In Europa gibt es verschiedene Strecken mit Mautgebühr. Das können Autobahnen, Brücken, Tunnel oder andere Straßenabschnitte sein. Auf einigen Streckenabschnitten gibt es Mautgebühren, sprich: Straßennutzungsgebühren, die am Anfang oder Ende der Mautstrecke gezahlt werden müssen. Die Videomaut ermöglicht es, schnell und bequem die österreichischen Mautstellen der ASFINAG zu durchfahren – sogar mit Sparpotenzial.

Was ist die Videomaut? 

Die Videomaut, auch „digitale Streckenmaut“ genannt, ist ein System der ASFINAG (Autobahn- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft), welches es den Verkehrsteilnehmern erleichtern soll, Maut zu bezahlen und zahlungspflichtige Streckenabschnitte zu passieren. Bei der Videomaut müssen Autofahrer die Mautstelle nicht mehr auf dem konventionellen Weg mit Bar- oder Kartenzahlung anfahren, sondern können diese durch die videogesteuerte Mautstelle passieren. In den mit Kameras ausgestatteten Fahrspuren wird das vorher registrierte Kfz-Kennzeichen automatisch geprüft und die Durchfahrt wird freigegeben.

Das System gibt es schon seit 1991. Das galt bislang aber vorrangig für Inhaber von Jahreskarten. Die Digitale Streckenmaut kann nun auch für einzelne Fahrten genutzt werden oder mit dem FLEX-Tarif der ASFINAG.

Wie funktioniert die digitale Streckenmaut?

Bei der Videomaut wird beim Kauf der Karte das Kennzeichen registriert. An den jeweiligen Mautstellen kann wie gewohnt in jede beliebige Abfertigungsspur gefahren werden (ausgenommen ist die GO Spur). Bei der Einfahrt wird das Kennzeichen durch Kameras automatisch erfasst, mit den Systemdaten abgeglichen und die Schranken öffnen sich automatisch.

Die digitale Streckenmaut kann auf der Website der ASFINAG gekauft werden. Es wird keine physische Karte ausgegeben, da diese durch eine automatische Erkennung und dem Abgleich im System nicht mehr nötig ist. Wer jedoch trotzdem eine echte Karte haben möchte, kann diese dennoch beantragen oder in einer der über 500 Vertriebsstellen in und um Österreich erwerben. 

Erhältlich sind sowohl Einzelfahrten (bis zu zwei Fahrten) als auch die Jahreskarte. Die Einzelfahrt gilt ein Jahr ab Ausstellungsdatum. Die Jahreskarte hingegen kann 365 Tage ab dem Tag der ersten Gültigkeit genutzt werden.

Seit 2020 bietet die ASFINAG den Service „Digitale Streckenmaut FLEX“ an. Mit diesem Tarif ist es für den Verkehr noch einfacher, die sechs Mautstellen zu passieren. Nach jeder Fahrt erfolgt eine automatische Abrechnung über die hinterlegten Zahlungsmittel (Amazon Pay, Online-Überweisung, Kreditkarte, Klarna, PayPal, SEPA) nach den jeweils geltenden Tarifen. 

Fahrzeuge bis zu einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen können eine Karte erwerben. Die Nutzung der digitalen Streckenmautspur ist lediglich für Fahrzeuge mit einer Breite von weniger als 2 m und einer Höhe von 4,20 m ohne Anhänger möglich, wobei nur die Breite der Spur bzw. der Karosserie ohne Außenspiegel ausschlaggebend ist.

In welchen Ländern gibt es eine digitale Streckenmaut?

Die digitale Streckenmaut gibt es aktuell auf Streckenabschnitten in Österreich. Sowohl auf Autobahnen als auch in Tunneln.

Eine Übersicht: 

  • A 9 Pyhrn Autobahn (Bosruck)
  • A 9 Pyhrn Autobahn (Gleinalm)
  • A 10 Tauern Autobahn (nur Hauptmautstelle)
  • A 13 Brenner Autobahn (Stubai-Teilstrecke)
  • A 13 Brenner Autobahn (Gesamtstrecke)
  • S 16 Arlberg-Straßentunnel
  • A 11 Karawankentunnel

Welche Vorteile erschließen sich durch die Benutzung der Videomaut?

Durch die Nutzung der Videomaut ergeben sich einige Vorteile – gerade in Hinblick auf Einfachheit und Schnelligkeit. Einer der Vorteile ist, dass kein Anhalten an der Mautstelle nötig ist. Es kann jede beliebige Spur (ausgenommen: GO Spur) befahren werden und die Schranken öffnen sich. Des Weiteren entfällt die Bezahlung vor Ort, sodass die lästige Suche nach passendem Bargeld überflüssig wird. Durch die automatischen Prozesse bildet sich weniger Stau und die Mautstelle kann schneller passiert werden. Die Kosten für die Videomaut weichen dabei nicht von der Maut ab. Durch das FLEX-Ticket wird lediglich die auch befahrene Strecke gemessen und berechnet. Die Jahreskarte kann bei häufigem Befahren einer jeweiligen Strecke sogar deutlich günstiger sein im Vergleich zu Einzelkarten / bezahlen vor Ort.

Siehe dazu auch folgenden interessanten Artikel in unserem Magazin:

Go-Box in Österreich: Funktionen, Bedienung & hilfreiche Tipps

Mautgebühren werden entweder mittels einer Vignette, einer speziellen Box oder aber direkt vor Ort an Mautstationen beglichen. Gleichgültig, ob Go-Box, Maut-Box, Telepass, Telemaut, Videomaut oder wie sie heißen, das System ist ziemlich unübersichtlich.
Wir wollen dir heute in erster Linie die Go-Box für Österreich vorstellen.

Bildnachweis: canva.com