Wer jetzt sein Wohnmobil verkaufen möchte, der hat sehr gute Karten, dies sehr schnell und zu einem sehr guten Preis tun zu können.

Der Camping Trend hat auch auf dem Wohnmobilmarkt seine Spuren hinterlassen: die steigende Nachfrage treibt die Preise der gebrauchten Wohnmobile in die Höhe und mehr Fahrzeugbesitzer denken deshalb darüber nach, sich von ihrem Caravan zu trennen. Die Gründe dafür sind vielfältig: Mit dem Verkauf ihres “alten” Campers haben sie z.B. ein gutes Startkapital für das langersehnte, doch bisher zu teuer erscheinende, neue Modell. Andere wiederum möchten aufgrund der hohen Unterhaltskosten kein eigenes Wohnmobil mehr besitzen, sondern lieber für zukünftige Campingurlaube ein Wohnmobil mieten, um die Möglichkeit zu haben, verschiedene Modelle auszuprobieren und je nach Teilnehmerzahl dementsprechend die passende Wohnmobil-Größe auszuwählen.

Egal, aus welchem Anlass man die Entscheidung trifft, um den bestmöglichen Ertrag beim Verkauf des gebrauchten Wohnmobils zu erzielen, sollte man einige Dinge beachten.

Wohnmobil privat verkaufen oder über den Händler?

Die erste und grundlegende Überlegung sollte sein, ob man das Wohnmobil über einen Händler oder doch lieber privat verkaufen möchte.

Der Verkauf über einen Händler bedeutet weniger Verkaufserlös, aus dem einfachen, jedoch logischen Grund, dass dieser mit dem Weiterverkauf Geld verdienen möchte. Die Vorteile liegen jedoch genauso klar auf der Hand: man muss praktisch keinerlei Zeit noch Geld (z.B. für anfallende Reparaturen) aufwenden, was beim privaten Verkauf unumgänglich wäre.

Trotzdem sollte man sich nicht nur bei einem einzigen Händler über die Verkaufsmodalitäten informieren, sondern bei verschiedenen anklopfen und die Angebote vergleichen. Ausschlaggebend bei der Entscheidung, wem man sein Wohnmobil zur Zahlung überlässt, kann zudem sein, ob man beim selben Händler gleichzeitig ein Neufahrzeug erstehen möchte. Auf alle Fälle dient der Kontakt, um einen ersten Eindruck zu bekommen, was das eigene Wohnmobil eigentlich noch wert sein könnte. Als Referenz beziehen sich hierbei viele Händler auf die Schwacke-Liste.

Wer sich dazu entscheidet das Wohnmobil privat zu verkaufen, der sollte von Anfang an einige wichtige Aspekte bedenken.

Wo kann ich mein Wohnmobil privat verkaufen?

Hier gibt es unzählige Möglichkeiten: einschlägige Verkaufsplattformen wie eBay Kleinanzeigen, mobile.de und Autoscout24 sind erste Anlaufstellen. Zu beachten sind hier die Konditionen, also ob das Inserat generell umsonst ist und auch beim Verkauf keine Kommissionen anfallen.

Die Plattformen eignen sich zudem sehr gut zur Recherche über den Verkaufspreis: man findet mit wenigen Klicks gleichwertige Modelle und kann vergleichen, wieviel Geld man für das eigene Fahrzeug verlangen könnte.

Schnell und einfach kann man auf den sozialen Medien den Verkauf publik machen. Unzählige Wohnmobil-Gruppen auf Facebook haben eine große Popularität und man erreicht ohne Mühe das “richtige” Publikum.

Mit Fotos Aufmerksamkeit erregen

Vermutlich noch wichtiger als der beschreibende Text sind die Fotos im Inserat des Reisemobils. Wie überall – egal ob bei Kontaktanzeigen, Hausverkäufen, Hotelbuchungen o.ä. – sagen Bilder oft mehr als Worte. Wenn schon die Fotos nicht attraktiv genug, schlecht aufgenommen, verschwommen oder zu dunkel sind, wird der Suchende mit hoher Wahrscheinlichkeit diese Anzeige nicht näher betrachten und zur nächsten “scrollen”.

Um die gewünschte Aufmerksamkeit zu bekommen, sollte das Wohnmobil – im wahrsten Sinne des Wortes – ins bestmögliche Licht gerückt werden: Fotos mit Sonnenlicht in der freien Natur sind weitaus schöner anzuschauen, als Aufnahmen in einer dunklen grauen Garage. Jeder Wohnmobilist besitzt zweifellos unzählige Fotos vom Campingurlaub in den schönsten Umgebungen inkl. Bilder vom Caravan vor traumhaften Kulissen: am Strand, in den Bergen, am See etc.

Gerade für das Titelfoto ist es empfehlenswert eines dieser Fotos zu wählen. Denn der Käufer sucht nicht nur ein Fortbewegungsmittel, sondern vielmehr ein Lebensgefühl. Je mehr Fotos dieser Art desto besser und am besten aus jeglicher Perspektive: von vorne, von der Seite, von hinten, ja sogar ein Drohnenfoto von oben kann hier Wunder bewirken.

Natürlich dürfen auch aussagekräftige Aufnahmen vom Innenraum und den speziellen Ausstattungsmerkmalen nicht fehlen. Hierbei sollte man darauf achten, Bildmaterial zu nutzen, auf dem der gesamte Wohnbereich vorteilhaft und vor allem sauber dargestellt wird. Schmutziges Geschirr und benutzte, herumliegende Unterwäsche haben hier nichts zu suchen.

Bei Bedarf also lieber nochmals neue Bilder anfertigen und zwar mit einem aufgeräumten, sauberen Wohnmobil, guter Beleuchtung und Hervorhebung spezieller Extras, die für den Käufer von (Mehr-)Nutzen sein könnten. Je zahlreicher desto besser, denn so bekommt der mögliche Interessent schon von vorneherein einen guten ersten Eindruck und Lust, das Fahrzeug live zu begutachten.

Wie verfasse ich den Anzeigentext?

Bei der Beschreibung sollte man so ehrlich wie möglich sein, also keine falschen oder irreführenden Angaben machen. Spätestens wenn der interessierte Käufer das Wohnmobil mit eigenen Augen inspiziert, kommen die Unwahrheiten ans Licht und mit diesem schlechten Eindruck ist es höchst wahrscheinlich, dass der Verkauf aufgrund des dadurch resultiernden Misstrauens nicht stattfinden wird.

Man sollte sich beim Verfassen des Textes in die Position des Käufers versetzen und überlegen, worauf dieser bei seiner Suche achten könnte. Am einfachsten vergleicht man die Angaben der Inserate ähnlicher Modelle. Auch Beiträge im Internet über Tipps für den Wohnmobil-Kauf könnte einen guten Einblick und Hinweise geben, was man unbedingt erwähnen sollte. Ein Beispiel dafür findest Du hier.

Verkaufsgespräch und Probefahrt

Auch bei der Begutachtung sollte man mögliche Mängel nicht verschweigen, denn dies könnte zu legitimen Reklamationen führen. Der Käufer weiß, dass er kein Neufahrzeug kauft und ist sich somit bewusst, dass es Mängel geben könnte. Das Verschweigen wäre auf lange Sicht also schwerwiegender als der Mangel selber.

Probefahrten sind nichts außergewöhnliches, jedoch sollte man als Besitzer immer mit dabei bleiben und auch bei der Versicherung nachfragen, ob sie im Schadensfall haftet, wenn der mögliche Käufer am Steuer sitzt. Ist das Fahrzeug schon abgemeldet, sollte der Verkäufer oder Interessent ein Kurzzeitkennzeichen für die Probefahrt besorgen.

Vertrag und Bezahlung – Vorsicht vor Betrügern!

Beim Verkauf sollte zur Sicherheit für beide Parteien ein Vertrag aufgesetzt werden. Beinhalten sollte er “gekauft wie gesehen und Probe gefahren”. Vorlagen hierfür findet man im Netz z.B. beim ADAC.

Wichtig: vor bzw. beim Kauf niemals die Fahrzeugpapiere digital versenden, sondern nur persönlich die Papiere übergeben. Schon gescannte Vorlagen bzw. Fotos der Unterlagen können von Fälschern leicht “zweckentfremdet” werden.

Bei der Bezahlung am besten auf Barbezahlung bestehen. Auf keinen Fall einen Scheck akzeptieren, denn dieser kann platzen und bis man dies bemerkt ist das Fahrzeug schon über alle Berge. Sehr vorsichtig sollte man vor allem werden, wenn der Käufer einen zu hohen Scheck ausstellt und darum bittet die Differenz auf sein Konto zu überweisen. Dies sollte für jeden ein rotes Tuch sein und zu Recht Misstrauen erwecken.

Ebenfalls vor dem Verkauf sollte das Wohnmobil abgemeldet werden, denn trotz Verkauf haftet im Schadensfall immer die Person, auf die das Fahrzeug zugelassen ist.
Eine mögliche Lösung: man fährt gemeinsam mit dem Käufer zur Zulassungsstelle, meldet dort das Wohnmobil ab und dann auf den neuen Besitzer wieder an. Die Versicherung muss ebenso verständigt und über den Besitzerwechsel informiert werden.

Fazit

Wer schon länger mit dem Gedanken spielt, sein gebrauchtes Wohnmobil zu verkaufen, hat zum jetzigen Zeitpunkt die besten Voraussetzungen: Die Nachfrage ist so hoch wie lange nicht, so dass ein vergleichsweise hoher Preis angesetzt und trotzdem mit einem schnellen Verkauf gerechnet werden kann. Jedoch sollte man bei aller Freude nichts überstürzen und alle Schritte mit Bedacht angehen: angefangen bei der richtigen Präsentation über den Kontakt mit den Interessenten bis hin zum letztendlichen Verkauf.

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