Der Frühling steht vor der Tür und schon bald wird die Sonne uns wieder mit angenehmen Temperaturen verwöhnen, die wir alle so sehr vermissen. Doch je näher der Sommer rückt, desto öfter wird es auch Tage geben, an denen wir uns nach einem Schattenplätzchen sehnen werden. Schließlich fehlt nicht mehr viel, bis einem die Hitze so richtig zu schaffen macht, wenn man im Sommerurlaub mit dem Wohnmobil in Südeuropa nachts auf dem Campingplatz vor lauter Schwitzen gar nicht zum schlafen kommt. Spätestens dann bereut man es, dass man wie viele Camper zwar in eine Heizung, jedoch nicht in eine Klimaanlage fürs Wohnmobil investiert hat. Welche Möglichkeiten zum Nachrüsten gibt es und wie aufwendig ist die Installation?

Braucht man wirklich eine Klimaanlage fürs Wohnmobil?

Noch bis vor ein paar Jahren war man es fast schon gewohnt, dass der Deutschlandurlaub selbst im Juli und August eher nass-kalt war. Unter Umständen musste noch die Heizung hier und da im Wohnmobil angeschalten werden, damit man nachts keine kalten Füsse bekam. In den letzten Jahren scheint jedoch der Hochsommer in deutschen Landen keine Seltenheit mehr zu sein. Höchstwahrscheinlich steckt der Klimawandel dahinter, der uns neben Katastrophen wie Orkanen und Hochwasser auch generell heißere Temperaturen beschert.

Die Folge ist, dass beim Heimaturlaub plötzlich Tage und sogar Nächte durch die Hitze teilweise sehr anstrengend werden können. Ganz zu schweigen davon, wenn man sich mit dem Wohnmobil in südlicheren Ländern aufhält. Wenn also selbst ein Ventilator nicht mehr die erwünschte Abkühlung bringen kann, dann ist für viele der einzige Ausweg der Einbau einer Klimaanlage fürs Wohnmobil.

Welche Geräte helfen gegen hohe Temperaturen?

Je nach Intensität der Hitze gibt es verschiedene Möglichkeiten, sich etwas Abkühlung zu verschaffen:

  • der Ventilator ist mit Sicherheit die einfachste, schnellste und preisgünstigste Variante, um bei drückenden Temperaturen eine gewisse Abhilfe zu verschaffen. Steigen die Temperaturen jedoch jenseits der 30-35 Grad, so wirbelt auch er nur noch heiße Luft durch die Gegend und so richtig kommt keine Erleichterung auf.
  • Verdunstungsklimageräte – oftmals genutzt als tragbare, also mobile Klimageräte –  funktionieren als Luftkühler. Es wird warme Raumluft angesaugt und diese innerhalb des Gehäuses mithilfe von Wasser, Eiswürfeln oder Kühlakkus heruntergekühlt. Da im Gegensatz zu den Klimaanlagen also kein spezielles Kältemittel verwendet wird, ist die Abkühlung der Luft nur bis zu einem gewissen Grad möglich und braucht hierzu auch weit länger. Diese Technik wird ebenfalls für manche Dach-Klimaanlage für Wohnmobile genutzt.
  • möchte man eine weit effizientere Kühlleistung, so wird man um eine Kompressor-Klimaanlage nicht herumkommen, welche im Prinzip wie ein haushaltsüblicher Kühlschrank funktioniert. Mit Hilfe eines flüssigen Kältemittels, welches durch Druck verdampft wird und dabei von der Raumluft Wärme aufnimmt, wird zur Kühlung des Innenraums beigetragen. Weit verbreitet ist diese Technik sowohl in den beliebtesten Dach- als auch Staukasten-Klimaanlagen fürs Wohnmobil.

Staukastenklimaanlage

Wie der Name schon verrät, wird diese Klimaanlage versteckt im Staukasten bzw. Stauraum (unter der Sitzbank oder in der Heckgarage) installiert. Damit die kalte Luft optimal ausgegeben werden kann, sollten Luftverteiler und Lüftungsdüsen nach oben verlegt werden. Bei dieser Installation können die Schläuche je nach individuellen Wünschen dorthin verlegt werden, wo man sie gerne haben möchte. So kann man je nach Bedarf die kühle Luft in verschiedenen Bereichen des Wohnmobils steuern. Während tagsüber der Wohnbereich priorisiert wird, kann man nachts die Luftdüsen im Schlafbereich aktivieren.

Manche Stauraumklimaanlagen können sogar noch mehr: ob Luftreinigung (z.B. durch Pollenfilter), Luftentfeuchter (ideal für Allergiker) oder sogar Lufterwärmung, was die Klimaanlage als Heizung verwenden lässt.

Durch die Installation im Stauraum wird zudem die Geräuschbelästigung auf ein Minimum beschränkt. Wem es trotzdem noch nicht leise genug ist, der kann durch speziellen Dämpfer installieren lassen, um den Geräuschpegel zu mindern.

Nachteilig bei den Staukastenklimaanlagen ist der Platzaufwand sowohl für das Klimaanlagen-Gehäuse als auch für die Schläuche. Durch den Einbau fehlt der kostbare Stauraum letztendlich für Gepäck oder andere Zuladung, was bei kleineren Wohnmobilen durchaus als unpraktisch angesehen werden kann.

Dachklimaanlage

Im Gegensatz zur Staukastenklimaanlage besetzt die Dachklimaanlage keinen wertvollen Platz, der später bei der Zuladung fehlen könnte. So wie es der Begriff preisgibt, wird die Klimaanlage auf dem Dach montiert. Hierzu wird entweder eine schon bestehende Dachluke ausgebaut und durch das Gerät einfach und ohne großen Aufwand ersetzt. Wer die Dachluke jedoch nicht verlieren möchte, bzw. die Klimaanlage lieber in einem anderen Bereich haben möchte, der kann diese an einer anderen Stelle einbauen lassen. Dies sollte jedoch unbedingt durch einen Fachbetrieb geschehen, damit man keine Gefahr läuft, dass es zu Wasserfilterungen kommen könnte. Wer lediglich den Verlust des Tageslichts der Dachluke befürchtet, für den könnte das Modell Dometic FreshLight interessant sein, welches ein integriertes Dachfenster besitzt.

Der Einbau von zusätzlichen Schläuchen (abgesehen von der Stromversorgung) ist bei der Dachklimaanlage nicht nötig. Die kalte Luft wird über einen Ausströmer ins Fahrzeuginnere geleitet.

Nachteilig bei der Installation einer Dachklimaanlage ist das veränderte Kurvenverhalten des Fahrzeuges. Durch das extra Gewicht an der höchsten Stelle des Wohnmobils kann dies vor allem in engen Kurven zu spüren sein und so die Fahrzeugstabilität beeinträchtigen. Auch die Aerodynamik wird verringert und auf lange Sicht hin wird sich dies im Spritverbrauch niederschlagen. Auch sollte man nicht vergessen, dass sich die Gesamthöhe durch die Montage der Klimaanlage auf dem Dach ändert und es so z.B. bei Brücken oder Unterfühurngen etwas eng werden könnte.

Bedienung der Klimaanlagen

Die Klimaanlagen lassen sich standardmäßig über eine Fernbedienung oder auch direkt am Gerät bedienen. Einige neuere Modelle (z.B. von Truma) lassen sogar eine Steuerung per Smartphone zu, was sehr vorteilhaft ist, wenn man nach der Rückkehr von der Tagestour oder vom Strand nicht erst lange warten muss, bis die Klimaanlage das aufgeheizte Wohnmobil nach der Rückkehr herunterkühlt. Mit dem Handy kann man die Klimaanlage schon eine gewisse Zeit vorher anschalten und wird so mit angenehmen Innentemperaturen im Wohnmobil empfangen.

Stromversorgung der Klimaanlagen

Die Klimaanlagen für Wohnmobile funktionieren mit Landstrom, jedoch werden auch passende Wechselrichter als Zubehör angeboten. Damit können die Geräte auch ohne Landstrom betrieben werden. Zudem kann ein Wechselrichter auf Stell- und Campingplätze sehr hilfreich sein, bei denen die Stromversorgung sehr schwach ist. Der Anlaufstrom kann bei manchen Geräten kurzzeitig bis zu 20 Ampere betragen, was somit zu einem Problem werden könnte. In diesen Fällen empfiehlt es sich, die Klimaanlage mit dem Wechselrichter zu starten und nach einer gewissen Anlaufzeit auf Landstrom umzustellen.

Tipp: Generell sollte man sich vor der Reservierung eines Platzes über die Leistungen genau informieren und auch das Kleingedruckte lesen. Nicht selten wird bei Gebrauch einer Klimaanlage eine höhere Strompauschale verlangt, was am Ende bei der Abrechnungen zu unschönen Überraschungen führen könnte.

Preisvergleich Klimaanlagen für Wohnmobile

(Stand 18.03.2022, Angaben ohne Gewähr)

ReimoFritz BergerObelinkAmazon
Dometic Freshlight 2200 (Dachklimaanlage)2.770 Euro1.895 Euro2.199 Euro2.770 Euro
Dometic FreshWell 3000 (Staukastenklimaanlage)1.729 Euro1.395 Euro1.395 Euro1.811,84 Euro
Truma Aventa Comfort (Dachklimaanlage)2.339 Euro2.339 Euro2.395 Euro2.651,99 Euro
Truma Saphir Compact (Staukastenklimaanlage)1.479 Euro1.495 Euro1.495 Euro1.832,99 Euro
Webasto Cool Top Trail (Dachklimaanlage)1.969 Euro1.649 Eurok.A.k.A.
Blaupunkt Blue Moby S 09 (mobiles Klimagerät)k.A.499 Eurok.A.k.A.

Fotos von welcomia von iStockphoto

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