Während es im Jahr 2018 in Europa 125.427 Neuzulassungen auf dem Wohnmobilsektor gab, stieg die Zahl im vergangenen Jahr (2021) bereits auf 181.304, also ein Plus von fast 56.000. Dabei steht Deutschland ganz oben an. Hierzulande wurden allein 46.859 im Jahr 2018 und 2021 sogar 81.420 Wohnmobile zugelassen, also 34.561 mehr. Dabei sind die Gebrauchten auf dem Markt nicht mit eingerechnet. Zahlen, die erstaunen, erfreuen aber auch so manch einen „alten“ Wohnmobilisten erschrecken.

Es ist offensichtlich: Immer mehr Wohnmobile rollen über Deutschlands Straßen. Viele davon kennt „man“, wenn auch nur dem Namen nach. Doch wer steckt dahinter? Denn die meisten Marken gehören heutzutage zu großen Herstellergruppen, die wir ebenfalls dem Namen nach kennen. Zahlreiche Übernahmen, Neuerscheinungen, Namensänderungen etc., all das macht es für den Verbraucher häufig sehr unübersichtlich.

geschätzte Lesedauer für diesen Beitrag: 11 Minuten

Übernahme & Bildung von Wohnmobil-Herstellergruppen

Fragst du dich, warum überhaupt eine Gruppenübernahme stattfinden muss, so gibt es gleich mehrere Gründe beziehungsweise Vor- aber auch Nachteile:

  • Finanzielle Probleme kleinerer Hersteller können so abgefangen werden.
  • Gruppen haben mehr Möglichkeiten, Neuentwicklungen nicht nur zu erschaffen sondern sie auch durchzusetzen.
  • Niveau und Qualität der Endprodukte können durch Ideenvielfalt, Gruppendynamik und gemeinsam entwickelte Qualitätsstandards verbessert werden.
  • Zentrale Einkaufsmöglichkeiten reduzieren die Preise – auch bei Ersatz- sowie Zulieferteilen.

Unterm Strich ist eine Fusion ein Kosten- aber auch ein Qualitätsvorteil nicht nur für die Hersteller sondern auch für uns Kunden.

Die Big Player der Wohnmobil-Hersteller

Ich habe es mir heute zur Aufgabe gemacht, dir die Big-Player der Wohnmobilbranche und die Marken, die von ihnen vertreten werden, ein wenig genauer zu durchleuchten. Dabei handelt es sich um

  • die Erwin-Hymer-Gruppe,
  • die Trigano-Gruppe,
  • die Pössl-Gruppe,
  • die Knaus-Tabbert-Gruppe,
  • die Carthago-Gruppe,
  • Die Pilote-Gruppe (Groupe Pilote),
  • die Hobby-Fendt-Gruppe,
  • die Rapido-Gruppe (Groupe Rapido).

Zu dem jeweiligen Big-Player erhältst du eine Art Steckbrief sowie ein paar Infos zu den Produkten, zu Veränderungen und zum Werdegang. Die Reihenfolge der Gruppen entspricht dem deutschen Marktanteil, den die Gruppe innehat.

Wohnmobil Hersteller Markanteile bei Neuzulassungen - Infografik

Infografik Marktanteile der Wohnmobilhersteller bei den Neuzulassungen in Deutschland

Diese Infografik ist unter der BYCC-Creative Commons Lizenz veröffentlicht worden. Du kannst die Grafik gerne kostenlos unter Nennung der Quelle nutzen und auf Deinen Seiten einbinden. Die Infografik gibt es hier zum Download: Infografik als PDF downloaden

1. Erwin-Hymer-Gruppe

Steckbrief

  • Reisemobil-Marken: Bürstner, Carado, Crosscamp, Dethleffs, Etrusco, Hymer, Laika, LMC, Niesmann+Bischoff & Sunlight
  • Nicht in Deutschland vertriebene Marken: Compass & Elddis
  • Produktionsländer: Deutschland, Italien, Frankreich, Vereinigtes Königreich Großbritannien & Kanada
  • Marktanteil der Reisemobil-Neuzulassungen in Deutschland (2021/2022): 28,7%
  • Reisemobil-Produktionszahlen 2021: 65.000
  • Jahresumsatz: 2,7 Milliarden Euro (Finanzjahr 2020/ 2021)
  • Mitarbeiterzahl: 8.883 (Ende Juli 2021)
  • Firmengründung: 1957 durch Erwin Hymer
  • Firmensitz: Bad Waldsee/Oberschwaben
  • Sonstiges: Hinzu kommen Caravan-Marken mit Vertrieb innerhalb (Bürstner, Dethleffs, Eriba & LMC) und außerhalb (Buccaneer, Compass, Elddis & Xplore) Deutschlands.

Kaum ein anderer Firmengründer im Bereich der Wohnmobil- und Wohnwagenbranche ist so bekannt wie Erwin Hymer (1930-2013) und kein Wohnmobilhersteller bislang so erfolgreich. Mit einem Marktanteil von fast einem Drittel des Gesamtmarktanteils liegt Hymer seit Jahren ganz vorne.

Erwin Hymer gründete sein stets aufstrebendes und heute weltweit bekanntes Unternehmen bereits im Jahre 1957. Durch die Übernahme der Hersteller LMC und Dethleffs (1991), der Luxus- Marke Niesmann+Bischoff (1996) sowie Bürstner (1998) erweiterte er seine Produktionspalette enorm. Bereits zwei Jahre später weitete Hymer seine Übernahmen auch auf internationaler Ebene aus, indem er den italienischen Reisemobilbauer Laika zukaufte.

Weitere spannende Infos über die Erwin-Hymer-Gruppe

Auch eigene Neukreationen kamen nicht zu kurz. So erschienen die beiden nahezu identischen Neulinge Sunlight und Carado 2005, für die eine  eigene Produktionsstätte – das Capron-Werk in Neustadt/Sachsen – entstand. Durch ein kluges Marketingprogramm gelang es, trotz Gleichheit, zwei unterschiedliche Kundengruppen anzusprechen: Sunlight spricht mit seinem Logo eher jüngere Käufer, der dezent gehaltene Carado mehr „gesetztere“ Kunden an. 2016 gesellte sich eine weitere Eigenmarke hinzu, der Etrusco. Technisch sowie konzeptionell nahezu identisch, vom Innenausbau jedoch anders. Angefertigt wird der Etrusco im Laika-Werk in der Toskana. Nur drei Jahre später kommt Crosscamp, ein  Camper Van, vorläufig auf Basis des Toyota Proace Verso, heraus. Damit liegt auch die Erwin-Hymer-Gruppe voll im Trend, was den starken Zuwachs der Kompakt-Campingbusse betrifft.

Dennoch bleibt die Angebotspalette der Hymer-Gruppe breitgefächert: neben ausgebauten Kastenwagen sind Integrierte aber auch Teilintegrierte zu haben. Alle selbstverständlich mit hochwertigem Auf- und Ausbau, jedoch auch auf höherem Preisniveau. Neben dem beliebten und bewährten Fiat Ducato als Basisfahrzeug kommt immer mehr der Mercedes Sprinter ins Rennen.

Aber nicht nur Reisemobile und Caravans stehen unter der Obhut der Hymer-Gruppe, auch Unternehmen wie die Campingzubehörfirma Movera, der renommierte Fahrwerksspezialist Goldschmitt und die Vermietungen McRent und Rent Easy sind mit von der Partie.

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2. Trigano-Gruppe

Steckbrief

  • Reisemobil-Marken: Adria Mobil, Benimar, Challenger, Chausson, Elnagh, Eura Mobil, Forster, Karmann Mobil, McLouis, Miller, Mobilvetta, Notin, Panama, Randger, Rimor, Roller Team, Sun Living & Xgo
  • Nicht in Deutschland vertriebene Marken: Arca, Auto Sleepers, Auto Trail, Autostar, CI, Font Vendome & Tribute
  • Produktionsländer: Deutschland, Vereinigtes Königreich Großbritannien, Frankreich, Italien, Slowenien & Spanien
  • Marktanteil der Reisemobil-Neuzulassungen in Deutschland (2021/2022): 19,2%
  • Reisemobil-Produktionszahlen 2021: 52.637 (plus 14.635 Caravans)
  • Jahresumsatz: 2,9 Milliarden Euro (Geschäftsjahr 2020/2021)
  • Mitarbeiterzahl: 10.021 (Geschäftsjahr 2020/2021)
  • Firmengründung: 1935 durch Edgard Trigano
  • Firmensitz: Paris, Frankreich (Sitz der Trigano Deutschland Verwaltungs GmbH in Sprendlingen)
  • Sonstiges: Hinzu kommen u.a. die Caravan-Marken Adria Mobil, Caravelair, La Mancelle, Rubis, Silver und Sterckeman aber auch Faltcaravans, Vorzelte etc. mit Vertrieb innerhalb beziehungsweise außerhalb  Deutschlands. Es gibt kein eigenes Trigano-Logo auf Wohnmobilen.

Trigano ist ein in Frankreich bekanntes Unternehmen, zu dem 26 Reisemobil- und Caravaning-Marken  aber auch etliche Unternehmen in der Branche Camping-, Freizeit- und Gartenzubehör, Mobilheime, Transportanhänger sowie Vermietung gehören. Der Marktanteil entspricht fast einem Fünftel des Gesamtmarktanteils. Besonders hervortun kann sich Trigano durch erstklassige Auf- und Ausbauten vieler Marken, was natürlich auch seinen Preis hat.

1935 fing der Textilhändler Edgard Trigano an, Waren mit dem Eigennamen „Trigano“ zu vertreiben. Er spezialisierte sich auf  Zelte und Zelttuch. Seine Söhne gründeten schließlich 1945 die Trigano Gesellschaft, die mit Camping- und Sportartikeln handelte. Später kamen Wohnwagen hinzu.

1974 geriet die Trigano Gesellschaft in finanzielle Schwierigkeiten, zunächst wurde die Bank Alleineigentümerin, bis 1981 François Feuillet die Leitung des Unternehmens übernahm. Damit wurde auch die Geburt der Wohnmobilherstellung eingeleitet.

Weitere spannende Infos über die Trigano-Gruppe

1998 ging das Unternehmen, das sich auch heute noch mehrheitlich in der Hand der Familie Feuillet befindet, an die Börse. Es entstand ein großer Auftrieb, den das Unternehmen in erster Linie durch Unternehmenskäufe im Wohnmobilsektor  erzielen konnte.

Die französische Trigano-Gruppe landet mit ihrem Marktanteil auf Platz 2 und vertritt in Deutschland derzeit 15 Reisemobil-Marken. Zur Angebotspalette gehören Kastenwagen aber auch Integrierte sowie Teilintegrierte, etliche auf Fiat-Ducato-Basis, aber immer mehr auch mit dem Mercedes Sprinter als Basisfahrzeug.

Beliebteste Marke ist das aus Sprendlingen stammende Eura Mobil, das 2005 zur Trigano-Gruppe kam und als Konkurrent zu bestimmten Hymer-Produkten gilt. Eura Mobil existierte jedoch bis dato schon als renommierte Wohnmobilmarke, die es seit 1983 gab. Beim Eura Mobil besticht u.a. der Activa One mit seinem Alkovenaufbau.

Zeitgleich kam der deutsche Klassiker Karmann zur Trigano-Gruppe, welcher sich hauptsächlich auf Campingbusse spezialisiert.

Als sogenanntes „Saatgut“ wird die 1985 gegründete Marke Challenger, welche auch heute noch ihre Fahrzeuge in Tournon-sur-Rhone produziert, gehandelt. Dabei werden sowohl Kastenwagen als auch Integrierte, Teilintegrierte und Alkovenfahrzeuge hergestellt. Neben dem Fiat Ducato kommt hauptsächlich der Ford Transit als Basisfahrzeug zum Zuge. Heutzutage sind die Challenger-Modelle baugleich mit denen der Marke Chausson, welche 1994 zur Gruppe kam.

Der immer beliebter werdende Forster ging 2015 als Neugründung übers Band. Forster ist bei Eura angesiedelt, wird in Italien hergestellt und ist vor allem als eine der preiswerteren Marken bekannt.

Eine ganz besondere Übernahme fand 2017 statt, als die Trigano-Gruppe den Big-Player Adria Mobil aus Slowenien mitsamt Sun Living übernahm. Sun Living punktet mit günstigerem Preis sowie einfacherer Ausstattung als Fahrzeug für den eher kleinen Geldbeutel.

Eine weitere interessante Marke ist Rimor, die sich ebenfalls durch günstige Preise auszeichnet und auf Alkoven sowie Teilintegrierte spezialisiert ist. Das Roller Team bietet vornehmlich Integrierte und Campingbusse zu ebenfalls relativ erschwinglichen Preisen. Auf Design setzt hingegen Mobilvetta und richtet damit den Fokus auf gehobenere, anspruchsvollere Käuferschichten, die Voll- oder auch Teilintegrierte suchen, aber vermehrt auch auf den Kundenkreis, der sich für Campingbusse interessiert. Weniger bekannt sind die noch recht neuen Marken der Trigano-Gruppe, der Randger (seit 2018) sowie der Panama (seit 2021), beides Campingbusse.

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3. Pössl-Gruppe

Steckbrief

  • Reisemobil-Marken: Clever Vans, Globecar, Pössl, Roadcar & Vanline
  • Nicht in Deutschland vertriebene Marken:
  • Produktionsländer: Deutschland & Ungarn
  • Marktanteil der Reisemobil-Neuzulassungen in Deutschland (2021/2022): 12,7%
  • Reisemobil-Produktionszahlen 2021: ca. 15.000
  • Jahresumsatz: ca. 690 Millionen Euro
  • Mitarbeiterzahl: ca. 300
  • Firmengründung: 1989 durch Peter Pössl
  • Firmensitz: Ainring/Oberbayern
  • Sonstiges: Pössl ist spezialisiert auf Kastenwagen und Vans. Es ist die einzige Gruppe ohne eigene Produktion, denn sie lässt den Ausbau bei anderen Herstellern machen (Ausnahme: Die Clever-Manufaktur in Ungarn.). Es gibt zudem keine Caravans.

Auf Platz drei liegt die Pössl-Gruppe,  deren Spezialität Kastenwagen und Vans sind. Reisen mit derartigen kompakten Reisemobilen liegen zurzeit voll im Trend und so wundert’s auch nicht, dass Pössl die Nase immer weiter vorne hat. Produziert wird an verschiedenen Orten Deutschlands. Die erste Zeit ließ Peter Pössl die Ausbauten bei Adria in Slowenien vornehmen, um später eine Kooperation mit Dethleffs in Isny einzugehen.

Begonnen hat alles 1989 im Berchtesgadener Land, in Ainring, wo die Pössl Freizeit & Sport GmbH durchstartete und der Österreichische Firmengründer Peter Pössl die ersten Reisemobile in die Tat umsetzte. Die Rede ist von einem Ford Transit mit selbstentwickeltem GfK-Hochdach, den sogenannten „Ur-Pössl“. Leider gab es nur 20 Fahrzeuge im Handel und der erwartete Erfolg blieb zunächst aus. 1991 kamen dann weitere Ideen auf den Markt. Den Durchbruch erlangten jedoch 1995 die Modelle „Duo 2000“, „Duo-Van“, „Duett“ und „Pössl-Family“, alle auf Peugeot-Boxer-Basis.

Weitere spannende Infos über die Pössl-Gruppe

2002 schied Peter Pössl aus dem Unternehmen aus und verkaufte an das Familienunternehmen Glück-Gruppe. Aber Pössl wäre nicht Pössl, wenn der Name nicht auch heute für Qualität von Kastenwagen stünde.

Die bekannte Marke Globecar, wurde 2002 anfangs nur über Dethleffs-Händler vertrieben. 2012 findet eine Beteiligung der Pössl-Gruppe am in Ungarn produzierenden Campingbusbauer Clever Mobile statt.

Die Nachfrage nach Kastenwagen boomt und Pössl bietet 2016 besonders günstige, simpel ausgestattete Modelle der Marke Roadcar an. Sie wurden bis Ende 2018 in Neustadt bei Capron hergestellt, dann jedoch ebenfalls in Isny.

Ein weiteres Unternehmensfundament entstand 2017 mit den Kompakt-Campern mit Aufstelldach aber ohne Bad. Bereits das erste Modell – der Campster, auf einem Citroën Spacetourer basierend – war erfolgreich. Auch weiterhin konnte das Unternehmen weiter auf der Erfolgswelle surfen und brachte das modulare Modell Vanster heraus. Gleichzeitig fand die Übertragung der Konzepte auf die auf Mercedes Vito/V-Klasse – Vanstar und Campstar – statt. Beide firmieren mittlerweile unter der Submarke Van-Line.

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4. Knaus-Tabbert-Gruppe

Steckbrief

  • Reisemobil-Marken: Knaus, Morelo & Weinsberg
  • Nicht in Deutschland vertriebene Marken:
  • Produktionsländer: Deutschland & Ungarn
  • Marktanteil der Reisemobil-Neuzulassungen in Deutschland (2021/2022): 11,0%
  • Reisemobil-Produktionszahlen 2021: 12.591 (plus 14.498 Caravans)
  • Jahresumsatz: 863 Millionen Euro
  • Mitarbeiterzahl: ca. 3.500
  • Firmengründung: 1953 (Alfred Tabbert) & 1961 (Helmut Knaus)
  • Firmensitz: Jandelsbrunn (Bayern)
  • Sonstiges: Hinzu kommen die Caravan-Marken Knaus, Tabbert, [email protected] & Weinsberg

Die Knaus-Tabbert-Gruppe – kurz KTG – umfasst Knaus, Weinsberg und Morelo, wobei Knaus das größte Angebot mit 13 Baureihen auf dem Gebiet der aufgebauten Reisemobile sowie drei Campingbus-Linien liefert. Weinsberg verfügt über neun Baureihen.

Den Erfolg hat die Gruppe, die auf eine mehr als 80-jährige Firmengeschichte zurückblicken kann,  Helmut Knaus Senior und Alfred Tabbert zu verdanken. Die Knaus-Tabbert-Gruppe zählt dabei nicht nur zu den führenden sondern auch zu den Vorkämpfern der Wohnmobil- und Caravanbranche.

Angefangen hat alles 1953 mit der Gründung des Tabbert Werkes für Karosseriebau in Schweinfurt, wo Alfred Tabbert 1955/56 den ersten Wohnwagen produzierte, der 1959 in Serie ging. 1960 wurde die Tabbert Caravan GmbH gegründet. Parallel dazu gründete Helmut Knaus 1961 in Marktbreit bei Würzburg die Firma Knaus und stellte im Jahr darauf das „Schwalbennest“ – seinen ersten Wohnwagen – vor.

Das erste Weinsberg Wohnmobil (auf Fiat 238 Basis) entstand 1970 in Form eines Kastenwagens. 1986/87 kamen bei Weinsberg dann auf dem damals neuen Fiat Ducato der teilintegrierte Imperiale, der Alkoven Meteor und der Campingbus Cosmos als weitere Highlights hinzu.

Weitere spannende Infos über die Knaus-Tabbert-Gruppe

1988 entsteht die TIAG-TABBERT Industrie AG aus der Tabbert Caravan GmbH. Vier Jahre später erscheint mit dem Knaus Traveller das erste Wohnmobil der Marke Knaus.

Weinsbergs Wohnmobilsparte geht 1996 an die Tabbert Industrie AG über, es passieren verschiedene Änderungen, woraus auch der luxuriöse vollintegrierte Komet hervorgeht. 2001 eröffnet Tabbert im ungarischen Nagyoroszi ein Werk. Im gleichen Zeitraum begann auch die Zusammenarbeit zwischen Knaus und Tabbert, die 2001 in einer Fusion und 2002 mit der offiziellen Gründung der Knaus Tabbert Group GmbH endete. Diese Fusion änderte auch den Werdegang von Weinsberg etwas: Die Spezialisierung auf Offroad-Fahrzeuge mündete 2004 im Allrad‐Alkoven LEV.

2010/11wurde Knaus Tabbert durch die niederländische Private-Equity-Gesellschaft HTP Investments übernommen. Gleichzeitig wurde HTP Investments Mitgesellschafter bei der 2010 neu gegründeten Morelo Reisemobile GmbH, Vertreiber von Luxuslinern über 5 t. Zur kompletten Integration der Morelo Reisemobile GmbH in die Knaus-Tabbert-Gruppe kam es schließlich 2017.

2018 kooperieren Knaus und MAN sowie VW. Die Wohnmobilvermietung Rent and Travel bietet ebenfalls seit 2019 sowohl national als auch international ihre Zusammenarbeit an.

Im Jahre 2003 zählte man außerhalb Deutschlands etwa 20 Länder, die die Knaus-Tabbert-Gruppe mit Freizeitmobilen versorgte.

Der beliebte Knaus Sun TI mit großem Panoramadach erschien 2004. 2015 begann die Ära der integrierten Wohnmobile mit dem Knaus Sky I, 2017 kehrt der Knaus Sun I zurück. Zeitgleich wartet Weinsberg 2017/2018 mit zahlreichen Innovationen, wie beim Sondermodell CaraCompact EDITION (PEPPER), auf. Jüngster Nachwuchs Weinsbergs ist der 2022 geborene, vollintegrierte CaraCore

Die Fahrzeuge von Weinsberg und Knaus werden heute entweder im Bayerischen Wald, in Jandelsbrunn, oder in Ungarn, in Nagyoroszi, gebaut. Neben Fiat Ducato dienen den Modellen VW und MAN als Basisfahrzeuge. Bei Morelo sind es Iveco Daily und Eurocargo sowie  Mercedes Actros  und Atego. Preisklassenmäßig bewegt sich die Knaus-Tabbert-Gruppe eher auf hohem Niveau.

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5. Carthago-Gruppe

Steckbrief

  • Reisemobil-Marken: Carthago & Malibu
  • Nicht in Deutschland vertriebene Marken:
  • Produktionsländer: Deutschland & Slowenien
  • Marktanteil der Reisemobil-Neuzulassungen in Deutschland (2021/2022): 3,7%
  • Reisemobil-Produktionszahlen 2021: ca. 5.000
  • Jahresumsatz: keine Angaben
  • Mitarbeiterzahl: ca. 1.400
  • Sonstiges: keine Caravans
  • Firmengründung: 1979 durch Karl-Heinz Schuler
  • Firmensitz: Aulendorf (Oberschwaben/Landkreis Ravensburg)

Platz 5 der Big Player belegt die Carthago-Gruppe, die mit hochwertigem Aufbau und standardmäßigem Doppelboden punktet. Zur Gruppe gehören der Malibu, dessen günstigstes Modell um die 85.000 Euro liegt, sowie der Carthago mit 96.000 Euro fürs kostengünstigste Modell.

Nicht nur preislich unterscheiden sich die beiden Marken: Carthago liefert einige Teil- sowie noch mehr Vollintegrierte, während sich Malibu mit jeweils nur einer Serie begnügt, dafür jedoch auf dem Gebiet der Campingbusse groß im Geschäft ist.

Speziell beim Carthago findest du Kunden, die über eine langjährige Wohnmobilerfahrung zurückblicken. Herausstechend ist ebenso, dass Carthago dem Käufer die Wahl zwischen drei Basisfahrzeugen lässt: Fiat Ducato, Mercedes Sprinter oder Iveco Daily.

Weitere spannende Infos über die Carthago-Gruppe

Ihren Anfang nahm die Geschichte der Carthago Reisemobilbau GmbH im Juli 1979, als Karl-Heinz Schuler das Unternehmen Carthago – mit dem Ziel des Innenausbaus verschiedener Transporterfahrzeuge zu Freizeitmobilen – gründete.  Mitte der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts konzentrierte sich das Unternehmen schließlich auf den Ausbau von VW Bussen, wobei ihm der Carthago Malibu den größten Erfolg – auch europaweit – bescherte.  Die ersten Carthago-Wohnmobile mit eigenem Aufbau gab es 1991; dazu gehörte der Carthago Abakus auf Basis des VW T4. Ein Wohnmobil der oberen Klasse von Carthago gab es 1997 mit dem Alkovenmobil Mondial auf Mercedes-Benz-Sprinter-Basis.

2000 verlagerte sich der Schwerpunkt Carthagos allmählich auf die Fertigung von Wohnmobilen mit eigenem Aufbau. Bereits ein Jahr später wurde die Produktion von Campingbussen auf VW-Basis eingestellt und 2002 kam es zu einer Neustrukturierung. Es wurden ein neuer Integrierter – der Opus –, das Alkovenmobil Carthago Chic und 2004 der integrierte Mega-Liner auf Basis eines MAN produziert. Carthago Chic gab es später als chic c-line I mit Wänden in Vollaluminium-Sandwich-Bauweise sowie durchgehendem Doppelboden.

2008 entstand in Odranci/Slowenien ein neues Carthago-Werk.

Es folgten weitere Modelle der Chic-Baureihe, gefolgt vom c-tourer (2011) sowie dem Carthago liner de luxe auf Iveco-Daily- und MAN-Basis (2012). Gleichzeitig wurde 2013 der Firmensitz von Ravensburg nach Aulendorf verlegt, wo es neben einem neuen Werk ein Service-Center mit angeschlossenem Lager, eine Verkaufsausstellung sowie eine neue Unternehmenszentrale – die  Carthago-City – gab. Im gleichen Jahr wurde ferner die Tochtermarke Malibu – Malibu GmbH & Co. KG – gegründet.

Interessant ist u.a. die Produktion des liner-for-two (2018), ein Modell, das die Bedürfnisse fürs luxuriöse Reisen zu zweit berücksichtigt.

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6. Pilote-Gruppe

Steckbrief

  • Reisemobil-Marken: Bavaria, Frankia, Joa Camp, Le Voyageur, Mooveo, Pilote & Yucon (Frankia-Submarke)
  • Nicht in Deutschland vertriebene Marken: Hanroad
  • Produktionsländer: Deutschland & Frankreich
  • Marktanteil der Reisemobil-Neuzulassungen in Deutschland (2021/2022): 2,5%
  • Reisemobil-Produktionszahlen 2021: 7.000
  • Jahresumsatz: ca. 380 Millionen Euro
  • Mitarbeiterzahl: ca. 1.200
  • Firmengründung: 1962 (Pilot)
  • Firmensitz: La Limouzinière im Département Loire-Atlantique
  • Sonstiges: Heute gibt es keine Caravans mehr.

In diesem Jahr konnte der französische Big Player Pilote seinen Marktanteil im Vergleich zum Vorjahr mit einem Plus von 41,6 Prozent auch in Deutschland deutlich steigern. Den größten Zuwachs verzeichnen die Modelle von Pilot selbst, wobei es nicht nur Teil- und Vollintegrierte sondern auch Campingbusse gibt. Und alles mit unterschiedlichen Grundrissen.

Die bekannteste Marke in der Pilote- Unternehmensgruppe ist hierzulande der Frankia. Gebaut werden die Fahrzeuge in Marktschorgast bei Bayreuth. Jüngstes Kind, das sich an Beliebtheit erfreut, ist der Yucon, eine  Frankia-Submarke aus dem Bereich der Campingbus-Klasse.

Weitere spannende Infos über die Pilote-Gruppe

Die Geschichte der Pilote Gruppe nahm 1962 ihren Anfang in La Limouzinière (im Département Loire-Atlantique/Frankreich), als André Padiou in der familiengeführten Tischlerwerkstatt den ersten Wohnwagen herstellte. Es vergingen über 10 Jahre, bis sein Bruder die erste Idee zu einem Pilote-Reisemobil hatte und das Alkovenmobil R430 verwirklichte.

Daraufhin ließ der Erfolg nicht länger auf sich warten und Pilote konnte seine Produkte auch gut außerhalb Frankreichs verkaufen. Die Produktion von Wohnwagen lief 1983 allmählich aus, stattdessen gab es 1985 den ersten Vollintegrierten, den R800DA.

Im Jahre 1990 übernahm Pilote den deutschen Hersteller Frankia, ein Garant für Qualität und gutes Serviceangebot. In der Zeit von 1992 bis 1996 kamen 14 neue Modelle auf den Markt, womit insgesamt 22 erhältlich waren. 2000/2001 übernahm die Pilote-Gruppe RMB und Le Voyageur. Der Markt boomte für die Gruppe in den rund 10 Folgejahren, zudem wurden zwei neue Werke sowie das  MSC Service-Zentrum in Angers eröffnet.

Durch die Übernahme des CSA Gérard Werks in Nantes 2015, das sich auf Kastenwagen und Vans spezialisiert hatte, kam es zur Marke Hanroad. Auch in den Folgejahren geht es mit der Pilote-Gruppe aufwärts, wobei ein breit gefächertes Angebot präsentiert wird und das französische Unternehmen Car-Away, eine bekannte  Reisemobilvermietung, hinzukam.

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7. Hobby-Fendt-Gruppe

Steckbrief

  • Reisemobil-Marken: Hobby
  • Nicht in Deutschland vertriebene Marken:
  • Produktionsländer: Deutschland
  • Marktanteil der Reisemobil-Neuzulassungen in Deutschland (2021/2022): 1,9%
  • Reisemobil-Produktionszahlen 2021: 2.500 (plus 22.800 Caravans)
  • Jahresumsatz: ca. 500 Millionen Euro
  • Mitarbeiterzahl: 2.400
  • Firmengründung: 1967 (Hobby), 1970  (Fendt)
  • Firmensitz: Fockbek bei Rendsburg/Schleswig-Holstein
  • Sonstiges: Hobby konzentriert sich auf Wohnmobile/Reisemobile & Fendt auf Caravans

Die Hobby-Fendt-Gruppe besteht aus zwei, ursprünglich für die Produktion von Caravans bekannten Unternehmen, die seit Jahren weltweit einen Namen haben. Heute ist es so, dass hauptsächlich Hobby für die Herstellung von Wohnmobilen verantwortlich ist.

Das Unternehmen Fendt war ursprünglich Hersteller von Traktoren, ging später zu Caravans über und begann 1988 mit der Produktion von Wohnmobilen, machte sich jedoch weiterhin vorrangig mit dem Caravanbau in seinen Werken in Mertingen/Bayern stark. Auch die Hobby-Submarke stellt mit den Modellen Beachy (fast) nur Wohnwagen her. Ausnahme bildet der seit diesem Jahr zu bestellende Beachy Van, ein 5,40 m langer Campingbus mit Aufstelldach auf Basis des Citroën Jumper.

Weitere spannende Infos über die Hobby-Fendt-Gruppe

Hobby selbst ist vorrangig für die Produktion von Wohnmobilen zuständig, wobei alle aus dem Stammwerk in Fockbek vom Band rollen. Erhältlich sind elf Teilintegrierte, drei Alkovenfahrzeuge und drei ausgebaute Kastenwagen. Dabei dominiert der Citroën Jumper als Basisfahrzeug, lediglich die TI-Baureihe Optima De Luxe fährt auf Fiat Ducato Basis.

Das Ganze begann im Prinzip mit Harald Striewski, der 1965 seinen ersten Wohnwagen baute, um selber damit in Urlaub zu fahren, was jedoch nicht passierte. Vielmehr verkaufte er ihn für das Doppelte der Produktionskosten. Sein Traum von der Produktion eines – besser gesagt mehrerer Caravans – verwirklichte sich schließlich, als er 1967 Gründer der Hobby-Wohnwagen-Werke wurde und nur ein Jahr später mit seinem Unternehmen nach Fockbek zog, wo die Hobby-Fendt-Gruppe noch heute ihren Firmensitz hat. Schon 1969 produzierte Hobby täglich einen Wohnwagen und es sollten noch viel mehr werden. Hobby entpuppte sich sogar als führende Caravanmarke innerhalb Europas.

1984 wurde schließlich der teilintegrierte Hobby 600 vorgestellt und erzielte einen außerordentlichen Erfolg.

Im Jahre 1998 übernahm  das Hobby-Wohnwagenwerk den Bereich Caravan und Reisemobile des bayerischen Unternehmens Xaver Fendt GmbH Co., was ab da zum 100%igen Tochterunternehmen wurde. Ab diesem Zeitpunkt stellte Fendt seine Wohnmobilproduktion ein.

Zwei Jahre später entstand ein neues Reisemobilwerk. 2004 feierte der immer noch beliebte Hobby 600 seinen 20. Geburtstag und wurde sogar zum 18. Mal „Reisemobil des Jahres“. Gleichzeitig präsentierte Hobby die neue T-Serie auf Ford-Transit-Basis. Ein weiteres großartiges Jubiläum fand 2009 statt, als das 20.000ste Reisemobil fertiggestellt wurde.

Weitere Modelle – etwa die Komfort-Bauserie Optima oder die Baureihen Siesta und Premium – kommen auf den Markt. Ebenso wird 2014 der Kastenwagen Hobby Vantana produziert. Aber auch anderweitige Neuerungen brachten die Gruppe weiter nach vorne. Dazu gehörten beispielsweise die Bordsteuerung HobbyConnect mit der MyHobby App, die Vollausstattung HobbyKomplett für Reisemobile oder im Hobby Vantana die Weltneuheit Hobby SLIMLINE-Kühlschrank. Sogar die Auszubildenden des Unternehmens knieten sich voll ins Geschäft, so dass sie 2016 den ersten „Heavy-Metall-tauglichen Kastenwagen“ mit der Funktion als Showmobil bauten.

2019 gab es erstmalig auch Reisemobile auf Citroën-Basis und ein Jahr später neue Alkovenmodelle in der Optima-Ontour-Produktpalette.

Auch das Tochterunternehmen Fendt GmbH Co. nahm zwischenzeitlich immer mal wieder den Bau eines Wohnmobils auf, wobei die Fendt-Wohnmobile seit 2007 in Fockbeker produziert werden, während die Fendt Caravans weiterhin in Mertingen vom Band gehen. Es entstanden beispielsweise die Teilintegrierten Fendt TI 640, T580 oder K400 und der Pickup-Camper Fendt Bianco Selection 515 SKM.

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8. Rapido-Gruppe

Steckbrief

  • Reisemobil-Marken: Dreamer, Fleurette/Florium, Giottiline, Itineo, Rapidhome, Rapido & Westfalia
  • Nicht in Deutschland vertriebene Marken: Campérêve, Roadtrek, Stylevan & Wildax
  • Produktionsländer: Deutschland, Italien & Frankreich
  • Marktanteil der Reisemobil-Neuzulassungen in Deutschland (2021/2022): 1,7%
  • Reisemobil-Produktionszahlen 2021: über 23.000
  • Jahresumsatz: keine Angaben
  • Mitarbeiterzahl: über 2.000(verteilt auf 5 Länder)
  • Firmengründung: 1961
  • Firmensitz: Mayenne in der Region Pays de la Loire/Frankreich
  • Sonstiges: keine Caravans

Die Rapido-Gruppe ist der dritte Franzose im Bunde der Big Player. Hierzulande ist die Gruppe erst in den letzten Jahren bekannt geworden, jedoch handelt es sich um ein beinahe internationales Unternehmen, denn die Rapido-Gruppe beschäftigt Mitarbeiter in 5 Ländern und vertreibt seine zwölf Marken in 19 Ländern.

Der Marktanteil bezüglich der Neuzulassungen in Deutschland liegt bei 1,7 Prozent, der der Modelle mit dem Eigennamen „Rapido“ bei 0,5 Prozent. Die Stammmarke wird seit 2017 in Gotha, in Thüringen, produziert und setzt dabei auf Teil- und Vollintegrierte sowie Qualität und sehr ansprechende, stilvolle Ausstattung.

Weitere spannende Infos über die Rapido-Gruppe

Bekanntestes Gruppenmitglied ist Westfalia, Urvater des Campingbusses, der seit 2010 zur  Rapido-Gruppe gehört. Angefertigt werden die Ausbauten für den Mercedes Marco Polo und den Ford Nugget in Rheda-Wiedenbrück.

Nicht wirklich eine Konkurrenz zum Westfalie ist der Campingbus Dreamer (seit 2014 auf dem Markt) mit einer großen Bandbreite an Modellen, die vom kompakten Ford Transit Custom bis hin zum großen Bus auf Fiat Ducato gereicht.

Itineo setzt eher auf günstige Integrierte für Familien, hat allerdings seit einiger Zeit auch Teilintegrierte in seiner Angebotspalette.

P.L.A./Giottiline produziert in der Toskana, hat ein breites Angebot an Alkovenfahrzeugen, Teilintegrierten sowie Campingbussen und bietet eine typisch italienisch stylische Ausstattung.

Der Werdegang der Rapido-Gruppe hört sich beinahe wie ein Märchen an. Alles begann 1948,  als in Châtillon-sur-Colmont der Tischler Constant Rousseau ein eigenes Unternehmen in einem normalen Zimmer gründete und sich zunächst auf das Schnitzen von Möbeln konzentrierte. Schon bald hatte er so viele Aufträge, dass er Personal beschäftige musste/konnte. Zehn Jahre später baute er seinen ersten Faltwohnwagen für den eigenen Gebrauch. Er perfektionierte seine Erfindung immer weiter und fand nach der Rückkehr aus einem Italienurlaub 1961 einen Namen für sein „Baby“: Rapido, für schnellen Auf- und Abbau.

Im Laufe der kommenden Jahre fand der Rapido auch in anderen Ländern Europas Gefallen, es kam zu zahlreichen Aufträgen und Rousseau eröffnete 1975  in Mayenne eine neue Fabrik. Sein Sohn stieg 1976 ins Geschäft mit ein.

Zu Beginn der 1980er Jahre schrumpfte der Caravanmarkt während der für Reisemobile zunahm. Und so kam 1983 der erste Rapido – der Randonneur 410 auf Renault-Traffic-Basis – als Reisemobil auf den Markt. Das erstaunliche: In diesem Wohnmobil befand sich bereits ein WC.

In den 1990ern folgte der vollintegrierte Rapido. Das Unternehmen wuchs und die Angebotspalette vergrößerte sich. Mehrere Übernahmen fanden statt: Esterel (1993), Fleurette (2005), Campérêve (2009), Westfalia (2010), P.L.A./Giottiline (2016), WildAx und Styleavn (2017) sowie Roadtrek (2019). Ferner gründete die Gruppe 1998 Rapidhome (Mobilheime), 2006 Itineo und 2014  Dreamer.

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Übersichtstabelle der Hersteller/Marktdaten

HerstellerProduktionszahlenUmsatzMitarbeiter
Hymer Gruppe650002,7 Milliarden Euro8.883
Trigano Gruppe526002,9 Milliarden Euro10021
Pössl Gruppe15800590 Millionen Euro300
Knaus Tabbert Gruppe12501863 Millionen Euro3500
Carthago Gruppe5000340 Millionen Euro1400
Pilote Gruppe7000380 Millionen Euro1200
Hobby-Fendt Gruppe2500500 Millionen Euro2400
Rapido Gruppe23000180 Millionen Euro23000

Stand: Die Daten stammen aus dem Jahr 2021, weil für 2022 noch keine anderen Marktinformationen verfügbar sind. Wichtige Hinweise: einige Marken sind in verschiedensten anderen Campingsegmenten tätig, d.h. die Umsatzzahlen in Euro können nicht immer Rückschluss auf den tatsächlichen netto-Umsatz mit Fahrzeugen geben.

Surftipp: hier findest Du eine Auflistung bekannter Wohnmobil Hersteller und Links zu unserem Fahrzeugbestand je Marke.

Fazit

Natürlich ist die oben aufgeführte Aufzählung der Hersteller und Marken keineswegs vollständig, denn es gibt zahlreiche weitere in Deutschland sowie außerhalb der deutschen Grenzen. Diese gereichen von kleineren Fabriken zu großen, wobei sich manche Manufakturen auf Luxusmodelle oder individuell angefertigte Wohnmobile spezialisiert haben.

Quellennachweise

  • promobil.de/fahrzeuge/marken-hersteller-gruppen-konzerne-wohnmobil-hymer-pilote-poessl-triango-rapido-carthago-hobby/
  • erwinhymergroup.com/de
  • wikipedia.org/wiki/Trigano_(Unternehmen)
  • trigano.fr/com/le-camping-c-est-trigano
  • trigano.fr/com/motorhomes
  • trigano.de
  • poessl-group.de
  • poessl-mobile.de
  • knaustabbert.de
  • knaustabbert.de/unternehmen/historie/
  • wikipedia.org/wiki/Knaus_Tabbert
  • carthago.com
  • careiwo.de/carthago-gruppe-startet-vielfaeltig-in-die-modellsaison-2022/
  • wikipedia.org/wiki/Carthago_Reisemobilbau
  • groupe-pilote.com/de/startseite/
  • groupe-pilote.com/de/mehr-ueber-uns-erfahren/einige-zahlen-2/
  • groupe-pilote.com/de/unser-know-how/die-standorte-der-unternehmensgruppe/
  • wohnmobil-pilote.de
  • hobby-caravan.de/unternehmen/historie/
  • wikipedia.org/wiki/Hobby-Wohnwagenwerk
  • wikipedia.org/wiki/Fendt_Caravan
  • hobby-caravan.de/wohnmobile/uebersicht-baureihen/
  • corporate-rapido.com/de/freizeitfahrzeugs_uber-uns_unsere-geschichte.phtml
  • rapido-reisemobile.de
  • corporate-rapido.com/en/recreational-vehicle_our-brands_rapido.phtml

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