Wer kennt es nicht aus den frühen Kindheitstagen: die ersten heftigen Gewitter ließ uns das Blut in den Adern gefrieren und bei jedem Donner fuhr uns die Angst bis ins Mark. Je älter man wird desto entspannter bleibt man. Wir wissen nun schließlich, dass uns Blitz und Donner zu Hause nichts anhaben können. Die Wahrscheinlichkeit von einem Blitz getroffen zu werden ist mathematisch betrachtet zudem niedriger als ein Lottogewinn. Also alles sehr gute Voraussetzungen, dass man sehr gelassen bleiben kann, wenn man am Horizont die Sturmwand aufziehen sieht.

 

Doch wie sieht es bei Gewitter auf dem Campingplatz aus?

Praktisch jeder weiß, dass man im Auto unter normalen Umständen komplett sicher ist. Ist dies jedoch auch der Fall beim Wohnmobil? Die Antwort hier ist jein. Ausschlaggebend ist der Aufbau. Man kann jedoch davon ausgehen, dass auch hier derselbe Schutz durch das sogenannte Faradaysche Prinzip besteht. Bei Kunststoff-Aufbauten muss hierzu jedoch ein Metallgerippe zugrunde liegen, damit der schützende “Käfig-Effekt” wie im Auto erzielt werden kann.
Fahrzeuge mit Aluminum-Außenbeplankung sind ebenfalls sicher und bieten ausreichend Schutz für die Wohnmobil-Insassen.

Anders sieht es jedoch bei Fahrzeugen mit reinem Kunststoffaufbau ohne Metallgerippe oder -geflecht aus. Hier ist ein Stromableiter unumgänglich, damit man kein Risiko eingeht.

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Tipps zur Vorbereitung und Gefahrenreduzierung bei Gewitter

Trotz geringer Wahrscheinlichkeit eines Blitzeinschlages und dem zusätzliche Schutz durch Metallgerippe oder Blitzableiter sollte man trotzdem noch weitere wichtige Dinge vor und während eines Gewitters auf dem Campingplatz beachten:

 

  • Fenster, Türen und Dachluken schließen
  • Markise einholen und Vorzelt sichern
  • Stromversorgung kappen, um eine evt Überladung zu vermeiden
  • keine metallischen Teile im Innenraum anfassen
  • Alkoven während des Gewitters meiden
  • Antenne und SAT-Anlage einholen
  • kein Geschirr waschen und nicht duschen
  • bei Wohnmobilen mit Hub- und Klappdach sollten diese geschlossen werden und man sollte nicht mit dem Kopf in die Nähe des Daches kommen. Der sicherste Platz in diesen Fahrzeugen ist das Fahrerhaus.
  • vor allem bei Gefahr von Windböen den Außenbereich nicht vergessen! Aufgehängte Wäsche vorsorglich wegpacken, Campingmöbel und -utensilien sichern oder komplett aufbewahren.

Gerade im Hochsommer ist am Nachmittag vermehrt mit Hitzegewittern zu rechnen. Wenn man aufgrund anderer Aktivitäten (Fahrradtour, Wanderung, Stadtbesichtigung, Shopping etc) das Wohnmobil ein paar Stunden alleine lässt, sollte man dies im Hinterkopf behalten und vorsichtshalber alles Unwetter-gerecht absichern, z.B. Markise einholen etc.

Im seltenen Fall eines direkten Blitzeinschlages sollten nach dem Sturm alle Reifen gecheckt werden, da durch die Wucht Reifenschäden durchaus möglich sind.

 

Fazit

Gewitter gerade zur Sommerzeit gehören leider zum Campingleben wie die Grillwurst dazu. Wem dies Unbehagen verursacht sollte sich vor dem Urlaub beim Hersteller versichern aus welchem Material sein Wohnmobil besteht und was dieser ggf. als zusätzlichen Schutz vor Blitzeinschlägen empfiehlt. Ist man schon im Campingurlaub vor Ort und sieht dunkle, bedrohliche Wolken am Horizont, ist es ratsam die erfahrenen Campingplatz-Nachbarn zu beobachten. Viele haben jahrelange Erfahrung mit Gewitter auf dem Campingplatz und wissen schon bei den ersten Anzeichen eines Unwetters wann sie wie reagieren müssen. Wenn also plötzlich der halbe Campingplatz sehr geschäftig wird, Markisen einholt und alle Campingutensilien im Vorzelt verstaut, dann sollte man dem gleich tun. Bei Unsicherheiten sollte man nicht zögern und die alten Hasen um Rat und Hilfe bitten. Auf dem Campingplatz gehört die Nachbarschaftshilfe zum guten Ton und man kann mit der Unterstützung ohne Probleme rechnen.

Damit das Wohnmobil auch innen trocken bleibt, hier ein paar Tipps.

 

Foto von Johannes Plenio von Pexels

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Nein, ein Zelt bietet keinerlei Schutz bei Gewitter.

Mit Windgeschwindigkeiten von über 100 km/h, z B. bei einem Orkan, kann ein Wohnmobil kippen.