Umweltzonen sind Bereiche, in denen Dieselfahrverbote gelten. Solche Fahrverbotszonen sollen den Stickstoffdioxidgehalt der Luft senken. Durch Diesel wird deutlich mehr von dieser Substanz ausgestoßen. Daher werden die entsprechenden Fahrzeuge aus den Innenstädten zunehmend verbannt. Das soll in Zukunft helfen, die europäischen Grenzwerte einzuhalten.

Was sind Fahrverbotszonen?

Eine solche Zone ist ein geografisch begrenztes Areal. Es sind meist Innenstädte, die ein vermehrtes Verkehrsaufkommen haben. Dies sorgt dafür, dass die Luftqualität in diesem Stadtbereich unter die Normwerte sinkt. Die Belastung der Luft wird messbar schlecht. Damit die Grenzwerte für Stickoxid eingehalten werden, dürfen besonders belastende Fahrzeuge in dieser Zone nicht mehr fahren. Die Fahrverbote werden durch Schilder gekennzeichnet. Auf ihnen wird dargestellt, welche Fahrzeuge gefahren werden dürfen. In einer Umweltzone wird ein grüner Kreis mit der Unterschrift „frei“ genutzt. Er zeigt an, dass Wagen mit der entsprechenden Plakette genutzt werden dürfen. Eine gelbe oder auch rote Markierung auf dem Schild öffnet den Verkehr für weitere Fahrzeuge.

Zusätzlich gibt es Fahrverbotszonen speziell für Dieselfahrzeuge. Auf ihnen wird angezeigt, welche Diesel nicht in diesem Bereich gefahren werden dürfen. Unter einem roten Kreis mit einem Pkw steht dann zum Beispiel Diesel bis Euro 5. Das bedeutet, dass Dieselfahrzeuge bis zu der Euro 5 Plakette nicht betrieben werden dürfen. Erst ab der Euro 6 Plakette stehen die Straßen wieder frei.

Was ist der Unterschied zwischen einer Dieselfahrverbotszone und einer Umweltzone?

Dieselfahrverbote werden in Bereichen ausgesprochen, in denen die Stickstoffbelastung über den zulässigen Grenzwerten liegt. Da Dieselfahrzeuge deutlich mehr dieser Schadstoffe abgeben, sind nur sie in diesen Bereichen verboten. Ein Benziner darf weiterhin gefahren werden.

Eine Umweltzone hingegen soll vor Abgasen und Feinstaub geschützt werden. Der Feinstaub entsteht durch Abrieb von Bremsen und Reifen auf der Straße. Die 0,01 Millimeter kleinen Partikel können beim Atmen in den Körper eindringen. Da manche der Teile toxisch sind, können sie krebserregend wirken. Dies in Verbindung mit den Abgasen erschwert das Leben in den Innenstädten.

Gibt es noch Fahrverbotszonen außerhalb von Umweltzonen?

Im Allgemeinen liegen Bereiche, in denen Dieselfahrverbote ausgesprochen werden, innerhalb der Umwelt schützenden Zonen. Daher kommt auch die Unsicherheit bei der Wahl des richtigen Begriffs. Das spezielle Verbot bewirkt, dass die Bevölkerung vor den schädlichen Stickstoffoxiden zusätzlich geschützt werden.

Sind Wohnmobile von Dieselfahrverboten betroffen?

Die meisten Wohnmobile werden ebenfalls mit Dieselkraftstoff gefahren. Daher fallen sie gleichermaßen unter diese Fahrverbote. Wagen, die der Abgasnorm Euro 4 oder niedriger besitzen, dürfen auf diesen Straßen nicht gefahren werden. Da viele Menschen das Wohnmobil auf dem Weg in den Urlaub nutzen, treffen sie nur selten auf die entsprechenden Verbotsschilder. Die Dieselfahrverbote gelten oft ausschließlich in der Innenstadt. Der Straßenverkehr über Land oder auf Autobahnen steht den Fahrzeugen weiterhin frei. Campingplätze sind häufig an öffentliche Verkehrsmittel angeschlossen. Das Wohnmobil kann in dem Fall am Urlaubsort stehen bleiben. Der Weg in die Innenstadt wird dann mit Bus oder Bahn leicht bewältigt.

Welche Ausnahmeregel gibt es für Camper?

Als Besitzer eines Wohnmobils existiert die Möglichkeit, eine Ausnahmegenehmigung zu beantragen. Es gibt verschiedene Aspekte, die dafür entscheidend sind. Sie müssen nachweisen, dass der Camper hauptsächlich für Reisezwecke im Urlaub gefahren wird. Es kann auch ausschlaggebend sein, dass Sie kein Alternativfahrzeug zum Wohnmobil besitzen. Darüber hinaus kann das Fahrzeug eine grüne Plakette aufweisen.

In jedem Fall muss der Antrag bei dem örtlichen Straßenverkehrsamt gestellt werden. Sollten Sie die Erlaubnis nicht erhalten, lohnt es sich oft noch einmal nachzufragen. In vielen europäischen Nachbarländern existieren schon länger Fahrverbotszonen für Dieselfahrzeuge. Hie können Touristen eine Ausnahmegenehmigung beantragen. Viele Urlaubsregionen stehen diesen Anfragen offen gegenüber. Es ist sinnvoll, die örtlichen Regelungen vor dem Urlaubsbeginn zu erfragen.

Wie werden die Dieselfahrverbote kontrolliert?

Die Fahrzeuge in den Umweltzonen werden stichprobenartig kontrolliert. Optisch lassen sich Benziner und Diesel nicht voneinander unterscheiden. Die Plaketten geben ausschließlich an, welcher Abgasnorm die Wagen unterliegen. Während einer solchen Kontrolle werden die Fahrzeuge angehalten. Die Halter werden angewiesen, den Behörden die Papiere auszuhändigen.

Welche Folgen haben Umweltzonen in der Praxis?

Wohnmobile werden seltener in Innenstädten gefahren. Die Personen, die in solchen Fahrzeugen unterwegs sind, verbringen meist ihren Urlaub darin. Die Fahrt zu dem nächsten Aufenthaltsort verläuft auf Landstraßen oder Autobahnen. Diese sind selten von Fahrverbotszonen betroffen. Schnellstraßen liegen zeitweise in den Randbereichen von Großstädten. Diese sind von den Fahrverboten in den seltensten Fällen betroffen. Auf dem Weg zum Campingplatz werden diese Schwierigkeiten daher kaum berührt.

Soll das Wohnmobil auch im Stadtbereich genutzt werden, sollten die örtlichen Vorschriften genau geprüft werden. Viele Wohnmobile verfügen über Fahrradträger. Nach dem Parken des Campers kann der Rest der Strecke auf dem Fahrrad gefahren werden. Auf diese Weise werden die Umweltzonen nicht mit dem Wagen berührt. Die Innenstädte werden weniger mit Schadstoffen belastet.

Siehe dazu auch folgenden interessanten Artikel in unserem Magazin:

Crit´Air: die französische Umweltplakette

Wer nach oder auch nur durch Frankreich fährt, benötigt für einige Örtlichkeiten das „Certificat qualité de l’air“, kurz „Crit’Air“, die französische Umweltplakette. Alles Weitere dazu findest Du in diesem Artikel.

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