Wer auf der Suche nach einem gebrauchten Wohnwagen ist, sollte den Kauf eines Wohnmobils aus einer Privat- oder Geschäftsinsolvenz in Betracht ziehen. Wir erklären, worauf beim Wohnmobil Insolvenzverkauf zu achten ist.

Wohnmobil-Insolvenzverkauf: was ist das?

Bei einem Insolvenzverkauf spricht man auch von einem Notverkauf. Befindet sich ein Unternehmen nicht mehr in der Lage, wirtschaftlich zu arbeiten und muss Konkurs anmelden, werden zunächst alle noch übrigen Waren des Bestandes veräußert. So ist eine letztmalige Gewinnerzielung möglich. Von einer solchen finanziellen Notlage können Wohnwagen-Hersteller oder -händler gleichermaßen betroffen sein.

Wohnmobil kaufen aus Privatinsolvenz

Private Insolvenzen sind schwierige Situationen und erfordern meistens einen Kraftakt, um fällige Gläubigerrechnungen zu begleichen. Aber nicht alles von Wert muss verkauft werden. Es kann beispielsweise vorkommen, dass ein Firmenchef mit Privatvermögen für seine insolvente Firma haftet. Um schnell zu Geld zu kommen, könnte – falls vorhanden – ein Wohnwagen verkauft oder versteigert werden.

Wohnmobil kaufen aus Geschäftsinsolvenz

Bei einer Geschäftsinsolvenz ist die erste wichtige Handlung, Geld zu generieren, um davon ausstehende Rechnungen von Gläubigern zu begleichen. Daher sollte man beim Kauf eines Wohnwagens aus einem Konkurs einplanen, dass der Kaufpreis möglicherweise direkt und in bar in voller Höhe zu erstatten ist. Problematisch können hohe Anzahlungen beim Kauf eines Wohnmobils aus Konkursmasse werden. Es gibt Fälle, bei denen der Käufer zwar gezahlt hat, aber das Fahrzeug nicht bekommt. Sein Geld ist dann schlimmstenfalls auch verloren. Reisemobile aus Konkursen sind zwar für einen geringeren Preis zu haben als auf dem Markt üblich, aber dennoch werden häufig Kaufpreise von mehreren Zehntausend Euro fällig. Das sollte man bei einem Kauf aus einem Insolvenzgeschäft unbedingt beachten.

Reisemobile aus Notverkäufen finden

Nicht immer stammen günstige Reisemobile aus Notverkäufen. Wer Insolvenzverkäufe, aber auch andere Sonderangebote auf dem Gebrauchtwagenmarkt sucht, sollte nicht nur beim nächsten Aktionshaus nachfragen, sondern den Kleinanzeigenmarkt im Internet oder in der Lokalzeitung nach günstigen Angeboten durchsuchen.

Wichtige Punkte beim Fahrzeugkauf

  • Zustand des Fahrzeugs genau inspizieren: innen & außen!
  • Gewährleistung prüfen und ggf. im Kaufvertrag festhalten
  • Vorsicht bei vermeintlichen Schnäppchen

Diese und viele weitere andere Punkte gilt es beim Wohnmobilkauf zu beachten. Die komplette Liste findest Du hier bei uns.

Gebraucht-Reisemobile

Der Markt für Gebraucht-Reisemobile ist groß und die Fahrzeuge stammen nicht immer aus Notverkäufen. Es handelt sich oft um Mietfahrzeuge, die aussortiert wurden oder Rückläufer aus Leasinggeschäften. Auch Fahrzeuge mit kleinen Mängeln bekommt man auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Ferner gibt es unter den Wohnwagen-Angeboten spezielle Sondereditionen, die nur von bestimmten Händlern angeboten werden.

Messemodelle und Vorführwagen

Verkaufs-Reisemobile müssen nicht zwingend aus Konkursmasse hervorgehen. Günstige Fahrzeuge wie Vorführwagen oder Messemodelle sind in „fast“ neuwertigem Zustand und werden von vielen Händlern zu geringeren Preisen angeboten. Ebenso findet man auch so manches ausgemusterte Mietwohnmobil zum Sonderpreis.

Gebrauchtmobile aus Versteigerungen

Wer interessiert an Wohnwagen aus Zwangsversteigerungen oder Konkursmasse ist, sollte dafür regelmäßig verschiedene Online-Plattformen nach Inseraten durchsuchen. Versteigerungen bieten eine weitere Alternative zum Neukauf. So besteht die Möglichkeit, zu einem günstigen Kaufpreis ein gebrauchtes Fahrzeug zu erwerben. Zusätzlich stehen dafür in vielen Regionen und Bundesländern Versteigerungskalender online zur Verfügung. In den meisten Fällen muss für die Anmeldung im Versteigerungskalender ein Abo abgeschlossen werden, um alle Informationen zeitnah zu erhalten und auf eine interessante Annonce reagieren zu können. Auf das passende Angebot muss man zwar häufig etwas warten, aber Geduld zahlt sich hier aus.

Bei Zwangsversteigerungen stellt sich oftmals die Frage, ob der potenzielle Käufer das Fahrzeug vor dem Kauf besichtigen darf. In den meisten Fällen möchte man sich als Käufer ein Bild über Ausstattung und Zustand des Fahrzeugs machen. Das Thema Besichtigungen handhaben Fahrzeughändler und Aktionshäuser unterschiedlich. Manche bieten den Kunden die Möglichkeit zur Besichtigung an, andere nicht. Ist letzteres der Fall, bleibt dem Käufer nichts anderes übrig, das Fahrzeug nach den vorliegenden Beschreibungen und Bildern zu kaufen. Wem das zu heikel ist, sollte von einem Kauf Abstand nehmen.

Auch außerhalb Deutschlands werden Gebrauchtmobile versteigert, bei denen es sich ebenfalls lohnt, Angebote und Inserate auf entsprechenden Websites zu vergleichen. Nicht selten finden sich darüber günstige Basisfahrzeuge, die sich hervorragend für den eigenen Ausbau durch den Käufer eignen.

Günstige Angebote aus Werksverkauf

Es gibt Hersteller, die Fahrzeuge aus Werksverkäufen anbieten. Hier handelt es sich in der Regel um einen Abverkauf von Vorführwohnwagen oder Wohnmobilen, die auf Messen vorgestellt wurden. Auch hierzu gibt es im Internet verschiedene Anbieter. Die Auswahl ist zwar nicht sehr groß, aber je nach Preis und Verfügbarkeit kann man hier mit etwas Glück und Geduld ein Schnäppchen beim Gebrauchtmobil-Kauf machen.

Was beachten beim Wohnmobil Insolvenzverkauf?

Beim Kauf von Wohnwagen aus Insolvenzen sollte der potenzielle Käufer beachten, dass viele Fahrzeuge nicht im besten Zustand sind und es nur ein geringes Angebot an gebrauchten Wohnwagen gibt. Ein weiteres wichtiges Detail beim Insolvenzkauf ist, dass der Verkäufer keine Gewährleistung mehr auf das Gebrauchtfahrzeug leisten kann. Sollte ausschließlich die Geschäftsaufgabe eines Händlers vorliegen, ist es jedoch möglich, die Gewährleistungsansprüche im Kaufvertrag zu regeln. Diese gehen dann vertraglich vom Verkäufer auf den Käufer über.

Bei Schnäppchen aus Insolvenzverkäufen sollten Käufer nicht zu schnell zuschlagen. Ein besonders preisgünstiges und verlockendes Inserat kann oftmals täuschen und sich als Mogelpackung erweisen. Es empfiehlt sich daher unbedingt, das Fahrzeug vor dem Kauf zu besichtigen und kritisch von innen und außen in Augenschein zu nehmen. Falls man dies vernachlässigt, kann das vermeintlich günstige Schnäppchen rasch zur Kostenfalle werden. Ganz besonders das Innenleben von gebrauchten Fahrzeugen sollte sorgfältig geprüft werden. Sind Reisemobile länger nicht genutzt worden, könnten einige Mängel und Schäden bisher vielleicht gar nicht aufgefallen sein. Bei einer lediglich äußeren Betrachtung wird dies oftmals gar nicht bemerkt.

Mit Beharrlichkeit und etwas Glück sind durchaus Schnäppchenpreise von weniger als 10.000 Euro für gebrauchte Reisemobile möglich, aber eher selten. Hier ist das Alter, der Zustand und der Grund des Notverkaufs zu hinterfragen, um wirklich ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis zu erzielen. Am besten eignet sich beim Kauf von privat die Vereinbarung eines verlässlichen Festpreises. Bei Auktionen und Versteigerungen liegen die Preise meist deutlich unter dem letzten Kaufpreis.

Eine besonders geeignete Zeit für den Kauf von Reisemobilen aus Insolvenzmasse gibt es nicht. Die Entwicklungen am Markt sind daher regelmäßig zu beobachten. Sollte ein Angebot zusagen, gilt es zügig zu handeln. Der Markt rund um Fahrzeugverkäufe aus Insolvenzen richtet sich nicht nach bestimmten Zyklen. Man kann sich auch nicht darauf verlassen, nach größeren Reisemobilmessen besonders günstige Angebote an ausgemusterten Messemobilen zu erhalten. Einige Plattformen bieten Benachrichtigungs-E-mails oder Push-Nachrichten an, um interessierte Kunden auf dem Laufenden zu halten.

Bildnachweis: canva.com

Versteigerungen und Zwangsversteigerungen

Gerade Zwangsversteigerungen sind immer wieder für Wohnmobilschnäppchen oder Basisfahrzeuge für den DIY-Ausbau bekannt. Wie Du an die nötigen Informationen kommst und was Du beachten solltest, kannst Du hier nachlesen.