Das Internet gehört mittlerweile als fester Bestandteil der Kommunikation und der Informationsgewinnung in den Alltag. Das gilt auch für Reisen mit dem Wohnmobil: mal eben Mails checken, das beste Restaurant in der Nähe finden, die Telefonnummer vom Campingplatz suchen, oder sogar Abends im Reisemobil Netflix und Youtube streamen? Das geht, sofern man die richtige Technik im Wohnmobil hat.

WLAN im Wohnmobil – warum ist das sinnvoll?

Am Einfachsten ist es natürlich, wenn man auf einem Campingplatz mit WLAN steht und dieses mitnutzen bzw. alle eigenen Geräte verbinden kann. Erfahrene Wohnmobil Urlauber wissen aber auch: nur ganz selten sind die kostenfreien WLAN-Zugänge auf Campingplätzen auch wirklich stabil. Vor allem zu Stoßzeiten wie Frühstück oder in den späteren Abendstunden, sind die Campingplatz-Netze in der Regel völlig überlastet und langsam. Das liegt unter anderem darin begründet, dass sich die Mediennutzung im letzten Jahrzehnt sehr stark verändert hat und nicht mehr nur einfache eMails abgerufen werden, sondern verstärkt große Dateien (Bilder & Videos) konsumiert werden. Und wenn dann Abends der halbe Campingplatz gleichzeitig Youtube schaut, dann sind die Datenmengen, die über diesen einen Internet-Zugang laufen eben riesig. Dann ist ein eigens Bord-Internet im Wohnmobil goldwert.

Außerdem steht man ja auch nicht immer auf Campingplätzen oder hat dort auch wirklich kostenloses WLAN. Gerade unterwegs auf Stellplätzen und beim Freistehen kann ein eigner Internetzugang im Reisemobil sehr viel Sinn machen. Es gibt mittlerweile viele unterschiedliche Angebote, deren Nutzung oder Installation auch gar nicht mehr kompliziert ist. Wir zeigen Dir hier, welche Möglichkeiten Du hast, wenn Du im Wohnmobil für besseres Internet sorgen möchtest.

Onbord-WIFI – Internet im Reisemobil

Grundsätzlich haben Wohnmobilisten 3 Möglichkeiten, im Reisemobil auch wirklich passables Internet zu haben. Die Mitnutzung vorhandener WLAN Zugänge haben wir bereits erwähnt und auch die Nachteile aufgezählt. Oft sind die Datenströme extrem langsam, oder der WLAN-Empfang am eigenen Platz eher schwach. Nur in der Nähe des WLAN-Routers an der Rezeption des Campingplatzes gibt es “volle Balken”. Das ist insofern eher unbefriedigend, weil man sich nicht ständig dort aufhalten möchte, nur um mal eben ins Internet gehen zu können. Es gibt aber Abhilfe für schwaches WLAN:

Webcatcher – WLAN Verstärker-Antennen

Wer seinen Stellplatz abseits eines guten WLAN Signals hat, aber keine Lust hat ständig zur Rezeption zu laufen, der kann auf entsprechende Technik zurück greifen und sogenannte Webcatcher-Verstärkerantennen einsetzen. Diese Antennen können auch schwache Signale aufnehmen, entsprechend verstärken und damit für besseren Internet-Empfang und Speed sorgen.

Der Webcatcher “Silentwind” ist bei den gängigen Elektronikshops ab etwa 500 Euro erhältlich, Installation allerdings exklusive. Wer zwei linke hat, muss dann nochmal 200-300 Euro für den Einbau durch die Fachwerkstatt rechnen. Praktisches System an sich, nur leider nicht ganz günstig.

MIFI – mobiles Internet via UMTS

Eine weitere gute und sehr häufig genutzte Möglichkeit auf Reisen online zu sein, sind sogenannte MIFI-Router. Diese kleinen aber feinen Geräte sind im Prinzip nichts anderes als ein eigener WLAN-Hotspot im Wohnmobil. Die digitalen Helferlein haben einen großen Vorteil: die sind wirklich klein (meist nicht größer als eine Zigarettenschachtel) und lassen sich problemlos im Womo anbringen und verstauen.

Der Nachteil bei MIFI-Geräten: zum Betrieb braucht man eine SIM-Karte mit Datenvolumen. Gerade für Menschen, die viel Online sein wollen, oder sogar müssen, weil sie ortsunabhängig arbeiten, kann das schnell sehr teuer werden. Wir empfehlen vorher immer einen Vergleich der Mobilfunktarife: oft ist es günstiger sich vor Ort eine lokale SIM-Karte zu besorgen, weil das Datenvolumen größer und der Grundpreis des Tarifs niedriger ist. In den meisten Fällen kommt man mit einem MIFI ganz gut klar. Wir haben beispielsweise den “Tp-Link M7650″: kostet knapp 150,- Euro einmalig und man kann dort bis zu 32 Geräte parallel konnektieren. Das sollte für die ganze Familie reichen und wir haben auch schon des öfteren die Campingplatznachbarn damit glücklich gemacht!

Satelliten Internet – Highend mit Power

Für Camper mit Hang zur Einsamkeit und Stellplätzen abseits der Zivilisation entfallen die beiden o.g. Lösungen natürlich meistens, denn dort wo man wirklich weitab von allem ist, findet man sehr oft auch kein UMTS-Netz. Oftmals gibt es nicht mal 3G und mit einem Balken Edge lassen sich nicht mal kleine und schnelle Webseiten öffnen. Ein vorhandenes WLAN mit zu nutzen entfällt ebenfalls.

Aber auch hier gibt es Lösungen, die allerdings auch in einer anderen Preisliga spielen. Für Satelliten-DSL mit einem vernünftigen Datenvolumen sind dann schon mal zwischen 60 und 70 Euro pro Monat fällig. Da man die Pakete nur mit einem Vertrag bekommt, werden die Monatsgebühren aber eben auch fällig, wenn man gerade nicht unterwegs ist und Urlaub hat. Wer sich das aber leisten will und kann, der hat unterwegs immer gutes Netz, da die Verbindung nicht über das Mobilfunknetz, sondern direkt mit dem Satellit aufgebaut wird. Und das in eher abgelegenen Regionen mit mangelhafter Abdeckung ein großer Vorteil.

Bildnachweis: istockphoto, KreangchaiRungfamai