Der ein oder andere wird die recht großen Warn-Aufkleber bereits im Straßenverkehr vor allem auf LKWs bemerkt haben – Aber ist so ein Toter Winkel Aufkleber auch für Wohnmobile Pflicht? Und wenn ja, ab wann und vor allem in welchen Ländern? Wir haben das Thema für unsere Leser kurz zusammen gefasst.

Toter Winkel als Verkehrsrisiko

Jeder, der in der Fahrschule gut aufgepasst hat und schon ein wenig Fahrerfahrung mit dem Wohnmobil, Minivan, oder sogar LKW vorweisen kann, wird zustimmen: der sogenannte tote Winkel stellt ein Verkehrsrisiko dar. Nicht umsonst hat der Fahrlehrer sicher zigfach beim Abbiegen oder Ausscheren zum Schulterblick gemahnt. Und genau darum sind die großen Warnaufkleber und Warntafeln auch sehr sinnvoll und empfehlenswert – auch wenn sie jetzt optisch nicht unbedingt zur Verschönerung des Fahrzeugs beitragen.

Der tote Winkel als Schaubild

Auf französisch „Angles Morts“ oder im englischen auch „Blind Spot“ beschreibt den wenig oder gar nicht einsehbaren Bereich neben dem Fahrzeug. Selbst bei Autos mit Heckscheibe gibt es den toten Winkel – und je größer das Fahrzeug, desto unübersichtlicher und weniger einsehbar ist eben dieser „tote Winkel“. Bei LKWs und Wohnmobilen ohne Möglichkeit der Rückschau durch ein Heckfenster ist der tote Winkel noch viel größer.

der tote Winkel als Schaubild
Der tote Winkel oder auch „blind spot“ ist der wenig bis gar nicht einsehbare Bereich links und rechts des Fahrzeugs.
Bild: istockphoto, TarikVision

Warnaufkleber und Warnschilder für andere Verkehrsteilnehmer

Nicht alle Verkehrsteilnehmer sind sich der Risiken durch größere Fahrzeuge bewusst – deshalb macht es durchaus Sinn mit entsprechend auffälligen Hinweisen vor der Gefahr zu warnen. Deswegen müssen die Aufkleber und Warntafeln die Mindestgröße von 17x25cm haben.

Wo sind die tote Winkel Warnhinweise Pflicht?

Wirklich Pflicht sind die Aufkleber und Warnhinweise zum toten Winkel seit 2021 nur in Frankreich. In anderen Ländern Europas werden sie zwar empfohlen, es gibt aber keine Bußgelder, wenn der Empfehlung nicht nachgekommen wird.

Für wen sind die tote Winkel Aufkleber Pflicht?

Die Aufkleber sind für alle Fahrzeuge mit als 3,5T zulässigem Gesamtgewicht Pflicht. Wer also ein größeres Wohnmobil besitzt und darüber nachdenkt Frankreich zu bereisen (und sei es nur zur Durchfahrt), der muss zwingend für eine Kennzeichnung des toten Winkels sorgen und es auch an der richtigen Stelle anbringen. Dazu schreibt Frankreich vor, dass der Warnhinweis am Heck gut sichtbar rechts neben der Mittelachse platziert werden muss. Nicht näher als 90cm zum Boden und nicht mehr als 1,5m hoch. Die Warnhinweise dürfen zudem nicht von Heckträgern oder ähnlichen Aufbauten überdeckt werden.

Wer erwischt wird, muss teilweise mit hohen Strafen rechnen, die sich im Rahmen von 70,- bis zu 750,- Euro bewegen können.

Aufkleber, Magnetschild, ablösbar oder wiederverwendbar?

Es gibt viele Möglichkeiten für den entsprechenden Warnhinweis zum toten Winkel zu sorgen. Von einfachen und günstigen Aufklebern, bis hin zu etwas teureren Magnettafeln kann man im Internet (z.B. auf Amazon) viele Alternativen käuflich erwerben. Wir empfehlen aber auf Qualität zu achten und lieber ein paar paar Euro mehr zu investieren, denn billige Aufkleber werden durch UV-Strahlung schnell matt und brüchig.

Zusatzspiegel sind erlaubt – Aufklebespiegel aber verboten

Zusatzspiegel sind zwar laut Straßenverkehrsordnung erlaubt und helfen bei der besseren Abdeckung des toten Winkels, befreien den Fahrer aber trotzdem nicht von der „Angles Morts“-Aufkleber-Pflicht. Auch die kleinen Aufklebespiegel mit der Fisheye-Optik können den Warnhinweis nicht ersetzen und sind sogar laut Gesetz in Deutschland verboten.

Zusatzspiegel und Aufklebespiegel
Zusatzspiegel und Aufklebespiegel helfen bei der besseren Abdeckung des toten Winkels, sind aber nicht immer auch erlaubt.
Bildnachweis: istockphoto, OGI75