Wasser sucht sich seinen Weg! Immer! Und das kann gerade für das Wohnmobil zu einem echten Problem werden, wenn die Außenhaut oder Fugen und Dichtungen mit der Zeit porös und durchlässig werden. Deshalb ist es sehr empfehlenswert die sogenannte Dichtigkeitsprüfung regelmäßig von entsprechenden Fachwerkstätten durchführen zu lassen, auch wenn es lästig und teuer ist. Folgeschäden durch langsamen und permanenten Wassereintritt können nämlich sonst schnell in die Tausende gehen.

Wann ist eine Dichtigkeitsprüfung erforderlich?

Die meisten Wohnmobil Hersteller geben bei Neufahrzeugen eine Mindestgarantie auf die Dichtigkeit, die aber große Abweichungen haben kann: Hymer, Carthago, Knaus und Concorde garantieren eine Dichtigkeit von 10 Jahren, LMC sogar von 12 Jahren. Bei einigen Dethleffs Modellen sind allerdings nur 6 Jahre im Garantie-Rahmen. Das bedeutet allerdings nicht, dass man in diesem Zeitraum keine Dichtigkeits-Checks machen soll. Es bedeutet lediglich, dass bei auftretender Undichtigkeit, der Hersteller für die Instandsetzung haftet.

Schäden durch Undichtigkeit beim Wohnmobil

Das Problem bei Undichtigkeit: meistens tritt sie sehr schleichend ein und an Stellen, die nicht direkt im Blickfeld liegen. Undichte Nähte, Fugen und Gummierungen am Wohnmobil führen dazu, dass ganz langsam und kontinuierlich Wasser zwischen Außenhaut und Isolierung tritt. Das führt in viele Fällen zu Schimmel, weil die Feuchtigkeit nicht sauber trocknen wird. Irgendwann fängt das Wohnmobil im Innenraum an zu “muffeln”, aber dann ist es meist schon zu spät und die Reparaturkosten belaufen sich schnell auf mehrere tausend Euro. Wer vor Saisonantritt regelmäßig eine Dichtheitsprüfung durchführt ist auf der sicheren Seite.

Wie entstehen Undichtigkeiten am Wohnmobil?

Gerade bei langen Fahrten sind die Außenhülle, Fenster und sonstige kritische Stellen permanenter Vibration ausgesetzt. Hinzu kommen weitere äußere Einflüsse wie Sonne bzw. UV-Strahlung , Hitze und Frost, die Silikon- und Gummidichtungen im Laufe der Zeit erheblich zusetzen. Stoßschäden durch Hagel oder sonstige Kollisionen tragen ebenfalls dazu bei, dass das Wohnmobil an kritischen Stellen undicht werden kann. Wer viel am Meer oder auf “Pisten” unterwegs ist, weiß, dass auch Salz und Sand zur Korrosion beitragen kann. Lockere Schrauben, Bolzen und weitere Aufhängen sind ebenfalls nicht immer ganz dicht. Es gibt unzählige Möglichkeiten, die dazu führen, dass das Fahrzeug an Dichtigkeit verliert.

Wie funktioniert eine Dichtigkeitsprüfung beim Wohnmobil?

Eines Vorweg: vor allem für die Sparfüchse und Selbermacher unter den Wohnmobilisten gibt es schlechte Nachrichten! Es ist fast unmöglich, die Prüfung selber zu hause vorzunehmen. Ohne entsprechende Erfahrung und Spezialgeräte bleibt oft nur die Sichtprüfung, und die kann trügerisch sein. Eine technische Dichtigkeitsprüfung sollte immer von geschultem Fachpersonal mit adäquater technischer Ausstattung vorgenommen werden.

Im Prinzip erfolgt der Dichtheits-Check zunächst optisch und dann eben technisch. Nachdem alle Dichtungen, Nähte, Leisten, Dach- und Fensterluken und Gummis in Augenschein genommen wurden, erfolgt die technische Messung der Dichtigkeit. Dabei kommen z.B. spezielle Feuchtemeßgeräte und Hochfrequenz-Technik zum Einsatz, die möglichen Wassereintritt schnell und einfach lokalisieren. Und es wird nicht nur im Innenraum gemessen, auch außen muss immer eine Prüfung erfolgen. Unterboden (auch hier kann bei Regen und bei Fahrten durch Spritzwasser Feuchtigkeit eintreten), Durchbrüche für Gas- und Wasseranschlüsse und Heizungsabluft müssen ebenfalls gecheckt werden.

Was kostet eine Dichtigkeitsprüfung?

Wer sein Wohnmobil einer Dichtigkeitsprüfung unterziehen lässt, muss mit Kosten zwischen 150 und 200 Euro rechnen. Kein Pappenstil, aber in Relation zu einem größeren Wasserschaden wiederum “Peanuts”. Ein Schaden kann im Übrigen nicht nur tausende von Euros kosten, sondern fällt meistens auch immer erst kurz vor Urlaubsantritt beim Beladen des Fahrzeugs auf. Das kann dann auch bedeuten, dass die geplante Reise auf dem Spiel steht, denn ist ist absolut nicht empfehlenswert in einem mit Schimmel befallenen Wohnmobil längere Zeit zu übernachten.

Wichtig

Termin für die Wohnmobil Dichtigkeitsprüfung immer rechtzeitig bei der Fachwerkstatt anmelden, denn die aktuelle Nachfrage nach Wohnmobilen, und damit die Auslastung der Fachwerkstätten, ist enorm hoch.