Die Campingindustrie freut sich seit ein paar Jahren über immer mehr Zuwachs. Mit der Pandemie ist vor allem der Trend Wohnmobil bei den verschiedensten Zielgruppen ungebrochen. Die Zahlen der Neuzulassungen bei Freizeitmobilen haben sich schon seit geraumer Zeit jedes Jahr übertroffen und eine Änderung scheint nicht in Sicht.

Dass dies nicht nur eine vorübergehende Modeerscheinung ist, lässt sich aus den aktuellen Tourismus Tendenzen ableiten, für welche der Campingurlaub geradezu perfekt erscheinen. Fünf davon wollen wir im Nachfolgenden vorstellen.

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Low & No Touch Tourismus

Die vergangenen 2 Jahre haben viele Aspekte des täglichen Lebens teilweise grundlegend verändert. Auch beim Tourismus ist das nicht anders und Experten versuchen auf die veränderten Bedingungen dementsprechend zu reagieren.

Schon vor der Pandemie waren andere Touristen das größte Ärgernis des Urlaubers selbst. Wie oft liest man bei Bewertungen von Sehenswürdigkeiten, dass es „ganz schön war, aber leider total vom Massentourismus überlaufen“. Die meisten Urlauber sehen die darin liegende Ironie nicht einmal.

Nun, durch die Pandemie noch verstärkt, hat sich ein regelrechter Trend zum Low & No Touch Tourismus gebildet. Hierbei ist der kontaktarme bzw. kontaktreduzierte Tourismus gemeint. Viele Urlauber sind auf der Suche nach möglichst wenig durch andere Touristen frequentierten Sehenswürdigkeiten und Plätzen. Viele zieht es deshalb in die Natur, man bleibt eher unter sich und den Massen so gut es geht fern.

Low & No touch Tourismus beim Camping: Wer sich mit dem Wohnmobil auf Reisen begibt, bestimmt selbst, ob er/sie lieber auf einem geschäftigen Campingplatz unterkommt, oder doch lieber autark reist und freisteht. Je nachdem, wonach es dem Camper gerade ist. Möchte man den Massen entkommen und so wenig wie möglich auf andere Reisende stoßen möchte, so ist dies ohne weiteres möglich.

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Slow Tourismus

Der Slow Tourismus, also das „langsame Reisen“, ist ein weiterer Trend, der sich aktuell immer mehr Beliebtheit erfreut. Hierbei soll der Urlaub intensiver und vor allem authentischer erlebt werden, es ist weniger Quantität und mehr Qualität gefragt. Kein schnelles Abgrasen nach dem Motto „in 5 Tagen durch ganz Europa“, sondern lieber das ausführliche Kennenlernen einer ganz bestimmten Reiseregion, ihrer Menschen, Sehenswürdigkeiten, lokalen Spezialitäten etc.

Man entschleunigt die komplette Reise, hechtet nicht mehr von einem zum nächsten Instagram-Hotspot. Wenn möglich wird das Handy ganz beiseite gelegt: Ausspannen, Erholen, „Digital Detox“ und einfach mal nicht erreichbar sein… das sind die wichtigsten Ziele des Slow Travels.

Slow Tourismus beim Camping: Wie könnte man das „langsame Reisen“ besser umsetzen, als mit dem Wohnmobil in die Natur zu fahren, den Internetzugang auf ein Minimum zu begrenzen, die Umgebung mit dem Fahrrad oder auch zu Fuß zu erkunden, lokal einzukaufen und essenzugehen, die Nähe zu den Einwohnern vor Ort zu suchen usw.

All dies ist für viele Camper längst schon eine Selbstverständlichkeit und die eigentliche Essenz des Campings. Wie populär diese Art des Urlaubs ist kann man durch den Erfolg des Stellplatzführers „Landvergnügen“ sehen. Die Camper kommen hier bei Landwirten, Winzern, Tierfarmen usw. unter, kaufen die heimischen Produkte und genießen den Heimaturlaub weit ab der Großstädte und vom stressigen Alltag.

Last Minute Reisen

Frühbucher Angebote waren für die Deutschen immer ein willkommener Weg, um eien tollen Urlaub zum günstigen Preis erstehen zu können. Doch leider haben die Erlebnisse der vergangenen Jahre die Urlauber vorsichtiger werden lassen.

Die erste Hiobsbotschaft war Thomas Cook und der für viele völlig unerwartete Bankrott. Viele TC- und Neckermann-Kunden mussten über Monate dem angezahlten Geld hinterher rennen oder sogar Anwälte deshalb bemühen.

Danach kam die Pandemie, die uns bis heute noch viele Ungewissheiten bringt. Anfangs waren es Grenzschließungen, Hotel- und Flugstornierungen. Dann kamen die Einreisebeschränkungen und Quarantänemassnahmen. Man hat buchstäblich die Freude an der Vorfreude verloren, denn ein langfristiges Planen wird unmöglich gemacht.

Traut man sich endlich einen Urlaub zu buchen, hat man tagtäglich bis zum Abflug mit den Nerven zu kämpfen, ob nicht doch alles wieder kurzfristig abgesagt werden muss und man förmlich auf gepackten Koffern sitzen bleibt.

Last Minute Reisen sind deshalb im Moment die populärste Variante unter den Urlaubern und dies wird sicher noch eine Weile andauern.

Last Minute beim Camping: Eine Reiseart, bei der man prakitsch immer flexibel auf plötzliche Hindernisse reagieren kann, ist der Camping-Urlaub mit dem Trend zum Wohnmobil. Man ist nicht auf Hotels oder Flüge angewiesen. Ändern sich Einreisebestimmungen in das geplante Zielland in einer Form, welche sich für den Urlauber als unvorteilhaft erweisen würden, kann kurzfristig ohne Probleme umdisponiert werden. Last Minute in seiner reinsten und spontansten Form.

Staycation

Ein weiteres Phänomen, welches vor allem durch die Pandemie vorangetrieben wurde, ist der Heimaturlaub, oder nun auch Staycation genannt. Getreu nach dem Motto: warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute ist so nah! Die Deutschen haben ihre eigene Heimat neu entdeckt und gemerkt, dass man nicht um die halbe Welt reisen muss, um einen wundervollen Urlaub verbringen zu können.

Zudem ist das Reisen innerhalb der eigenen Landesgrenzen mit weniger „Gefahren“ verbunden. In den letzten 2 Jahren wusste man tatsächlich nicht, ob der Ferienflieger einen wieder ohne Probleme nach Hause bringen wird. Die Angst vor dem „in einem fremden Land gestrandet sein“, wie es am Anfang der Pandemie durchaus vorgekommen ist, schwang bei jeder Flugreise mit.

Auch jetzt, wo man wieder optimistischer in die Reise-Zukunft blicken kann, planen fast ein Drittel aller Deutschen einen Urlaub innerhalb der eigenen Grenzen. Daraus lässt sich schließen, dass Deutschland als Urlaubsland wiederentdeckt wurde.

Staycation beim Camping: Für den Trend Wohnmobil geradezu wie gemacht! Mit den zahlreichen und bestens ausgestatteten Stell- und Campingplätzen ist Deutschland ein sehr attraktiver Urlaubsort für Camper. Egal ob am Meer oder in den Bergen, am See oder auf dam Land, für jeden ist etwas dabei und der Staycation im Wohnmobil ist hier optimal.

Camping-Trend-Staycation

Nachhaltiges Reisen

Kreuzfahrten und Flugreisen sind aufgrund des hohen CO2-Ausstoßes für immer mehr Urlauber tabu. Das Umweltbewusstsein und die Sorgen hinsichtlich des Klimawandels steigen nicht erst seit Greta Thunberg an. Sowohl im Alltag, z.B. durch das vermehrte Nutzen der öffentlichen Verkehrsmittel und dem weitgehenden Verzicht auf Fleischwaren, versucht man seinen CO2-Fußabdruck zu verringern. Doch auch den Urlaub will man mit gutem Gewissen antreten, weshalb auf Fernreisen eher verzichtet wird und Transportmittel mit weniger negativer Auswirkung auf die Umwelt bevorzugt werden.

Nachhaltigkeit beim Camping: auch hier ist der Trend Wohnmobil einfach zu erkennen und leicht nachvollziehbar. Natürlich kann ein CO2-Ausstoß hier nicht vermieden, sondern lediglich minimiert werden. Doch im Gegensatz zu Flug und Kreuzfahrtsreisen ist dieser jedoch um einiges geringer. Um zum Camping zu fahren, muss man zudem keine großen Wegstrecken zurücklegen, mit Deutschland hat man ein wundervolles, abwechlungsreiches Urlaubsland direkt vor der Nase.

Bei der Auswahl der Campingplätze kann man schon bei der Reservierung darauf achten, dass diese ihren Teil zum Umweltschutz beitragen und z.B. beim Abfallmanagement oder auch bei der Energie- und Ressourcennutzung.

Foto von Manel Vinuesa von iStockphoto

Unabhängiges Reisen im Camper

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