Vanlife, der große Trend vom Verlangen nach Freiheit und Unabhängigkeit. Auf Instagram gibt es jeden Tag neue Konten aus der ganzen Welt, wo junge Leute von ihren Abenteuern auf Reisen mit ihrem Wohnmobil berichten. Darunter viele Pärchen, oft gutaussehende Lebenskünstler, die vor den schönsten Naturkulissen verliebt in die Kamera blicken und einen tatsächlich so ein bisschen neidisch werden lassen. Kein Wunder also, dass viele junge Pärchen diese Influencer als Vorbild nehmen und sich ebenfalls auf Tour begeben wollen. Doch ist der Urlaub zu zweit im Wohnmobil tatsächlich so unkompliziert, stressfrei und stylisch, wie man es auf den Fotos und Videos sieht? Sicher nicht immer, doch wenn man mit der richtigen Einstellung an die Sache heran geht, dann kann diese intensive gemeinsame Zeit sicher zu einem Meilenstein in der Beziehung werden.

Zu zweit im Wohnmobil – Bedeutung

Wer zu zweit im Wohnmobil auf Reisen gehen möchte, der muss sich genau darüber im Klaren sein, was einen erwarten könnte. Da es wenig bis gar keinen Rückzugsraum geben wird sollte man sich vor allem dieser Besonderheit beim Campen bewusst sein. Paare, die schon Jahre oder Jahrzehnte zusammen sind,  kennen den anderen wahrscheinlich schon so gut, dass man genau weiß wie man sich nehmen muss. Ist man in einer relativ neuen Beziehung und wohnt man noch nicht zusammen, dann kann ein gemeinsamer Urlaub ein entscheidender Moment im Leben der beiden sein. Plötzlich ist man 24 Stunden am Tag, jeden Tag, über 2 oder mehrere Wochen auf engsten Raum immer zusammen. Der Partner wird einen also in den privatesten Momenten erleben dürfen, buchstäblich ungeschminkt, so wie man wirklich ist. Es ist sehr einfach sich für ein paar Stunden von der besten Seite zu zeigen, doch nach einem längeren Zeitraum von ein paar Tagen oder Wochen kommt das wahre Ich heraus und dann entscheidet sich, ob man diesen Menschen immernoch mag. Mit ein paar recht einfachen Verhaltensregeln, die sowohl im normalen Leben, aber vor allem auch auf Reisen recht hilfreich sein können, kann man schwierige Situationen angehen. Einige davon wollen wir nachfolgend vorstellen.

Planung

Bei Flugreisen mit All inklusive Hotel muss man normalerweise selbst nicht groß planen. Das Reisebüro und/oder der Reiseveranstalter übernehmen die wichtigsten Details und man muss sich keine Sorgen machen. Selbst wenn etwas schiefgehen sollte hat man vor Ort immer einen Ansprechpartner, der sich um die Problemlösung kümmert. Anders bei Wohnmobilreisen. Hier ist man ab Planung bis Durchführung komplett auf sich alleine gestellt. Um also mögliche Probleme erst gar nicht aufkommen zu lassen, sollte man eine grundsätzliche Planung des Urlaubs vornehmen. Wichtig ist hierbei, dass die Partner gemeinsam die Planung machen und jeder seine Interessen vertritt. Werden nur die Wünsche eines Partners berücksichtigt, da dieser die dominantere Person in der Beziehung ist, dann kann dies später zu Problemen unterwegs führen. Trotz genauer Planung sollte einem jedoch bewusst sein, dass man Pläne im Notfall anpassen muss. Man sollte die Planung also nicht als ein festgeschriebenes Gesetz erachten, sondern mehr als einen grundsätzlichen Rahmen, der jedoch bei Bedarf flexibel angepasst werden kann. Ist z.B. das Wetter in der Region, die man für einen längeren Aufenthalt ausgesucht hatte, einfach zu schlecht, dann hat man dank Wohnmobil den Vorteil einfach weiterziehen zu können. Oder ist der ausgesuchte Campingplatz doch nicht so, wie man ihn sich vorgestellt hatte, dann kann man glücklicherweise dort im wahrsten Sinne des Wortes die Zelte abbrechen und zum nächsten fahren.

Kompromissbereitschaft

Ist man mit dem Partner unterwegs gilt wie auch im normalen Leben: man muss kompromissfähig sein. Beharren auf seinen eigenen Willen hat in einer Partnerschaft nichts zu suchen und gerade, wenn man eine schöne Zeit zusammen verbringen möchte, dann muss man auch mal zurückstecken können und die Wünsche der anderen Person respektieren. Gerade bei Wohnmobilreisen, wo das Rückzugsgebiet gleich Null ist, kann das Fehlen der nötigen Kompromissbereitschaft das Urlaubsfeeling zerstören. Man muss nicht jeden Streit bis zum Ende austragen oder in jeder Situation immer Recht behalten wollen.

Kommunikation im Pärchenurlaub

Eine offene und direkte Kommunikation ist ebenso nötig, damit der Partner überhaupt weiß, was man eigentlich erwartet. Das typische „Er/Sie sollte das eigentlich über mich wissen!“ bringt keine Fortschritte, sondern kreiert eine unerfüllbare Erwartungshaltung. Eine ruhige, jedoch klare und vor allem ehrliche Kommunikation kann viele Missverständnisse aus dem Weg räumen. Im Pärchen-Urlaub ist man meist nur zu zweit unterwegs, in einer fremden Umgebung, evt sogar noch in einem fremden Land, wo eine andere, unbekannte Sprache gesprochen wird. Deshalb ist es unablässig, dass zumindest in den eigenen 4 Wänden die Kommunikation stimmt.

Gelassenheit und Humor

Dass im Urlaub und vor allem beim Campen nicht immer alles nach Plan läuft ist ebenfalls kein Geheimnis. Doch was macht man in diesen Fällen am besten? Tief durchatmen und das ganze als ein Abenteuer ansehen! Denn geben wir es zu: diese unvorhersehbaren und in diesem Moment zwar teilweise recht nervige Situationen machen im Nachhinein die besten Urlaubsstories, mit denen man abendfüllende Anekdoten bei Freunden und Bekannten auftischen kann. „Schatz, weißt du noch damals im Italien-Urlaub, als wir den Platten hatten und uns das Portemonnaie geklaut wurde?“ Unter uns: kein Mensch will von Euren romantischen Sonnenuntergängen hören. Die unterhaltsamsten und witzigsten Stories sind die, wo auch mal was schief gelaufen ist. Wenn Ihr also in so eine Situation kommt, versucht gelassen zu bleiben, wenn es geht nehmt das ganze sogar mit Humor und denkt daran, dass man in einer nahen Zukunft darüber sogar lachen wird. So wird eine angespannte Situation aufgelockert werden und hat so weniger negative Auswirkungen auf die Urlaubsstimmung.

Flexibilität beim Urlaub zu zweit im Wohnmobil

Oft wird der Campingurlaub von Menschen gewählt, da sie „flexibel“ sein möchten. Diese Flexibilität sollte auch praktiziert werden, wenn plötzlich Probleme auftauchen. Stellt sich z.B. heraus, dass der eigentlich gebuchte Campingplatz voll ist, da leider etwas bei der Reservierung schiefgelaufen war, dann muss man schnell und flexibel reagieren. Der Urlaub und die Pläne müssen durch dieses Missgeschick nicht zwangsläufig ruiniert sein. Das schlimmste was man in der Situation machen kann, ist nach einem Schuldigen zu suchen, statt nach einer Lösung. Denn das ruiniert die Stimmung schnell und langfristig. Man sollte versuchen locker zu bleiben und das beste aus der Situation zu machen. Wer flexibel ist, der lässt auch positive Überraschungen im Leben zu. Vielleicht landet man aufgrund der – zugegebenermaßen erstmal ärgerlichen – Überbuchung sogar letztendlich auf einem besseren Campingplatz ganz in der Nähe. „Everything happens for a reason!“, alles geschieht aus einem Grund. Also am besten einfach treiben lassen und schauen, was das Schicksal so für einen geplant hat.

Fazit

Wenn man zu zweit im Wohnmobil unterwegs ist, kann man so einiges erleben. Hoffentlich überwiegend positives, doch wenn es zu unangenehmen Zwischenfällen kommt, sollte man trotzdem versuchen ruhig und entspannt zu bleiben. Schließlich ist man im Urlaub und das alleine ist schon viel Wert. Wie man schwierige Situationen erlebt und sich dabei verhält spricht Bände über den eigenen Charakter. Wer längere Zeit im Wohnmobil, also auf engstem Raum und in einer fremden Umgebung gut miteinander klar kommt, der wird auch im restlichen Leben gute Karten als Paar haben.

Foto von juan mendez von Pexels

Generell sind alle Arten Wohnmobile vom Campervan über den Kastenwagen bis hin zum Vollintegrierten für 2 Personen geeignet, da alle über genügend Schlafmöglichkeiten verfügen. Jedoch kommt es auf die individuellen Bedürfnisse an, um sicher sagen zu können, welches Modell sich für einen selber eignet. Mit oder ohne Bad, mit oder ohne Küche, simpel oder luxuriös etc.

Der unumstrittene Marktführer unter den Wohnmobilgherstellern ist der Erwin-Hymer-Konzern. Knaus ist mit seinen Weinsberg-Modellen ist sehr populaär. Jüngere Camper zeigen vor allem Interesse an den Volkswagen-Modellen wie z.B. den California.

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