Italien ist eines der beliebtesten Urlaubsziele der Deutschen. Bekannt sich vor allem Regionen wie die Toskana, oder die eher südlicheren Regionen. Aber auch Ligurien ist wunderschön, vor allem im Bereich zwischen den Großstädten Genua und La Spezia. Dort befindet sich die „Cinque Terre“, eine raue und steile Felsküste mit einem ganz besonderen Charme.

Italien ist bei deutschen Wohnmobil-Urlaubern nicht nur wegen des tollen Klimas und des leckeren Essens beliebt: auch die Lage bzw. schnelle Erreichbarkeit ist ein großes Plus. Aus dem süddeutschen Raum kann man in knapp 6 Stunden bereits die Regionen Norditaliens und das Mittelmeer erreichen.

Mit dem Wohnmobil durch 4 Länder in nur 6 Stunden

Wir wohnen am Bodensee und deshalb ist Ligurien bzw. die Region Cinque Terre für uns schnell erreichbar. Nach ziemlich genau 553 Kilometern und insgesamt 4 Ländern erreichen wir die Cinque Terre.

Wohnmobil Urlaub Ligurien und Cinque Terre

Dabei müssen wir insgesamt 4 Länder durchqueren: die Reise mit dem Wohnmobil nach Ligurien bzw. die Cinque Terre beginnt in Deutschland und durch die Nähe zu den Alpen sind wir bereits nach etwa knapp 30 Minuten in Österreich. Von dort aus geht es über die Rheintal-Autobahn noch einige Kilometer mit zum Grenzübergang Diepoldsau und die Schweizer Grenze.

Auf der A1 geht es dann über Chur erst einmal Richtung San Bernardino-Pass. Mit etwas älteren und untermotorisierten Wohnmobilen ist der Weg zum San Bernardino etwas zäh, da die permanente Steigung den Motor an die Leistungsgrenzen bringen kann. Es ist übrigens empfehlenswert dann nicht den Pass zu fahren, sondern mit dem Wohnmobil wirklich den Tunnel zu nehmen.

Die Pass-Strasse ist zwar wunderschön, aber sehr eng und die zahlreichen Spitzkehren sind vor allem bei viel Gegenverkehr (und dort ist ein Nadelöhr zwischen Süd- und Nord) mit dem Wohnmobil wirklich anstrengend und gefährlich zu fahren. Wir mussten 2019 auf dem Weg nach Italien einmal zwangsweise den Pass fahren, weil der San Bernardino-Tunnel wegen eines schweren Unfalls gesperrt war. Wir wissen also wovon wir sprechen: Mit unserem Hymer B534 war das kein Spaß und hat auch ungefähr das fünffache an Zeit verschlungen.

Was beim Anstieg zum Pass der Motor leisten musste, müssen jetzt die Bremsen übernehmen: Vom Pass Richtung Bellinzona herrscht ein ordentliches Gefälle! Wohnmobil-Fahrer sollten deshalb unbedingt auch darauf achten die Motorbremse einzusetzen, um die Bremsen nicht zu überhitzen.

Landschaftlich ist die Fahrt vom Pass Richtung Süden aber traumhaft. Viel grüne Bergwelt mit tollen Wasserfällen und guter frischer Bergluft entschädigen für die Strapazen.

Ab Bellinzona Richtung Mailand wird es wieder flacher und die Einfahrt in die Po-Ebene beginnt. Hier sind die Autobahnen (übrigens mautpflichtig) noch recht gut ausgebaut und neu, was sich nach Mailand Richtung Genua sukzessive ändern wird. Kleiner Tipp am Rande: der Großraum Mailand ist sehr verlehrsintentsiv! Es rät sich daher auf jeden Fall diesen Bereich entweder in den frühen Morgenstunden vor 05:30 Uhr oder Abends nach 19:00 Uhr zu passieren, da man hier sonst auch gerne mal stundenlang im Stau steht oder nur zähfliessend voran kommt.

Ab Serravalle wird es dann wieder kurvenreich und bergiger. Leider nimmt jetzt auch die Strassenqualität immer weiter ab. Das Stück von hier bis Genua ist auch wieder etwas anstrengender, weil kurvenreich und verkehrsreich. Teilweise sind kleinere Baustellen zu erwarten.

Von Genua bis in die Cinque Terre sind es jetzt nur noch etwa 1 Stunde Fahrzeit. Die Einfahrt in die Cinque Terre will wohl geplant sein, denn es gibt eigentlich nur Wege dorthin, die beide ihre Tücken haben:

  1. Die Küstenstrasse über Sestri Levante durch den alten Tunnel bis Moneglia: der Tunnel ist einspurig und nur im 20 Minutentakt mit Ampelsystem befahrbar. Zudem ist der Tunnel sehr eng und dunkel. Die Strasse ist eher ein einziges Schlagloch und Wohnwägen und Wohnmobile dürfen laut Schild am Tunneleingang eigentlich nicht einfahren (was aber sowohl von den Einheimischen, als auch von Campingurlaubern hinlänglich ignoriert wird). Ja, man kommt wirklich gut durch. Hab ich gehört! 😉
  2. Durch das hügelige Hinterland Richtung Deiva Marina: die Alternative durch das bergige Hinterland ist im Prinzip auch nicht wirklich besser! Offiziell zwar natürlich die legale Variante, aber nicht weniger gefährlich und vor allem wirklich anstrengender. Die Strassen sind mehr als eng und teilweise kommt durch kleinere Ortschaften, in denen die Häuser so nah an der Strasse stehen, dass man mit dem Wohnmobil oder Wohnwagen nur im Schritttempo durchfahren sollte.

Das ist aber im Prinzip alles wirklich egal, denn was einen in der Cinque Terre dann erwartet, entlohnt für alle Anstrengung!

HINWEIS: viele der Orte in der Cinque Terre sind nicht mit dem Auto erreichbar! Am besten man wählt einen entsprechenden Campingplatz bereist vor dieser Region, z.B. in Moneglia oder Deiva Marina! Alle Orte sind direkt an die itlalienische Bahn angebunden bzw. haben Bahnhöfe, sodass man die Cinque Terre Dörfer alle bequem mit dem Zug erreichen kann. Auch größere Ausflüge nach Genua oder La Spezia sind natürlich per Bahn möglich.