FKK Camping ist die perfekte Fusion! In einer Zeit, wo scheinbar alles mit strengen Regeln verbunden ist und man sich nach den einfacheren, unbeschwerteren Zeiten zurücksehnt, ist es nicht verwunderlich, dass vor allem Camping, aber auch FKK eine wachsende Popularität verzeichnen. Man will wieder mehr in die Natur, jedoch auch unabhängig und flexibel sein, den einengenden Vorschriften der Gesellschaft zumindest zeitweise entkommen.

Woher kommt FKK?

Die Bewegung der Frei-Körper-Kultur (FKK) gibt es schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Wie auch heute haben die Menschen damals eine Möglichkeit gesucht, den städtisch-bürgerlichen Normen und sozialen Zwängen zu entkommen. Deshalb fuhr man an den Wochenenden ins Grüne z.B. an den See oder ans Meer und ließ buchstäblich alles fallen.

Dabei ging und geht es beim FKK nicht um Sexualität, sondern um den Gedanken, dass wir unter der Kleidung alle gleich sind.

FKK und Camping als perfekter Mix

Es dürfte niemanden wundern, dass FKK und Camping sich wunderbar ergänzen. Die Anhänger beider Gruppen sind sich einfach zu ähnlich: der Wunsch nach Freiheit und Unabhängigkeit, die Verbundenheit zur Natur, die Offenheit und Aufgeschlossenheit.

Auf fast der ganzen Welt ist die Freikörperkultur, oder „Naturismus“ wie es auch genannt wird, anzutreffen. In Europa sind vor allem in Frankreich, Kroatien, Skandinavien und natürlich auch in Deutschland FKK Campingplätze zu finden. Der größte davon ist der Euronat FKK Camping in Frankreich.

Tipps für FKK Einsteiger

Typische Anfängerfragen

Wer in seinem ganzen Leben noch nie beim FKK war, der wird vermutlich die ersten paar Stunden oder auch Tage etwas nervös an die Sache herangehen. Man weiß nicht genau, was einen erwarten wird und hat deshalb eine Unmenge an Fragen. Muss man immer und überall nackt sein? Muss man sich davor fürchten, angestarrt zu werden? Wird es seltsame Angebote geben? Ist FKK wirklich für Kinder geeignet? Wie fühlt es sich an, immer und überall nackt zu sein: beim kochen, beim abspülen, auf dem Weg zum Camping-Shop?

Entspannt bleiben

Wie zu fast jedem Thema gibt es auch zum FKK Camping einschlägige Facebook-Gruppen, so dass man sich vor dem Urlaub dort austauschen kann und eventuelle Zweifel direkt nachgefragt und geklärt werden können. Im Austausch mit FKK-erfahrenen Campern wird man durch die Bank bestätigt bekommen, dass es sich um einen völlig normalen Urlaub handelt. Nur eben ohne Textilien. Es wird versichert, dass sich FKK-Camper total natürlich verhalten, wie wenn nichts wäre. Denn für sie ist das Nacktsein das normalste, unspektakulärste auf der Welt. Und diese Ruhe strahlen sie auch aus.

Erfahrungsberichte von Wohnmobilisten, die das FKK Camping zum ersten mal ausprobiert haben, bezeugen das allgemeine Empfinden. Es wird bestätigt, dass man nach kurzer Zeit seine erste Scham überwindet und den Mut und das Vertrauen fasst, es der Umgebung gleich zu tun. Dadurch, dass wirklich jeder nackt ist, egal ob jung oder alt, dick oder dünn, fühlt man sich nicht seltsam und genießt schnell das befreiende Gefühl der Nacktheit.

Vorsicht: Swinger Camping!

Einen wichtigen Tipp gibt es jedoch: vor der Buchung sollte man sich versichern, dass es sich beim FKK Campingplatz nicht um einen Swinger Campingplatz handelt. Diese sind zwar nicht zahlreich, doch gerade wenn man mit Kindern unterwegs ist, sollte man das Risiko nicht eingehen. Ein kurzer Anruf auf dem Campingplatz kann hier weiterhelfen und unangenehme Überraschungen vermeiden.

Langsames Herantasten

Es ist durchaus verständlich, wenn man sich noch nicht 100%ig sicher ist, ob der komplette Urlaub textilfrei verbracht werden kann, bzw. ob es wirklich das richtige für einen ist.  Ein erster Versuch sich an das Thema „Nudismus“ heranzutasten, kann der Besuch eines normalen Campingplatzes mit angrenzendem FKK-Badebereich sein. Hier können die ersten Erfahrungen mit der Nacktheit in der Öffentlichkeit gesammelt werden. Merkt man, dass es doch nicht das richtige für sich ist, dann vermeidet man einfach diesen Strandabschnitt, kann jedoch den Rest des Campingurlaubs wie gewohnt/bekleidet verbringen.

Knigge auf dem FKK Campingplatz

Auf den FKK Campingplätzen gelten grundsätzlich dieselben Verhaltensregeln wie auf den restlichen auch (mehr dazu findest Du hier). Zusätzlich gibt es noch ein paar weitere, oftmals ungeschriebene Regeln, die man beachten sollte:

  • nach der Ankunft sollte man recht zügig in den FKK-Modus wechseln. Das bedeutet, dass man so schnell wie möglich buchstäblich alle Klamotten fallen lassen sollte. Lediglich im Empfangsbereich/Lobby und auf manchen Plätzen in den kleinen Lebensmittelmärkten könnte Kleidung erwünscht sein. Dies ist jedoch von Campingplatz zu Campingplatz verschieden und sollte vor Ort in Erfahrung gebracht werden.
  • Nacktheit ist immer und zu jeder Zeit erwünscht. Es wird von eingeschworenen FKKlern sogar als unhöflich erachtet, wenn man bekleidet auf dem FKK Gelände ist, selbst wenn es sich nur um einen Schlüpfer oder ein leichtes T-Shirt handelt.
  • Hygiene wird beim FKK groß geschrieben. Setzt man sich z.B. im Camping-Cafe auf einen Stuhl muss immer ein Handtuch unter den blanken Hintern gelegt werden.
  • Piercings und Tattoos können auf manchen FKK Campingplätzen unerwünscht oder sogar verboten sein. Dies sollte vor der Reservierung in Erfahrung gebracht werden.
  • eigentlich eine Selbstverständlichkeit, doch zur Sicherheit erwähnen wir es an dieser Stelle nochmal: bei Gesprächen schaut man sich in die Augen! So wie es auch im normalen Leben der Fall sein sollte.

FKK Camping und Hunde

Wie bei „normalen“ Campingplätzen auch kann es bei FKK-Plätzen sein, dass Hunde nicht erlaubt sind. Es ist deshalb wichtig, dass man sich vor der Anreise genauestens informiert, damit man vor Ort keine böse Überraschung erlebt. Das überall auf den Plätzen Leinenpflicht besteht versteht sich natürlich von selbst.

Mit Kindern zum FKK

So ziemlich alle haben Fotos aus ihrer Kindheit, wo man als Kleinkind unbekümmert und völlig unbekleidet durch den Garten rennt, oder auch im Urlaub im Sand spielt. Im Kindesalter hat man überhaupt kein Problem mit Nacktheit. Im Gegenteil, es ist als Elternteil teils recht schwierig, die Kinder dazu zu bewegen, sich anzukleiden und sich nicht bei jeder Gelegenheit alle Klamotten wieder vom Leib zu reißen.

Beim FKK Camping kann man diese Unbekümmertheit sehr deutlich beobachten. Kinder scheinen von Anfang an recht unbeschwert zu sein und es sogar zu genießen, endlich von Morgens bis Abends nackt durch die Gegend rennen zu dürfen.

Wer selbst noch nie beim FKK war, der könnte hier die Angst haben, dass es in dieser Umgebung zu vermehrten sexuellen Übergriffen kommen könnte. Doch dies wird von FKKlern bestritten. Da es beim FKK wie erwähnt nicht um Sexualität geht, sondern das Nacktsein als etwas ganz natürliches angesehen wird, wird Nacktheit nicht als spezielle Stimulation empfunden. Übergriffe sind natürlich wie auch im normalen Leben nie auszuschließen, doch ein erhöhtes Risiko durch FKK besteht wohl nicht.

Teenager und FKK

Eltern von heranwachsenden und pubertierenden Teenagern werden feststellen, dass ihre Kinder sich ab einem bnestimmten Zeitpunkt plötzlich nicht mehr wohl in ihrer Haut fühlen. Es wachsen Haare an ungewohnten Stellen, der Körper verändert sich und auch die Hormone spielen ganz gerne verrückt. Teenager werden oftmals von Unsicherheit und auch plötzlicher Scham geplagt.

Genau in diesem Moment einen allerersten Familien-FKK-Campingurlaub zu planen, wäre sicher nicht der beste Zeitpunkt. Sicher würden die anderen FKK-Camper es verstehen, wenn die Jugendlichen sich lieber etwas überwerfen, doch für das Kind selbst wäre es mit großer Wahrscheinlichkeit kein entspannter Urlaub. Somit würde kein positives Urlaubsfeeling aufkommen und FKK-Camping ist unter diesen Umständen eher nicht zu empfehlen.

Foto von Dmytro Buianskyi von iStockphoto

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Anhänger sind davon überzeugt, dass FKK ihr Immunsystem fördert. Zudem wird auch die mentale Gesundheit durch den normalen Umgang mit Nacktheit und „normalen“ Körpern verbessert und das Selbstbewusstsein gefördert.

Abgesehen vom Boost des Immunsystems und des Selbstbewusstseins ist eine streifenfreie Bräune ebenfalls ein positiver Nebeneffekt.