Nachdem uns letztes Jahr unsere Tour mit einem gemieteten Wohnmobil auf den Peloponnes in Griechenland so gut gefallen hat, wollten wir das dieses Jahr unbedingt wiederholen. Nach kurzer Überlegung, welche Inseln es im mediterranen Raum noch so gibt, fiel unsere Entscheidung nach kurzer Überlegung auf Sizilien. Außerdem hatten wir genug von Gyros & Tzatziki und wollten endlich einmal Cannoli und Arancini in Palermos Innenstadt probieren.

Darüber hinaus hatte Sizilien diesen Hauch von Mafia, was es für uns so interessant machte. Auch wenn meist „der Weg das Ziel“ ist, hatten wir schlichtweg keine Zeit erst mehrere Tage und mehrere 1000km nach Sizilien zu fahren. Deshalb beschlossen wir wieder ein Wohnmobil vor Ort zu mieten. Und los ging es!   

Saftig grün, viel grüner als z.B. Peloponnes in Griechenland oder auch Mallorca in Spanien empfing uns die Mittelmeerinsel in diesen Sommer. Gelandet sind wir in Catania, die Stadt liegt direkt am Fuß des Ätnas im Osten der Insel, von dort aus sollte unsere Rundreise beginnen.

Freistehen auf Sizilien

Fangen wir erst einmal mit der Frage an, die sich immer die meisten stellen: Muss ich auf Sizilien zwangsläufig auf einen Campingplatz fahren um zu übernachten? Oder kann man frei in der Natur stehen? JEIN! Wie so oft sollte man bei der Wahl des Übernachtungsortes mit ein wenig Fingerspitzengefühl vorangehen. Mitten in Palermo auf dem belebten Marktplatz oder im schicken Yachthafen zu stehen und die Markise ausfahren kommt nicht gut an, weit ab von Städten z.B. in den Bergen oder auch an einsamen Küstenabschnitten ist es in Ordnung und wird akzeptiert.

Es kommt natürlich wie immer aufs äußere Erscheinungsbild an. Tische, Stühle, Markise sollten über Nacht nicht draußen bzw. ausgefahren sein. Sizilien ist zum Glück noch keine Camper-Hochburg in der sich ein Wohnmobil nach dem anderen irgendwelche Serpentinen hochquält oder die Fahrzeuge in Reih und Glied an jeder möglichen Parkbucht an der Küste entlang stehen. 

Von engen Straßen und Altstädten

Aber es gibt Straßen und Bezirke in größeren Städten in denen das einfahren mit einem Wohnmobil untersagt ist. Ich kann es auch nur jedem ans Herz legen, es nicht zu probieren oder zu versuchen, denn es hat seinen Grund. Gerade die kleinen alten Innenstädte mit ihren winzigen Gassen bringen einem mit dem Camper ans Limit des physisch machbaren. Da muss man schon höllisch aufpassen nicht jemanden von der vorbeischießenden Vespa (Motorroller) zu holen oder die Begonien mit dem Alkoven vom Balkongeländer zu reisen. Wir hatten „Glück“ und steckten nur mal kurz mit dem Unterboden auf einer Kuppe fest.

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Frischwasser-Versorgung und Grauwasser-Entsorgung auf Sizilien

Wie sieht es mit dem Füllstoffmanagement an Bord aus? Nun ja, Tanken – das ist klar – kann man an jeder Tankstelle, aber nach einem Wasserhahn oder einem Grauwasserabfluss muss man schon regelrecht suchen. Es kann also durchaus sein, dass Ihr an 5 Tankstellen vorbeikommt und leider nur Tanken könnt und nicht mehr. Immerhin sind die meisten Campingplätze wohnmobilfreundlich ausgestattet. Dort erhaltet Ihr fast überall Wasser und könnt zum Teil auch das Grauwasser loswerden.

Lokale Küche vs. Campingessen

Noch ein Tipp „La dolce vita“ – das Essen. Klar hat man im Wohnmobil die Küche immer und überall dabei, jedoch ist es auf Sizilien so wie auch in anderen mediterranen Ländern. Es schmeckt einfach unfassbar gut im Restaurant. Also tut der lokalen Wirtschaft was Gutes und geht ein paar mal essen. Preislich nicht ganz so günstig wie z.B. Griechenland, aber immerhin müsst Ihr an dem Abend das Geschirr mal nicht wegräumen.

Maut & Straßengebühren auf Sizilien

In Sizilien stehen wie sonst auch in Italien, an den Autobahnauf- und -abfahrten sowie nach gewissen Abschnitten Mautstationen. Dort müsst Ihr für den jeweiligen Streckenabschnitt bezahlen, den Ihr befahren habt. ABER! Es hält sich wirklich in Grenzen im Durchschnitt bezahlt man 3 -8 €, für vielleicht 50 – 100 km.

Außerdem gibt es auf Sizilien unterschiedliche Arten von Autobahnen: wenn sie blau sind, sind sie mautfrei, wenn sie grün sind, sind sie mautpflichtig. Den Unterschied erkennt Ihr ganz einfach an der Farbe der Beschilderung.

Wenn Ihr dann mit eurem Wohnmobil in Innenstädte nach Palermo, Catania oder Cefalu fahren wollt, werden auf jeden Fall Parkgebühren fällig. Das lässt sich auch schlicht weg kaum vermeiden, da man das Womo in den engen Innenstädten gar nicht anders abstellen kann.

Sizilien im Wohnmobil

Die Must see’s bzw. do’s auf Sizilien

Wunderschöne Küstenabschnitte, verlassene Bergdörfer und traditionelle Märkte. Sizilien hat viel zu bieten und auch wir haben noch lange nicht alles gesehen, wie z.B. die Inseln von Trapani oder gar Marsala. Aber wir hatten auch nur 10 Tage Zeit für unsere Rundreise. Um also Sizilien entspannt zu erkunden, sollte man mindestens 14 Tage einplanen, besser 20. Nun möchte ich immerhin von meinen Top 5 berichten, von denen ich sagen kann, Ja! Das muss man gesehen haben.

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Numero uno – Cefalu

Cefalu ist mit nur knapp 15.000 Einwohnern viel, viel kleiner als die Inselhauptstadt Palermo und somit eine malerisch kleine Küstenstadt an der Nordküste Siziliens, mit hunderten von alten kleinen Gassen. Im Zentrum der Stadt befindet sich die begehbare Kathedrale und auf dem Marktplatz davor gibt es etliche Cafes die zum Verweilen einladen. Wenn Ihr die Stadt besuchen möchtet, empfehle ich euch, dies am Abend zu machen. Zum einen ist es nicht so unerträglich heiß und zum anderen kann man so entspannt durch die Gassen mit den vielen Geschäften schlendern und im Anschluss in eines von gefühlt 1000 Restaurants einkehren.

Numero due – Die Südküste

Kilometerlange weiße, entlegene Sandstrände, mehr muss man dazu nicht sagen. Sizilien ist nicht konstant von Sandstränden umgeben, zum größten Teil ist die Insel eher felsig. Nicht so im Süden: westlich und östlich von Sciacca gibt es viele einsame, lange Sandstrände.

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Numero tre – Gola dell’Alcantara

Schuhe ausziehen und durch da! Ca. 30 km nördlich vom Ätna liegt die Gola dell’Alcantara Schlucht mit einzigartigen Wänden voller prismischer, fünf- und sechseckigen Säulen. Durch die 20m tiefe Schlucht ist vor tausenden von Jahren ein sich langsam erkaltender Lavastrom geflossen und hat so dieses erstaunliche Naturphänomen geschaffen. Ihr könnt entweder barfuß durch den Fluss, der sich durch die Schlucht zieht, laufen oder sogar eine Raftingtour buchen, in der Ihr mit Protektoren ausgestattet werdet und den Fluss hinabtreibt, schwimmt oder prallt.

Sizilien mit dem Wohnmobil

Numero quattro – Der Ätna

Wenn Ihr nicht gerade schon 10x auf Island an einem Vulkan standet, ist der Ätna als höchster aktiver Vulkan in Europa ein Muss. Jeder sollte sich einmal das Gelände in Form einer Aschewüste da oben anschauen. Es ist einfach eine andere Welt. Ich empfehle euch die Besteigung aber auch im Hochsommer mit langer Kleidung, da es auf 3000 Höhenmetern schon mal 15 Grad kälter sein kann. Zudem geht eine ordentliche Brise und zum Teil befindet man sich in einer vorbei- oder durchziehenden Wolke. Ihr könnt entweder eine geführte Tour buchen oder auf eigene Faust da hoch. 

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Numero cinque – die Festungsstadt Syrakus

Die Stadt Syrakus, welche sich in Osten der Insel befindet, besitzt eine kleine vorgelagerte Festungsinsel namens Ortigia. Dieses Bollwerk im Meer wurde vor hunderten von Jahren errichtet. Die ganze Insel ist extrem historisch aufgebaut und erscheint sehr massiv. In der Inselmitte befinden sich allerhand geschichtsträchtige Bauten wie Kathedralen, der Dom, Tempel, Wachtürme und Wehranlagen.

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Wohnmobil mieten

Im Regelfall befinden sich die Mietstationen da, wo auch die Flughäfen sind, also entweder in Palermo oder Catania. Die meisten Vermieter kommen aber mit dem Womo auch direkt zum Flughafen und holen euch ab. Ihr könnt also landen und dann direkt in den Camper steigen und losdüsen. Im Netz findet Ihr viele Anbieter, die Wohnmobile für Sizilien anbieten. Jedoch ist die Insel auch nicht mit Campern überflutet. Was ich damit sagen will, Ihr habt viel Auswahl, aber auch nicht unendlich. 

Schaut euch – so wie immer – die Mietbedingungen der einzelnen Anbieter an. Nehmt ein paar Euros mehr in die Hand und bucht einen guten Versicherungsschutz dazu. Dieser sollte mindestens einen Glas-, Reifen-, Boden- & Unterfahrschutz enthalten. Siziliens Straßen sind alt, hart, eng und beherbergen das ein oder andere große Schlagloch, das euch zum Verhängnis werden könnte. Freikilometer sowie einen zweiten Fahrer gibt es meistens bei allen Anbietern dazu.

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Kriminalität und „Die Mafia“

Sizilien ist ein sehr sicheres Reiseziel, schließlich sind wir in Italien und somit auch in der EU. Die Mafia ist schon seit Ende der 70er nicht mehr so richtig aktiv (oder nur nicht mehr so offensichtlich). Nun ja, das mag im Großen und Ganzen auch stimmen, jedoch solltet Ihr euch die Gegend, wo Ihr parkt und übernachten wollt, genau ansehen. Habt Ihr ein schlechtes Bauchgefühl, dann fahrt weiter.

Freistehen ist – wie zu Beginn des Textes erwähnt – möglich, wenn sich niemand dadurch gestört fühlt. Stellt euch nicht so offensichtlich in die Landschaft, sondern eher hinter Bäume, Mauern oder zu bereits anderen Campern.

Viel mehr Kriminalitätsdelikte als andere Länder hat Sizilien auch nicht vorzuweisen, aber legt eure Geldbörse lieber doch nicht auf das Armaturenbrett. Man erfährt immer wieder von Vorfällen, bei denen Touristen bzw. deren Camper ausgeraubt wurden. Sicher könnt Ihr euch nur sein oder fühlen, wenn Ihr für einen Parkplatz oder Campingplatz mit Gebühren bezahlt und dort Personal vorhanden ist. 

Vor der Sizilianischen Mafia braucht Ihr euch eigentlich nicht zu fürchten, denn diese ist „touristenfreundlich“, schließlich bringen Touristen Geld auf die Insel. So wurde uns es jedenfalls mitgeteilt. 

Noch ein Tipp: Es gibt viele Trickdiebe in den großen Städten. von Hütchenspielern bis zum Kutscher,die auf der Suche nach gutgläubigen Touristen sind. Also seid nicht so leicht- bzw. gutgläubig!

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Fazit

Ihr habt noch 2 Wochen Urlaub übrig im Sommer? Dann kann ich euch eine Rundreise mit einem Wohnmobil über diese italienische Insel wärmstens empfehlen. Solch eine grüne Vegetation ist sonst kaum im Mittelmeerraum zu finden. Außerhalb der Städte gibt es Schluchten, Berge, Vulkane und Höhlen, die zum erkunden einladen. Immer mal wieder kommt man auf der Fahrt an einem der schier endlos langen Sandstrände vorbei (an dem man zu 90% frei stehen und die Nacht verbringen kann), bevor man in der nächsten historischen Altstadt in einer der kleinen Gassen in einem Espresso versinkt und dabei den typisch italienischen Flair genießt. 

Wenn Ihr nun richtig Lust auf Sizilien bekommen habt und noch mehr Eindrücke sammeln möchtet, dann findet Ihr den Link zu allen ausführlichen Videos über unseren Roadtrip hier.

Über den Autor

Rick aka Fatal Error a Travel Story auf Youtube. Der Name ist Programm! Bei mir geht es in jedem Video um verrückte, humorvolle, aber auch informative Reiseberichte. Bei mir ist nichts gestellt. Ich filme alles aus der Situation heraus, gerade deswegen sind meine Filme so authentisch. 

Macht euch selbst ein Bild. Schaut bei mir auf dem Kanal vorbei, holt euch nen Kaffee und begleitet mich mit auf einer der mittlerweile zahlreichen Touren durch Griechenland, Schottland, USA, Italien, England, Island und Skandinavien.

Wir sehen uns, Ciao!

Youtube Kanal: https://www.youtube.com/channel/UCIVoD3z_h5ZYcT7X-tjT8dw

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