Gas- die unsichtbare Gefahr im Wohnmobil. Dank moderner Technik sind Gasanlagen heutzutage sehr sicher und eine regelmäßige Gasprüfung alle 2 Jahre im Rahmen der HU und nun ab dem 01. April als verpflichtende eigenständige Gasprüfung soll diese Sicherheit kontinuierlich gewährleisten. Doch in seltenen Fällen kann es z.B. durch ein Leck trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu Gasaustritten und somit zu lebensbedrohlichen Situationen kommen. In diesen Fällen hilft ein Gasmelder im Wohnmobil, um vor der potenziell tödlichen Gefahr zu warnen.

Gas im Wohnmobil

Als Wohnmobilist kommt man um Gas kaum herum. Ob Herd, Kühlschrank oder Heizung, Gas ist ein treuer Begleiter beim Campen. Deshalb haben die meisten Wohnmobile 1-2 Gasflaschen an Bord, um dem Verbrauch gerecht zu werden. Gerne werden Flaschen mit reinem Propan- oder reinem Butangas genutzt. Das oft in südlicheren Ländern verwendete LPG (Liquified Petroleum Gas) ist eine Mischung aus Propan und Butan. Die Gase werden in Gasflaschen zu Flüssiggas komprimiert. Tritt Gas aus, so wird man einen charakteristisch stechenden Geruch bemerken und somit über ein mögliches Gasleck gewarnt. Interessant dabei ist, dass Flüssiggas eigentlich geruchslos ist, weshalb diesem von den Herstellern aus Sicherheitsgründen „Odoriermittel“ zugesetzt wird.

Steht das Wohnmobil längere Zeit, so sind die Gasflaschen meist die ganze Zeit aufgedreht. Wessen Gasanlage einen Crashsensor besitzt kann sogar während der Fahrt die Flaschen offen lassen. Somit ist also zu jeder Zeit Druck auf den Gasleitungen, was unter normalen Umständen kein Problem ist. Gefährlich wird es erst dann, wenn man ein Leck hat und das Gas sich zwar in kleinen Mengen, jedoch stetig und unter starkem Druck im Wohnmobil relativ schnell verteilen kann.

Flüssiggas

Austretendes Gas ist immer eine mögliche Brandgefahr, denn schon ein kleiner Funke kann katastrophale Folgen haben. Das Einatmen von Flüssiggas ansich ist nicht lebensgefährlich, jedoch kann das Gas den überlebenswichtigen Sauerstoff verdrängen und den Wohnmobil-Insassen droht der Erstickungstod. Wie kann es soweit kommen, wenn doch der sehr unangenehme Geruch die Menschen vor einem ungewollten Gasaustritt warnt? Leider funktioniert der menschliche Geruchssin im Schlaf nicht im gleichen Maße wie wenn man wach ist. Deshalb ist nachts die Gefahr am größten, dass man das austretende Gas nicht bemerkt und so ersticken kann. Wohnmobile sind sehr klein, weshalb es zudem nicht lange dauert, bis das komplette Fahrzeug mit dem Gas gefüllt ist.

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Kohlenmonoxid

Nicht nur das Flüssiggas selber kann gefährlich für Camper werden. Auch das bei der Verbrennung (z.B. Gas- oder Dieselheizung) entstehende Kohlenmonoxid ist eine reelle Gefahr. Normalerweise wird das Kohlenmonoxid automatisch nach außen geleitet, doch bei einer defekten Abgasführung kann sich dieses im Wohnmobil sammeln. Da es sich um ein geruchsloses Gas handelt ist es besonders gefährlich. Selbst im wachen Zustand merkt man die schleichende Gefahr nicht. Atmet man Kohlenmonoxid in großen Mengen ein wird der Sauerstofftransport durch die roten Blutkörperchen gehemmt, was zu einer Sauerstoff-Mangelversorgung bis hin zum Tod durch langsames Ersticken führen kann.

Betäubungsgas

Man hört immer wieder von angeblichen Fällen, wo Camper im Schlaf ausgeraubt werden, ohne dies auch nur ansatzweise zu bemerken. Nachzuweisen war der Einsatz von Betäubungs- bzw. Narkosegase bisher nicht, weshalb es unter den Wohnmobilisten auch viele Zweifler an dieser Theorie gibt. Diese tun die Erzählungen eher als Schauergeschichte ab. Andere wiederum sind von der Echtheit überzeugt, da sie sich nicht erklären können, wie niemand im Fahrzeug alleine schon durch die Einbruchsgeräusche (z.B. Aufhebeln der Tür, Zerbrechen der Scheibe o.ä.) wach werden konnte.

Noch dazu wenn ein Hund an Bord war, welcher normalerweise bei jedem Geräusch zu bellen beginnt. In diesen Fällen können sich die Besitzer keinen anderen Reim darauf machen, als dass die Einbrecher Betäubungsgase bzw. Narkosegase ins Fahrzeug geleitet haben müssen und so ungestört ans Werk gehen konnten. Zu diesen Narkosegasen zählen Xenon, Lachgas und Distickstoffmonoxid.

Zweifel an der Theorie

Spricht man mit Experten über das Thema, halten diese den Einsatz von Gas bei Einbrüchen nicht für unmöglich, jedoch für wenig wahrscheinlich. Unter anderem aus den folgenden Gründen:

  • Narkosemittel sind sehr teuer und um ein Wohnmobil mit genügend Gas zu füllen, so dass die Insassen tatsächlich betäubt werden könnten, würde man Gas im Wert von mehreren tausend Euro benötigen. Wenn man nicht gerade Koffer voller Geld oder Gold und Diamanten an Bord hat, scheint dieser Aufwand wenig rentabel zu sein.
  • Die akkurate Anästhesie von Menschen im Operationssaal wird von ausgebildetem medizinischen Personal mit Zuhilfenahme von hochtechnischen Geräten ausgeführt, damit die Patienten die Narkose ohne gesundheitliche Probleme überstehen. Dass Einbrecher das Narkosegas in solchen Mengen und mit der nötigen Präzision verabreichen können, dass weder Erwachsene, noch Kinder oder Haustiere davon Schaden nehmen oder sogar an einer Überdosierung sterben, ist praktisch unmöglich.
  • Narkosegase sind nicht einfach zu bekommen, somit wäre es ein aufwendiger Kraftakt, diese zu organisieren, zu transportieren und zu administrieren. Dunkle Gestalten, die mitten in der Nacht mit den nötigen Schutzanzügen, ausreichend Gasflaschen sowie einer Bohrmaschine und Schläuche über Park-, Stell- oder Campingplätze streifen würden höchstwahrscheinlich auffallen wie bunte Hunde.

Mit dem Hintergrund scheint ein Einbruch mit Hilfe von Gas sehr unwahrscheinlich. Nichtdestotrotz gibt es auch Gasmelder fürs Wohnmobil, welche solche Gase erkennen und im Fall der Fälle die Camper rechtzeitig warnen könnten. Wer die Möglichkeit also nicht ganz ausschließt, dass Einbrecher tatsächlich eine Möglichkeit gefunden haben, mit Hilfe von Gas schlafende Urlauber in ihren Reisemobilen auszurauben, dem könnte ein solcher Gasmelder zu einer unbesorgteren Nachtruhe verhelfen.

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Foto von Rattankun Thongbun von iStockphoto

Gaswarngeräte im Wohnmobil

Installiert man Gasmelder im Wohnmobil, dann misst dieser durchgehend die Luftqualität in seiner Umgebung mit hochempfindlichen Sensoren und schlägt bei gefährlichen bzw. lebensbedrohlichen Konzentrationen von bestimmtern Gasen Alarm.

Es gibt verschiedene Gasmelder fürs Wohnmobil, manche davon können entweder nur Propangas oder nur Kohlenmonoxid erkennen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, der schafft sich einen Multigaswarner, wie z.B. den TriGasAlarm an. Dieser kann sowohl das Austreten von Flüssiggas (Propan/Butan), als auch Kohlenmonoxid sowie Narkosemittel in der Luft detektieren.

Worauf muss man beim Gaswarner achten?

Damit auch bei Stromausfall die uneingeschränkte Funktionstüchtigkeit gewährleistet ist, sollte eine Gaswarngerät am besten sowohl mit 12V Strom über die Bordbatterie als auch normalen Batterien betrieben werden können. Gerade bei autarken Campern mit beschränkter Stromzufuhr ist dies von großer Wichtigkeit.

Ebenfalls die Einbauposition des Gaswarners sollte gut durchdacht werden. Da schädliche Gase oft schwerer sind als Sauerstoff, sinken diese meist zum Boden und verteilen sich von dort. Um die Gase also rechtzeitig zu erkennen, sollte man den Gasmelder bzw. seine Sensoren am besten in Bodennähe anbringen. Ein optionaler Sensor kann zusätzlich 10cm unter der Decke angebracht werden, um aufsteigende Gase (z.B. Methan) erkennen zu können.

Eine zentrale Lage des Gasmelders im Wohnmobil ist dabei von Vorteil. Aufgrund des hellen Kontrollslichts wird es jedoch im Schlafbereich eher als störend empfunden werden.

Fazit

Ob und welcher Gasmelder im Wohnmobil Sinn macht, muss jeder für sich selber entscheiden. Jedoch kann die Installation generell auf keinen Fall schaden und wem die Sicherheit seiner Familie wichtig ist, der wird die Investition in einen Gaswarner sicher nicht bereuen. Selbst wenn man die Narkose-Einbruchs-Geschichten als urbane Legenden abtut, so sind die Gefahren durch Kohlenmonoxid und Flüssiggas durchaus real und sollten dementsprechend ernst genommen werden.

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Im Gegensatz zu den Gasmeldern sollte der Kohlenmonoxid Melder nicht direkt über dem Boden angebracht werden, da Kohlenmonoxid nicht wie die anderen Gase schwerer als die Atemluft ist, sondern von der Dichte her ungefähr gleich. Eine Anbringung auf ca. 1,50 Meter macht deshalb mehr Sinn.

Die Investition in die Sicherheit Ihrer Familie muss nicht teuer sein. Gute Gasmelder gibt es schon ab 20 Euro.

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