Eingestürzte Häuser, mitgerissene Autos und Wohnwägen, Nachrichtenmeldungen von vielen Toten. Es sind Bilder wie aus einem Katastrophenfilm. Die sintflutartigen Wassermassen kamen plötzlich und in diesem Ausmaß völlig unerwartet. Hochwasser hat den Westen Deutschlands heimgesucht und wir betrachten mit Entsetzen die vielen Videos und Beiträge, die uns über TV und soziale Medien erreichen.

Camper bringen sich vor dem Hochwasser in Sicherheit

Eine sonst wundervolle Urlaubsgegend, wo viele Familien endlich ihre langersehnten Ferien beginnen wollten, steht nun komplett unter Wasser. Campingplätze an sonst sehr ruhigen Flüssen sind völlig überschwemmt. Wer Zeit hatte, konnte sich und sein Wohnmobil bzw den Wohnwagen noch evakuieren und in scheinbar sicheren Entfernung aufstellen. Andere, vor allem Dauercamper, die nicht vor Ort waren, hatten leider nicht so viel Glück und mussten mit ansehen, wie ihr liebgewonnenes Reisegefährt von den Wassermassen umschlossen wurde. Ein Video von einem im Fluss mitgerissenen Wohnwagen inklusive Vorzelt, welches letztendlich durch die Wucht an einer Brücke zerschellt, lässt hoffen, dass sich die Besitzer noch rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten.

Campingplatzbetreiber ebenfalls hart vom Hochwasser getroffen

Campingplatzbesitzer hatten sehr auf diesen Sommer gehofft. Endlich konnten sie fast uneingeschränkt wieder Gäste empfangen und ein Stückchen auf die Rückkehr der Normalität hoffen. Liebevoll wurde alles vorbereitet, hergerichtet und auf Funktionstüchtigkeit geprüft, damit auch alles perfekt sein wird, wenn die Kundschaft auf den Platz rollt. Man wollte die letzten Monate vergessen, wo Corona zur monatelangen Schließung gezwungen hatte. Und nun innerhalb von wenigen Stunden kommt mit dem Hochwasser eine neue Unsicherheit. Wie soll es nun weitergehen? Wird der Platz wieder benutzbar sein? Werden wir noch mehr dieser plötzlichen Sturmfluten erwarten müssen? Der Klimawandel ist im vollen Gange und die Aussichten sind im Moment alles andere als rosig.

Sehr heftig hat es Familie Köhler vom Camping Prümtal getroffen. Noch vor der Flut waren sie besorgt, hofften jedoch, dass es ausreicht, die ufernahen Plätze zu räumen. Niemand hatte damit gerechnet, was danach kam. Videos von Gästen und vom Campingplatz selber lassen nur erahnen welche Horrorszenarien sich hier abspielten. Der Campingplatz musste nun leider erstmal für den Rest des Jahres seine Pforten schließen, da das Wasser nicht nur den Uferbereich sondern den gesamten Campingplatz bedeckt hatte.

Jedem Camper tun diese Bilder im Herzen weh, denn man weiß wieviel Arbeit und Herzblut in den Campingplätzen steckt. Auch die beschädigten Wohnmobile und Wohnwagen lassen tiefes Mitgefühl für die betroffenen Familien auslösen. Man hofft jedoch vor allem, dass die Besitzer sich rechtzeitig vor dem Hochwasser in Sicherheit bringen konnten.

Camping Prümtal 14.07.2021

Camping Prümtal 15.07.2021

Zur Unterstützung der Familie Köhler nach dem Hochwasser wurde von einigen Campingplatz-Freunden ein Spendenkonto angeregt. Gerne würden wir von der WomoSuche.de-Redaktion die Daten hier teilen, wenn dieses Konto eingerichtet werden sollte. Wer nähere Informationen hierzu hat, kann sich unter anfrage@womosuche.de gerne melden! Wir wünschen allen Betroffenen und Angehörigen nur das erdenklich Beste und sind in Gedanken bei ihnen.

Leichte Entspannung in Sicht – Hochwassersituation trotzdem weiterhin akut

Die gute Nachricht: in vielen der am stärksten betroffenen Regionen hat der Starkregen vorerst nachgelassen und das Wasser geht langsam zurück. Erst jetzt wird das Ausmaß der Schäden wirklich sichtbar: verschlammte und vollgelaufene Keller, mit Unrat, Müll und Schrott gesäumte Straßen und viele nicht offensichtliche Schäden, müssen in den kommenden Wochen und Monaten aufgeräumt und beseitig werden.

In anderen Metropolen und Regionen steht der Wasser-Höchststand erst noch bevor. Gerade an den großen Flüssen, wie Rhein, Mosel, Oder und Elbe wird die große Flutwelle erst gegen Ende des Tages erwartet. Vielerorts wurden die historischen Pegelstände in diesem Jahr um ein Vielfaches überschritten.

Polizei, Hilfswerke und Feuerwehr mahnen zur Vorsicht

Leider unterschätzen viele Menschen die Gefahren und die Kraft eines derartigen Hochwassers und begeben sich damit unbewusst in Gefahr. Die Polizei und die technischen Hilfswerke bitten deshalb darum, wenn möglich zu Hause zu bleiben und nicht auf die Strassen zu gehen, solange die Hochwasserlage so angespannt ist.

Foto von wrangel von iStockphoto