Inzwischen dürfte Camping seinen früheren Ruf des “Billigurlaubs” so gut wie abgelegt haben. Mit der großen Nachfrage und der Tendenz zum “Glamping” hin wird von Interessenten nicht mehr grundsätzlich erwartet, dass alles in Verbindung mit dem Urlaub im Wohnmobil zwangsläufig günstig sein muss. Trotzdem unterschätzen manche Neucamper die entstehenden Ausgaben, da nicht alle Faktoren beachtet werden oder teilweise gar nicht bekannt sind. Nachfolgend wollen wir ein bisschen mehr Licht ins Dunkel bringen und vor allem die Campingplatz Kosten, die zusätzlich zu den reinen Übernachtungskosten entstehen können, näher beleuchten.

Was beeinflusst die Höhe der Übernachtungskosten?

Wer bei der Urlaubsplanung die Preise vergleicht, der wird schnell feststellen, dass es je nach Campingplatz große Unterschiede bei den Übernachtungskosten gibt. Hier einige Faktoren, die dabei eine Rolle spielen:

  • Reiseziel: die erste grundlegende Entscheidung bei der Urlaubsplanung ist welches Land bereist werden soll. Je nachdem fallen auch die Übernachtungskosten aus. In einem Preisvergleich des ADAC von 5.500 Campingplätzen in ganz Europa wurden die durchschnittlichen Übernachtungskosten eines Stellplatzes für eine Familie mit einem Kind in der Hochsaison inklusive Strom, warmem Wasser und Kurtaxe als Grundlage genommen. Schweden stellte sich dabei als günstigstes Land heraus, knapp gefolgt von Deutschland. Kroatien und Italien wurden als die Länder mit den teuersten Durchschnittspreisen identifiziert, mit einem Kostenunterschied von ca. 20 Euro pro Tag.
  • Reisezeitraum: wie bei den anderen Urlaubsarten auch gibt es beim Camping eine Haupt- und Nebensaison, sowie eine Zwischensaison. Dementsprechend fallen auch die Preise aus. Nicht selten verlangen die Betreiber während der Hauptsaison im Sommer (in Skigebieten zudem auch im Winter), zu Ferienzeiten oder auch zu Feiertagen fast das doppelte an Stellplatzmiete als in der Nebensaison.
  • Lage des Campingplatzes: ausschlaggebend für die Höhe der Übernachtungspreise ist ebenfalls die Lage des Campingplatzes. Ähnlich wie bei Hotels sind z.B. Campingplätze direkt am Wasser, sei es das Meer oder an einem See, teurer als andere, die eine weniger exklusive Lage haben.
  •  Ausstattung und Service: es macht einen großen Unterschied, ob man auf einem kleinen Naturcampingplatz unterkommt, oder ob man sich doch eher für den riesigen Camping-Park mit eigenem Strandabschnitt, ausgefeilter Infrastrukur (inkl. Restaurants, Supermarkt etc) und erweiterten Dienstleistungen (z.B. Animation, Wassersportangebot etc) entscheidet.

Wer sich letztlich für einen speziellen Campingplatz entschieden hat, kann auch innerhalb dessen noch zwischen verschiedenen Preisklassen wählen. Ausschlaggebend hierfür sind:

  • Lage und Größe des Stellplatzes: dass der Stellplatz direkt neben den Sanitäranlagen um einiges günstiger sein wird als in der heißbegehrten 1. Reihe direkt am Meer, dürfte für jeden einleuchtend sein. Bei der Reservierung sollte man deshalb darauf achten, die richtige “Zone” passend zum eigenen Geldbeutel zu finden. Wer ein größeres Reisemobil hat, muss unter Umständen auf einen der sogenannten Maxi-Plätzen ausweichen, was wiederum höhere Kosten bedeuten könnte.
  • Ausstattung des Stellplatzes: für einen Stellplatz mit einem direkten Anschluss an Strom, Wasser- und Abwassersystem sind viele Camper bereit, noch etwas mehr zu bezahlen. Campingplatz Betreiber sind sich dessen bewusst und legen für diesen Rundumservice natürlich die Preise dementsprechend.
Campingplatz-Kosten_2020-2021

Quelle: pincamp.de

Nebenkosten auf dem Campingplatz

Zuzüglich zum reinen Übernachtungspreis werden noch ein paar weitere Kosten anfallen, falls diese nicht schon explizit im Standpreis inklusive sind. Diese sollten jeweils individuell in der Beschreibung des Campingplatzes nachgelesen werden, damit es nicht zu unerwarteten Extrakosten kommt. Einige Ausgaben werden die Camper kaum vermeiden können, da sie grundlegend für jeden Aufenthalt anfallen werden. Andere wiederum sind optionaler Natur, wobei der Wohnmobilist also selbst entscheidet, ob er dieses Extra wirklich benötigt und bereit ist, mehr dafür zu bezahlen.

Grundlegende Camping Kosten:

  • Personen-Kosten: die meisten Campingplätze berechnen eine Personen- und sogar Kindergebühr
  • Hund: hundefreundliche Campingplätze werden immer zahlreicher, was jedoch nicht heißt, dass diese sich die Extra-Fellnase nicht durch eine spezielle Gebühr zahlen lassen.
  • Strom und Wasser: Strom wird je nach Campingplatz entweder per Tagessatz berechnet oder auf Verbrauchsbasis. Der Frischwasserbedarf muss meist pro Liter je Gebrauch bezahlt werden.
  • Abgaben und Gebühren: weitere Kosten, die auf Campingplätzen gerne anfallen und die man nur schwer umgehen kann, sind Kurtaxen und Umweltabgaben z.B. für die Müll- und Abwasserentsorgung.

Optionale Camping Kosten:

  • Duschen: wer ein Wohnmobil mit eigenem Bad besitzt, der wird nicht zwangsläufig auf die Sanitäranlagen des Campingplatzes angewiesen sein. Eine Vielzahl der Camper machen jedoch trotzdem von ihnen Gebrauch. Das Benutzen der Duschen gibt es jedoch nur gegen eine Gebühr und warmes Wasser muss meist sogar noch extra bezahlt werden.
  • Waschmaschine und Trockner: vor allem wenn man länger unterwegs ist, sind Waschmöglichkeiten eine sehr willkommene Sache. Die Maschinen funktionieren wie in Waschsalons oftmals mit Münzen. Die Kosten hierfür sind also überschaubar.
  • Restaurants: die Betreiber größerer Campingplätze haben oftmals ein eigenes Restaurant am Platz. Wer also nicht jeden Tag selbst Essen kochen möchte, der kann den Service direkt auf dem Platz annehmen. Natürlich kostet dies dementsprechend extra.
  • Einkaufen: wer sich dank der eigenen Küche im Wohnmobil selbst mit Mahlzeiten versorgen kann, der wird sich die Restaurantkosten zwar sparen können, doch teilweise höhere Kosten für Lebensmittel in Kauf nehmen müssen. Gibt es in der nächsten Umgebung zum Campingplatz keinen einfach zu erreichenden Supermarkt, wird gerne auf den Laden direkt am Platz zurückgegriffen. Dass dieser jedoch weit höhere Preise als der normale Einzelhandel hat, damit muss man sich wohl oder übel abfinden.
  • Pools, Sauna, Fitnessraum: die etwas besseren Campingplätze preisen gerne ihre Wellness-Landschaft mit Schwimmbad, Sauna und Fitnessgeräten an. Doch wer sich Illusionen macht, dass diese Installationen umsonst benutzt werden können, der wird vermutlich enttäuscht werden.
  • Aktivitäten: viele Campingplätze versuchen ihre Gäste mit der verschiedensten Aktivitäten bei Laune zu halten, egal ob mit Tischfußball, Minigolf, Billard, Ponyreiten oder auch Wassersportarten wie Surfen, Kajaken oder Wasserski… umsonst sind diese Angebote doch mit großer Wahrscheinlichkeit nicht. Weshalb man sich am besten schon vor der Anreise über die Preise informiert, damit es keine bösen Überraschungen oder falsche Erwartungshaltungen gibt.
  • Internet: ohne Zugang zum Internet zu sein ist heutzutage undenkbar geworden. Deshalb bieten viele Campingplätze WLAN schon im Standpreis inklusive an. Andere wiederum lassen sich diesen Service noch bezahlen, weshalb man dies vor der Ankunft schon abklären sollte.

Senkung von Campingplatz Kosten durch Rabattkarten

Die Kosten des Aufenthalts auf einem Campingplatz sind also nicht in Stein gemeißelt sondern bis zu einem bestimmten Grad aktiv beeinflussbar. Je nach Budget kann man bei guter Urlaubsplanung schon vor der Reise den passenden Stellplatz hinsichtlich persönlicher Bedürfnisse und vor allem passend zum eigenen Geldbeutel finden.

Wenn der Campingurlaub nicht nur eine einmalige Sache sein wird, sondern noch weitere Fahrten mit dem Wohnmobil geplant sind, lohnt sich zudem die Anschaffung der sogenannten Camping Rabattkarten, die einem attraktive Preisnachlässe bescheren können.

Mehr zu diesem Thema findet man in unserem Artikel Sparen beim Camping –  welche Rabattkarten gibt es?

Foto von cookelma von iStockphoto

Es kommt darauf an, welche Art von Campingurlaub man plant. Wer einen Aufenthalt auf einem teuren Campingplatz auswählt, oft in Restaurants essen und kostenpflichtige Attraktionen besuchen möchte, der wird bei den Kosten leicht an einen Hotel- oder sogar Cluburlaub herankommen. Wenn jedoch ein low-budget Roadtrip mit Selbstverpflegung und Übernachtungen auf günstigen oder sogar gratis Stellplätzen geplant wird, dann kann der Campingurlaub sehr billig ausfallen.

Für einen Dauerstellplatz zahlt man eine jährliche Platzmiete von ca. 800-1000 Euro (im Jahr).

Wohnmobil kaufen oder mieten?

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