Nicht nur unser Wohnmobil, auch unser Körper leidet im Laufe der Jahre an Verschleißerscheinungen. Da bleiben kleine Wehwehchen oder auch mal – was keiner hofft – größere Erkrankungen nicht aus. Das soll jedoch nicht heißen, daheim zu bleiben, Däumchen zu drehen, von vergangenen Reisen zu träumen und auf den Tod zu warten. Ganz im Gegenteil, denn es ist erwiesen, dass Reisen – speziell Wohnmobilreisen, wo du viel an der frischen Luft und in der Natur bist – nicht nur die Lebensgeister und die Lebensqualität steigern, sondern auch mit dazu beitragen, positiv zu denken und entsprechend länger fit und gesund zu bleiben. Nicht zuletzt sorgen frische Meeresluft, Aktivitäten draußen und die Sonne des Südens dafür, dass wir ganz schnell das ein oder andere Wehwehchen vergessen. Außerdem können uns Erkrankungen und Verletzungen überall und in jedem Alter aufsuchen.

Heute wollen wir uns mit einem weniger schönen Thema genauer auseinandersetzen, mit dem, was ist, wenn wir unterwegs im Urlaub und auf Reisen krank werden sollten. Dabei geht es – wie bei so vielen Dingen – um Prävention, aber auch um den Fall-der-Fälle. Nicht zuletzt möchten wir die rechtliche Seite für diejenigen Wohnmobilfahrer beleuchten, die noch mitten im Berufsleben stehen.

geschätzte Lesedauer für diesen Beitrag: 8 Minuten

Risikoprävention vor Deiner Reise

Keiner denkt gerne daran, was ist, wenn man unterwegs krank wird. Aber jeder sollte es tun! Schließlich denkst Du ja auch daran, was zu unternehmen ist, wenn die Gasflaschen leer sind oder Du hältst vorsorglich Ersatzteile wie Birnchen, Sicherungen etc. bereit, ja, fährst eventuell sogar vor Reiseantritt noch einmal zur Inspektion.

Warum also sollte Dir Dein Wohnmobil wichtiger sein als Du Dir selbst? Gleiches gilt natürlich für alle anderen Mitfahrer auch – einschließlich der Vierbeiner.

Vor Reiseantritt solltest du also präventiv tätig werden, um zum einen im Rahmen des Möglichen einer Krankheit vorzubeugen und zum anderen für alle Fälle gewappnet zu sein.

Dazu sind folgende Bereiche besonders wichtig:

  • Sich über die bestehenden medizinischen Möglichkeiten und Bedingungen am Urlaubsort, sowie im Urlaubsland informieren
  • Vorsorgliche Arztbesuche
  • Medikamentenvorrat anlegen
  • Richtige Versicherung abschließen

Im Folgenden gehe ich auf die einzelnen Punkte näher ein. Vielleicht kennst du dich auch bereits damit aus. Dann ist es gut. Wenn nicht, habe ich einige wichtige – vielleicht sogar lebensrettende – Tipps für dich bereit.

Solltest du jedoch denken: Was soll das? Ich bin jung und kerngesund, mich betrifft das nicht! Dann muss ich dich enttäuschen: Treffen kann es jeden, immer und überall. Und leider kann ich innerhalb meines Bekanntenkreises von einigen Fällen berichten, wo unverhofft lebensbedrohliche Erkrankungen auftraten. Und auch ich musste in jungen Jahren erleben, wie ich, als ich mit dem Wohnmobil in Frankreich unterwegs war und schwer erkrankte oder als ein andermal meine damals kleine Tochter aus heiterem Himmel über Tage hinweg extrem stark fieberte.

Informiere Dich vor Deinem Reiseantritt

Der erste Schritt bezüglich Vorsorge sollte die Information sein, vor allem dann, wenn Du eine Fahrt außerhalb Deutschlands planst. Das ist heute, im Zeichen des Internets, kein großer und schwieriger Akt.

Folgende Fragen solltest Du klären:

  • Welche Impfungen sollte ich haben? (Ist innerhalb Europas kaum anders als bei uns.)
  • Welche Krankheiten oder Gefahren sind im Reiseland wie verbreitet? Dabei müssen es nicht immer exotische Krankheiten sein, vielmehr kann es sich ganz lapidar um die Gefahr durch Zecken oder giftige Tiere, aber auch um bei dir Allergien auslösende Pflanzen und Tiere handeln.
  • Wie sieht die medizinische Versorgung an meinem Reiseziel aus?
  • Wo gibt es deutsch- oder zumindest englischsprachige Ärzte?
  • Was sagt meine Krankenkasse zu dem Thema? Was übernimmt sie wie im Ernstfall?

Infos erhältst du unter anderem über das jeweilige Auswärtige Amt oder auch unter www.adac.de/reise-freizeit/reiseplanung/reiseziele/. ADAC-Mitglieder erhalten zudem auf Anfrage beim hauseigenen Reisemedizinischen Informationsservice ([email protected]) oder aber per Telefon (+49 89 76 76 77) Auskunft.

Check-up und Beratung bei Deinem Hausarzt

Der nächste Schritt sollte der Besuch beim Arzt sein. Auch wenn Du Dich gesund fühlst, solltest Du– vor allem vor längeren Fahrten – einen Check-up vornehmen lassen. Zudem solltest Du nachschauen lassen, ob Du bezüglich der wichtigen Impfungen auf dem aktuellen Stand bist. Wenn nicht, hole die entsprechenden Impfungen nach. Vergiss dabei nicht, dass es Gebiete innerhalb Europas – auch Deutschlands – gibt, wo die Gefahr an Borreliose zu erkranken besonders hoch ist. Aber auch Mücken können bestimmte Krankheiten übertragen, und Menschen mit einer Wespenstichallergie sollten sich zuvor vom Arzt intensiv beraten lassen.

Leidest Du oder einer Deiner Mitreisenden unter einer chronischen Erkrankung, so gelten spezielle Beratungsansprüche. Das trifft unter anderem auf Menschen mit Diabetes (www.adac.de/reise-freizeit/ratgeber/reisemedizin/diabetes/) oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu. Wichtig ist außerdem, die notwendigen Hilfsmittel und Medikamente in (mehr als) ausreichender Form dabei zu haben. Also lasse Dir ausreichende Mengen verschreiben.

Der Arzt sollte sinnigerweise mindestens vier Wochen vor Reiseantritt konsultiert werden, um eventuelle Impfungen, Untersuchungen oder Medikamenteneinstellungen noch unter der Kontrolle des behandelnden Arztes vornehmen lassen zu können.

Richte Dir eine Reiseapotheke ein

Klar packen die meisten von uns ein paar Medikamente ein, in erster Linie Schmerzmittel. Je nach Reisezeit und Reiseland sind auch Erkältungsmittel und Mittel gegen Durchfall dabei. Sind Kinder an Bord, befinden sich sicherlich fiebersenkende Medikamente in der Reiseapotheke. Hundebesitzer wissen um die Wichtigkeit von Wurmtabletten oder Zeckenmittel. Aber reicht das? Ich persönlich sage Ja, vorausgesetzt, es bestehen keine chronischen Erkrankungen. Dann solltest Du jedoch mit Deinem Haus- oder Facharzt absprechen, was an Medikamenten oder medizinischen Hilfsmitteln notwendig ist.

Allgemein würde ich sagen, dass folgendes in eine gute Reiseapotheke gehört:

  • Schmerzmittel
  • Mittel gegen Fieber
  • Mittel gegen Durchfall
  • Verbandszeug (Pflaster, Mullbinden, Blasenpflaster)
  • Mittel zur Nachbehandlung von Insektenstichen/Anti-Juckreiz-Creme
  • Zinksalbe
  • Desinfektionsspray

Aus eigener Erfahrung rate ich, Medikamente, die regelmäßig genommen werden müssen, in größeren Mengen als für die Reisezeit errechnet, dabeizuhaben. Gerade als Wohnmobilist, der nicht im Berufsleben steht, gerät man schnell in die Versuchung, länger als geplant unterwegs zu bleiben.

Da viele von uns älteren Wohnmobilisten an Bluthochdruck, Diabetes oder anderen chronischen Erkrankungen leiden, die tägliche Verabreichung von Medikamenten verlangen, haben manche auch viele Medikamente an Bord. Meist verbessern sich die Symptome – etwa bei Asthmatikern durch den Aufenthalt am Meer oder Zucker- sowie Blutdruckwerte sinken durch weniger Alltagsstress –, daher ist es wichtig, seine Werte so oft es geht zu kontrollieren und nach Absprache mit dem Arzt Medikamente eventuell zu reduzieren.

Welche Medikamente Du unbedingt in Deiner Reiseapotheke vorrätig haben solltest, kannst Du in unserem Artikel „Reiseapotheke – das sollte im Campingurlaub dabei sein“ nachlesen.

Wie und wo lagerst Du im Wohnmobil Medikamente richtig?

Allgemein ist davon auszugehen, dass die meisten Medikamente am besten bei Temperaturen zwischen 18 °C und 20 °C gelagert werden sollten. In keinem Fall dürfen sie Hitze oder Feuchtigkeit ausgesetzt werden, auch Temperaturschwankungen wirken sich bei den meisten eher negativ aus. Am „pflegeleichtesten“ sind Tabletten und Dragées. Flüssige Arzneien können bei unsachgemäßer Lagerung leicht klumpen, Zäpfchen oder Gels werden hingegen flüssig. In beiden Fällen können Wirkungsweise und Handhabung gemindert sein.

Da viele von uns in den warmen Süden fahren, wo es ohne Klimaanlage selbst im Wohnmobil extrem heiß werden kann, ist hier die Frage nach dem richtigen Lagerplatz für Medikamente besonders wichtig. Nicht alle dürfen im Kühlschrank deponiert werden! Da sie in der Regel auch nicht der direkten Sonneneinstrahlung ausgeliefert werden sollten, sondern eher dunkel zu lagern sind, sind Originalverpackungen besser geeignet als Pillendosen, in denen du deine Rationen vorsortierst. Wärmeisolierende, kleine Taschen sind empfehlenswert.

Ich persönlich hebe meine Medikamente alle im fest eingebauten Tresor auf. Da ist es dunkel und die Temperatur ist gleichbleibend. Eine Besonderheit bildet Insulin, denn das muss bei 2 °C bis max. 8 °C gelagert werden. Da hilft wirklich nur der Kühlschrank. Gleiches gilt für Antibiotika in Saftform oder Impfstoffe.

Was ist, wenn Dir unterwegs Medikamente fehlen?

Die Frage kann sich sowohl darauf beziehen, dass Du nicht vorhandene Medikamente brauchst, als auch darauf, dass Dir die mitgenommenen ausgehen. Gerate dann nicht in Panik, denn generell gibt es in unserem zivilisierten Europa immer eine Lösung.

Bei Dauermedikation solltest Du unbedingt den Beipackzettel oder zumindest die Originalpackung zum Arzt oder zur Apotheke vor Ort mitnehmen. Denn nur dann wissen diese, was Du wirklich benötigst. Selten bekommst Du jedoch genau das gleiche Produkt vom gleichen Hersteller. Jedoch solche mit gleichen Inhaltsstoffen.

Erste Ansprechpartner bei fehlenden Medikamenten sollten Apotheker sein, die erfahrungsgemäß gut ausgebildet sind. Sie können Dir sagen, ob Du das entsprechende Medikament nur auf Rezept bekommst oder ob es frei verkäuflich ist.

Auf folgenden Wegen kommst Du an gewünschte Medikamente heran:

  • Gehe zum örtlichen Arzt und lasse sie Dir verschreiben.
  • Bestelle Deine Medikamente – indem Du Dir daheim ein Rezept ausstellen lässt (eventuell per Anruf oder Mail) – über eine Versand-Apotheke. Dazu musst Du jedoch eine Campingplatz- oder eine Fremdenverkehrsbüro-Adresse angeben. Die Ware kann auch per Express bestellt werden.
  • Lass Dir von Deinem Arzt per WhatsApp (oder per Mail), ein Rezept schicken und gehe damit in die Apotheke. Das hatte bei mir in Frankreich mit einem verschreibungspflichtigen Antibiotikum prima geklappt.

Falls Du an einer chronischen Erkrankung leidest, solltest Du Folgendes tun, damit der „fremde“ Arzt besser über Deine Erkrankungen, aber auch über Wechselwirkungen einzelner Medikamente Bescheid weiß:

Besorge Dir von Deinem Hausarzt ein Schreiben – entweder in der Landessprache oder auf Englisch – in dem etwas über Deine Krankengeschichte, die Inhaltsstoffe Deiner zu nehmenden Medikamente inklusive Dosierung zu lesen ist. Falls vorhanden, sollten auch Unverträglichkeiten und Allergien aufgeführt werden. Diese Bescheinigung kostet wahrscheinlich etwas, sollte es Dir aber wert sein. Außerdem kannst Du sie bei unverändertem Gesundheitszustand über mehrere Jahre hinweg gebrauchen.

Musst Du eine Auslandskrankenversicherung abschließen?

Müssen tust Du (fast) gar nichts, aber Du solltest bedenken, dass es jeden treffen kann, auf Reisen einen Arzt aufsuchen zu müssen oder – noch schlimmer – in einem Krankenhaus zu landen und sich dort einer Operation zu unterziehen. Arztrechnungen können sehr teuer werden, Operationen steigen gar ins Unermessliche, sodass Du locker mal im fünfstelligen Bereich bist.

Deine gesetzliche Krankenkasse übernimmt – je nach Kasse – einen Teil der Kosten, Privatversicherte, die eventuell zusätzlich Anspruch auf Beihilfe haben, bekommen da mehr oder alles erstattet. Was die Gesetzlichen auf keinen Fall übernehmen, ist ein Krankenrücktransport nach Deutschland. Bei den Privaten ist es eine Frage des Vertrages.

Hinzu kommt, dass Du mit Deiner europäischen Krankenkassenkarte meist keine freie Arztwahl hast und ausländische Mediziner und Kliniken gegen Sofortzahlung abrechnen. Von Reisen außerhalb Europas reden wir hier erst gar nicht.

Gerade in den letzten Jahren bekamen zwei meiner Bekannten unterwegs einen Schlaganfall, einer in Griechenland, ein anderer auf der Fähre nach Sizilien. Ein weiterer erlitt in Südfrankreich einen Herzinfarkt. Alle waren zum Glück richtig versorgt, selbst an die jeweiligen Beifahrer wurde dabei gedacht. Das kostet natürlich etwas, aber wenn es denn soweit sein sollte – was man natürlich niemandem wünscht –, bleibst Du mit der richtigen Versicherung weder auf Deinen Kosten sitzen noch hast Du sprachliche oder vermittlungstechnische Probleme.

Egal wo und wie Du abschließt, Folgendes sollte Dein Vertrag beinhalten:

  • Übernahme der Mehrkosten für Arzthonorare und Medikamente, die deine Krankenkasse nicht trägt
  • Mitversicherung von begleitenden Familienangehörigen
  • Inkludierung von Behandlungen bei Sportverletzungen sowie bei psychischen Erkrankungen
  • Übernahme provisorischen Zahnersatzes
  • Begleichung der Kosten von Untersuchungen bei Schwangerschaftskomplikationen
  • Kostenübernahme verordneter Hilfsmittel wie Rollstuhl, Krücken etc.
  • Übernahme des Rücktransports nach Deutschland im Bedarfsfall
  • Übernahme nicht nur von Rettungs-, sondern auch von Bergungskosten (z.B. Hubschrauber)

Nebenbei musst du genau auf das „Kleingedruckte“ beziehungsweise auf die „Stolperfallen“ schauen. Das könnten sein:

  • Ist die Anzahl der Auslandsreisen begrenzt? (Eine maximale Verweildauer ist üblich. Reicht dir das?)
  • Versicherungsnehmer über 60 zahlen höhere Beiträge; ab dem 74. Lebensjahr erhöht sich der Tarif nochmals. (Grund: erhöhtes Risiko einer Erkrankung)
  • Jede Auslandskrankenversicherung beinhaltet den Rücktransport nach Deutschland, es muss jedoch klargestellt sein, dass dieser auch dann übernommen wird, wenn er medizinisch vertretbar beziehungsweise medizinisch sinnvoll ist und es nicht erst der Bescheinigung einer medizinischen Notwendigkeit bedarf.
  • Gibt es weitere Einschränkungen?

Logischerweise übernimmt keine Auslandskrankenversicherung die Kosten für eine Erkrankung, die bereits vor Reiseantritt ersichtlich war.

Welche Auslandskrankenversicherung ist nötig?

Generell reicht eine normale Auslandskrankenversicherung, wenn Du nicht mehr als 6-10 Wochen am Stück im Ausland unterwegs bist (Sieh Dir jedoch den Vertrag genau an!). Für uns Wohnmobilisten – vor allem für diejenigen, die im Süden überwintern oder eine mehrmonatige Europatour machen – lohnt sich jedoch der Abschluss einer Langzeit-Auslandsversicherung.

Bist Du Dir noch nicht ganz klar darüber, wie lange Du wirklich unterwegs sein wirst, solltest Du sicherstellen, dass Dein Versicherungsgeber eine Tarifverlängerung zulässt. Allerdings denke ich, dass das im Endeffekt teurer kommt als eine Langzeitversicherung. Eventuell kannst Du auch bei kürzerem Aufenthalt von der Versicherungsgesellschaft den Beitrag anteilig zurückverlangen.

Wichtig: Die einzelnen Tarife sind, ebenso wie die Leistungsmerkmale, sehr unterschiedlich. Vergleiche also gut! Mehr über den ADAC Auslandskrankenschutz erfährst du unter www.adac.de/produkte/versicherungen/auslandskrankenversicherung/tarife-und-leistungen/.

Was ist, wenn Du auf Deiner Reise krank wirst?

Wie reagiere ich aber, wenn ich wirklich auf meiner Wohnmobilreise erkranke oder verletzt werde? Zunächst einmal: Nicht die Nerven verlieren!

Ideal ist es jetzt, wenn Deine Reisebegleitung in der Lage ist, das Wohnmobil fahren zu können. Dann musst Du Dir wenigstens keine Sorgen machen, wie Du von A nach B oder gar letztendlich nach Hause kommst.

Im akuten Krankheits- oder Verletzungsfall ist es ferner hilfreich, wenn Du im Vorfeld ausreichend Informationen gesammelt hast beziehungsweise Kontaktadressen von deutsch- oder englischsprachigen Ärzten in Deiner Umgebung kennst. Es sei denn, Du sprichst die entsprechende Landessprache gut genug. Aber auch das kann schiefgehen: Als ich vor Jahrzehnten an der französischen Atlantikküste eine Salmonellenvergiftung hatte, tagelang nichts bei mir behielt und über 40° Fieber hatte, entschloss ich mich zu einem Arztbesuch. Schließlich sind meine Französischkenntnisse sehr gut. Dachte ich! Vor lauter Schwäche und Aufregung – denn der Arzt wollte mich sofort ins Krankenhaus einweisen und das, obwohl ich zwei Kleinkinder dabei hatte – vergaß ich beinahe komplett meine Sprachkenntnisse. So kann‘s gehen!

Hilfreich ist, wenn du ADAC Plus- und Premium-Mitglied oder beim ADAC Auslandskrankenschutz (geht wahrscheinlich auch bei anderen Automobilclubs) versichert bist, dann kannst du dich mit dem Reisemedizinischen Informationsservice rund um die Uhr in Verbindung setzen. Unter der +49 89 76 76 77 oder [email protected] erhältst du passende Adressen von Arztpraxen und Kliniken in deiner momentanen Region. Das ist sehr praktisch, denn wer möchte schon mit einem (großen) Wohnmobil auf Suche gehen!? Nach ersten Hilfemaßnahmen solltest du dich nochmals mit dem ADAC in Verbindung setzen, um weitere Schritte zu besprechen.

Mehr Information über die Hilfsangebote des ADAC erfährst du unter www.adac.de/der-adac/ueber-uns-se/ambulanceservice/leistungen/ oder www.adac.de/der-adac/ueber-uns-se/aktuelles/krankenruecktransport/. Du kannst dich natürlich auch an den Anbieter deiner privaten Auslandskrankenversicherung wenden. Auch hier wird dir geholfen.

Rechtliche Folgen und Maßnahmen als Arbeitnehmer bei einem Krankheitsfall

Gehörst Du zu der arbeitenden Bevölkerung, hast für Deine Wohnmobilreise Urlaub beantragt beziehungsweise genehmigt bekommen und erkrankst unterwegs, dann kommen noch rechtliche Komponenten hinzu. Du fragst zu Recht: Was ist nun mit meinen Urlaubstagen? Sind sie verloren? Bekomme ich sie gutgeschrieben?

Wie für (fast) alles, gibt es auch hierfür in Deutschland rechtliche Grundlagen.

Um nicht ausschweifend und komplett unverständlich zu werden, hier die wichtigsten Fakten in Kürze:

  • Erkrankst Du als Arbeitnehmer im Urlaub und wirst durch ein ärztliches Attest arbeitsunfähig geschrieben (Wichtig!), so zählen laut § 9 Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) die verbleibenden Tage nicht als Urlaubstage und Dein Entgelt wird entsprechend fortgezahlt.
  • Die Krankheitstage beginnen erst mit dem Datum auf dem Attest, nicht mit der telefonischen Krankmeldung bei der Arbeitsstelle
  • Erkrankst Du im Ausland, musst Du Deinen Arbeitgeber unverzüglich in Kenntnis setzen, da ansonsten die Entgeltfortzahlung entfallen könnte. Benennen musst Du ihm Beginn sowie voraussichtliche Dauer der Krankschreibung, Deinen Aufenthaltsort und eine Telefonnummer, unter der Du zu erreichen bist. Auch die Krankenkasse ist zu informieren. Nachdem Du wieder in Deutschland bist, musst Du Dich ebenfalls bei beiden melden.
  • Ausländische Atteste müssen den deutschen Richtlinien entsprechen: Es muss also eine tatsächliche Arbeitsunfähigkeit attestiert werden.
  • Sollte deine Arbeitsunfähigkeit durch einen Dritten – etwa bei einem Unfall – verursacht worden sein, musst Du dessen Daten (Name & Anschrift) unverzüglich der Krankenkasse (und dem Arbeitgeber?) mitteilen. Gibt es Polizeiprotokolle, sind deren behördliche Daten ebenfalls weiterzugeben. Das ist wichtig, um etwaige Schadensersatzforderungen geltend machen zu können.
  • Sind alle obengenannte Kriterien erfüllt, verlängert sich Dein Urlaubsanspruch um die krankgeschriebenen Tage. Das funktioniert jedoch nur nach Antrag und Genehmigung. Eigenmächtige Verlängerungen gelten als unentschuldigtes Fernbleiben vom Arbeitsplatz und kann böse Konsequenzen wie Abmahnung oder gar Kündigung haben.
  • Wegen Krankheit versäumte Arbeitstage dürfen von Dir nicht eigenmächtig an Deine Wohnmobilreise angehängt werden, vielmehr hast Du unverzüglich an Deinem Arbeitsplatz zu erscheinen, wenn mit Deinem Arbeitgeber nichts anderes besprochen ist. Keiner kann jedoch von Dir verlangen, aus Südportugal oder anderswo mit dem Wohnmobil in einem Husch heimzukommen. Am besten ist eine einvernehmliche Absprache und Lösung mit dem Chef.

Solltest Du die rechtlichen Vorschriften missachten, kann Dein Arbeitgeber folgende Schritte einleiten:

  • Die Fortzahlung des Entgelts kann bis zur Einreichung eines gültigen ärztlichen Attests ausgesetzt werden.
  • Die Fortzahlung des Entgelts kann so lange ausgesetzt werden, bis fehlende Daten bezüglich des Drittverschulders vorliegen.
  • Der Arbeitgeber kann die Gutschrift der Urlaubstage verweigern, wenn kein Arbeitsunfähigkeitsnachweis vorgelegt wird.
  • Die Verlängerung Deiner Reise kann verweigert werden, falls dringende betriebliche Gründe oder der Vorrang anderer Arbeitnehmer (etwa wegen der Schulferien der Kinder) vorliegen.

Weitere wichtige Informationen & Hinweise

  • Bei Erkrankung unmittelbar vor Reiseantritt und ordnungsgemäßer Krankmeldung, mit Deinem Vorgesetzten eine Absprache getroffen werden kann, die folgendes besagt: Es darf zwar grundsätzlich nichts getan werden, was die Erkrankung verschlimmert, jedoch kann eine Reise auch der Gesundheit förderlich sein, sodass Du sie antreten kannst.
  • Zwischen Ende der Krankschreibung und Urlaubsantritt kein Tag dazwischenliegen muss.
  • Ein einmal genehmigter Urlaub nicht ohne Grund widerrufen werden kann.
  • Urlaubsanträge, die während der Erkrankung gestellt werden, nur aus dringenden innerbetrieblichen Gründen abgelehnt werden dürfen.
  • Wenn Du im Anschluss an Deine Reise erkrankst (Was durchaus häufig vorkommt), die normalen gesetzlich geregelten Melde- und Anzeigepflichten gelten.
  • Bei Erkrankung die vorgegebene Frist, den Urlaub etwa bis Jahresende zu nehmen, innerhalb des vorgeschriebenen Mindesturlaubs erweitert werden kann.

Reiseübelkeit bei Kindern

Wie die Fahrt im Wohnmobil angenehmer wird

Mit dem Campingurlaub sind lange Anfahrten über Serpentinen in Berggebieten und teilweise schlechte Straßenverhältnisse verbunden. Da alle von uns ebenfalls mal Kinder waren, wissen wir sehr genau, was uns nun mit unserem Nachwuchs erwarten kann! „Wann sind wir endlich da?“ und „Mir ist sooo schlecht…!“ sind bei fast jeder Urlaubsfahrt Standard.

Doch mit ein paar einfachen Tipps kann man der Reiseübelkeit bei Kindern entgegenwirken.

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