Leider kann es wie beim PKW auch beim Fahren mit dem Wohnmobil zu Unfällen kommen. Meist bleibt es glücklicherweise bei Blechschäden, die durch Kollisionen beim Rangieren oder Einparken aufgrund der ungewohnten Größe des Fahrzeuges verursacht werden können. Doch was genau muss man im Fall eines Falles beachten und wie muss man weiter vorgehen?

1. Ruhig bleiben und Unfallstelle sichern

Oftmals einfacher als gesagt, doch direkt nach dem Unfall sollte man versuchen, so ruhig wie möglich zu bleiben. Am besten erstmal tief durchatmen und nicht von der Panik überwältigen lassen. Unfälle sind keine schöne Erfahrung und obwohl man im ersten Moment etwas in Schock ist, sollte man nicht überreagieren. Letztendlich ist man nicht alleine, denn die Polizei und auch die Versicherung sind genau für solche Fälle da und können unterstützen.

Schalten Sie die Warnblinkanlage ein, legen Sie Ihre Warnweste an, sichern Sie die Unfallstelle mit dem Warndreieck vor dem nachfolgenden Verkehr und kümmern Sie sich um mögliche Verletzte. Wenn möglich bringen Sie Insassen aus der Gefahrenzone und an den sicheren Fahrbahnrand. Gibt es Zeugen für den Unfall? Nehmen Sie deren Kontaktdaten auf und wenn möglich sollten diese bis zum Eintreffen der Polizei ebenfalls vor Ort bleiben. Natürlich sollten sich auch die Unfallbeteiligten auf keinen Fall vom Unfallort entfernen, da dies beim Unfallverursacher als Unfallflucht angesehen wird und mit einer Geld- und/oder Freiheitsstrafe zu rechnen ist. Zudem entfällt bei Unfallflucht der Versicherungsschutz, was eine weitere hohe monetäre Belastung bedeuten kann.

2. Polizei rufen und Bericht vom Unfall erstellen lassen

Bei geringen Schäden könnte das Hinzuziehen der Polizei als übertrieben erachtet werden, doch bei aufkommenden Fragen im Nachhinein z.B. von der Versicherung kann es durchaus nützlich oder sogar nötig sein einen offiziellen Unfallbericht in der Hand zu haben. Bis die Polizei eintrifft sollte man Fotos und Videos vom Unglücksort und den involvierten Fahrzeugen machen. Auch sollten Personalien und Versicherungsdaten unter den Unfallbeteiligten ausgetauscht werden. Ist es nur ein geringer Schaden sollte man nach der Aufnahme des Bildmaterials die Straße räumen und an den Rand fahren, um den Verkehrsfluss so wenigh wie möglich zu behindern. Räumt man die Straße bei kleineren Unfällen nicht kann es zu eventuellen Bußgeldern kommen.

Vorsicht auch bei Auslandsreisen: erkundigen Sie sich schon vor der Reise über spezielle Regeln, die sie im Fall eines Unfalles einhalten sollten. So ist es z.B. in Österreich verboten und unter Strafe gestellt, die Polizei bei kleinen Unfällen hinzuzuziehen. Um die „Blaulichtsteuer“ zu vermeiden, sollte man bei Blechschäden lediglich die Versicherungsdaten unter den Unfallteilnehmers austauschen und das ganze unter sich regeln. Mehr dazu in unserem Artikel: Verkehrsregeln im Ausland – Besonderheiten und Kurioses

3. Benachrichtigen Sie Versicherung und ggf. Bank/Leasinggeber oder Vermieter

Nehmen Sie mit Ihrer Versicherung baldmöglichst Kontakt auf, am besten direkt nach dem Unfall. Dies ist normalerweise telefonisch oder schriftlich möglich. Um sicher zu gehen sollten die Versicherungsbedingungen dementsprechend durchgesehen werden. Auch wenn Sie sich dazu entscheiden sollten am Ende die möglichen Reparaturkosten selber zu tragen, um die möglicherweise kostenintensivere Zurückstufung in eine schlechtere SF-Klasse zu vermeiden, besteht Informationspflicht der Versicherung gegenüber.

Ist Ihr Fahrzeug geleast sollten Sie zudem Ihre Bank/Leasinggeber über den Unfall informieren.

Haben Sie das Wohnmobil angemietet sollten Sie ebenfalls unverzüglich dem Vermieter Bescheid geben. Sicher haben Sie in den Mietunterlagen eine Notfallnummer, wo Sie den Besitzer des Wohnmobils erreichen können.

4. Gehen Sie zum Arzt

Sind keine offenen Wunden vorhanden gehen oftmals die Unfallbeteiligten davon aus, dass Ihnen glücklichweise nichts passiert ist. Jedoch kann es durchaus sein, dass man aufgrund des Adrenalinschubes am Tag der Kollision keinerlei Schmerzen verspürt, obwohl man verletzt ist. Bei Auffahrunfällen kann es am nächsten Tag zu starken Rücken- und Nackenschmerzen kommen, die unbedingt von einem Arzt untersucht werden sollten, um evt. schwerere Verletzungen auszuschließen.

Dies gilt nicht nur für die Lenker der beteiligten Fahrzeuge, sondern auch für alle Insassen. Vor allem Kinder sollten im Auge behalten werden und der Kindersitz zudem ausgetauscht werden, um evt. Materialschäden (Haarrisse etc), die durch den Aufprall verursacht wurden, auszuschließen.

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Im Falle eines Unfalls sollte man den Führerschein sowie die Versicherungsunterlagen zur Hand haben. Auch ein Vordruck eines Unfallprotokolls kann hilfreich sein.

Gemäß § 142 StGB ist bei unerlaubtem Entfernen vom Unfallort mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren zu rechnen. Zudem der Führerschein abgenommen werden und die Versicherung wird den Schaden nicht übernehmen.

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