Du möchtest gerne Urlaub mit dem Wohnmobil machen und flexibel und frei damit die Welt erkunden? Dann stellst Du Dir sicher die Frage, ob Du Dein erstes Wohnmobil lieber kaufen oder erst einmal mieten solltest. Wir gehen hier der Frage auf den Grund, was für Dich Sinn macht.

Wir sind ganz ehrlich: es gibt Menschen, die lieben das Reisen im Wohnmobil, und es gibt auch welche, die sich damit eher schwer tun. Urlaub mit dem Wohnmobil ist etwas ganz besonderes, aber es unterscheidet sich dennoch deutlich von All Inklusive Reisen und Hotelaufenthalten. Deswegen sei an dieser Stelle erwähnt, dass die Antwort auf „kaufen oder mieten?“ eigentlich gar nicht pauschal beantwortet werden kann.

Es macht daher für viele Interessenten zunächst Sinn, das Wohnmobilisten-Dasein zu testen. Und hier kommt die Wohnmobil-Miete ins Spiel: statt eines zu kaufen, können (und sollten) Menschen, die sich unsicher sind, im ersten Schritt ein Wohnmobil mieten. Das Angebot für Mietfahrzeuge ist riesig und neben zahlreichen gewerblichen Vermietern gibt es auch viele Angebote von privat an privat.

Wann sollte ich ein Wohnmobil mieten?

Es ist ratsam immer dann ein Wohnmobil zu mieten, wenn man sich noch nicht ganz sicher ist, ob das am Ende auch eine langfristige Reisemöglichkeit für die Zukunft sind wird. Gerade bei Familien stellt sich oft heraus, dass ein Partner oder die Kinder nicht unbedingt Freude am Campingurlaub haben. Um das erst einmal herauszufinden, bietet sich die Miete natürlich an.

Auch mögliche Reisezeiten können eine Rolle spielen bei der Entscheidung ein Wohnmobil zu kaufen oder zu mieten. Wer nur 1 bis 2 Wochen pro Jahr Urlaub machen kann, sei es aus finanziellen oder auch zeitlichen Gründen, der sollte sich gründlich überlegen, ob ein eigenes Reisemobil überhaupt Sinn macht, wenn es dann die restlichen 50 Wochen im Jahr ungenutzt geparkt wird. Neue Wohnmobile sind zwar schon ab 40.000 Euro zu haben, aber wenn man einen möglichen Mietpreis für 2 Wochen Jahresurlaub gegenrechnet, dann ist Miete oft die bessere Option.

Rechenbeispiel/Annahme:
In der Hochsaison kostet ein Wohnmobil für 4 Personen schon mal gut und gerne 80-100 Euro pro Tag. Pro Woche also gut 700 Euro. Rechnet man das jetzt gegen den Anschaffungswert von 40.000 Euro (oder auch mehr bzw. nach oben offen), dann könnte man mit dieser Summe etwa 57 Wochen Urlaub im Mietmobil machen. Bei 2 Wochen Jahresurlaub wären das immer noch 28,5 Jahre! Soll heißen: man kann ein Wohnmobil 28,5 Jahre lang jedes Jahr für 2 Wochen mieten und würde dafür dieselbe Summe hinlegen, wie für ein eigenes gekauftes Fahrzeug.

Und: ein eigenes Wohnmobil altert und kostet Steuer und Versicherung. Dieser Kostenblock entfällt bei der Miete und wurde in der Rechnung noch gar nicht berücksichtigt. Dasselbe gilt für Instandhaltung, Pflege und Reparatur, sowie für Park-Kosten für Einwinterung etc. Natürlich kommt auch ein Kauf eines gebrauchten Wohnmobils in Frage und dann ändert sich die Rechnung erheblich. Nur ist so ein Fahrzeug eben auch „gebraucht“ und es haben andere Menschen darin übernachtet. Zudem sind auch die Preise für Gebrauchtfahrzeuge immernoch recht hoch, da es bei Wohnmobilen weitaus weniger Wertverlust gibt, als bei herkömmlichen PKWs.

Es lohnt sich daher immer, diese Rechnung für sich selber aufzumachen, wenn man überlegt, ob man ein Wohnmobil kaufen oder mieten möchte.

Wann sollte ich ein Wohnmobil kaufen?

Auch hier gibt es leider keine Pauschalantwort außer: wenn es geht! Wenn Du über das nötige Kleingeld verfügst oder eine entsprechende Finanzierung des Wohnmobils bekommen kannst, dann kann auch ein Kauf lohnenswert sein. Ein eigenes gekauftes Wohnmobil hat durchaus auch viele Vorteile gegenüber der Mietlösung. Mehr Details dazu in unserem Artikel „Was kostet ein Wohnmobil?„. Dort erfährst Du übrigens auch, welche Zusatzkosten nach dem Kauf auf Dich zukommen werden.

Aber jetzt zu den Vorteilen eines eigenen Wohnmobils:

Flexibilität:
Wohnmobile zu mieten, bedarf auch immer eines gewissen zeitlichen Vorlaufs, denn nicht immer sind alle Fahrzeuge in Deiner Nähe auch genau dann verfügbar, wenn Du gerade verreisen möchtest. Je eher Du buchst bzw. mietest, desto besser ist die Verfügbarkeit und oft auch der Mietpreis.

Soll heißen: adhoc und spontan an einem Donnerstag zu beschließen über das anstehende Wochenende einen Wohnmobil-Kurztrip mit der Familie zu machen, wird dann eher schwierig, weil das für ein Wohnmobil zur Miete zu kurzfristig ist. Wenn Du ein eigenes Wohnmobil besitzt, kannst Du hingegen völlig flexibel und spontan entscheiden zu verreisen.

Ausstattung und Motorisierung:
Wohnmobile zu mieten bedeutet auch immer, genau das Fahrzeug zu nehmen, was gerade verfügbar ist. Das hat zur Folge, dass nicht immer genau die Ausstattung oder die Motorisierung erhältlich ist, die Du Dir wünscht.

Mit einem gekauften eigenen Wohnmobil kannst Du Dir das Fahrzeug aber prinzipiell genau so zusammenstellen, wie Du es gerne hättest (und Dein Budget es zulässt).

Es gibt allerdings auch auch viele Punkte, die Du vor dem Kauf eines Wohnmobils immer berücksichtigen musst:

  • Parkmöglichkeiten:
    Nicht jeder hat vor seinem Haus auch ausreichend Platz das Wohnmobil abzustellen. Oft müssen entsprechende Stellplätze oder Parkmöglichkeiten angemietet werden, was Kosten verursachen wird.
  • Steuer:
    Auch Wohnmobile sind KFZ-steuerpflichtig und verursachen damit laufende Kosten, selbst wenn das Fahrzeug nur selten genutzt wird.
  • Versicherung:
    Gerade bei Neufahrzeugen empfiehlt sich eine Vollkaskoversicherung und die Versicherungsbeiträge werden fällig, egal ob man gerade reist, oder das Wohnmobil steht.

kaufen oder mieten?

Gerade für Wohnmobil-Einsteiger empfehlen wir daher mit einem Mietmodell zu starten. So kann man einfach und schnell für sich selber herausfinden, ob man der geborene Wohnmobil-Urlauber ist, oder doch lieber wieder den Pauschalurlaub per Flieger buchen sollte.

Außerdem hilft die Miete eines Reisemobils auch dabei herauszufinden, welches Platzangebot, welche Ausstattung und welche Motorisierung man vielleicht später bei einem Kauf in Betracht ziehen sollte. Gerade der letzte Punkt spricht auch ganz deutlich für das Anmieten.

Foto von Felix Haumann von Pexels