Gerade für Neucamper können manche Wohnmobil-spezifische Themen anfangs noch etwas verwirrend sein. Unter anderem ist von Hilfen zum Ausrichten des Fahrzeugs die Rede, wie z.B. von Auffahrkeilen und Luftkissen, die das Wohnmobil nivellieren. Doch so richtig weiß man als kompletter Anfänger nicht, was es damit auf sich hat. Deshalb wollen wir hier auf diese Begriffe etwas näher eingehen.

Wo muss man ein Wohnmobil nivellieren?

Viele fragen sich sicher: wann und wo sollte ich in die Verlegenheit geraten, mein Wohnmobil ausrichten zu müssen? Doch das kann schneller passieren als man denkt. Abhängig ist das ganze von der Beschaffenheit des Untergrunds, worauf man sein Fahrzeug parkt. Nicht immer wird man einen komplett waagerechten Stellplatz zur Verfügung haben.

Teilweise besteht der Boden aus Kies, oder der zugewiesene Platz befindet sich auf einer Wiese und hin und wieder steht man sogar auf einem sandigen Boden. Selbst asphaltierte und gepflasterte Parkplätze können mit den Jahren Bodenwellen aufweisen, die man im ersten Moment vielleicht nicht sieht, aber im Wohnmobil recht schnell merkt.

Dazu kommen noch klimatische Bedingungen: Bei Regenwetter können Wiesen und erdige Böden durchweichen und sogar matschig werden. Wintercamper werden bemerken, dass Schnee und Eisflächen auch nicht gerade zu einem ebenen Stellplatz beitragen werden.

All diese Faktoren können das Abstellen des Fahrzeuges verkomplizieren. Möchte man trotz der „Schieflage“ seinen Stellplatz nicht aufgeben, dann können Nivellierhilfen die Lösung sein.

Ist das Ausrichten denn unbedingt notwendig?

Natürlich ist es kein Muss und jeder hat ein unterschiedliches Toleranzgefühl in dieser Hinsicht. Wer eh nur eine Nacht auf dem Platz verbringt, den wird eine kleine Bodenwelle nicht aus der Fassung bringen. Doch plant man mehrere Tage oder sogar Wochen auf ein und demselben Stellplatz, dann können die Nebeneffekte der Schieflage mit der Zeit etwas irritierend oer sogar nervig sein.

Wie merkt man die unebene Standweise im alltäglichen Leben:

  • Das Wasser in der Dusche wird nicht korrekt abfliessen können.
  • Das Kochen kann erschwert werden, wenn die Zutaten buchstäblich von der Arbeitsfläche kullern und das Öl in der Pfanne immer auf eine Seite fließt.
  • Nachts könnte der Schlafkomfort negativ beeinflusst werden.
  • Die Kühlleistung des Absorberkühlschranks könnte beeinträchtigt werden, da hier eine waagrechte Ausrichtung für die volle Funktionsfähigkeit zwingend notwendig ist.

Welche Nivellierhilfen gibt es?

Es gibt mehrere Möglichkeiten das Wohnmobil auszurichten, wie z.B. Auffahrkeile, Luftkissen oder auch automatische Hubstützen. Letztere sind zwar die wohl optimalste Lösung doch mit einem Kostenpunkt von rund 5000 Euro sind diese nicht in jedermanns Budget. Im Nachfolgenden gehen wir deshalb auf die beliebtesten und preislich etwas zugänglicheren Varianten der Auffahrkeile und Luftkissen ein.

Auffahrkeile vs Luftkissen

Auffahrkeile

Diese weit verbreitete Version der Nivellierungshilfen ist vergleichsweise günstig, da komplett aus Plastik. Trotzdem sollte man hierbei auf die Qualität und nicht nur auf den Preis achten. Leider halten Billigvarianten nicht jeder Situation stand und können leicht auseinanderbrechen.
Auch sollte man sich vor dem Kauf versichern, dass die Auffahrkeile für das Gewicht des einzelnen Wohnmobils tatsächlich zugelassen sind und auch breit und lang genug für die entsprechenden Reifen.

Beim Auffahren auf die Keile sollte man auf jeden Fall Hilfe haben. Für den Fahrer ist es nicht abzuschätzen, ob man auf der richtigen Höhe bzw Stufe angekommen ist. Die Gefahr besteht, dass man über das Ende „hinausschießt“ und Auffahrkeil oder sogar das Wohnmobil beschädigt. Das ganze sollte mit Ruhe und Geduld angegangen werden. Sollte man alleine unterwegs sein, hilft sicher ein netter, erfahrener Campingnachbar beim Einweisen.

Ist der Untergrund sehr weich, besteht die Gefahr, dass die Auffahrkeile unter dem Gewicht des Wohnmobils einsinken oder nach vorne wegkippen. Um dies zu vermeiden gibt es spezielle Matten, die noch zusätzlich unter die Keile gelegt werden können und so das Absinken verhindern.

Nicht vergessen: Ist das Wohnmobil optimal ausgerichtet muss man noch die Handbremse ziehen, um sicher zu gehen, dass das Fahrzeug nicht zurückrollt. Wer kein Risiko eingehen möchte bringt zudem noch Bremskeile an.

Luftkissen

Die aufblasbaren Luftkissen sind sehr praktisch und man kann recht genau und einfach das Wohnmobil ausrichten. Auch die Platzierung ist um einiges einfacher als bei den Auffahrkeilen. Man muss lediglich darauf achten nicht über die Ventile zu fahren. Steht das Reisemobil auf den Kissen werden diese manuell oder mit einer elektrischen Luftpumpe/Kompressor gefüllt bis die gewünschte Höhe erreicht ist. Ein zeitintensives und teils nervenraubendes Rangieren, wie man es oft bei Besitzern von Auffahrkeilen beobachtet, kann mit dieser Nivellierhilfe verhindert werden.

Die Luftkissen können zudem zur Schonung der über längere Zeit (z.B. im Winter) ungenutzt abgestellte Wohnmobile bzw. ihrer Reifen dienen. Standplatten können so praktisch ausgeschlossen werden.

In der Handhabung sind die Luft- bzw. Hebekissen sehr einfach und vor allem platzsparend. Der Preis ist jedoch im Vergleich um einiges höher als bei den Auffahrkeilen. Ob es einem das wert ist, muss also jeder für sich selbst entscheiden.

Woher weiss ich, welche Seite man vom Wohnmobil nivellieren muss?

Nun ist also klar, dass es einige verschiedene Möglichkeiten gibt, wie man ein Wohnmobil bei Bedarf optimal ausrichten kann. Doch eine Frage des Anfängers bleibt: woher weiss ich denn welches Rad man um wieviel Zentimeter nivellieren muss?!

Grundsätzlich ist es nicht schwer, denn selbst Handys haben heutzutage Wasserwaagen als Apps und somit kann man recht schnell sehen, welche Seite das Problem ist. Doch wie findet man nun heraus, um wieviel das Wohnmobil auf dieser Seite erhöht werden muss? Durch einfaches ausprobieren, bis die Wasserwaage die optimale Ausrichtung anzeigt? Dies scheint sehr zeitaufwendig und kompliziert zu sein.

Doch keine Sorge: wie für so ziemlich alles gibt es auch hier inzwischen Apps (z.B. Womoset), welche einem auf den Zentimeter genau sagen können, an welchen Seiten man um wieviel nivellieren muss. Diese lassen den ganzen Prozess um einiges einfacher und schneller gestalten. Gerade Neucamper werden aufgrund der fehlenden Erfahrung für diese Hilfestellung dankbar sein.

Foto von RODNAE Productions von Pexels

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