Nach der Saison werden viele Wohnmobile von den Besitzern, die nicht zu den kalten Jahreszeiten unterwegs sein wollen, für Wochen oder sogar Monate „eingemottet“. Nun machen sich viele Gedanken, ob dies zu Problemen hinsichtlich Feuchtigkeit führen könnte. Niemand möchte, dass in seinem geliebten Wohnmobil nach der Winterpause alles muffig riecht und schlimmstenfalls sogar teilweise mit Schimmel überzogen ist. Deshalb greifen viele zu Luftentfeuchtern, um ihr Reisemobil vor diesem Schicksal zu bewahren. Doch oftmals scheiden sich hier die Geister und erfahrene Camper raten nicht nur komplett von Luftentfeuchtern ab, sondern warnen sogar vor dem Gebrauch. Was steckt also dahinter? Macht es Sinn oder ist die Nutzung von Luftentfeuchtern im Wohnmobil sogar schädlich?

Wie funktionieren Luftentfeuchter?

Die bekanntesten Luftentfeuchter funktionieren ganz ohne Strom. In einem Plastikbehälter befindet sich ein Granulat welches die Feuchtigkeit aus der Luft bindet. Nach und nach löst sich also das Granulat auf, bis es sich komplett in Flüssigkeit verwandelt hat. Zu diesem Zeitpunkt sollte man die Flüssigkeit entleeren und neues Granulat nachfüllen, damit der Prozess erneut starten kann. Dies funktioniert sehr gut in geschlossenen Räumen mit wenig oder besser gar keiner Belüftung.

Warum kann der Gebrauch von Luftentfeuchter im Wohnmobil kontraproduktiv sein?

Der Grund, weshalb beim Wohnmobil das Konzept der Luftentfeuchter eher unwirksam ist, liegt an der Existenz der Zwangsbelüftung in den Fahrzeugen. Ein Wohnmobil ist nämlich nicht hermetisch versiegelt, sondern die Hersteller und Reisemobilbauer achten aus Sicherheitsgründen darauf, dass genügend Sauerstoffzufuhr innerhalb des Fahrzeuges gewährleistet ist. Zu groß wäre aufgrund des limitierten Raumes sonst die Gefahr einer Kohlenmonoxidvergiftung.
Die Zwangsbelüftung sorgt deshalb immer für eine gewisse Frischluftzufuhr.

Hier sehen viele Camper den Haken, denn selbst wenn die Luftfeuchtigkeit durch das Granulat im Wohnmobil aufgenommen wird, so kommt von aussen kontinuierlich wieder Feuchtigkeit mit der Luft nach, die durch die Zwangsbelüftung nach innen gelangt, bzw. fast schon dadurch vermehrt angezogen wird.

Einige Wohnmobilisten berichten in einschlägigen Foren sogar davon, dass die Luftentfeuchter genau das Gegenteil bewirkt hatten: sie stellten mehr Korrosion und noch mehr Schimmelbildung als vor dem Gebrauch des Granulats fest und raten deshalb allen Mitcamper von der Nutzung ab.

Welche Alternativen zu Luftentfeuchter werden empfohlen?

Als alternative Möglichkeiten zur Vermeidung von Schimmel werden deshalb andere Tipps gegeben.

Für abgestellte, unbenutzte Wohnmobile:

  • Aufstellen der Polster und Matratzen.
  • Ausräumen der Schränke, vor allem Kleidungsstücke, Handtücher und sonstige Textilien, in denen sich gerne die Feuchtigkeit sammelt.
  • Anschließend leergeräumte Schränke und Schubladen offen lassen.
  • Jalousien und Fliegengitter bei abgestelltem Wohnmobil nicht schließen zur besseren Luftzirkulation.
  • Badtür offen lassen aus dem selben Grund.
  • Betten abziehen, Kissen und Decken besser im Haus überwintern lassen. Wie gesagt sollte man der Feuchtigkeit und somit den Schimmelsporen so wenig Angriffsfläche wie möglich bieten.
  • Wenn irgendwie möglich, Wohnmobil am besten trocken in einer Garage oder Halle abstellen.

Für unterwegs im Wohnmobil:

Ist man im Herbst bzw. Winter mit dem Wohnmobil unterwegs, bemerkt man an den beschlagenen Scheiben, wieviel Feuchtigkeit eigentlich im Wohnmobil vorherrscht. Woher kommt diese Feuchtigkeit? Nasse Kleidung/Schuhe, Kochen, Duschen, aber auch einfach durch die menschliche Atmung. Da warme Luft Feuchtigkeit besser aufnehmen kann, lagert sich die überflüssige Feuchtigkeit, die an den kalten Fenstern und somit von der dort vorherrschenden kalten Luft nicht aufgenommen werden kann, an der Oberfläche ab. Um die überflüssige Feuchtigkeit einfach und schnell loszuwerden muss man lediglich regelmäßig kräftig durchlüften und das Problem erledigt sich von selbst. Das beste Beispiel zur Veranschaulichung ist das dampfende Bad nach einer heißen Dusche. Wie wird man diese überflüssige Feuchtigkeit sowie die Kondensation an Fenster und Spiegel wieder los? Mit einem Luftentfeuchter? Nein, durch Querlüften, indem man Tür und Fenster öffnet und innerhalb kürzester Zeit ist alles wieder im Normalzustand.

Fazit

Luftentfeuchter sind in einigen Situationen sicher hilfreich, z.B. wenn man kleine, geschlossene Räume von sich angesammelter Feuchtigkeit befreien will. Doch im Wohnmobil scheint der große Nutzen auszubleiben, weshalb von vielen Besitzern eher davon abgeraten wird. Ob man diesen Rat annimmt und lieber nach Alternativen sucht oder ob man die Granulate dennoch ausprobiert, bleibt letztendlich jedem selbst überlassen. Auf alle Fälle sollte man jedoch das aufgefangene Wasser regelmäßig ausleeren. Vor allem wenn das Granulat aufgebraucht ist, denn sonst hat man das im Wohnmobil, was man eigentlich vermeiden möchte: eine direkte Feuchtigkeitsquelle, welche genau den Effekt noch verstärkt, den man eigentlich zu bekämpfen versucht.

Foto von Rahul Pandit von Pexels

Durch Stoßlüften kann (vor allem im Winter) recht schnell und einfach der Kondenswasser- und Schimmelbildung vorgebeugt werden. Die Heizkosten werden dadurch entgegen aller Annahmen nicht in die Höhe getrieben, da frische Luft sich schneller erwärmt.

Optimal sind 40-60%. Mit speziellen Apps kann man leicht die Luftfeuchtigkeit im Auge behalten.

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