Island, die Insel aus Feuer und Eis, bei der man sofort an Vulkane, Geysire, Polarlichter und wilde Natur in ihrer ursprünglichsten Form denkt. Genau das waren für uns die Gründe einen Roadtrip, auf der einsamen Insel im kalten Nordpazifik, zu wagen.

Sofort stand für mich fest, das wird anders, das wird kein lauwarmer Mittelmeerroadtrip, wie die letzten Jahre bei dem man am Abend in einer Beachbar sitzt und gemütlich seinen Mojito schlürft. Das wird kalt, windig, anstrengend aber auch beruhigend, wunderschön und beeindruckend. Letzteres meine ich durchaus positiv, den Island entschleunigt und das nicht nur aufgrund der maximalen Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h auf der gesamten Insel.

Wir waren Anfang Mai für 12 Tage auf den Schotterstraßen der Insel mit einem gemieteten und umgebauten Mitsubishi Pajero 4×4 knappe 2000 km unterwegs

Die Ringstraße in Island ist eine beeindruckende Straße, die um die gesamte Insel herumführt. Mit einer Länge von 1332 Kilometern (828 Meilen) bietet sie unzählige Möglichkeiten, die Schönheit Islands zu entdecken.

Das Geschwindigkeitslimit beträgt 90 km/h, wobei es in bewohnten Gebieten auf 50 km/h reduziert wird. Der Straßenzustand ist insgesamt sehr gut, da 98% der Strecke geteert sind. In der Regel hat die Ringstraße zwei Spuren, aber es gibt einige einspurige Brücken, die man beachten sollte. Wartungsarbeiten an der Straße finden das ganze Jahr über statt, aber nur in vereinzelten Fällen sind Straßensperrungen erforderlich.

Im Winter ist die Fahrt auf der Ringstraße besonders anspruchsvoll und es wird empfohlen, ein 4×4 Fahrzeug und Erfahrung im Winterfahren zu haben. Um die gesamte Ringstraße zu umrunden, sollten man mindestens 6 Tage im Sommer und 12 Tage im Winter einplanen, aber für eine entspanntere Reise empfiehlt es sich, 10-14 Tage im Sommer und 20-25 Tage im Winter einzuplanen.

geschätzte Lesedauer für diesen Beitrag: 5 Minuten

Allgemeines zum Leben auf der Straße in Island

Wo fängt man an wo hört man auf? Island ist dann doch ein wenig speziell. Fangen wir am besten einfach bei der Wahl des Autos an.

Denn will man in Island wirklich „alles“ sehen, kommt man um einen 4×4 Camper nicht Drumherum. Das liegt zum einen an dem Allgemeinzustand der Straßen. Schotter, Eis, Schnee und dann noch die Erlaubnis sie befahren zu dürfen. Die Regierung in Island unterteilt ihr Straßennetz in normale Straßen, die alle Autos befahren dürfen. Und die sogenannten „F-Straßen“, die nur mit 4×4 Fahrzeugen befahren werden dürfen. Grund hierfür ist der schon erwähnte Straßenzustand und die damit einhergehende Erhöhung der Pannenhäufigkeit, was wiederum versicherungstechnische Gründe hat. Das Abschleppen oder Bergen in entlegenen Regionen, ist mit weitaus hören Kosten und Aufwand verbunden. Also wenn Island, dann nur 4×4! Natürlich braucht ihr die perfekten Reifen für so eine Expedition. Was es beim Winterreifen kauf zu beachten gibt, erfahrt ihr hier in unserem Beitrag zum Winterreifen.

Im Sommer kein Problem, im Winter schon eher! Vereiste, unpassierbare oder auch gesperrte Straßen. Dafür gibt eine Internetseite, auf dieser Seite des Isländischen Verkehrsministeriums ist das komplette Straßennetz der Insel dargestellt und unterteil die Straßen in grüne (aktuell passierbare) und rote (aktuell gesperrte) Straßen.

Islands Ringstrasse

Übernachten im Wohnmobil

Übernachten auf Island im Fahrzeug ist möglich, jedoch ist es nur auf Campingplätzen gestattet, von denen es an der Ringstraße entlang zahlreiche gibt. z.B. direkt am Skogafoss Wasserfall mit blick direkt auf die Wasserwand. Grund dafür, das man in Island auf ausgewiesenen Campingplätzen übernachten sollte, liegt daran das, dass Land egal wo man sich befindet unter Privatbesitz steht.

In Ausnahmefällen wird auch das Übernachten außerhalb der Campingplätze geduldet. So hatten wir einmal eine Panne und sind am späten Abend am Straßenrand liegen geblieben und mussten da vor Ort übernachten.

Da wir uns im Corona Jahr 2021 auf der Insel befanden stießen wir auf eine ganze Menge geschlossener Campingplätze, da in diesem Jahr einfach die Touristen fehlten und es sich scheinbar für die Betreiber nicht gelohnt hätte zu öffnen. In den meisten Fällen durfte man sich dann dennoch mit dem Fahrzeug auf die Campingplätze stellen, nur eben ohne Service (Dusche, WC, etc.)

Foto einer Straße mit Blick aus dem Auto

Ein ständiger Begleiter: Die Standheizung

Was ich jeden nur ans Herz legen kann, ist eine Standheizung. Egal ob Winter oder Sommer, den auf Island bläst der kalte Atlantikwind vom Meer durch jede Ritze bzw. Gummidichtung und kühlt das Auto und nicht zuletzt euch aus. Gerade wenn ihr sowieso schon den ganzen Tag draußen in der Kälte umherirrt, möchte man es am Abend wenigsten gemütlich warm haben zum Entspannen und nicht auch noch frieren.

Im Stand hatten wir Standheizung fast immer Laufen und nachts haben wir uns dann Tief in unsere Schlafsäcke verkrochen.

Camping Kosten und Maut in Island

Im groben Durchschnitt ist man pro Person mit ca. 10-15 € für eine Übernachtung auf einem Campingplatz dabei. (Am Skogafoss z.B. waren es 1500 ISK ~ 10 €). Bei der Maut habt ihr  Glück den ganz Island ist mittlerweile bis auf den Vadlaheidargöng Tunnel bei Akureyri im Norden Islands Mautfrei.

Ansonsten sollte noch erwähnt sein das man in fürs Tanken und für das Auffüllen der Lebensmittelvorräte im Camper in Island, nocheinmal tiefer in die Tasche greifen muss als in Deutschland. Ich würde pauschal sagen Island ist in allen zwischen 15-25% teuerer als Deutschland.

Meine Top 5 Sehenswürdigkeiten in Island

Island die Insel der Naturgewalten und mit so vielen einzigartigen Naturwundern, wo fängt man da nur an und wo hört man auf? Es gibt auf alle Fälle mehr als nur 5 „musst sees“ auf der Insel, jedoch wollen wir ja hier auch irgendwann einmal ein Ende finden. Deswegen reiße ich meine Top 5 hier nur ein wenig an, denn am besten sieht man es mit eigenen Augen.

Islands Vulkane – die Naturgewalt schlecht hin

Ich denke allein mit der Überschrift ist schon alles gesagt. Einen Vulkanausbruch live mit eigenen Augen zu sehen, ist ein Naturschauspiel der Superlative. Diese Wärme, der Geruch, dieses rauschende Geräusch und nicht zu Letzt diese pure Energie in Form von Lava, die mitten aus dem Erdkern freigesetzt wird.

Für mich persönlich jedenfalls war es das heftigste was ich bisher gesehen habe. Also falls ihr die Möglichkeit habt einen Ausbruch beizuwohnen, dann empfehle ich einen Besuch. Egal ob bei Tag oder bei Nacht, diese Bilder werdet ihr den Rest eures Lebens nicht mehr vergessen.

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Diamond Beach: Überall wo man hin sieht sind kleine Diamanten

Hierbei handelt es sich um eine Gletscherlagune im Südosten der Insel. An ihr fahrt ihr sogar unmittelbar auf der Ringstraße vorbei. Vor Ort hat man einen riesigen See vor sich. In diesen See fliest oder rutscht von der einen Seite ein Eiszeitgletscher den Berghang hinab und zerfällt in mehrere kleine Eisberge bei Berührung des Wassers.

Diese leuchtend, blauen und meterhohen Riesen treiben dann zur anderen Seite des Sees, wo sich die Mündung zum Meer befindet. Nach dem sie durch die Mündung aufs Meer hinausgetragen werden, brechen sie an der einkommenden Brandung in tausende kleine Kristalle auseinander, die wiederum am schwarzen Vulkansandstrand angespült werden. Am Strand wirkt es so als würden da tausende Diamanten liegen, daher der Name.

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Eiskristall auf dem Diamond Beach

Hotspring River und Pools bieten in der Kälte eine wenig Entspannung

Ganz klar, man kennt aus sie Film und Fernsehen. Die heißen und dampfenden Quellen auf Island. Auf der ganzen Insel sind hunderte von „Hot Pots“ oder „Hot Pools“ verteilt. Das sind meistens kleine Runde selbstgebaute Pools in der Landschaft mit einem Durchmesser von 2-4 m.

Die Wassertemperatur schwankt stark von 15-55°C ist da alles dabei, da müsst ihr euch einfach ausprobieren. Zumal sind auch 90% aller Pools kostenlos & freizugänglich. Mein Tipp ist der Reykjadalur, das ist ein ca. 3m breiter Fluss der sich durch das Reykjadalur Gebirge schlängelt und in dem man auf einem Abschnitt von ca. 800m, entweder in kleinen angestauten Becken oder sogar im Fließenden „Strom“ baden kann.

Hot Pool in Island
Hot Pool in Island

Westfjorde Islands: Einsamkeit kann auch wunderschön sein

Wunderschöne Einsamkeit trifft es wohl am besten. Die Westfjorde befinden sich im Nordwesten der Insel und sein touristisch noch nicht so sehr erschlossen. Das merkt man spätestens an der Straßendecke, wenn man von der Ringstraße abfährt und auf die Halbinsel fahren will. Landschaftlich waren die Westfjorde mein absoluter Liebling. Ein Fjord nach dem anderen nur getrennt von schier endlos langen Bergen dazwischen. Da oben gibt es keine Bäume sondern nur karge Felsen und vertrocknete Wiesen. Der Wind der von Grönland rüber kommt, ( hier ist die kürzeste Distanz ca. 200km ) ist rau und kalt.

Die Zivilisation, die auf Island schon gering ist, ist hier gar nicht mehr vorhanden. Es vergehen Stunden auf der Straße bis einem mal ein Auto entgegen kommt. Für mich hatten die Westfjorde etwas magisches, so ganz allein in der ruhigen und rauen Natur der Fjorde „erden“ sie einen und man genießt den Moment und die Zeit viel intensiver als sonst.

Fyord in Island

Die tosenden und atemberaubenden Geysire

Na klar für was ist Island schließlich auch bekannt? Genau! Die Geysire! Diese liegen tatsächlich gar nicht weit von Reykjavik (ca. 2 Std.) entfernt im „Golden Circle“. Der „Golden Circle“ ist eine beliebte Route in Island die es ermöglicht, in kurzer Zeit drei Naturwunder zu erkunden (Geysire, Gullfoss, Kerid Crater). Bei den Geysiren angekommen spuckt leider nur noch der „Strokkur“ im 5-10 min abstand knappe 20-30m hoch.

Der „große Geysir“ ist seit der Jahrtausendwende inaktiv. Ein Naturphänomen auf alle Fälle was sich lohnt anzuschauen, wo gibt’s den sonst so etwas?

geyser hot blue water

Ein Fazit: Ist die „ausgebrochen“ schöne Insel etwas für Euch?

Was lässt sich nun letztendlich über die Insel sagen? Island ist definitiv ein anderer Planet. Ein anderer teurer Planet! Dafür seit ihr dort größtenteils fern ab des Massentourismuses, in unberührter aber zum Teil auch rauer Natur unterwegs. In einsamen Fjorden oder in den Hochebenen seid ihr auf euch allein gestellt. Island ist für alle etwas, die das Besondere bzw. nicht den Standard-Camperurlaub suchen.

Ihr solltet der Typ „Entdecker“ sein und aktiv eure Zeit auf der Insel gestalten. Wenn ihr einfach nur von einem schönen Stellplatz zum Nächsten fahren wollt um dann dort zu entspannen und die Beine hoch zu legen, seid ihr falsch. Denn das wird schnell langweilig.

Wenn ihr ein wenig körperliche Anstrengung in Kauf nehmt, belohnt euch Island mit Ruhe, Abgeschiedenheit und einzigartigen Naturwundern, die ihr niemals vergessen werdet. Um euch noch einen besseren Eindruck verschaffen zu können, findet ihr hier mein YouTube-Video:

Über den Autor:

Rick aka „Fatal Error a Travel Story“ auf Youtube.

Der Name ist Programm! Bei mir geht es in jedem Video um verrückte, humorvolle aber auch informative Reiseberichte. Bei mir ist nichts gestellt. Ich filme alles aus der Situation heraus gerade deswegen sind meine Filme so authentisch. Macht euch selbst ein Bild. Schaut bei mir auf dem Kanal vorbei, holt euch nen Kaffee und begleitet mich mit auf einer der mittlerweile zahlreichen Touren durch Griechenland, Schottland, USA, Italien, England, Island und Skandinavien.

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Das Camping im Winter hat seine Vorzüge, zum einem gibt es weniger Ungeziefer und zum anderen ist der Ansturm auf die Camping- und Stellplätze nicht so groß wie in den Sommermonaten. Island ist auch im Sommer kalt, deswegen empfehlen wir Dir diesen Artikel. Informiere Dich jetzt über das Camping im Winter.

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