Wer bis einschließlich 1998 seinen PKW-Führerschein gemacht hat kennt es noch: Fahrzeuge bis zu 7,5 Tonnen konnten und können weiterhin mit dieser Fahrerlaubnis ohne Probleme bedient werden. Jedoch ab dem 01. Januar 1999 trat die EU-weite einheitliche Fahrererlaubnis-Verordnung in Kraft, wobei die Fahrerlaubnisklassen nach Buchstaben unterteilt wurden und einigen Veränderungen unterlagen.

Wichtig für Wohnmobilisten wurde dies hinsichtlich der Gesamtmasse ihrer Fahrzeuge, denn mit dem normalen PKW-Führerschein, nun Führerschein Klasse B genannt, wurde die Berechtigung auf das Führen von Fahrzeugen mit max. 3,5 Tonnen (inkl. Anhänger) beschränkt. Um Fahrzeuge mit 3,5 Tonnen zzgl. 750 kg Zuglast, also insgesamt max. 4,25 Tonnen, fahren zu dürfen, bedarf es einem Führerschein der Klasse B96, für Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen Gesamtgewicht wird die Führerscheinklasse C1 benötigt. Genauere Infos zur aktuellen Führerscheinregelung für Wohnmobilisten gibt es hier.

Nun sorgt jedoch ein möglicher Vorstoß in den EU-Führerscheinrichtlinien für Diskussion: die Womo-Branche wurde hellhörig, denn aufgrund der neuen Antriebsmöglichkeiten wie z.B. der Elektrofahrzeuge muss aufgrund von schwereren Batterien über die Erhöhung der zugelassenen Gesamtmasse nachgedacht werden. Natürlich wäre hier eine allgemeine Erweiterung der Fahrerlaubnis auf 4,25t – also nicht nur für Elektromobile – in vielerlei Hinsicht für die Caravaning-Branche von Vorteil.

Deswegen wurde nun von der Reisemobil Union (RU) und dem Euro Motorhome Club (EMHC) dazu aufgerufen, dass so viele Wohnmobilisten wie möglich an der öffentlichen Beteiligungsrunde der EU teilnehmen, damit dieses Ziel erreicht werden kann. Wer aktiv an der Entscheidungsfindung teilhaben möchte kann dies hier tun, jedoch nur noch bis zum 21. Mai 2021.

Wie die zuständige EU-Kommission letztendlich entscheiden wird, bleibt abzuwarten.

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