich nach jeder Ausfahrt geleert, aber haltbare Grundnahrungsmittel wie Nudeln, Konserven, Reis, Mehl oder Gewürze bleiben im Fahrzeug. Grundausstattung quasi.

Wenn man sein Wohnmobil winterfest macht, sollte man aber alle diese Lebensmittel unbedingt entfernen. Wer schon einmal Mäuse oder sonstiges Ungeziefer (Käfer, Mehlwürmer etc.) im Fahrzeug hatte, weiß wovon wir reden. Im Winter ist das Nahrungsangebot für Tiere aller Art noch knapper. Die Vorräte im Wohnmobil sind da ein willkommenes Fressen. Leider gibt es in Wohnmobilen mehr Schlupflöcher und Einfallstore als den Besitzern lieb ist und während der Wintermonate nistet sich das Ungeziefer deshalb gerne dort ein.

Tipp: wenn alle Lebensmittel entfernt sind bietet es sich an (entsprechend wohnraumfreundliche) Fallen und Köder im Wohnmobil zu platzieren. Sollten sich währende der Abwesenheit dann doch irgendwelche Schädlinge einfinden, kann man damit schon eine recht einfache und kostengünstige Abwehr parat stellen. Zumindest für Insekten aller Art. Bei den leidigen Nagern ist von (Gift)Ködern abzusehen, da man ja keine toten Tiere im Wohnmobil möchte. Hier bieten sich präventive Maßnahmen an: Mäuse und Ratten hassen hochfrequente Töne, die man von den kleinen Geräten kennt, mit denen Marder abgeschreckt werden. Seit wir mal Mäuse im Wohnmobil hatten, nutzen den Exbuster-Marderschutz: kleines Gerät, batteriebetrieben (Pluspunkt: muss nicht am Bordnetz verkabelt werden) und für knapp 20,- Euro zu haben. Wir haben insgesamt 3 Stück verbaut: im Motorraum, im Wohnraum und in der Heckgarage. Seitdem keine Probleme mehr.

3. Wohnmobil Grundreinigung

Wohnmobil GrundreinigungWenn alle Lebensmittel entfernt sind, empfehlen wir, das Wohnmobil einmal von Grund auf zu reinigen. Abgesehen davon, dass es zum Saisonstart viel Freude bereitet in einem sauberen Fahrzeug loszufahren, sollten alle “Reste” eben auch entfernt werden, da sie wie auch die Lebensmittel leider Ungeziefer anlocken könnten. Wer schonmal Mäuse, Käfer oder Ameisen im Wohnmobil hatte, wird das bestätigen können.

Dazu gehören die Krümel unter dem Esstisch, mögliche Reste an der Kochmöglichkeit, Haare im Waschbecken etc.. Am besten mit etwas Seifenlauge oder geeigneten Putzmitteln arbeiten.

4. Kühlschrank und Kühlfach abtauen und trockenlegen

Kühlschrank und Kühlfach abtauen im WohnmobilDer Energieverbrauch im Wohnmobil sollte während der Wintermonate auch aus Umweltschutzgründen so weit wie möglich reduziert werden. Selbst wenn am Unterstellplatz eine dauerhafte Stromversorgung über eine Steckdose möglich ist, gehören Kühlschrank und Kühlfach ausgeschaltet und abgetaut.

Wichtig: abtauen bedeutet in der Regel auch, dass der Kühlschrank und insbesondere das Kühlfach Feuchtigkeit produzieren. Und die muss weg! Deshalb unbedingt wirklich dafür sorgen, dass der Kühlschrank auch richtig trocken ist. Am besten die Türe von Kühlschrank und Kühlfach nach dem Abtauen und Trockenlegen geöffnet lassen. Dann hat der Schimmel keine Chance.

5. Flüssigkeiten entleeren

Wohnmobil Wassertank leerenEin wichtiger Punkt bei der Einwinterung des Wohnmobils, ist die Entleerung von Flüssigkeiten, vornehmlich Wasser und Abwasser. Gerade in Regionen, in den die Temperaturen gerne mal unter den Gefrierpunkt fallen, können sonst gravierende Frostschäden entstehen, sofern man nicht irgendwelche Heizspiralen dauerhaft und computergesteuert im Einsatz hat (was im Übrigen zu viel Stromverbrauch führt und damit die Umwelt belastet).

Wenn Wasser gefriert und zu Eis wird, dehnt es sich aus: das führt dann zu Schäden am Rohrleitungssystem, an Wasserhängen, elektrischen Pumpen und Ventilen.

Es sollten daher sowohl Wasser-, als auch Abwassertank unbedingt für der Einwinterung des Fahrzeugs geleert werden. Wichtig dabei: auch darauf achten, dass die Leitungen geleert sind, denn auch “stehendes Wasser” kann zu Schäden führen. Alle Wasserhähne am besten geöffnet lassen (vorher Strom trennen, sonst zieht die Pumpe die Bordbatterie leer)

Wohnmobile mit entsprechenden Standheizungen, die auch Warmwasser-Boiler integriert haben, müssen besonders darauf achten, dass der Wasserkreislauf ebenfalls komplett entleert ist. Ausdehnungsschäden in Standheizungen und Boilern sind in der Regel sehr teuer. Alternativ kann man aber auch minimal heizen, sei es via Gas oder Strom: Standheizung auf 10°C einstellen sollte helfen, dass das Wohnmobil und die Wasserkreisläufe eisfrei bleiben.

6. Polster und Matratzen hochstellen

Polster und Matratzen hochstellenPolster und Matratzen in Wohnmobilen sind besonders anfällig für Feuchtigkeit und Geruchsbildung. Lässt man sie auf den gewohnten Positionen, kann bereits enthaltene Feuchtigkeit den Winter über zu Schimmel und unangenehm muffigen Gerüchen führen. Im schlimmsten Fall können die Bezüge sogenannte “Stockflecken” bekommen.

Deswegen ist es ratsam allen Polstern und Matratzen so viel Luft wie möglich zu gönnen und sie z.B. einfach aufzustellen. Je nach Größe, Umfang und Platz, könnte man übrigens auch überlegen, alles mit nach Hause zu nehmen und damit noch trockener zu lagern.

Feuchtigkeit in Wohnmobilen ist grundsätzlich ein Problem: selbst wenn von außen alles dicht ist! Wir bringen selber jede Menge Wasser mit in das Fahrzeug. Nasse Schuhe, nasse Kleidung oder einfach nur die Tatsache, dass wir durch das normale Bewohnen zusätzliche Feuchtelasten produzieren.

Bei einem 4 Personen-Haushalt können das z.B. je nach Nutzung 10-15 Liter Feuchte sein! In der Nacht wird alleine durch Ausatmen ca. 1 Liter pro Person und Tag an die Luft abgegeben. Das erklärt übrigens auch das Kondenswasser an der Scheiben des Wohnmobils bei niedrigen Aussentemperaturen.

Tipp: zusätzlich Raumentfeuchter aufstellen! Die sind recht günstig und sehr effektiv! Wir nutzen gerne die etwas größeren, die bis zu 80 Quadratmeter Raumfläche abdecken. Die Auffangbehälter sollten allerdings regelmäßig geleert werden und je nach Produkt muss ab und an neues Granulat befüllt werden. Raumentfeuchter gibt es in jedem gut sortierten Baumarkt zu sehr günstigen Preisen.

7. Kraftstoff volltanken

Wohnmobil volltankenEs ist empfehlenswert das Wohnmobil mit vollem Kraftstofftank einzuwintern. Auch im Kraftstofftank befindet sich, sofern er nicht ganz gefüllt ist, Luft. Dort passiert im Prinzip dasselbe wie im Wohnmobil-Innenraum: die Feuchtigkeit aus der Luft kondensiert an der Innenseite des Tanks und am Einfüllstutzen. Damit das nicht passiert, ist es sinnvoll dafür zu sorgen, dass eben keine Luft mehr im Tank ist! Einfach und effizient.

8. Batterien abklemmen

Wohnmobil Batterie abklemmenBordbatterien mögen keine großen Temperaturschwankungen. Vor allem nicht nach unten. Außerdem zieht das Bordnetz auch im ausgeschalteten Zustand immer noch ein minimale Menge Strom. Um die Batterien im Wohnmobil zu schonen, sollten diese während der Überwinterung des Wohnmobils abgeklemmt werden. Wer die Möglichkeit hat, der kann sein Fahrzeug aber natürlich auch ans Stromnetz hängen und das Bordsystem so dauerhaft mit Strom bzw. Ladestrom versorgen.

9. Außenreinigung des Wohnmobils

Wohnmobil AußenreingungStrassenstaub und Salze (sei es durch Streusalze oder durch den Salzgehalt der Luft beim letzten Urlaub am Meer) wirken korrosiv auf viele Teile des Wohnmobils. Deshalb sollte man vor der Einlagerung des Wohnmobils auch außen aktiv werden und die Karosserie und vor allem den Unterboden gründlich reinigen bzw. Staub und Salze abwaschen. Gerade die rostenden Teile des Fahrzeugs werden es danken.

10. In Bewegung bleiben und Standplatten verhindern

Wohnmobil bewegenWir empfehlen das Fahrzeug zumindest einmal pro Monat kurz zu bewegen, um das mögliche Festsetzen von Fahrzeugteilen und den sogenannten “Standplatten” vorzubeugen. Das passiert immer dann, wenn gerade hochgewichtige Fahrzeuge zu lange auf einer Stelle stehen. An den Standflächen der Reifen können sich dann “Platten” oder Abflachungen bilden. Vorbeugend kann auch der Reifendruck um bis zu 0,5 Bar erhöht, und/oder die Standstützen des Fahrzeugs ausgefahren werden, um die Last auf die Reifen zu minimieren. Beim Bewegen des Fahrzeugs auch darauf achten, dass die Bremsen betätigt werden, um Flugrost auf den Bremsscheiben zu entfernen.

11. Frostschutz auffüllen

Wohnmobil FrostschutzDie Scheibenwasch-Flüssigkeit sollte beim Überwintern des Wohnmobils ebenfalls größtenteils ausgetauscht werden. Am besten mit Konzentrat auffüllen und einmal kräftig die Scheibenwaschfunktion nutzen, um Restflüssigkeit ohne Frostschutz aus den Leitungen zu blasen.

12. Gasventile schließen und Gasflaschen abkoppeln

Wohnmobil Gasventile und GasflascheWenn man das Wohnmobil oder den Wohnwagen winterfest macht, empfiehlt es sich, alle Gasventile zu schließen und die Gasflaschen einmal komplett vom Versorgungsnetz zu entkoppeln. Da Gasflaschen auch gerne mal Rost ansetzen, können diese auch zu Hause in der Garage zwischengelagert werden.

13. Gummidichtungen fetten

Gummidichtung WohnmobilRund um das und auch im Wohnmobil bzw. Wohnwagen gibt es unzählige Gummidichtungen: Damit diese auch in der nächsten Camping-Saison geschmeidig bleiben, bietet es sich an, diese zu fetten bzw. entsprechend zu behandeln. Gerade die Dichtungsgummis an Fenstern und Dachluken werden es danken und werden weniger schnell porös.

14. Vorzelte und Markisen

Vorzelt und MarkiseVorzelte sind bei einer Überwinterung und Einlagerung des Wohnmobils auf jeden Fall separat zu lagern, da sie sehr anfällig für Schimmel und Stockflecken sind. Außerdem nisten sich darin gerne auch mal ganze Mäusefamilien oder sonstiges Ungeziefer ein. Am besten zu Hause trocken in der Garage oder dem Keller lagern.

Markisen sind gründlich zu reinigen und vor allem zu trocknen. Gerade auf der Oberseite sammelt sich so einiges an Staub, Schmutz und Blättern an. In Kombination mit Restfeuchte leider ein idealer Nährboden für Schimmelpilze.

Checkliste “Wohnmobil und Wohnwagen winterfest machen”

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