Wohnmobile gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen und Größen. Vor allem die Anzahl der Schlafplätze ist für viele beim Wohnmobil-Kauf ein ausschlaggebender Faktor. Familien mit Kindern entscheiden sich oftmals aufgrund des optimalen Platz- und Schlafangebotes für die Alkoven-Modelle. Doch diese sind anderen zu groß, zu teuer oder kostspielig im Kraftstoffverbrauch, so dass kleinere Varianten gesucht werden. Diese sollten jedoch trotzdem genügend Schlafmöglichkeiten bieten. Oftmals stehen Wohnmobil-Käufer also vor der Qual der Wahl zwischen den Optionen Hubbett oder umbaubare Sitzgruppe. Was sind die Vor- und Nachteile, welche die Entscheidung beeinflussen könnten?

Was ist ein Hubbett?

Hubbetten sind direkt unter dem Dach des Wohnmobils angebracht und können bei Bedarf heruntergelassen werden. Dies geschieht entweder manuell oder in den neueren Modellen auch elektrisch. Schon vor 40 Jahren wurde das Konzept entwickelt, denn damals wie heute war und ist jeder Platz im Wohnmobil kostbar.

Vorteile

Da die Hubbetten tagsüber unter dem Dach hängen nehmen sie keinerlei Platz der Grundfläche in Anspruch. Die Matratze besteht aus einem zusammenhängenden Stück und ist somit sehr bequem und verspricht Schlafkomfort, auch für eine ausgewachsene Person.

Je nach Modell und Platz im Wohnmobil lässt das Hubbett selbst während seines Gebrauchs den darunterliegenden Bereich zugänglich. Möchten also z.B. die Kinder morgens noch ein wenig länger im Hubbett schlafen, können die Eltern trotzdem schon die Sitzgruppe inkl. Tisch direkt darunter für ein gemütliches Frühstück nutzen.

Nachteile

Je nach Wohnmobil kann es unter dem Hubbett zu bemerkbaren Einschränkungen in der Stehhöhe kommen. Gerade für hochgewachsene Camper könnte dies einen Nachteil darstellen.

Viele Kaufinteressenten machen sich zudem Sorgen wegen der Zuladung. Obwohl die Hubbetten in der Gegenwart nicht mehr mit Stahlkonstrukten sondern auf Aluminiumbasis hergestellt werden, bedeuten sie dennoch eine beachtliche Zusatzlast. Gerade bei bei den Wohnmobilen von max. 3,5 Tonnen fällt dies buchstäblich „stark ins Gewicht“.

Umbaubare Sitzgruppe als Alternative zum Hubbett?

Gerne wird von Campern auch auf die Variante der umbaubaren Sitzgruppe, auch (Halb-)Dinette genannt, zurückgegriffen. Hierbei wird der Bereich der Sitzecke inklusive Tisch in eine Schlaffläche umgewandelt. Mit dem Absenken des Tisches auf die Höhe der Sitzbankkäste und unter der Benutzung der vorhandenen Polster kann so eine weitere Liegefläche geschaffen werden.

Da schon bestehende Komponenten einfach umgebaut werden, bedeutet diese Alternative keine extra Zuladung und ist für den gelegentlichen Gebrauch sehr praktisch. Für den häufigeren oder ständigen Gebrauch könnte diese Variante jedoch etwas umständlich sein, da die Umbauerei von vielen Wohnmobilisten als etwas nervig erachtet wird.

Zudem können Tisch und Sitzbänke solange nicht benutzt werden, wie diese als Bett fungieren. Die Zugänglichkeit zur Sitzgelegenheit ist demnach abhängig vom Schlafrhythmus des jeweiligen Benutzers.

Aufgrund des eingeschränkten Platzes sind vor allem umgebaute Halbdinetten eher für Kinder oder lediglich als Notfallbett geeignet. Auch die puzzleartige Anordnung der Polster und die somit meist weniger komfortable Schlaffläche ist nicht jedermanns Sache.

Fazit

Vor dem Kauf eines Wohnmobils sollte man sich sehr genau überlegen, welche Anforderungen man an das Fahrzeug hat. Wieviele Schlafplätze möchte man haben? Wieviele davon werden durchgehend benutzt und welche davon sind nur in wenigen Fällen im Gebrauch?

Braucht man ein Extrabett tatsächlich nur in seltenen Ausnahmefällen, dann macht das Extragewicht des Hubbetts meist keinen Sinn. Andersherum ist bei ständigem Gebrauch die Sitzgruppe als Bett nicht unbedingt die einfachste bzw. komfortabelste Lösung.

Wer es nicht eilig mit dem Kauf hat, sollte die Möglichkeit ins Auge fassen, bei den ersten Campingurlauben verschiedene Wohnmobil-Modelle zu mieten. Erst beim täglichen Gebrauch wird man merken, was für einen persönlich Sinn macht und was nicht.

Foto: Messe Düsseldorf / ctillmann

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Je nach Größe des Hubbetts kann das Gewicht zwischen 35 bis 65kg liegen. Bei elektrischer Handhabung kommen sogar noch 3-5kg dazu.

Die Höhe von teilintegrierten Wohnmobilen liegt bei unter 3m, meist bei ca 2,75m. Ist ein Hubbett im Teilintegrierten verbaut liegt die Höhe bei ca. 2,85m.