Wohnmobile benötigen eine intensive Pflege. In diesem Fall sind Service- und Wartungsarbeiten gemeint, die Du regelmäßig durch eine Fachwerkstatt durchführen lassen solltest. Nachfolgende Tipps informieren Dich über die vorgeschriebenen Serviceintervalle und was bei der Untersuchung geprüft wird.

Alles Wichtige auf einen Blick

Damit die zukünftigen Campingausflüge ein voller Erfolg werden, sollte ein Wohnmobil rundum intakt sein und an keinem Bauteil Mängel aufweisen. Daher ist die Einhaltung der regelmäßigen Serviceintervalle für Hauptuntersuchung oder Inspektion sehr wichtig für eine sichere Nutzung und den Erhalt des Fahrzeugwerts. In Deutschland und dem europäischen Ausland gibt es viele Werkstätten, die ein umfangreiches Serviceangebot für Wohnmobile anbieten. Dazu zählen in der Regel folgende Leistungen:

  • fahrzeugspezifische Umbauten und Nachrüstungen
  • Überprüfen der Bremsen
  • Inspektion zum Erhalt der Garantie des Herstellers
  • Karosserieprüfung
  • Autoglas-Service
  • Reifen- und Felgen-Service
  • Klimaanlagen-Service
  • Einbau und Instandhaltung von Standheizungen
  • Durchführung der Hauptuntersuchung (TÜV) und Abgasuntersuchung (AU/UMA)
  • Prüfung der Gasanlagen
  • Zubehör-Check

Nach Erhalt der Prüfplakette oder dem Stempel über eine erfolgte Inspektion, entspricht Dein Fahrzeug den aktuellen gesetzlichen Bestimmungen, sodass Du unbeschwert in das nächste Reiseabenteuer starten kannst.

Die Termine für die Hauptuntersuchung, Inspektion oder anderer Serviceintervalle Deines Wohnmobils solltest Du nicht vergessen und daher im Kalender vermerken. Bist Du Stammkunde in einer Werkstatt, wirst Du möglicherweise auch an die anstehenden Servicetermine erinnert.

Wie oft muss ein Wohnmobil zum Service?

Die Hauptuntersuchung für das Wohnmobil ist alle zwei Jahre vorgeschrieben und wird zum Beispiel durch die DEKRA oder den TÜV durchgeführt. Neue Anhänger mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis 750 Kilogramm sind nach drei Jahren erstmals einer Hauptuntersuchung zu unterziehen. Bei Wohnmobilen mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis 3,5 Tonnen ist die Erstuntersuchung ebenfalls nach drei Jahren fällig. Danach wird bei Fahrzeugen dieser Kategorie nur alle zwei Jahre eine Hauptuntersuchung durchgeführt. Reisemobile mit einem Gewicht über 3,5 Tonnen sind alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung anzumelden. Ab dem siebten Zulassungsjahr besteht eine Pflicht zur jährlichen Kontrolle.

Auch wenn Du Dein Wohnmobil nur wenig nutzt, musst Du die regelmäßigen Serviceintervalle einhalten. Für Wohnmobilbesitzer, die ihr Wohnmobil nur 15.000 oder 20.000 Kilometer pro Jahr bewegen, entfällt jedoch keineswegs die Jahresinspektion. Die Pflicht zum Motorölwechsel und zur Ölstandkontrolle ist jedoch etwas aufgeweicht worden. Der Kilometerstand ist nun ausschlaggebender Faktor für den Öl- und Filterwechsel. Es kommt hier auch immer auf die Empfehlungen des Wohnmobilherstellers an. Manche Hersteller raten dazu, bei geringen Laufleistungen keine Ausnahmen für Öl- und Filterwechsel zu machen. Bei neuen Basisfahrzeugen ist der Ölwechsel alle zwei Jahre fällig. Von eigenmächtigen Intervallverlängerungen ist daher abzusehen. Der 2-Jahres-Rhythmus gilt auch für Servicearbeiten wie den Wechsel von Luftfilter, Kraftstofffilter und Pollenfilter.

Was sollte beim Service alles überprüft werden?

Die Intervalle für den Öl- und Filterwechsel sind je nach Wohnmobilhersteller unterschiedlich. Die meisten Hersteller wie Fiat empfehlen den Wechsel von Motoröl und Filtern im 2-Jahres-Rhythmus. Bei einigen Modellen wird bei geringen Fahrleistungen von unter 20.000 Kilometern im Jahr ein jährlicher Wechsel empfohlen.

Über den Zwei-Jahres-Rhythmus hinaus ist die Prüfung des Zahn- und Steuerriemens ein wichtiges Servicedetail. Zahn- und Steuerriemen sorgen dafür, dass Nocken- und Kurbelwelle gleichmäßig laufen. Es wird deshalb geraten, bei 115 PS Einstiegsmotoren entweder jährlich oder aber bei einem Kilometerstand von 48.000 Kilometern eine Sichtprüfung durchzuführen. Ein Austausch von Zahn- oder Steuerriemen sollte möglichst nach 96.000 Kilometern oder nach vier Jahren erfolgen. Für 130er- und 150er-Ducato Multijet-Fahrzeuge gelten doppelt so lange Fristen. Es ist aber nicht zu empfehlen, diese acht Jahre voll auszureizen. Wenn der Zahnriemen reißt ist ein Motorschaden vorprogrammiert. Reparaturen sind meistens nicht möglich oder äußerst kostspielig. Im schlimmsten Fall wird das Fahrzeug wertlos. 180er Multijet-Fahrzeuge verfügen über Steuerketten, die in der Regel lebenslang halten. Aber auch diese Motoren besitzen Keilriemen, welche Zusatzaggregate antreiben. An diesen Teilen können ebenfalls Schäden auftreten. Daher sollten auch sie regelmäßig gewartet werden.

Bei Ducato-Motoren sind Keilriemen und Zusatzaggregate nach 144.000 Kilometern oder nach 6 Jahren zu wechseln. Modelle von Mercedes, Ford und einige Renault- oder VW-Motoren werden mit den ausfallsicheren Steuerketten betrieben. Besitzer von älteren Wohnmobilen müssen kürzere Serviceintervalle in Kauf nehmen. Wenn Du ein gebrauchtes Wohnmobil kaufen möchtest, solltest Du einen Blick in die Serviceintervall-Liste werfen. Es gibt Wohnmobile, die zwar als wartungsarm und genügsam eingestuft werden. Durch die kurzen Ölwechselintervalle alle 10.000 Kilometer entstehen jedoch höhere Wartungskosten.

Seit dem Jahr 2006 wird die Abgasuntersuchung (AU) als „Untersuchung des Motormanagement- und Abgasreinigungssystems“ (UMA) bezeichnet. Seit 2010 findet die UMA zusammen mit der Hauptuntersuchung statt.

Was bei der Hauptuntersuchung geprüft wird:

  • Bremsanlage
  • Elektronik
  • Beleuchtung
  • Gasanlage
  • Reserverad
  • Reifen
  • Innenraum
  • Anbauten wie Dachträger oder Fahrradträger

Vor der Hauptuntersuchung empfiehlt es sich, die vorgenannten Teile und Anlagen schon einmal einem kurzen Vor-Check zu unterziehen.

Stellt der TÜV-Prüfer einen Mangel an Deinem Wohnmobil fest, muss Du die Mängel spätestens nach einem Monat beseitigt haben und das Fahrzeug erneut vorstellen.

Du darfst in diesem Monat Dein Wohnmobil im Straßenverkehr jedoch nicht benutzen, wenn die Mängel nicht beseitigt wurden. Bei gravierenden Mängeln zieht der TÜV-Prüfer das Fahrzeug aus dem Verkehr. Wer ein Wohnmobil ohne Prüfplakette im Straßenverkehr bewegt und in eine Verkehrskontrolle gerät, muss mit hohen Bußgeldern rechnen.

Was sind häufige Probleme bei Wohnmobilen?

Laut einer Statistik weisen von 25.000 Wohnmobilen über die Hälfte Mängel auf. Haben die Fahrzeuge ein Alter von etwa 14 Jahren erreicht, nehmen viele Halter die endlos lange Mängelliste scheinbar als normale Alterserscheinung hin. In vielen Fällen sparen sich Besitzer älterer Reisemobile die Servicekosten. Bei Fahrzeugen im Alter von 9 Jahren finden sich bei 100 Wohnmobilen über 220 Mängel. Die Mängelkurve ist bei Wohnmobilen im Alter von 1 bis 7 Jahren noch recht gleichmäßig, dennoch knickt sie dann steil nach oben ab. Von vier Reisemobilen im Alter von 7plus finden sich an drei davon diverse Mängel.

In der Straßenverkehrszulassungsordnung sind vier Mängelklassen definiert, an die sich die Prüfer von TÜV und DEKRA bei der Hauptuntersuchung halten müssen. Anhand der Abstufungen im Beispielkatalog ordnen die Prüfer die Schwere des Mangels einer Mängelklasse zu. Allein bei den Bremsen hat der Prüfer die Wahl zwischen mehr als 80 verschiedenen Mängelarten.

Die häufigsten Mängel an Wohnmobilen finden sich in folgenden Bereichen:

  • Elektrik
  • Beleuchtung
  • Bremsanlage
  • Rahmen
  • Aufbau
  • Fahrgestell
  • Fahrerhaus
  • Reifen, Räder
  • Achsen
  • umweltbelastende Faktoren wie schlechte Abgaswerte, Lärmbelästigung und Verlust von Öl

Der Bereich Elektrik und Beleuchtung steht an der Spitze der Mängelliste für Wohnmobile.

Was kostet ein Service/eine Inspektion beim Wohnmobil?

Die Kosten für die Hauptuntersuchung variieren je nach Prüfstelle, zulässigem Gesamtgewicht und den regionalen Bedingungen. In der Regel wird die Gasprüfung am gleichen Termin durchgeführt wie die Hauptuntersuchung. Je nach Fahrzeug können unterschiedliche Kosten anfallen. Wohnwagen zählen zur Kategorie der Anhänger. Wohnmobile dagegen gelten je nach Gewichtsklasse schon als Lkw oder Kraftomnibusse. Eine genaue Preisangabe kann hier nicht erfolgen, es muss immer je Einzelfall kalkuliert werden.

Folgende Preise sollen als Richtwerte gelten:

Kosten Hauptuntersuchung für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen:

  • 45 bis 85 Euro ohne UMA/AU
  • 120 bis 160 Euro mit UMA/AU

Kosten für Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen:

  • 77 bis 94 Euro ohne UMA/AU
  • 135 bis 165 Euro mit UMA/AU

Anhänger über 7,5 Tonnen: 77 bis 84 Euro

 

Sollte das Fahrzeug nicht durch den TÜV kommen, ist eine Nachprüfung erforderlich. Diese schlägt mit einem Preis zwischen 14 und 26 Euro zu Buche.

Die Preise für eine Inspektion können ebenfalls je Modell unterschiedlich ausfallen.

Kosten je nach Alter/Baujahr oder Kilometerstand

Folgende Kosten werden je nach Alter/Baujahr des Fahrzeugs oder je nach Kilometerstand in Rechnung gestellt:

1 Jahr oder 30.000 km:
Erstinspektion mit Kraftstofffilterwechsel, Ölwechsel usw. = ca. 570 €

4 Jahre oder 60.000 km:
Zahnriemen, Kühlmittelpumpe, Bremsflüssigkeit usw. = ab ca. 1.100 €

90.000 km:
Luftfilter, Kraftstofffilter, Aggregatriemen usw. = ca. 630 €

Alle 150.000 km je nach Modell auch 60.000 bis 190000 km:
Zahnriemen = ab 600 €

Wie oft muss ich zum TÜV?

Wie oft Du Dein Fahrzeug dem TÜV oder der DEKRA vorstellen musst, richtet sich nach dem zulässigen Gesamtgewicht und dem Alter Deines Wohnmobils oder Wohnwagens. Handelt es sich um ein neues Fahrzeug und wiegt es lediglich bis zu 750 Kilogramm, wie das häufig bei Wohnwagen der Fall ist, muss das Fahrzeug erst nach drei Jahren zur ersten Hauptuntersuchung. Dies gilt auch für Wohnmobile mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis 3,5 Tonnen.

Bei vielen Wohnmobilbesitzern hält sich bis heute das Gerücht, dass die Hauptuntersuchung ruhig einige Tage oder Wochen überzogen werden darf. Aber schon am ersten überzogenen Tag begehst Du eine Ordnungswidrigkeit. Passiert Dir während einer Fahrt ohne gültige Hauptuntersuchung ein Unfall, kann es sein, dass Deine Kfz-Versicherung nicht für den Schaden aufkommt.

Ist die Plakette abgelaufen, sind streng genommen nur noch Fahrten zur Werkstatt und zur Hauptuntersuchung gestattet. Hierfür solltest Du Dir nicht allzu viel Zeit lassen. Bei einer Polizeikontrolle solltest Du die Terminvereinbarung für die Hauptuntersuchung nachweisen können. Ist die Hauptuntersuchung mehr als zwei Monate überzogen, kommt es zu einer ergänzenden bzw. erweiterten Hauptuntersuchung. Diese verursacht Mehrkosten von ca. 20 Prozent.

Seit dem Jahr 2012 werden überzogene HU-Termine nicht mehr auf den ursprünglichen Termin zurückdatiert. Die Prüfplakette bekommt das Datum des tatsächlichen Termins.

TÜV Abstände bei Wohnmobilen bis 3,5 t

Wohnmobile mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis 3,5 Tonnen müssen alle 24 Monate zur Hauptuntersuchung. Die erste Untersuchung ist bei Neufahrzeugen jedoch erst nach 36 Monaten fällig.

TÜV Abstände bei Wohnmobilen über 3,5 t

Wohnmobile mit einem zulässigen Gesamtgewicht mit mehr als 3,5 Tonnen bis 7,5 Tonnen sind ebenfalls alle 24 Monate dem TÜV oder der DEKRA für die Hauptuntersuchung vorzustellen. Haben die Fahrzeuge das Alter von 6 Jahren vollendet, ist alle 12 Monate eine Hauptuntersuchung erforderlich.

Gasprüfung fürs Wohnmobil – ab 01.04.2022 Pflicht

Während die Prüfung der Gasanlage in jedem Wohnmobil ursprünglich im Rahmen der HU Pflicht war, um die nötige Prüfplakette zu bekommen, ist seit April 2022 die Pflicht zur Durchführung im Rahmen einer von der HU unabhängigen Prüfung auf die Wohnmobil-Besitzer übertragen werden.

Alles über die Gasprüfung haben wir in einem Beitrag für dich zusammengestellt.

Bildnachweis: canva.com