Wie hoch ist ein Wohnmobil? Und welche Gesamthöhe ist besonders praktisch für den Urlaub? Diese Fragen haben sich schon viele Camper vor dem Kauf eines Reisemobils gestellt. Bei näherer Betrachtung des Themas wird schnell klar, dass es keine eindeutige Antwort gibt.

Je nach Modell gibt es bei der Gesamthöhe große Unterschiede. Auch gesetzliche Vorgaben spielen eine Rolle. Alle wichtigen Informationen rund um das Thema Wohnmobilhöhe findest Du in diesem Artikel.

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Alles Wichtige auf einen Blick

Mehr Gesamthöhe im Reisemobil sorgt für deutlich mehr Komfort auf Reisen. Allerdings können hohe Reisemobile im Alltag auch Probleme verursachen, da im Straßenverkehr gravierende Einschränkungen drohen. Vor allem die Durchfahrt von Brücken und Unterführungen kann problematisch werden.

Auch auf dem Campingplatz sind sehr hohe Fahrzeuge oft unpraktisch. In vielen europäischen Ländern drohen zudem höhere Mautgebühren. Eine Gesamthöhe von 2,50 bis 3 Meter ist ein guter Kompromiss. Diese Wohnmobilhöhe verspricht ausreichenden Komfort und dürfte den meisten Camper auch auf längeren Reisen völlig ausreichen.

Welche Gesamthöhe hat ein Wohnmobil und worauf muss man achten?

Bei der Durchfahrt unter einer niedrigen Brücke oder eines Tunnels fragen sich viele Camper von großen Reisemobilen oft unsicher, ob ihr Fahrzeug nicht zu hoch ist. Vor allem in beliebten Urlaubsländern wie Italien führt die Fahrt oft durch zahlreiche schmale Tunnel, Gassen und Passagen.

Übergroße Reisemobile dürfen auch nicht überall parken. In solchen Fällen spielt die Fahrzeughöhe des Reisemobils dann plötzlich eine entscheidende Rolle. Auch im Campingalltag macht die Fahrzeughöhe einen Unterschied.

Hohe Modelle haben einen großen Stauraum und viel Platz für die Campingausrüstung. Dies macht den Urlaub natürlich noch komfortabler. Es gibt also viele verschiedene Gründe, sich mit der Gesamthöhe des Reisemobils zu beschäftigen.

Die meisten Modelle haben von außen eine Fahrzeughöhe zwischen 2 und 3,50 Meter. Zwischen den einzelnen Modellen und Bauweisen gibt es daher große Unterschiede. Bei den Campern sind Wohnmobile bis zu 3,5 Tonnen mit einer Fahrzeughöhe von 3 Meter sehr beliebt. Sie sind besonders praktisch im Alltag.

Viele Modelle haben eine Stehhöhe von etwa 2 Meter. Diese Fahrzeughöhe sorgt für reichlich Bewegungsfreiheit und Stauraum im Fahrzeug.

Wie hoch sind verschiedene Camper: Die Gesamthöhe der Wohnmobilarten

Die Gesamthöhe von den verschiedenen Wohnmobilarten variiert stark, da sich die Bauweise unterscheidet. Aber auch innerhalb der Wohnmobilarten gibt es Unterschiede.

Hier sind einige Richtlinien:

Kastenwagen

Bei Kastenwagen wird in drei verschiedenen Kategorien voneinander unterschieden:

  • H1 (2,25 m)
  • H2 (2,50 m)
  • H3 (2,75 m)

Kastenwagen mit der Höhe H1 eignen sich meistens nicht als Camper, da diese nur ein Flachdach haben. Sie sind oft nur als Selbstaufbauten vorzufinden, dafür sind Sie gleichzeitig auch als Alltagsfahrzeuge beliebt. Die Höhe H2 ist bei Campern wesentlich beliebter, Fahrzeuge mit dieser Höhe werden auch als Hochdach bezeichnet. H2-Camper haben eine komfortable Stehhöhe, sind aber dennoch kompakt und haben keine Probleme bei der Durchfahrt von niedrigen Brücken. Kastenwagen, welche unter der Höhe H3 geführt werden, bieten genug Platz für ein Hubbett, sowie zusätzlichen Stauraum. Niedrige Brücken können allerdings bei H3-Fahrzeugen zu Problemen werden.

Kastenwagen haben somit die niedrigste Gesamthöhe unter den Reisemobilen

Allerdings können Kastenwagen gut mit einem Hochdach nachgerüstet werden. Ein Kastenwagen mit Hochdach hat meistens eine Gesamthöhe über 3 Meter. Die Stehhöhe in einem Kastenwagen ohne Hochdach beträgt 1,6 bis 2 Meter.

Beachte, dass Du zusätzliche Aufbauten wie Antennen und Dachgepäckträger bei der Höhe des Fahrzeuges nicht außer Acht lässt. Bei H3-Wohnmobilen solltest Du auch auf das zulässige Gesamtgewicht des Fahrzeugs achten.

Camper

Camper sind sehr kompakte Reisemobile, die meistens um die 2 Meter hoch sind. Diese Klasse ist bei Urlaubern sehr gefragt, da sie aufgrund der kompakten Bauart sogar im Alltag als Fahrzeug geeignet ist. Mit einem Camper gibt es nicht viele Probleme bei der Fahrt in den Urlaub, auf dem Campingplatz oder bei der Suche nach einem Parkplatz. Dieser Fahrzeugtyp bietet eine ähnliche Stehhöhe wie der Kastenwagen von 1,6 bis 2 Meter.

Alkoven Wohnmobile

Da Alkovenwohnmobile einen Schlafbereich über der Fahrerkabine haben, sind sie natürlich höher als ein Camper oder ein Kastenwagen. Die Fahrzeughöhe eines Alkovenwohnmobiles beträgt meistens zwischen 3 und 3,20 Meter. Alkoven haben eine größte Stehhöhe von über 2 Meter.

Teilintegrierte Wohnmobile

Bei diesen Modellen richtet sich die Stehhöhe oft nach dem Hubbett, welches im Wohnmobil installiert ist. Teilintegrierte Reisemobile ohne ein Hubbett sind meistens 2,80 Meter hoch. Modelle mit einem Hubbett sind um die 3 Meter hoch. Die Stehhöhe liegt bei 2,50 Meter.

Vollintegrierte Wohnmobile über 3,5 Tonnen

Diese Modelle gehören zu der prachtvollen Königsklasse unter den Reisemobilen. Daher sind sie auch entsprechend hoch und breit. Die Gesamthöhe liegt bei mehr als 3 Meter. Aber auch hier gibt es Ausnahmen zu beachten.

Voll integrierte Reisemobile überschreiten meistens das zulässige Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen, mehr über Wohnmobile mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 3,5 Tonnen kannst Du in unserem Magazinbeitrag „Wie schwer ist ein Wohnmobil?“ lesen.

Einige vollintegrierte Modelle sind auch kompakter. Eine fest installierte Satellitenschüssel auf dem Dach muss zu der Gesamthöhe dazu gerechnet werden. In der Regel bieten diese Modelle eine Stehhöhe von 2,50 m bis 3 Meter.

Kann man Reisemobile nachträglich erhöhen?

Mit einem Hochdach kann das Reisemobil nachträglich erhöht werden. Ein Hochdach ist ein Dach, welches an dem Reisemobil zusätzlich fest montiert wurde, um den ansonsten niedrigen Innenraum zu erhöhen. Das Dach bietet dann zusätzliche Schlafplätze oder mehr Stauraum für längere Reisen.

Hochdächer sind für viele verschiedene Fahrzeugtypen wie den T6, den Crafter und den Fiat Ducato erhältlich. Das Hochdach wird dann auf dem Reisemobil fest montiert und gewährt dann zudem eine bessere Isolation. Die Stehhöhe und der Komfort im Innenraum wird dadurch verbessert. Das Hochdach Ergoline für VW /T6.1/T6/T5 hat eine Stehhöhe von 2,05 Meter und sorgt damit für mehr Bewegungsfreiheit.

Es kostet ohne Einbau um die 1.750,00 €. Inklusive der fachgerechten Montage kostet das Nachrüsten des Hochdachs 5.000 bis 8.000 €. Der Fachmann muss ein Loch in der Form des gewünschten Aufsatzes in das Fahrzeugdach schneiden und dann die Teile fest miteinander verbinden. Der Eigenbau gestaltet sich daher eher schwierig.

Hinweise zu gesetzlichen Regelungen der Wohnmobilhöhe

Das Fahrzeug darf laut § 32 Straßenverkehrsordnung maximal 4 Meter hoch sein. Diese Regelung betrifft selbstverständlich auch für Wohnmobile. Dabei gilt es zu beachten, dass die Ladung auf dem Dach mitgerechnet wird.

Dachaufbauten wie Antennen dürfen zwar die 4 Meter überschreiten, aber dies kann dazu führen, dass das Reisemobil auf Fähren oder mautpflichtigen Straßen anders eingestuft wird. Bei der Überschreitung dieser Vorgaben müssen die Fahrer mit Geldbußen rechnen.

Bei einem Verstoß gegen die zulässigen Abmessungen wird ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro fällig. Zudem drohen dann noch Punkte in Flensburg.

Die maximal erlaubte Fahrzeughöhe bei Brücken und Durchfahrten wird auf einem Verkehrsschild angegeben. Diese kann natürlich niedriger sein als die gesetzliche vorgeschriebene Maximalhöhe. Dabei ist zwar oft ein gewisser Puffer eingeplant, aber das Risiko steckenzubleiben ist trotzdem groß. Besonders bei Brücken können die Sachschäden, die entstehen, erheblich sein.

Besonderheiten von hohen Wohnmobilen

Selbstverständlich haben hohe Wohnmobile ihre Besonderheiten. Das Fahren eines hohen Reisemobils fällt den meisten Wohnmobilbesitzern anfangs nicht leicht, da das Lenkverhalten, der Spiegelblick, das Rückwärtsfahren sowie das Abbiegen in engen Kurven viel Übung benötigt. Das Fahrverhalten verändert sich beispielsweise, da der Wind einen größeren Einfluss auf das Reisemobil nehmen kann.

Generell sind große und hohe Reisemobile schwerer zu fahren als kompakte Modelle. Darum gibt es ja auch den LKW-Führerschein. Auch beim Gewicht gilt es aufzupassen, da höhere Modelle mit Aufbauten natürlich automatisch auch schwerer sind.

Mehr zum Thema Führerschein für Wohnmobile kannst Du in unserem Artikel „Führerscheinerweiterung B96“ lesen.

Bei der Durchfahrt durch Tunnel und bei Brücken kann es auch zu Problemen kommen. Kompakte Modelle sind auf dem Campingplatz praktischer. Riesige Fahrzeuge haben auf Campingplätzen oft Schwierigkeiten, einen Stellplatz zu finden und zu navigieren.

Was das Parken von hohen Wohnmobilen betrifft, gibt es keine gesetzlichen Einschränkungen, da die Straßenverkehrsordnung das Parken am Straßenrand oder auf Parkplätzen erlaubt. Die meisten der gesetzlichen Einschränkungen gilt nur für Wohnmobile über 7,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht. Aber natürlich ist es schwieriger, ein hohes Wohnmobil in der Stadt zu parken, sowie zu navigieren.

Mehr zum Thema Parken eines Wohnmobils kannst Du in unserem Artikel „Wohnmobil richtig parken: so geht´s“ lesen.

Wenn das Reisemobil aufgrund der Größe in eine andere Kategorie eingestuft wird, können sich die Mautkosten auf der Reise erheblich erhöhen. Für ein Reisemobil über 3,5 Tonnen benötigt der Fahrer einen Lkw Führerschein Klasse C1. Auch richtig große Modelle bis zu 7,5 Tonnen können mit diesem Führerschein gefahren werden. Ein Anhänger mit bis zu 750 kg Gewicht ist ebenfalls einbegriffen.

Vor- und Nachteile von hohen Wohnmobilen

Hohe Reisemobile haben verschiedene Vor- und Nachteile. Daher sollte sich jeder Kunde vor dem Kauf fragen, wie hoch das Reisemobil sein soll.

VorteileNachteile
mehr KomfortEinschränkungen im Straßenverkehr
großzügige Deckenhöheandere Mautregeln
mehr StauraumEinschränkungen auf Fähren

Ein gewaltiger Vorteil eines hohen Reisemobils ist der große Komfort. Die Reisenden kommen in den Genuss eines großzügigen Innenraums und haben mehr Platz zur Verfügung. Zudem vergrößert sich der Stauraum und dies ist auf Reisen immer praktisch.

Ein hohes Reisemobil kann aber auch Probleme verursachen, weil es zu Einschränkungen im Straßenverkehr kommen kann. Viele Tunnel und Unterführungen können von Fahrzeugen über 3 m Gesamthöhe nicht befahren werden. Dies gilt auch für viele Parkhäuser und Schranken.

In einigen europäischen Ländern werden Reisemobile mit einer Gesamthöhe über 3 m auf mautpflichtigen Straßen in eine höhere Fahrzeugklasse eingeordnet. Dies kann die Mautgebühren um 50 bis 70 % erhöhen. Wohnmobilbesitzer, die auf Reisen Fähren benutzen möchten, sollten ebenfalls auf die Gesamthöhe achten, da bei der Fahrt mit einem großen Fahrzeug deutlich höhere Gebühren anfallen. In einigen Fällen können die Reisemobile auch nicht transportiert werden.

Fazit: Ist ein höheres Reisemobil immer besser?

Welche Gesamthöhe ist ideal, um einen perfekten Campingurlaub zu genießen? Vor dem Kauf stellen viele Interessenten fest, dass es zwischen den verschiedenen Reisemobilen doch beträchtliche Unterschiede in den Abmessungen gibt. Darüber hinaus müssen bei der Fahrzeughöhe einige gesetzliche Vorgaben beachtet werden, da ein Reisemobil mit Aufbau maximal eine Höhe von vier Metern haben darf.

Ein höheres Reisemobil ist nicht unbedingt besser als ein niedriges Reisemobil. Die Frage nach der idealen Gesamthöhe des Wohnmobils ist nicht ganz einfach zu beantworten, da es verschiedene Vor- und Nachteile gibt. Hohe Reisemobile bieten einen hohen Komfort und eine angenehme Deckenhöhe, können im Straßenverkehr und auf Reisen aber unpraktisch sein.

Besonders empfehlenswert und beliebt sind aber Reisemobile mit einer Gesamthöhe von 2,50 Meter. Dies ist sicherlich ein guter Kompromiss. Damit haben die Insassen im Innenraum ausreichend Platz, aber es gibt bei Brücken, Fähren und auf mautpflichtigen Straßen keine Probleme.

Die besten Wohnmobile für 2, 4 oder 6 Personen

Wenn Du Dir noch unsicher bist, was für ein Wohnmobil am besten zu Dir passt, dann kannst Du Dich in unserem folgenden Magazinbeitrag über die Besonderheiten der einzelnen Wohnmobilarten informieren.

Wir zeigen Dir, welche Wohnmobile für Dich geeignet sind – je nach Anzahl der Mitreisenden.

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Bildnachweis: canva.com

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