Die Rufe von Campern und Wohnmobilisten für die Öffnung von Camping- und Stellplätzen auch zu Corona-Zeiten werden immer lauter und die Unzufriedenheit mit der aktuellen Situation wächst rasant. Sie fordern, dass Wohnwagen-Besitzer und Wohnmobil-Fahrer trotz der grassierenden Pandemie wieder auf Campingplätzen oder Stellplätzen stehen dürfen. Natürlich immer unter Einhaltung der Hygiene-Standards und Regeln.

Erst am Wochenende haben hunderte campingbegeisterter Menschen in Düsseldorf lautstark für eine Öffnung demonstriert. In einem langen Wohnmobil- und Wohnwagen-Corso aus über 100 Fahrzeugen gab es am Samstag in der Landeshauptstadt ein großes Hup-Konzert. Angemeldet waren über 300, allerdings wurden von den örtlichen Behörden im Rahmen der Anmeldung der Demo nur 110 zugelassen. Der Corso ist auch am Dienstsitz von Armin Laschek vorbei gezogen, nach dem dieser nicht auf eine Einladung der Veranstalter reagiert bzw. abgesagt hatte.

Die 3 Hauptorganisatoren hatten schon vor Wochen über das Internet und vor allem Facebook zum Protest gegen den Camping-Lockdown aufgerufen. Die eigens dafür ins Leben gerufene Gruppe „Campen mit Abstand“ hat innerhalb kürzester Zeit über 4.700 neue Mitglieder erhalten.

Tatsächlich wurde im Laufe der Pandemie sehr deutlich, dass Caravaning, der Urlaub, die Freizeit mit Wohnwagen und Wohnmobil auf Reisemobil-Stellplätzen und Campingplätzen, die Tourismusform ist, die alle Anforderungen an pandemie-resistente Maßnahmen entsprechen. Ein Campingplatz ist kein Corona-Hotspot.

Zitat Herr Kirschner, Veranstalter der Corsos in Düsseldorf

Weitere Corsos in Berlin, München und Hannover sind in Planung und bereits angemeldet. Die Veranstalter warten aktuell auf Rückmeldung und Bestätigung durch die örtlichen Behörden.

Online-Petition gestartet

Bereits am 26.02. wurde eine große Online-Petition gestartet, mit der erreicht werden soll, dass das Camping-Reisen als eigenständige Urlaubsform anerkannt werden. Das würde dann bedeuten, dass eine Öffnung der Campingplätze noch einmal separat betrachtet werden muss und nicht mehr mit den touristischen Regeln in einen Topf geworfen werden, die auch für alle anderen Ferienunterkünfte gelten. Bisher sind bereits mehr als die Hälfte der erforderlichen 50.000 Stimmen eingegangen. Wer dafür abstimmen möchte, der kann dies hier tun:

Weiterhin Zwiespalt auch in der Camper-Community

Aber auch in der Camper-Community gibt es trotzdem Stimmen, die eine Öffnung für verfrüht halten und das Risiko als erhöht ansehen. Dort wo Menschen zusammen stehen, entwickeln sich immer Kontakte. Solange die Anzahl der Impfungen in Deutschland auf so niedrigem Niveau ist, solle man sich doch bitte weiterhin Geduld üben. Auf der Detailseite von openpetition.de gibt es sowohl viel Pro als auch Contra zu lesen. Hier einige Stimmen:

Wer glaubt die negativen Auswirkungen von Viren sind in absehbarer Zeit überstanden, der irrt! Auch nicht mit einem noch härteren Lookdown. Vernunft sollte walten und nicht die Panik. Urlaub auf dem Kreuzfahrschiff ist möglich – aber das Übernachten im Wohnmobil auf einem Stellplatz/Parkplatz nicht? Verordnungen ja, aber mit Vernunft. Die Verwaltungsgerichte prüfen zu Recht die Verhältnismäßigkeit der Einschränkungen sehr genau. Dabei müssen diese „geeignet“, „erforderlich“ und „angemessen“ sein. Dies trifft auf Beherbergungsverbote für Wohnmobilstellplätze nicht zu!

Befürworter der Öffnung, Quelle: openpetition.de

Die Peitition ist einseitig und nicht zielführend. Gerade Wohnmobilisten können sich als Infektionstreiber erweisen. Das selbstverantwortung nicht funktioniert beweisen die Deutschen Tag für Tag. Ein Wohnmobilist der ein Superspreader ist und mehrer Städte/ Orte an einem Wochenende besucht, der könnte ein nicht nachvollhiehbares Superspreaderevent auslösen. Unabsichtlich vermutlich aber die Gefahr ist real. Anbei ein Artikle das der Mobilitätsrückgang einen erklecklichen Anteil an der eindämmung des Virus hat. Disclamier: Wir haben selbst ein Wohnmobil und auch wür würden gern.

Gegner der Öffnung, Quelle: openpetition.de

Was kann es besseres geben in der jetzigen Situation, als den Aufenthalt im Freien. Über Distanzregeln wissen wir inzwischen alle Bescheid. Vertrauen in das Verantwortungsbewusstsein der Bürger sollte akzeptiert werden anstelle mit Verboten und Bevormundungen weiter zu gängeln. Der Geduldsfaden reisst langsam.

Befürworter der Öffnung, Quelle: openpetition.de

Camper und Wohnmobilisten „halten Abstand zum Massentourismus“, wollen sich aber auf Campingplätzen zusammenrotten. Es macht einen Unterschied, ob man – quasi unsichtbar – irgendwo in den Bergen Albaniens oder an einem Massentourismuspunkt in Griechenland steht. Wie sähe das jetzt wohl aus, wenn so eine Petition als Umsetzung das Licht der Welt erblickte? Diese „neue Freiheit“ würde zu einem Kollateralschaden führen, weil jegliches Bewusstsein um die aktuelle Lage plötzlich im Nirvana verschwinden würde.

Befürworter der Öffnung, Quelle: openpetition.de

Video: Camper Demo in Düsseldorf

Bildnachweis: istockphoto, Ole Schwander