Ein Wohnmobil wird oft mit einer Wohnung auf vier Rädern verglichen, da alles Notwendige zum Leben vorhanden ist: Schlafzimmer, Bad, Wohnbereich, Homeoffice und auch eine Küche. Da jedoch alles etwas kleiner und auch beengter als zu Hause ist, muss man sich in einigen Belangen anpassen. Beim Kochen im Wohnmobil wird es schwierig ein 5-Gänge-Menü zu zaubern, jedoch bedeutet das natürlich nicht, dass man sich nur von Dosenravioli ernähren muss. Mit der richtigen Ausstattung und den richtigen Rezepten kann man auch im Campingurlaub abwechslungsreich und gesund essen.

Küche im Wohnmobil

Ein Wohnmobil ohne Küche macht wenig Sinn. Denn gerade der Wunsch nach Freiheit und Unabhängigkeit, welche viele Camper auf ihren Reisen mit dem Wohnmobil suchen, werden mit der eigenen Küche ein Stück weit gewährleistet: man ist komplett unabhängig von Öffnungszeiten, Feiertagen, oder ganz aktuell Corona-bedingter Maßnahmen. Abgesehen davon spart man sich so mehr Geld ein und das Reisebudget wird nicht unnötig belastet.

Die Grundausstattung bei Wohnmobilen umfasst in den meisten Fällen einen Kühlschrank, ein Kochfeld mit 2-3 Gasflammen, einem kleinen Waschbecken und Stauraum in Schubladen und Schränken. Alles in einer kleinen Küchenzeile zusammengefasst. Aufgrund des fehlenden Platzes haben nur sehr wenige, meist größere Fahrzeuge einen Backofen, Mikrowelle oder Campingspülmaschine.

Da die Arbeitsfläche meist etwas klein ist, weichen viele zum Gemüsen-Schnippeln auf die Dinette oder den Campingtisch vor dem Wohnmobil bzw. – wenn vorhanden – im Vorzelt aus. Somit hat man den besten Vorwand gleich die Mitreisenden mit einzuspannen: jeder bekommt einen Schäler oder ein Messer in die Hand und los geht das Gemeinschaftskochen.

Utensilien fürs Kochen im Wohnmobil

An was fehlt es im Wohnmobil am meisten: Platz und Zuladungsmöglichkeit! Deshalb sind schwere, große Töpfe und Pfannen mehr als unpraktisch. Auch Porzellanteller, wie man sie von zu Hause gewohnt ist, sind nicht empfehlenswert. Beim ersten Schlagloch kann man dann nur noch Scherben zusammensuchen. Deshalb sind Materialien wie Plastik oder Melamin (Teller, Gläser etc.), sowie Aluminium und Emaille (Pfannen, Töpfe etc) bei Campern sehr beliebt. Auch die Hersteller von Camping-Ausrüstung haben sich über die Jahre sehr praktische Lösungen einfallen lassen, wie z.B. die faltbaren Küchenhelfer aus Silikon, darunter Becher, Salatschüsseln, Eimer, selbst Kochtöpfe sind darunter.

Was auf alle Fälle dabei sein sollte (unabhängig von Material):

  • Töpfe verschiedener Größen (z.B. 1 x groß zum Nudelkochen, 1 x klein für einfache Soßen, Suppen etc)
  • Pfanne und Wok (am besten im abnehmbarem Griff)
  • Teller (große und kleine)
  • Besteck inkl. 1 scharfen Messer
  • Schüsseln für Frühstücksflocken bzw. Suppen
  • Gläser / (Kaffee-)Becher
  • Tupperdosen zur Aufbewahrung von Resten
  • Eierbecher, bei wem das Frühstücksei nicht fehlen darf
  • Nudelsieb, vorzugsweise faltbar
  • Pfannenwender, Koch- und Suppenlöffel, Schneebesen, Grillzange
  • Dosen- und Flaschenöffner, Korkenzieher
  • Feuerzeug/Streichhölzer
  • Spülschüssel, Spülmittel, Geschirrtücher und Schwamm
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Foto von Voyagerix von iStockphoto

Abspülen nach dem Kochen im Wohnmobil

Nach jedem Essen empfiehlt es sich so schnell wie möglich abzuspülen, wenn man nicht in kürzester Zeit eine Invasion an Insekten haben möchte. Wer sich auf einem Campingplatz befindet wird es höchstwahrscheinlich vorziehen, die dortigen Installationen dafür zu nutzen. Etwa um die eigenen Wasservorräte zu schonen, aber auch die Möglichkeit zu nutzen einen kleinen Plausch mit anderen Campern zu halten und Reiseempfehlungen auszutauschen. Nicht selten verabredet man sich dabei gleich zum nächsten Grillabend, wenn man merkt, dass man auf der selben Wellenlänge ist. Camper sind generell ein geselliges Völkchen, da macht sogar der Abwasch zusammen Spaß.

Wer nicht auf einem Campingplatz mit entsprechenden Intallationen steht, kann natürlich auch im Wohnmobil selber abspülen. Dafür ist das Spülbecken ja da, jedoch ist es im Vergleich recht klein und macht das Spülen unter manchen Vorraussetzungen zur Herausforderung. Zum Abspülen der Frühstücksteller ist es noch ausreichend, jedoch bei größeren Mengen an schmutzigem Geschirr wird es schwieriger und die Mithilfe eines designierten Helfers zum gleichzeitigen Abtrocknen unumgänglich. Sonst wird man recht schnell in Platznot kommen mit dem sauberen, aber noch nassem Geschirr.

Zu beachten beim Abspülen im Wohnmobil ist, dass die Schläuche unter Umständen etwas eng sind und durch Essensreste verstopfen könnten. Gelangen sie ungehindert in den Grauwassertank sollte dieser regelmäßig geleert werden, da ansonsten das Wasser zu faulen anfangen und dies zu sehr unangenehmen Gerüchen im Wohnmobil führen könnte. Vor allem, wenn das Fahrzeug in Bewegung ist und der Grauwassertank und dessen Inhalt ins Schwanken gerät, werden vermehrt die Faulgase aus dem Abguss aufsteigen. Man sollte deshalb darauf achten, dass ein Siphon (Geruchsverschluss) installiert ist, welcher die Abwassergerüche zurückhalten kann.

Backen im Wohnmobil

Den Luxus eines richtigen Backofens wird man meist selber nachrüsten müssen, da dieser üblicherweise nicht in Wohnmobilen zur Grundausstattung gehören. Man hat die Wahl zwischen der teureren Variante des Gasbackofens, der nachträglich installiert werden muss. Oder einem elektrischen Minibackofen, dessen Nutzung jedoch zu jeder Zeit genügend Strom voraussetzt. Deshalb ist dieser eher für Wohnmobile mit Landstromanschluss auf dem Campingplatz geeignet.

Eine der beliebtesten Alternativen unter Campern ist der Omnia-Backofen, der ganz einfach mit Hilfe des normalen Wohnmobil-Herdes benutzt werden kann. Damit einem nie die Rezepte ausgehen gibt es verschiedene Omnia Rezeptbücher und sogar spezielle Facebook Gruppen zum Thema, z.B. „OMNIA Kochbuch Rezepte“ mit fast 30.000 Mitgliedern.

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Camping-typische Gerichte

Aufgrund der eingeschränkten Verfügbarkeit von Küchengeräten und Zutaten muss das Repertoire an Rezepten etwas umgestellt werden, wenn man auf Camping-Reise ist. Dies kann jedoch auch interessant sein, da man mit der Umstellung der eigenen Kochgewohnheiten leckere, neue Gerichte entdecken kann. Zudem macht Kochen im Wohnmobil in der Hinsicht Spaß, dass man ja im Urlaub ist und alles ganz in Ruhe angehen lassen kann. Kein Alltagsstress kann die Erfahrung so schnell trüben. Das Experimentieren mit neuen Mahlzeiten kann durchaus zum Reiseabenteuer dazugezählt werden.

Manche Camper sind beim Kochen im Wohnmobil wahre Künstler mit ihren ausgefallenen One-Pot-Variationen, also bei Gerichten, bei denen man nur 1 Topf oder 1 Pfanne benötigt. Und nein, es muss nicht immer nur Nudeln mit Soße sein, es gibt weitere Ideen, die ebenso schnell und auch nahrhaft und abwechslungsreich sind. Pfannenpizza, Chili- oder Currygerichte und Couscous mit Gemüse sind dabei nur einige Beispiele. Hat man den schon genannten Omnia-Backofen an Bord, wird das Kontingent an One-Pot-Gerichten noch vervielfacht.

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Foto von A_Lein von iStockphoto

Vorräte auf Reisen

Aufgrund des schon erwähnten Platzmangels und der unerwünschten, unnötigen Zuladung empfiehlt es sich lediglich Grundnahrungsmittel für die ersten Tage einzupacken. Am Reiseziel angekommen kann man sich mit dem nötigen Rest nach und nach eindecken. Gerade frisches Obst und Gemüse, sowie Fleisch- und Fischprodukte sind meist als regionale Spezialitäten eine wahre Bereicherung für ihre Urlaubs-Küche.

Mehr zum Thema: Lebensmittel für den Campingurlaub – Was im Wohnmobil mitnehmen?

Besonderheiten beim Kochen im Wohnmobil

Nicht nur, dass die Wohnmobil-Küche wie erwähnt platzmäßig kleiner ist als von zu Hause gewohnt und somit die das Zubereiten von Mahlzeiten beeinträchtigt. Generell die Kochgewohnheiten sind an die Umgebung anzupassen:

  • Gerichte, die lange garen müssen, sind eher unpraktisch beim Kochen im Wohnmobil, denn somit werden die Gasvorräte schnell an ihre Grenzen kommen.
  • Gebratenes und fritiertes schmeckt besonders gut, doch leider haben diese Mahlzeiten die nachteilige Eigenschaft, dass noch lange nach dem Kochen die Küche den teils starken Geruch nicht los wird. Im eigenen zu Hause ist das nicht das große Problem, da nur die Küche betroffen ist, selten jedoch Wohn- oder Schlafzimmer. Im Gegensatz dazu steht das Kochen im Wohnmobil: hier ist alles auf einem Raum und wenn die Polster, Vorhänge und Kissen noch Stunden oder Tage nach Essen riechen, dann ist das sicher nicht im Sinne der Reisenden. Alternativ sollte man diese Gerichte lieber draußen, z.B. auf dem Grill braten oder zumindest beim Kochen im Wohnmobil alle Fenster und Türen aufreißen, damit die geruchsintensive Luft direkt abziehen kann und somit keine Chance hat, sich in den Textilien festzusetzen.
  • Umständliche/aufwendige Gerichte, die viele Töpfe und Pfannen gleichzeitig benötigen, sind bei 2 Gasflammen schwer umsetzbar oder dauern überdurchschnittlich lange bei der Zubereitung. Wer Zeit, Lust und Muse hat, kann sich natürlich daran versuchen, doch zu einer tag-täglichen Routine wird es wohl weniger werden.

Titelfoto von photoschmidt von iStockphoto

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Generell kann man im Wohnmobil dasselbe frühstücken wie zu Hause. Wer danach sportlich aktiv unterwegs sein wird, z.B. Wandern oder Biken, empfiehlt es sich gesund und nahrhaft zu frühstücken. Ein Müsli mit vielen Nüssen, Samen und Früchten und etwas Yogurt liefert die notwendige, langanhaltende Energie.

Kochen oder Aufwärmen ist mit einer Gasflamme des Campingkochers recht lange möglich, da dieser nur sehr wenig Gas verbraucht (ca. 80-100g Gas pro Stunde)