Bereits 2021 hatte ich als passionierte und pflichtbewusste Wohnmobilfahrerin an mein Wohnmobil die hübsch-hässlichen Aufkleber mit dem Schriftzug „Angles Morts“ angebracht. Seit 2022 sind sie nun Pflicht, wenn du mit einem Wohnmobil, dessen zulässiges Gesamtgewicht 3,5 t überschreitet, die Grenze zu Frankreich passierst. Missachtung ist kein Kavaliersdelikt, sondern wird mit einem Bußgeld belegt.

Aufgepasst: Das gilt nicht nur für Frankreich-Reisende, sondern auch für alle Durchreisende, die auf dem Weg nach Spanien oder Portugal sind.

Was „Angles Morts“ genau meint, was dahinter steckt und was damit verbunden ist, darüber möchten wir euch im Folgenden aufklären. Ich hoffe, am Ende des Beitrags alle deine noch offenen Fragen beantwortet zu haben.

geschätzte Lesedauer für diesen Beitrag: 8 Minuten

Was bedeutet „Angles Morts“?

Wenn man „Angles Morts“ wörtlich übersetzt, bedeutet es nichts anderes als „Toter Winkel“, und was das ist, müsste jeder wissen, der einen Führerschein besitzt. Auch wenn die französische Bezeichnung meiner Meinung nach schöner klingt, bedeutet es doch in beiden Fällen das Gleiche: Gefahr! Befindest du dich im toten Winkel eines Fahrzeuges, kann der Fahrzeuglenker dich nicht sehen, weder im Spiegel noch durch eine seiner Fahrzeugscheiben. Und das wiederum bedeutet beim Abbiegen oder Ausscheren beziehungsweise Spurwechsel seinerseits eine große – im schlimmsten Fall tödliche – Gefahr für dich.

Generell besitzen alle kompakten Fahrzeuge einen toten Winkel, gleichgültig ob PKW, LKW, Bus, Caravan-Gespann oder Wohnmobil. Genauer eingegrenzt, handelt es sich dabei um den Bereich hinter oder neben deinem Fahrzeug, den du trotz technischer oder anderer Hilfsmittel nicht einsehen kannst. Bei einem Wohnmobil ist besonders groß, da häufig an den Seiten – wie auch hinten – keine oder nur sehr hoch gelegene, kleine Fenster vorhanden sind und/oder Möbel die Sicht versperren.

Unfälle, die auf einen toten Winkel zurückgehen und das Übersehen eines Verkehrsteilnehmers zur Folge haben, betreffen mehrheitlich Fußgänger oder Zweiradfahrer. Ein im toten Winkel befindliches größeres Fahrzeug – so auch ein PKW – ist eher in der Lage, rechtzeitig zu hupen, was dich aufschreckt und vom Abbiegen, Ausscheren beziehungsweise Spurwechseln abhält.

In der Fahrschule hast du zur Vermeidung gelernt, dass der Schulterblick, den wir so gerne vergessen, wichtig ist. Nur leider nützt der bei einem Wohnmobil rein gar nichts!

Hauptsächliche Unfallschwerpunkte sind diesbezüglich Straßenkreuzungen, Einmündungen oder Spurwechselsituationen. Präventive Maßnahmen können Vor- und Umsicht sein, was jedoch auch wiederum in unserem Fall nicht immer ganz einfach ist, denn wo ich nichts sehe, kann ich auch nichts vermeiden, nur „übersehen“.

Welche Risiken betreffen Dich als Wohnmobilfahrer besonders?

Jeder von uns kennt die brenzligen Situationen, die mit dem toten Winkel in Verbindung stehen und wo dein Seitenspiegel versagt.

Zu solchen Situationen gehören:

  • Du willst nach rechts abbiegen oder ausscheren.
  • Du willst überholen.
  • Du willst die Spur wechseln.
  • Du musst rangieren beziehungsweise einparken (etwa auf einem Stell-, Camping- oder Parkplatz)-

Das bedeutet:

  • Neben dir könnte ein anderer Verkehrsteilnehmer stehen oder fahren – schlimmstenfalls ein Radfahrer, der bei einer Kollision keinerlei Chancen gegen dich hat.
  • Auch hinter dir (beim Rangieren/Einparken) könnte ein anderer Verkehrsteilnehmer stehen oder fahren – schlimmstenfalls ein Kind, das bei einer Kollision überhaupt keine Chancen gegen dich hat. (Da hilft auch oft keine Rückfahrkamera!)

Du kannst ihn nicht sehen, weil er sich im toten Winkel befindet!

  • Auf der rechten Seite außer dem Beifahrerfenster kein anderes Fenster – eventuell noch das undurchsichtige Milchglasfenster deiner Nasszelle – ist.
  • Dir die Kopfstütze des Beifahrers oder verbaute Möbel die Sicht nach hinten versperren.
  • Du alleine unterwegs bist und keinen Beifahrer hast, der sich einmal aus dem Fenster lehnen könnte, um nachzuschauen.
  • Deine erhöhte Sitzposition in manchen Situationen ungünstig ist.
  • Sich hinter dir ebenfalls kein oder ein viel zu hoch gelegenes Fenster befindet und der Schulterblick gar nichts bringt.
  • Dir verbaute Möbel, die Sicht versperren.
  • Deine erhöhte Sitzposition in manchen Situationen ungünstig ist.

Gefährlich kann es ebenfalls in Kreuzungsbereichen werden, wo die Straßen in einem derartig ungünstigen Winkel liegen, dass du sie nicht mal durchs Beifahrerfenster einsehen kannst. In dem Fall betrifft der tote Winkel die ankommende Straße.

Besonders schwer machen es dir Zweiradfahrer, die sich vor Ampeln gerne an dein Wohnmobil „kuscheln“, sich in deinem Windschatten halten, gerne Teilen – nämlich die Fahrspur – oder Motorradfahrer, die in einem Affenzahn an dir vorbeirauschen.

Tipps und Tricks, um das Risiko des Toten Winkels zu verringern

Folgende Maßnahmen können helfen, das Risiko eines Unfalls durch den toten Winkel zu minimieren:

  • Zusatzspiegel zum Außenspiegel oder integrierten kleinen „Tote-Winkel-Zusatzspiegel“ (möglichst beidseitig!) besorgen.
  • Elektronisches Warnsystem, den „Toten-Winkel-Assistenten“, einbauen lassen.
  • Vor Fahrtantritt alle Spiegel noch einmal kontrolliert und richtig einstellen
  • Beim Warten an einer Ampel den rechten Fahrbahnrand im Auge behalten, um herannahende Zweiradfahrer rechtzeitig zu registrieren.
  • Generell regelmäßig den rückwärtigen Verkehr in den Außenspiegeln im Auge behalten und vorm Ausscheren vermehrt kontrollieren.
  • Vorhandene Beifahrer um Mithilfe bitten (Die Verantwortung liegt jedoch generell bei dir!).
  • Besonderes Augenmerk auf kreuzende Fuß- und Radwege beim Abbiegen legen.
  • Sich vorm Aussteigen und somit vorm Öffnen der Tür versichern, dass keine Gefahr durch herannahende Verkehrsteilnehmer besteht (Gilt auch für den Beifahrer!).
  • Beim Rangieren sich nicht nur auf den Parkassistenten sowie die Rückfahrkamera (so man welche hat!) verlassen, sondern lieber den Beifahrer aussteigen lassen und um Einweisungshilfe bitten.

Letztendlich kannst du dich nicht aufs Mitdenken anderer Verkehrsteilnehmer verlassen, denn wer selber nie einen LKW oder ein Wohnmobil gefahren hat, weiß nichts um dessen (andere) eingeschränkte Sicht.

Die geltenden Regelungen in Frankreich

Da auch in Frankreich das Problem mit dem toten Winkel und die damit auftretende Häufigkeit von Unfällen – leider auch viele tödliche – besteht, hat unser Nachbarland die Angles-Mortes-Kennzeichnung für LKWs, Busse und Wohnmobile über 3,5 t eingeführt, die ab diesem Jahr – also 2022 – Pflicht sind.

Auszug aus dem Originalgesetzestext in französischer Sprache

(Décr. no 2020-1396 du 17 nov. 2020, art. 1er, en vigueur le 1er janv. 2021)  A l’exception des véhicules agricoles et forestiers, d’une part, et des engins de service hivernal et des véhicules d’intervention des services gestionnaires des autoroutes ou routes à deux chaussées séparées tels que définis respectivement aux points 5, 6.1 et 6.6 de l’article R. 311-1 du présent code, d’autre part, les véhicules dont le poids total autorisé en charge excède 3,5 tonnes doivent porter, visible sur les côtés ainsi qu’à l’arrière du véhicule, une signalisation matérialisant la position des angles morts.
Le modèle de la signalisation et ses modalités d’apposition sont fixés par arrêté conjoint du ministre chargé des transports et du ministre chargé de la sécurité routière
Le fait, pour tout conducteur, de contrevenir à l’obligation de signalisation imposée par le présent article et aux dispositions prises pour son application est puni de l’amende prévue pour les contraventions de la quatrième classe.

Mehr findest du unter www.securite-routiere.gouv.fr

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Die Angles-Morts-Aufkleber

Der französische Tote-Winkel-Aufkleber ist ein offizieller Warnhinweis mit vorgegebenem Motiv sowie vorgegebener Größe (25 cm x 17 cm), der laut Gesetzesvorlage sowohl am Heck als auch auf den beiden Vorderseiten in einem genau vorgeschriebenem Bereich auf LKWs, Busse und Wohnmobile über 3,5 t anzubringen ist. Erforderlich ist die Kennzeichnung innerhalb ganz Frankreichs, auch für ausländische Fahrzeuge.

Welches sind die richtigen Schilder?

Da es hierzu gesetzliche Vorgaben gibt, darfst du nur die offiziellen Schilder an dein Wohnmobil anbringen.

Folgendes ist vorgeschrieben:

  • Rechteckig mit abgerundeten Ecken
  • 25 cm x 17 cm
  • roter Rahmen mit weißer Aufschrift „ATTENTION“ („Achtung“) oben
  • gelb-schwarzer Innenbereich mit vier dreieckigen Warnhinweisschildern, einem weißen stilisierten Fahrzeug (LKW oder Bus) sowie im unteren Bereich dem schwarzen, größeren Schriftzug „ANGLES MORTS“ („Toter Winkel“)

Für uns Wohnmobilfahrer gilt das Schild mit dem Bus. Die Begründung hierfür: Busse sind – wie Wohnmobile auch – zur Beförderung von Personen, LKWs zur Güterbeförderung, gedacht.

Achtung: Meine ersten gekauften Aufkleber hatten ein Alkoven-Wohnmobil als Motiv, weil mir das persönlich besser zusagte. Das ist jedoch verboten, auch wenn sie immer noch angeboten werden!

Welche unterschiedlichen Aufkleber gibt es?

Im Handel findest du folgende Angebote:

Festklebende, aus polymerem PVC bestehende Folienschilder, die witterungsbeständig, kratzfest sowie vergilbungsfrei sein und bis zu acht Jahre halten sollen. Erfahrungsgemäß kann ich sagen, dass diese Schilder sogar die Waschstraße beziehungsweise den Hochdruckreiniger überleben. Sie sind leicht aufzukleben, aber schwierig wieder abzubekommen.

Ablösbare Schilder, die für kurze beziehungsweise einmalige Aufenthalte in Frankreich gedacht sind und nicht besonders lange halten. Für diesen Zeitraum sollen sie jedoch wind- und wetterbeständig sein. Hochdruckreiniger sowie Waschstraße würde ich jedoch vermeiden. Was den Preis anbelangt, sind sie geringfügig günstiger. Der große Vorteil besteht darin, dass sie ohne Hilfsmittel und ohne Rückstände zu hinterlassen, problemlos wieder abgelöst werden können.

Magnetfolien haben den Vorteil, dass du nicht dauerhaft mit diesen hässlichen Aufklebern – Und das sind sie nun mal! – herumfahren musst, da du sie abnehmen kannst, wenn du dich außerhalb Frankreichs befindest. Ein weiterer Vorteil – vor allem für diejenigen, die unterschiedliche Wohnmobile fahren (z.B. Vermietung) – besteht darin, dass sie an unterschiedlichen Fahrzeugen angebracht werden können. Somit ist auch ein Ausleihen an Freunde denkbar. Die etwas teureren Magnetfolien sind kratzfest sowie UV- und witterungsbeständig. Vorm Befahren einer Waschstraße oder der Reinigung mit dem Hochdruckreiniger solltest du sie jedoch abnehmen. Logischerweise haften sie nicht auf Aluminiumflächen.

Ich habe mich dennoch gegen Magnetschilder entschieden, da ich befürchte, dass sie geklaut werden könnten. Dem könnte ich vorbeugen, indem ich sie vor Ort beim Parken entferne. Allerdings befürchte ich, dass ich dann schnell vergesse, sie wieder anzubringen. Stattdessen besitze ich festklebende (sehr fest!) Angles-Morts-Schilder, weil ich sehr viel nach und durch Frankreich fahre.

Was kosten die Aufkleber und wo sind sie zu haben?

Je nach Art – siehe oben – und Anbieter schwankt der Preis. Momentan liegt die Preisspanne zwischen 1,40 €/Stück und knapp 10 €/Stück (Magnetschilder). Beim Kauf mehrerer Schilder (schließlich benötigst du ja drei!) reduziert sich häufig der Preis.

Kaufen kannst du die Schilder in einigen der ADAC-Geschäftsstellen, im ADAC Online-Shop, an grenznahen Tankstellen oder in unterschiedlichen Online-Shops, beispielsweise unter www.angles-morts-aufkleber.de.

Wie und wo werden Schilder befestigt?

Offiziell ist jegliche Anbringungsform erlaubt, sogar eine Karosserie-Bemalung des Hinweisschildes, wenn diese den Vorgaben entspricht.

Laut Gesetz benötigt jedes Fahrzeug über 3,5 t drei solcher Warnhinweise an je genau folgenden Stellen:

  • An der rechten Heckseite in einer Höhe von mindestens 0,90 m bis höchstens 1,50 m vom Boden aus gesehen
  • An der rechten vorderen Seite innerhalb eines Abstands von 1 m zur Front auf mindestens 0,90 m bis höchstens 1,50 m Höhe vom Boden aus gesehen
  • An der linken vorderen Seite innerhalb eines Abstands von 1 m zur Front auf mindestens 0,90 m bis höchstens 1,50 m Höhe vom Boden aus gesehen
Angles Morts Aufkleber an der Beifahrerseite
Angles Morts Aufkleber an der Beifahrerseite

Dabei ist folgendes zu beachten:

  • Die Sicht des Fahrers darf nicht beeinträchtigt werden!
  • Nicht auf Glas- beziehungsweise Plastikflächen befestigen!
  • Beleuchtungen müssen komplett frei bleiben!
  • Notwendige sowie vorgeschriebene andere Kennzeichnungen dürfen nicht überklebt werden!

Kannst du die vorgegebenen Abstände aufgrund der Bauweise deines Wohnmobils nicht einhalten, musst du die Schilder derart anbringen, dass sie den Vorgaben ziemlich nahekommen. Du darfst allerdings nur bis zu maximal 2,1 m vom Boden abweichen. Eine genaue Video-Anleitung findest du unter www.franceroutes.fr.

Ich persönlich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass französische Polizisten bei einer Kontrolle mit dem Zollstock nachmessen und Abweichungen – selbst gröberen – zur Anzeige schreiten. Ich denke, dass es generell darum geht, überhaupt drei solcher Aufkleber zu haben.

Was ist mit verdeckten Schildern am Wohnmobilheck?

Etliche Wohnmobile haben entweder einen Fahrradträger, eine Box oder gar einen Anhänger, die die sachgerecht angebrachte Angles-Morts-Kennzeichnung verdeckt. Was tun? Eine offizielle Antwort hierzu habe ich nirgendwo gefunden und es existieren meiner Meinung nach auch noch keine juristisch angegangenen Fälle hierzu. Bei anderen Dingen – etwa dem Nummernschild o.ä. muss wie folgt vorgegangen werden: Wird das Schild/die Kennzeichnung verdeckt, muss es wiederholt an der Box, am Anhänger, an der Abdeckplane o.ä. angebracht werden. Um auf Nummer Sicher zu gehen, würde ich beim Angles-Mortes-Schild ebenso verfahren.

Angles Morts Aufkleber am Heck
Angles Morts Aufkleber am Heck

Strafen bei einem Verstoß gegen die Kennzeichnungspflicht

Seit dem 01.01.2022 kostet es Strafe, wenn du ohne die entsprechenden Aufkleber erwischt wirst, wobei sich der Betrag nach der französischen Verstoßklasse 4 richtet. Die möglichen Bußgeldbeträge in dieser Klasse liegen offiziell zwischen 90 € und maximal 750 €; im Netz ist jedoch die Rede von einem Bußgeld über 135 Euro bei Missachtung der Verordnung.

Da sowohl Deutschland als auch Frankreich in der EU sind, kann auch ein in Frankreich verhängtes Bußgeld von mindestens 70 Euro innerhalb Deutschlands und anderen EU-Ländern ohne Probleme vollstreckt werden. Hierbei gilt eine Verjährungsfrist von zwei Jahren.

Achtung: Egal, um welches Bußgeld es sich handelt, du solltest möglichst zeitnah bezahlen, ansonsten erhöht sich die Summe um ein Vielfaches. Das ist auch auf dem Bußgeldbescheid (in Französisch) nachzulesen! Lustigerweise bekommst du aber auch bei einer schnellen Zahlung einen Rabatt angeboten. Zum Glück sind weder ein Führerscheinentzug noch Punkte in Flensburg möglich.

Schaden die Schilder dem Lack?

Wenn du bestimmte Dinge beachtest, schonst du den Lack deines Wohnmobils maximal und wirst keine Schäden verbuchen müssen:

Achte beim Anbringen sowie beim Abnehmen des Magnetschilds darauf, dass du es nicht über den Lack schiebst oder ziehst.

Und so geht’s: Säubere die Fläche von Staub und achte darauf, dass das Schild weder Zierleisten noch Kanten oder Glas berühren. Angle-Morts-Schild nun dort positionieren, wo es hingehört, langsam absenken und anschließend sanft andrücken.

  • Vor der Reinigung deines Wohnmobils solltest du das Magnetschild abnehmen (und am besten ebenfalls reinigen), da es sich beim Waschen verschieben und somit Kratzer verursachen könnte.
  • Alle anderen Angles-Morts-Aufkleber können direkt auf den gesäuberten Untergrund geklebt werden, natürlich auch, ohne Zierleisten, Kanten oder Glas zu berühren. Zum Ablösen bitte keine „scharfen“, also lösungsmittelhaltige Mittel verwenden.

Benötigen Gespanne auch eine Kennzeichnung?

Die offizielle Version spricht von „Fahrzeugen über 3,5 t“, was nahelegt – so auch die Aussage des ADAC –, dass nur dann die Angles-Morts-Schilder an einem Teil (Zugmaschine oder Anhänger) anzubringen sind, wenn dieses die 3,5-Tonnen-Grenze überschreitet. Merkwürdigerweise müssen demnach laut ADAC Gespanne, wenn deren zusammengerechnetes zulässiges Gesamtgewicht die 3,5 Tonnen überschreitet, keine Kennzeichnungen vorweisen.

In Konsequenz würde es logischerweise für mich bedeuten: Wiegt die Zugmaschine mehr als 3,5 t und der Anhänger ebenfalls mehr als 3,5 t, müssten sechs (!) Angles-Morts-Kennzeichnungen angebracht werden.

Ein paar kritische und persönliche Anmerkungen zu dem Thema

Lass mich abschließend ein paar – sicherlich auch provokative – Bemerkungen zum Thema machen, die ich in Form von Fragen und Antworten formulieren möchte. Du kannst sie ignorieren, mir unbekannterweise Beifall klatschen, uns schreiben oder auch den Kopf schütteln beziehungsweise widersprechen.

Warum wird nach zulässigem Gesamtgewicht unterschieden?

Das habe ich mich schon öfters gefragt. Immer wieder ist als Begründung lediglich zu lesen oder zu hören, dass Wohnmobilfahrer ein vergleichsweise eingeschränktes Sichtfeld beim Abbiegen oder Spurwechsel hätten. Stimmt! Die Fragen sind nur: Hat ein Wohnmobil unter 3,5 t keinen toten Winkel? Und hat ein Wohnmobil über 7,50 m Länge, das – ohne tieferliegenden Sinn – unter 3,5 t zugelassen ist, keinen toten Winkel? Eine Unterscheidung nach Länge wäre denkbar, aber ebenso sinnfrei, denn schließlich ist es gleichgültig, ob mein Wohnmobil 6 m, 7,5 m oder gar 11 m misst, der tote Winkel ist da!

Die einzig einigermaßen logische Antwort wäre: Irgendwo muss man eine Grenze ziehen. Aber warum dann nicht sagen, dass es generell für alle Wohnmobile gilt?!

Mehr über das Thema Gewicht kannst du in unserem Artikel „Wie schwer ist ein Wohnmobil?“ lesen.

Warum benötigen Gespanne, die zusammen (Zugfahrzeug und Anhänger) über 3,5 t wiegen, keine Angles-Morts-Kennzeichnung?

Das macht für mich unter der gegebenen Verordnung gar keinen Sinn, und schreit eher nach einer anderen Einteilung – siehe oben –, also generell nach Wohnmobile und LKWs oder eine Ausnahme für Gespanne, wenn der Anhänger die Sicht nach hinten behindert.

Warum liest und hört man immer wieder, dass diese Schilder zum „Schutz der Radfahrer“ gedacht seien?

Meine provokativen Fragen lauten:

  • Kann das Schild wirklich „schützen“? (Doch wohl eher „warnen“!)
  • Lesen Radfahrer, die direkt hinter meinem Wohnmobil stehen – oder eher noch, die, die an mir vorbeifahren – wirklich dieses Schild?
  • Was ist mit Kindern? Und wenn, sie es lesen, befinden sie sich nicht sowieso bereits im toten Winkel!?
  • Sollten sie dieses Schild lesen, wissen sie wirklich, was damit gemeint ist? (Als Nicht-Führerscheinbesitzer und als Kind weiß man mit „Totem Winkel“ eher nichts anzufangen!)

Senken Angles-Morts-Aufkleber wirklich die Unfallzahlen?

Da die Angles Morts Aufkleber noch relativ neu sind, gibt es dazu noch keine statistischen Auswertungen.

Fazit

Es hilft nichts, endlose Diskussionen anzuzetteln oder sich unnötige Gedanken zu machen, Verordnung ist Verordnung, selbst wenn sie an einigen Stellen für manch einen von uns ziemlich haarsträubend erscheint. Sich über die Hässlichkeit der Schilder am Wohnmobil aufzuregen, hilft ebenfalls nichts. Du kannst es vermeiden, indem du dir entweder ein Wohnmobil unter 3,5 t zulegst (Ob sich das lohnt?) oder nicht mehr nach oder durch Frankreich fährst (Für mich unvorstellbar!).

Das Anbringen dieser Angles-Morts-Kennzeichnung schützt dich übrigens bei einem verschuldeten Unfall weder vor Strafe noch davor, bestimmte Vorsichtsmaßnahmen (siehe weiter oben) zu beachten.

Also mein Rat: Mach’s wie ich, kaufe dir drei offizielle Hinweisschilder mit „Angles Mortes“ darauf, bringe sie an und ab nach Frankreich! Genieße Land und Leute sowie das Wohnmobilleben!

Unfall mit dem Wohnmobil

Ein Aufkleber, der den toten Winkel deines Reisemobils kennzeichnet, kann dennoch Unfälle nicht gänzlich vermeiden. Was Du unbedingt tun solltest, wenn du mal einen Unfall mit deinem Camper hast, erfährst Du in folgendem Artikel.

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Bildnachweis: canva.com

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