Der Wohnmobil-Bestand in Deutschland wächst weiter, wie am 28.05. durch die neuesten Zahlen der Statistikämter wieder bestätigt wurde. Im ganzen Bundesgebiet stieg mit 85.300 Neuanmeldungen die Zahl der angemeldeten Wohnmobile im letzten Jahr (Stichtag 1. Januar 2021) um 14,5% auf 674.697, wobei allein in Bayern 14.600 neue Wohnmobile zugelassen wurden, was einen Anstieg von 12,9% bedeutet und sich nun die Gesamtzahl der zugelassenen Fahrzeuge im Freistaat auf 127.660 beläuft. Auch Niedersachsen verzeichnete ein starkes Wachstum, wo laut Kraftfahrt-Bundesamt die Gesamtzahl auf 78.516 kletterte, was einem 14,5%igen Anstieg – ca. 10.000 Fahrzeugen – entspricht. Auch dieses Jahr ist der Boom nicht zu brechen: allein im März wurden bundesweit 10.801 Reisemobile zugelassen und im April 8.510.

Wohnmobil-Beladung: Fehlende Erfahrungswerte bei Neulingen

Dieses Wachstum lässt gleichzeitig darauf schließen, dass viele Neulinge und Anfänger unter den Neubesitzern sind, die sich oftmals mit den generellen Regeln, Gegebenheiten und Tricks hinsichtlich der Wohnmobile noch vertraut machen müssen. Fehlende Erfahrungswerte im Hinblick z.B. auf das max. Gesamtgewicht bzw. die Zuladung können hier zu den ersten Problemen führen. Laut ADAC kann man davon ausgehen, dass ca. 30% aller Wohnmobile, die unterwegs sind, zu viel Kilos auf die Waage bringen, was die Sicherheit im Straßenverkehr aufgrund des veränderten Fahrverhaltens und vor allem durch die verlängerten Bremswege kritisch beeinflussen kann.

Immer wieder bietet deshalb der ADAC kostenloses Wiegen an, wie zuletzt in Laatzen (Hannover), an dem 80 Wohnmobile und auch Wohnwagen teilnahmen. Vor allem Anfänger waren erstaunt, dass sie teilweise schon ohne Gepäck, Frischwasser etc an die Grenze des zulässigen Gesamtgewichts gekommen waren.

Übergewicht erkennen, Strafen vermeiden

Unterschätzt werden hierbei oftmals die scheinbar “normalen” Extras wie z.B. die neu-montierte Markise, welche mit ihren rund 80kg schon auf die Waage drückt. Schnell summieren sich die einzelnen Gewichte und die zugelassene Gesamtlast wird teilweise stark überschritten. Während in Deutschland noch mit einer Kulanz von 10% oberhalb des erlaubten Gewichts gerechnet werden kann, sind in anderen Ländern die Bestimmungen um einiges strenger. Allein in Österreich muss bei einer Überschreitung von 2% schon mit empfindlichen Strafen von bis zu 5000 Euro oder sogar der Stilllegung des Fahrzeuges gerechnet werden.

Fazit – zulässiges Gesamtgewicht einhalten

Ein Urlaub soll Entspannung bringen und nervenaufreibende Situationen (Unfälle, Strafen etc.) möchte man daher möglichst vermeiden, weshalb auch schon der Weg vom eigenen Haus bis hin zum Ferienort sicher und ohne Zwischenfälle gemeistert werden sollte. Generell wird dazu geraten – gerade als Neuling ohne die nötigen Erfahrungswerte – vor Antritt der Reise ein Testwiegen in Erwägung ziehen oder bei Bedarf sogar eine Auflastung des Fahrzeuges. Mehr dazu findet ihr hier.

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