Wir, Annika und Robin, haben von Dezember 2020 bis Mai 2021 mit unserem Wohnmobil die Kanaren bereist und möchten euch über das Reisen während der Corona Pandemie und unseren Erlebnissen auf den Inseln berichten.

Reisen in Zeiten des Coronavirus ist ganz klar nicht einfach und mit diversen Auflagen verbunden, aber durchaus möglich. Für uns definitiv die wohl beste Entscheidung seit langem.

Mitte Dezember 2020, die letzten Kleinigkeiten an unserem selbstausgebauten Camper waren endlich abgeschlossen, das Wetter wurde zunehmend schlechter und die Vorfreude auf Sonne immer größer. Wir verabschiedeten uns von all unseren Liebsten und machten los auf unsere Reise, eine Reise ohne fixes Enddatum und keiner konkreter Reiseroute, außer einem Start, die Kanaren.

Ein- & Durchreisebestimmungen beachten

Vor unserer Abreise Mitte Dezember 2020 haben wir uns ausgiebig über aktuelle Ein- und Durchreisebestimmungen auf der Seite des Auswärtigem Amtes informiert. Wir konnten ohne Coronatest starten und problemlos durch Frankreich, Luxemburg und Spanien reisen. Alles was wir benötigten, waren die französische und spanische Corona-Warn-App, sowie eine Bescheinigung für Frankreich (Attestation De Déplacement Dérogatoire), dass wir auf der Durchreise sind. Zudem haben wir unser bereits im Vorfeld gebuchtes Fährticket ausgedruckt, was wiederum bestätigte, dass wir auf der Durchreise sind. Ein weiterer Punkt, der zu beachten war, waren die nächtlichen Ausgangssperren, weshalb Nachtfahrten nicht möglich waren. Auf unserer fünftägigen Fahrt hatten wir keinerlei Einreiseprobleme. Wir haben auf der Autobahn zwar einige Kontrollpunkte passiert, jedoch wurden wir selbst nie rausgezogen und kontrolliert.

Erleichtert und erschöpft erreichten wir Huelva, von wo am nächsten Tag unsere Fähre Richtung Lanzarote gehen sollte. Am späten Abend erfuhren wir, dass sich auf Lanzarote auf Grund steigender Coronazahlen die Einreisebestimmungen geändert haben und ab sofort nur noch mit negativen Testergebnis eingereist werden kann.

Die Nacht war denkbar kurz und nicht erholsam. Wir recherchierten und versuchten kurzerhand einen Termin in nahegelegenen Testzentren zu vereinbaren, was uns auf Grund der Uhrzeit sowie einem Mangel an freien Terminen nicht möglich war.

Wir steckten all unsere Hoffnung in den Hafen und unsere Fährgesellschaft, welche wir am Vorabend zu allem Übel nicht erreichen konnten –  mit Erfolg! Das Reisen ohne negativen Test war möglich, wir mussten lediglich bestätigen, dass wir uns bei Ankunft in Lanzarote einem Test unterziehen und hierfür ein Einreiseformular ausfüllen.

Mit der Autofähre auf die Kanaren

Die Einreise mit einem Wohnmobil auf die Kanaren ist nur per Fähre möglich. Es gibt zwei Verbindungen vom spanischen Festland auf die kanarischen Inseln. Wir haben uns für die kürzeste Strecke entschieden und starteten unsere Reise auf Lanzarote.

Cádiz ist die größere der beiden Hafenstädte und liegt im Süden Andalusiens. Jeden Dienstag fährt hier die Fähre der Reederei Trasmediterránea in ca. 28 1/2 Stunden nach Lanzarote und von dort weiter auf die anderen Inseln.Der Preis pro Person liegt bei ca. 370,00 € für das Reisen im Wohnmobil. Huelva befindet sich an der Südküste Spaniens und ist die Hauptstadt der Provinz Huelva, welche ebenfalls in der Region Andalusien liegt. Hier hast du die Möglichkeit jeden Samstag die Fähre der Reederei FRS in ca 27 Stunden nach Arrecife zu nehmen. Der Preis pro Person liegt hier bei ca 450 € mit Wohnmobil. Bei beiden Fähranbietern hast du automatisch beim Kauf des Tickets einen Sitzplatz, in dem geschlafen werden kann. Jedoch besteht bei beiden Fähranbietern die Möglichkeit eine Kabine dazu zu buchen. Die Kosten pro Doppelkabine beginnen ab 430,00 €.

Die Fährfahrt verbrachten wir in unseren Schlafsesseln, dem Bistrobereich und dem Außendeck. 27 Stunden voller Vorfreude später, begrüßte uns die kanarische Sonne auf Lanzarote und wir hatten unser erstes Ziel endlich erreicht. Die Einreise im Hafen von Arrecife verlief ohne Probleme und ohne jegliche Kontrolle. Unser erster Stopp führte uns ins nahe gelegene Testzentrum, wo wir uns ohne Termin kurzerhand einem Schnelltest unterzogen. Wir hatten es geschafft, waren angekommen auf den Kanaren. Glücklich und mit unserem negativen Testergebnis suchten wir uns unseren ersten Stellplatz am Meer und genossen den Sonnenuntergang.

Mit dem Wohnmobil auf den Kanaren

Wir verbrachten über fünf Monate auf den Kanaren davon 3 Monate auf Lanzarote und jeweils etwas mehr als einen Monat auf Fuerteventura und Teneriffa – und eins steht fest, wir werden wiederkommen! Beeindruckt und gefallen hat uns jede Insel auf ihre eigene Art und Weise. Schwarze Sandstrände, mystische Vulkanberge, immer den Atlantik vor Augen und eine ständig wechselnde Natur machen die Kanaren einzigartig und besonders.

Lanzarote

Recht schnell haben wir uns in die kleine, mystische und für uns völlig unterschätzte Vulkaninsel verliebt. Ganz besonders in den Bann gezogen hat uns der Timanfaya Nationalpark, die Ruhe, das durch den Künstler César Manrique geprägte Landschaftsbild und die vielseitige Natur. Anfangs haben wir uns schwer getan genügend Möglichkeiten für Ver- und Entsorgung zu finden, da der einzige Campingplatz auf der Insel auf Grund von Corona geschlossen war und wir bei vielen Tankstellen zur nächsten geschickt worden sind. Nachdem wir unsere festen Anlaufstellen zur Ver- und Entsorgung gefunden haben und die Strecken auf der kleinen Insel recht kurz sind, haben wir uns schnell auf Lanzarote wohlgefühlt.

Tipp: Für uns haben sich die Tankstellenkette Disa und die Punto Limpios (kleine Entsorgungshöfe) als beste Anlaufstellen zur Ver- und Entsorgung herausgestellt.

Fuerteventura

Die einzige Insel der Kanaren ohne vulkanischen Ursprung. Zugegeben nach der Ruhe und Einsamkeit der vergangenen Monate auf Lanzarote musste man hier etwas suchen. Das hat uns anfangs ganz schön abgeschreckt, volle Campingplätze und viele Touristen. Allerdings perfekte Bedingungen für Wassersport aller Art und kilometerlange, weiße Sandstrände. Vor allem der Süden der Insel hat es uns sehr angetan.

Teneriffa

Sicherlich die touristischste, aber auch vielseitigste Insel, die wir auf den Kanaren besucht haben. Eine wunderschön grüne Insel mit atemberaubenden Wanderwegen und kleinen Bergdörfern, die es sich zu besuchen lohnt. Vor allem der Teide Nationalpark, das Bergdorf Masca und das Anaga Gebirge haben uns zutiefst beeindruckt.

Tipp: Wir empfehlen Masca und das Anaga Gebirge mit dem Linienbus zu besuchen. Die Straßen dorthin sind sehr steil, eng und kurvig. Wir haben das am eigenen Leib erfahren, nachdem wir eine Zwangspause mit rauchenden Bremsen einlegen mussten.

Das Reisen zwischen den Inseln

Das Reisen von Insel zu Insel lief größtenteils unproblematisch. Die Fähren zwischen den Inseln verkehren sehr regelmäßig, so dass man recht spontan ohne große Vorausplanung auf die nächste Insel übersetzen kann.

Was die Coronabestimmungen angeht, gibt es ein eigens für die Kanaren geltendes Ampelsystem, in das die einzelnen Inseln je nach Inzidenzwert eingestuft werden. Ab Stufe drei von vier kann jedoch nur mit triftigem Grund, wie etwa einem Arztbesuch, Familienbesuch oder Nachweis einer touristischen Unterkunft gereist werden.

Hierfür gibt es leider keine gesonderten Auflagen für uns Wohnmobilreisende. So haben wir zwei Wochen länger auf Lanzarote verweilt, da es für uns nicht möglich war, weiter zu reisen. Wer dies umgehen möchte, kann sich auf der nächsten Insel in eine touristische Unterkunft einbuchen und die Buchungsbestätigung am Hafen vorzeigen. Einen Erfahrungsbericht können wir in dem Fall allerdings nicht vorweisen. Für den Inselwechsel und auch für die Fahrt zurück auf das spanische Festland war kein erneuter Corona Test erforderlich.

Coronabestimmungen auf den Inseln

Auf den Inseln gilt immer und überall eine strenge Maskenpflicht. Je nachdem in welcher Stufe sich eine Insel befindet, kann die Anzahl an Personen einer Gruppe eingeschränkt sein. Geschäfte und Gastronomie sind geöffnet, jedoch gilt je nach Ampelstufe eine nächtliche Ausgangsperre ab 22 bzw. 23 Uhr. Wer sich genauer über die aktuellen Bestimmungen auf den Kanaren informieren möchte, dem empfehlen wir den Blog von Canaryvibes. Dort findest du immer alle aktuellen Infos zum Reisen auf- und zwischen den Kanaren während der Coronazeit. Hier geht’s zu Canaryvibes.

Wir kommen wieder

Abschließend sei gesagt, dass wir sehr oft das Gefühl hatten, dass es für uns Wohnmobilreisende nicht wirklich klar definierte Reisebestimmungen in Zeiten von Corona gibt. Die Recherche im Internet beschränkt sich meist auf das Einreisen mit dem Flugzeug. Über das Reisen per Fähre konnten wir wenig in Erfahrung bringen. Letztendlich verlief dennoch alles recht unkompliziert und ohne große Kontrollen. Der Vorbereitungsaufwand beschränkte sich auf das Ausfüllen eines Formulars und das Absolvieren eines Coronatests.

Wir haben uns während der gesamten Zeit sehr sicher und wohlgefühlt und würden immer wieder mit dem Wohnmobil auf die Kanaren reisen.

 

Annika & Robin Vanlife KanarenDie Autoren Annika & Robin: Zwei abenteuerliche Vollzeit-Reisende, mit großer Leidenschaft für Natur, Kaffee, und gutem Essen.

Seit Dezember 2020 reisen und leben wir in unserem selbst ausgebauten Kastenwagen „Carlo”. Die ersten Fünf Monate verbrachten wir auf den Kanaren, aktuell bereisen und erkunden wir das schöne spanische Festland. Wir sind gerne hier und morgen dort. Auf unserer Reise gibt keine feste Route und keinen zeitlichen Rahmen.

Wer gern mehr von uns erfahren möchte, findet uns bei Instagram unter @guess.where.we.are hier teilen wir unsere Eindrücke, schönsten Momente und nehmen dich mit in unseren Van Alltag.