Ganz Deutschland lebt aktuell in Angst über eine mögliche Energiekrise, vor allem hinsichtlich der Gasversorgung. Aber wie sieht es eigentlich im Bereich Camping-Gas aus? Droht auch hier eine Knappheit, wie sieht die Versorgungslage und Verfügbarkeit für die Gasflaschen aus? Wir haben für Euch recherchiert und zusammengefasst, was Camper und Wohnmobil-Fahrer jetzt und die kommenden Monate erwartet.

Camping-Gas: wie steht es um die Verfügbarkeit?

Vor allem die sozialen Medien, allen voran die User der Wohnmobil-Gruppen auf Facebook, machen sich aktuell Sorgen um die Verfügbarkeit von Camping-Gas, weil das Thema „Gasknappheit“ von den großen Verlagshäusern und Magazinen rauf und runter besprochen wird. Fakt ist: die Versorgungslage und die Verfügbarkeit von Gas für Haushalte ist umstritten, da die Versorgung über Russland auf Grund der aktuellen Kriegssituation zum Erliegen gekommen ist. Die deutschen Gasspeicher sind zwar laut Politik und Wirtschaft scheinbar zu über 90% gefüllt, aber ein langer und harter Winter könnte schnell zu einem deutschlandweiten Engpass in der Gasversorgung führen.

Die gute Nachricht für Camper und Wohnmobil-Besitzer: Gas ist nicht gleich Gas! Klingt zunächst komisch und verwirrend – ist aber so. Mit dem Flüssiggas aus der Flasche verhält es sich etwas anders, als mit der Gasversorgung für Haushalte, Häuser und Wohnungen.

Laut dem deutschen Verband für Flüssiggas (kurz DVFG) ist die Versorgung zu jeder Zeit gesichert und es droht auf absehbare Zeit kein Engpass, denn das Flüssiggas in Flaschen kommt größtenteils aus deutschen Raffinerien, die wiederum zu etwa 90% aus europäischen Nachbarländern wie Skandinavien oder teilweise auch den USA beliefert werden. (Quelle: abendblatt.de)

Es wird außerdem dringend darauf hingewiesen, dass das Hamstern und Horten von Flüssiggasflaschen nicht sinnvoll ist. Da eine dauerhafte Verfügbarkeit gewährleistet werden kann, ist das nicht anzuraten.

Wie werden sich die Preise für Camping-Gas entwickeln?

An diesem Punkt sind sich Verbände und Handel einig: es wird eine Preissteigerung geben. Die liegt zum einen darin begründet, dass sich die Einkaufspreise für das aus dem Ausland importierte Gas nach oben bewegen, zum anderen aber leider auch insgesamt an den gestiegen Kosten für die Produktion. Die Reinigung und das Befüllen der Flüssiggas-Flaschen ist energieintensiv und verbraucht Strom, die Lohnkosten steigen weiter und auch sonstige Verwaltungs- und Gemeinkosten gehen tendenziell eher nach oben. Das ist ärgerlich, aber umgerechnet auf die gesamte Nutzungsdauer einer Gasflasche auf Reisen, sollte die Preissteigerung pro Tag umgerechnet eher im niedrigen Cent-Bereich liegen.

Welche Gas wird beim Camping überwiegend verwendet?

In den gängigen Campinggasflaschen befindet sich ein Gemisch aus den gasen Butan und Propan. Beim Befüllen der Gasflaschen wird soviel Druck aufgebaut, dass sich beide Gase irgendwann durch die Komprimierung wieder verflüssigen – und zu Flüssiggas werden. In jeder Gasflasche muss zwingend noch etwas „Luft“ nach oben sein, damit das Gas die Möglichkeit bekommt vom flüssigen auch wieder in den gasförmigen Zustand überzugehen, denn nur in Gasform können die Geräte wie Standheizung, Kühlschrank oder Gasherd im Wohnmobil auch betrieben werden.

häufig gestellte Fragen zum Thema Camping-Gas

Nachfolgend möchten wir einige der häufig gestellten Fragen zum Thema Camping-Gas beantworten, die immer wieder in unserer Redaktion gestellt werden.

Ist Camping-Gas giftig?

Das Gasgemisch an sich ist nicht giftig bzw. toxisch wie andere Gase, es kann allerdings in zu großen Menge trotzdem zu Erstickungen führen, wenn der menschliche Körper nicht mehr genug Sauerstoff in der Atemluft bekommt. Deswegen empfehlen wir auch immer wieder die Verwendung sogenannter Gaswarner bzw. Gasmelder. Diese kleinen Geräte werden im Wohnmobil-Innenraum angebracht und können auch mit Batterien betrieben werden, sodass keine zusätzlich Kabelführung und Verknüpfung mit der Bordelektronik notwenig wird.

Wieviel Gas ist noch in der Flasche? Füllstände richtig ablesen

Diese Frage wird sehr häufig gestellt, weil man auf den Stahl- oder Aluminiumflaschen leider keine Füllstandsanzeigen findet. Die einfachste Möglichkeit ist tatsächlich die Gewichtskontrolle: auf jeder Gasflasche ist die Füllmenge in Kilogramm angegeben zzgl. des Eigengewichts der Flasche. Vor der Abreise zu Hause ist diese Methode daher relativ schnell und einfach, sofern man eine entspreche Waage besitzt. Unterwegs wird es dann schon etwas schwieriger. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten herauszufinden, wieviel gas noch in der Flasche ist. Um den Füllstand richtig abzulesen können Wohnmobilsten auf allerlei technische Hilfsmittel zurückgreifen: es gibt beispielsweise spezielle selbstklebende Füllstandsmesser, die auf dem Temperaturprinzip basieren. Oder technisch etwas ausgefeiltere Lösungen, die die Füllstände vernetzt bzw. digital sogar an die Smartphone-App senden.

Wie hoch muss der Gasdruck in Wohnmobilen und Campinggeräten sein?

Für den Innenbereich der Fahrzeuge gilt eine europaweite und einheitliche Größe: ein Gasdruck von maximal 30 Millibar darf nicht überschritten werden. Mobile Geräte, die nur im Außenbereich genutzt werden, wie z.B. Gasgrills oder Campingkocher, können aber durchaus auch mit 50 Millibar Gasdruck betrieben werden. Der Gasdruck wird über den sogenannten Druckminderer gesteuert, Angaben dazu finden sich am Gerät bzw. Adapter.

Darf man das Gas während der Fahrt öffnen und nutzen?

Ob man die gasbetriebenen Geräte während der Fahrt nutzen darf, hängt mit dem technischen Aufbau der Gasanlage zusammen. Seit 2007 ist es zwingend vorgeschrieben, dass das Fahrzeug über entsprechende Sicherheitseinrichtungen, wie einen Crashsensor verfügt, um beispielsweise den Kühlschrank während der Fahrt mit Gas zu betreiben. Zusätzlich muss das Wohnmobil über sogenannte Schlauchsicherungen verfügen, die sich im Gaskasten befinden. Bei Baujahren vor 2007 gelten andere Regeln und so dürfen Wohnmobilisten hier ausnahmsweise gasbetriebene Geräte auch während der Fahrt einsetzen, da es eine entsprechende Bestandsschutz-Regelung gibt. Einzige Ausnahme: beim Tanken bzw. an Tankstellen muss die Gasversorgung unterbrochen und die Geräte ausgeschaltet sein. Das Alter der Gasanlage kann man in der Regel übrigens am Typenschild ablesen.

Gasprüfung: wie oft muss man die Gasanlage prüfen lassen?

Normalerweise ist eine Gasprüfung durch einen sachkundigen Fachmann alle 2 Jahre fällig. Diese Regelung wurde aber erst kürzlich außer Kraft gesetzt und es gilt bis 2023 die sogenannte freiwillige Gasprüfung.

Pfandflaschen und Eigentumsflaschen – was ist der Unterschied?

Die Frage bezüglich der Unterschiede von Pfandflaschen und Eigentumsflaschen hören wir auch sehr oft. Die Flaschen und Füllungen unterscheiden sich dabei nicht – Material und Größe sind identisch. In viele Fällen sind die Flaschentypen nur in der Farbe unterscheidbar. Die Farbe grau wird für die sogenannten Eigentumsflaschen genutzt, die man beim Kauf des Gases erwirbt, und aber auch wieder zurücktauschen kann. Dieses Camping-Gas erhält man in der Regel an den bekannten Verkaufsstellen wie Baumärkten und Tankstellen. Andere Farben, wie z.B. rot, kennzeichnen sogenannte Pfandflaschen, die dann aber auch nur beim jeweiligen Gasbefüller bzw. Gasanbieter getauscht werden können. Baumärkte und Tankstellen nehmen diese leider nicht zurück.

Stahlflaschen oder Aluminiumflaschen?

Hier scheiden sich die Geister, denn Aluminiumflaschen sind deutlich teurer als Stahlflaschen. Der große Vorteil ist allerdings die Gewichtsersparnis bei Aluminium. Gerade wenn man beim Wohnmobil das zulässige Gesamtgewicht zu schnell erreicht, können hier noch ein paar Kilogramm eingespart werden. Bei einer Flasche mit 11kg Gasfüllung sind die Unterschiede schon recht offensichtlich: die Aluminiumflasche wiegt hier gerade mal etwa 5,3kg, wobei die Stahlflasche satte 12,5kg auf die Waage bringt. Größere Reisemobile sind in der Regel mit mindestens 2 solcher Gasflaschen unterwegs – was einer Einsparung von über 14kg entsprechen würde.

unser Fazit

Camping-Gas wird erstmal nicht knapp werden und ist nach wie vor eine tolle Energiequelle im Wohnmobil. Allerdings gibt es auch immer Sparpotentiale, die Wohnmobil-Fahrer und Camper nutzen können. Deswegen sollte man z.B. alle Geräte, die auch mit Strom betrieben werden könnten, im Auge haben und überlegen, ob Solarpanels nicht für den Betrieb ausreichend sind, statt dauerhaft Gas zu verbrennen. Intelligente Steuerungen für hybriden Betrieb mach total Sinn: tagsüber die Sonne nutzen und erst in den Abendstunden auf Gasbetrieb umstellen. Auch der Natur und Umwelt zuliebe.

Bildnachweis: istockphoto, Marc Aufdemkamp

Sicherheit für die ganze Familie

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