Viele kennen das Problem. Die Stehhöhe im Camper reicht nicht aus und die ständige Einschränkung mindert den Reisespaß mit dem Fahrzeug. Abhilfe verspricht ein Hochdach, welches auch bei Bestandsfahrzeugen nachgerüstet werden kann.

Was ist ein Hochdach?

Ein Hochdach ist ein Aufbau, der üblicherweise aus glasfaserverstärktem Kunststoff besteht und auf das Ursprungsfahrzeug gesetzt wird. Durch einen Ausschnitt im Dach kann die übliche Stehhöhe eines Erwachsenen erlangt werden. Das Mehr an Platz bietet jedoch auch Fläche für einen separaten Schlafbereich oder zusätzliche Ausrüstung.

Was kostet die Nachrüstung eines Hochdachs?

Die Kosten für die Nachrüstung eines solchen Kunststoffdaches hängen von dem jeweiligen Anbieter und der Qualität des Nachrüstsatzes und der Art des Fahrzeugs ab. Abhängig hiervon liegen die Materialkosten zwischen 2000 und 3500 Euro. Hinzu kommen meist noch einige hundert Euro für die Speditionslieferung an die Werkstatt der Wahl. Hinzu kommen die Einbaukosten, sodass sich Gesamtkosten im Bereich von ab 5000 Euro ergeben. Je nach Kundenwunsch und Camper können diese jedoch auch höher liegen.

Wie verändert sich die Höhe des Reisemobils durch ein Hochdach?

Die Höhe Ihres erweiterten Wohnmobils richtet sich nach der Fahrzeughöhe und der ausgewählten Erweiterung. Als Maß bei der Höhe der Haube und des Fahrzeugs werden oftmals die im Nutzfahrzeugbereich üblichen Höhen H2 und H3 genutzt. Wenn Sie sich hieran orientieren möchten, dann ergibt sich mit der Höhe H2, bei der Sie höchstwahrscheinliche schon aufrecht im Fahrzeug stehen können, eine ungefähre Fahrzeughöhe von 2,50 Metern. Bei H3 sind dies schon 2,90 Meter. Jedoch liegen hier noch keine Grenzen des Möglichen vor, sodass Fahrzeughöhen bis zu 3,20 Meter noch im Bereich des Üblichen sind.

Welche Stehhöhe wird durch ein Hochdach erreicht?

Welche Stehhöhe Sie mit Ihrem Fahrzeug erreichen können, hängt von Ihren Wünschen, Ihrem Budget und den Gegebenheiten Ihres Campers ab. Je nach Voraussetzung und Umbau lassen sich so bei der Höhe H2 Stehhöhen von circa 1,90 Metern und bei H3, dem sogenannten Superhochdach, von circa 2,15 Metern erreichen. Abhängig ist dies natürlich von der vorhandenen Dämmung und dem Bodenbelag.

Was ist der Unterschied zu einem Hubdach?

Alternativ zum Hochdach besteht die Möglichkeit, ein Hubdach bzw. ein Aufstelldach zu installieren. Dieses zeichnet sich dadurch aus, dass es nur bei Bedarf ausgefahren wird und während der Fahrt flach auf dem Fahrzeug aufliegt. Mit einem Hubdach kann entweder das gesamte Dach erhöht werden oder nur eine einzelne Seite aufgestellt werden, dass eine Dreieckskonstruktion entsteht, die entweder als Nutzhöhe oder als Schlafdach verwendet werden kann.

Hochdach vs. Hubdach

Die Frage, ob ein Hochdach oder ein Aufstelldach für Sie die richtige Konstruktion ist, ist von einer Reihe verschiedener Faktoren abhängig und richtet sich nicht zuletzt nach Ihren persönlichen Präferenzen.

Zunächst steht die Kostenfrage im Raum. Während Sie für die Nachrüstung eines Hochdaches mindestens 5000 Euro einplanen sollten, sind Aufstelldächer in der Regel einige tausend Euro teurer. Dies liegt an der enthaltenen Technik zum Aufstellen des Daches, die etwaige geringere Frachtkosten durch eine kompaktere Bauart nicht wieder einholen.

Hubdächer machen sich andererseits bei der Fahrt bezahlt. Während ihre Konkurrenz einen steten Luftwiderstand entfaltet, können Hubdächer in der Fahrzeugbasis die Stirnfläche des Campers gering halten und hierdurch einige Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer Strecke einsparen. Wie hoch die Kraftstoffersparnis tatsächlich sein wird, hängt von Ihrer bevorzugten Reisegeschwindigkeit und den von Ihnen gefahrenen Strecken ab. Sollten Sie mit Ihrem Camper viel unterwegs sein, lohnt sich gegebenenfalls ein zunächst teureres Aufstelldach.

Zudem erhöht dieses auch nicht die Höhe des Autos, sodass Ihr Bus weniger windanfällig ist und das Fahren sicherer und weniger anstrengend ist. Vorteile eines einfahrbaren Daches zeigen sich auch dann, wenn Sie Ihr Fahrzeug in einer Tiefgarage parken möchten oder Ihnen bei Ihrer Urlaubstour Strecken mit begrenzter Durchfahrtshöhe begegnen.

Demgegenüber trumpft der Festaufbau mit anderen Qualitäten. Er bietet eine feste Hülle, mit der auch sperrigste Gegenstände gut transportiert werden können und ist von Natur aus besser isoliert, als die Zeltbahnen eines Hubdaches. Darüber hinaus können die festen Wände einfacher und effektiver nachisoliert werden, sodass auch einem Wintercampingabenteuer nichts mehr im Weg steht. Insgesamt beeinflusst auch das subjektive Empfinden die Entscheidung: Aufgrund der festen Hülle mag sich der eine sicherer und geborgener fühlen, während der andere den Blick über das Campingdomizil und den Sternenhimmel vermissen mag. Ob ein Einbaufenster dieses Campingfeeling ersetzen kann, muss jeder für sich selbst entscheiden. Vorteile bietet das feste Dach aber unbestreitbar dann, wenn es sich um einen „Stealth-Camper“ handelt, also ein Auto, das zum möglichst unauffälligen Wildcampen verwendet werden und gerade nicht offenbaren soll, dass das Schlafdach in Benutzung ist.

Bei beiden Varianten ist jedoch zu beachten, dass diese zusätzliches Gewicht bedeuten und gerade auch die dauerhaft größere Ladefähigkeit der Festvariante die Gefahr einer Überladung bedeuten können. Hier gilt es, maßvoll mit der Ressource Gewicht umzugehen, die Grunddaten zu studieren und gegebenenfalls auf einen Extraschrank zu verzichten.

Welche Möglichkeit für Sie die passendere ist, müssen Sie entscheiden. Fest steht, dass beide Möglichkeiten der Platzerweiterung ihren ganz eigenen Reiz aufweisen.

Siehe dazu auch folgenden interessanten Artikel in unserem Magazin:

Wetterhaube für Camper mit Aufstelldach

Die meisten Leute, die einen Camper oder ein Wohnmobil besitzen, können es nicht ununterbrochen nutzen und so steht das Fahrzeug auch längere Zeit. Dadurch entstehen einige Probleme.

In unserem folgenden Artikel kannst findest Du heraus, wie Du diese Probleme lösen kannst.

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