Alles ins Wohnmobil und los gehts! Mit dem Camper verreisen hört sich so unkompliziert an: alles was man braucht einfach ins Fahrzeug packen und rein ins Vergnügen. Doch ganz so simpel ist es leider nicht. Beim Packen muss man sehr stark darauf achten, dass man bloß nicht zuviel mitnimmt, was zur Überladung des Fahrzeugs führen kann. Denn jedes Kilo zählt, damit man nicht das zulässige Gesamtgewicht von z.B. 3,5 Tonnen überschreitet und somit empfindliche Strafen oder sogar die Beschlagnahmung  riskiert. Da nach Abzug des Leergewichts, sprich des Gewichts des „fahrbereiten“ Wohnmobils, oftmals nicht mehr viel Zuladung übrig bleibt, wollen wir nachfolgend ein paar Tipps geben, wie man mit einfachen Tricks Gewicht einsparen kann.

Minimalismus – Quintessenz des Campings

Auch wenn der Trend gerade in eine andere Richtung zu gehen scheint (vgl. Glamping) so liegt die ursprüngliche Essenz des Campings eigentlich im Minimalismus. Also in der Einfachheit und somit in der Schlichtheit.

Deshalb darf es im Wohnmobil auch mal etwas simpler sein: statt Thermomix reicht der Omnia, statt Multifunktionsespressomaschine mit Milchaufschäumer reicht ein Bodum Kaffeebereiter, statt Haarglätter und Föhn gibt es Naturwellen, statt Makeup ein bisschen Sonnenbräune, statt 3 verschiedener Outfits am Tag reichen Badehose, Bikini, Flip-flops und bequeme, leicht unterwegs waschbare Sommerkleidung. Statt Porzellangeschirr gibt es unkaputtbares, leichtes Campinggeschirr, usw.

Digitalisierung vermeidet Zettelwirtschaft

Durch die immer weiter voranschreitende Digitalisierung lassen sich alle wichtigen Gebrauchsanweisungen und Handbücher mit ein paar Klicks direkt aus dem Internet herunterladen. Somit muss man nicht mehr alle Bedienungsanleitungen (z.B. für die Truma Heizung) mitschleppen und erspart sich so oft unnötig gewordenes Gewicht.

Ebenso verhält es sich mit den Urlaubsschmökern: fährt eine komplette Familie in den Urlaub kann die Summe aus der Reiselektüre aller Familienmitglieder schon ein paar Kilos auf die Waage bringen. Dank Kindle und/oder E-Reader kann man auf Wunsch ein ganzes Arsenal an Büchern mit in den Urlaub nehmen, jedoch alles digital ohne jegliches Mehrgewicht. Bestenfalls nicht mal mit einem extra Gerät sondern als App auf dem Handy oder Tablet.

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SAT-Anlage und Fernseher – bald ein Relikt der Vergangenheit?

Ein Fernseher ist im Urlaub oft unnötig, da man im besten Fall die meiste Zeit an der frischen Luft verbringt und lieber einzigartige Urlaubserinnerungen schafft. Doch für lange Regentage kann es schonmal nicht schlecht sein, wenn das Gerät an Bord ist und manch einer ist über die Existenz der SAT-Anlage dankbar, da so auch ja keine wichtigen Fussballspiele verpasst werden.

Doch durch immer mehr Streaming Angebote könnte die SAT-Anlage und mit ihr gleich auch der TV bald der Geschichte angehören. Denn lediglich gutes Internet reicht und das iPad, der Laptop oder ganz einfach das Handy verwandeln sich in kleine Heimkinos. Wenn abzusehen ist, dass man lange Zeit keinen Zugang zu stabilem Wifi haben wird, kann man vorsorglich Filme oder komplette Serien herunterladen und diese später zu beliebigen Zeitpunkten anschauen.

Somit liegt also die Überlegung nahe auf SAT-Anlage und TV gänzlich zu verzichten, um so einige Kilos an Gewicht einsparen zu können.

Campingaustattung – mit speziellen Materialien Gewicht einsparen

Campingmöbel

Eine grundlegende Art und Weise, um Gewicht einsparen zu können, ist die Anschaffung von speziellen Campingmöbeln aus extra leichten und trotzdem widerstandsfähigen Materialien. Campingstühle und ein dazu passender Campingtisch gehören dabei fast schon zur obligatorischen Ausstattung in einem jeden Wohnmobil.

Campinggeschirr

Man wird wohl eher auf sehr wenige Wohnmobilisten mit Porzellangeschirr auf dem Campingplatz treffen. Und wenn doch, dann sind es sicher Besitzer von größeren Campern, bei denen das Gesamtgewicht nicht auf max. 3,5t beschränkt ist. Der Rest der Camper-Gemeinde behilft sich mit Geschirr aus leichten Stoffen wie Bambu, Plastik oder Melamin. Auch Töpfe und Pfannen gibt es aus viel leichteren Materialien, wie z.B- Emaile, Alu oder sogar Silikon.

Passend zum Thema: Campinggeschirr – billiges Plastik war gestern!

Markise vs. Sonnensegel – was macht mehr Sinn?

Die Markise ist bei vielen Wohnmobilen nicht mehr wegzudenken, bei manchen neuen Modellen sogar schon Grundausstattung. Doch leider wiegt eine dieser Standard Wohnmobil Markisen um die 30kg. Wenn man darüber nachdenkt, dann gab es sicher schon Reisen, auf denen man die Markise nicht wirklich oft nutzen konnte. Direkt am Meer z.B. ist der Wind oftmals so heftig, dass man die Markise in der ganzen Zeit vor Ort gar nicht ausfahren kann. Im Herbst und Winter ist man zudem um ein bisschen Sonne immer ganz froh, weshalb die Markise hier nicht so oft zum Einsatz kommt, als dass sich das extra Gewicht tatsächlich lohnen könnte.

In vielen Fällen ist das Deinstallieren der schon vorhandenen Markise jedoch mit viel Aufwand verbunden, weshalb nur wenige die Demontage wirklich in Erwägung ziehen. Doch wer noch vor dem Wohnmobil-Kauf steht und so noch die Möglichkeit hat, eine Entscheidung zum Thema „Markise – ja oder nein?“ zu treffen, der sollte tatsächlich in sich gehen und überlegen, ob das Gewicht nicht besser andersweitig genutzt werden könnt. Als eine sehr gute Alternative könnte z.B. ein Sonnensegel für den Anfang schon reichen.

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Mini-Pflegeprodukte – damit das Bad nicht aus allen Nähten platzt

Nicht um in Stereotype zu verfallen, aber oftmals macht man Erfahrung, dass Männer bei Pflegeprodukte um einiges einfacher gestrickt sind als die Mehrzahl der Frauen. Übertrieben gesagt sind die Herren mit einem 5in1-Duschgel zufrieden, mit dem sie sowohl Körper, Haare, Hände, Gesicht, Wohnmobil und Hund waschen können. Doch bei uns Frauen ist es etwas komplizierter. Da braucht man Shampoo, Conditioner, Duschgel, Apres-Sun, Bodylotion, Handcreme, Tagescreme, Nachtcreme usw. Ist noch eine Teenage-Tochter mit im Wohnmobil, dann gibt es ein ähnliches Arsenal obendrauf. Nur in diesem Fall für junge Haut und junges Haar. Der Teenage-Sohn dürfte mit dem All-Around-Duschgel von Vater und Hund zufrieden sein.

Okay, Spaß beiseite. Ganz so klischeehaft kann man das heutzutage wohl nicht mehr sagen. Doch unterm Strich weiss sicher jeder Leser was gemeint ist: Da kann schon einiges an Gewicht zusammen kommen. Was ist also die Lösung, damit nicht allein das Bad schon die Hälfte der möglichen Zuladung an Gewicht beinhaltet?

Wie man es von Hotels kennt, kann man die eigenen Duschgels, Shampoos, Bodylotions etc in Mini-Plastikflaschen packen. Günstige Travel- Sets gibt es ja dank der strengen Regeln im Luftfahrtbereich hinsichtlich Flüssigkeiten an Bord der Flugzeuge. Diese kleinen Flaschen reichen locker für die ersten Tage. Alles weitere kann man auch vor Ort im Urlaub kaufen.

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Einkaufen vor Ort – es muss nicht immer Bratwurst sein

Natürlich gibt es durchaus Camper, die auch im Urlaub in fremden Landen gerne ihre gewohnten, deutschen Lebensmittel und ihre regionale Lieblings-Biermarke mit dabei haben. Doch das geht natürlich sehr stark ins Gewicht. Empfehlenwerter ist es deshalb lediglich für die ersten 1-2 Tage genügend Lebensmittel dabei zu haben und dann lieber vor Ort einkaufen zu gehen.

Schließlich ist der Urlaub in fremden Ländern auch eine Freude für den Gaumen… Früchte und Gemüse schmecken intensiver, Fisch und Fleisch frischer und der Wein mundet ebenfalls besser. Diese Erfahrungen sollte man nicht missen und diese kulinarische Horizonterweiterung spart auf einfache Art und Weise an Gewicht ein, da man nicht alle Vorräte von zu Hause mitschleppen muss.

Hierzu passend: Lebensmittel für den Campingurlaub – Was im Wohnmobil mitnehmen?

Ersatzreifen oder doch lieber Pannenkit

Immer wieder heiß in den Wohnmobil-Foren und in den einschlägigen Facebook-Gruppen diskutiert: ist das Reserverad unbedingt notwendig oder kann man es zu Hause lassen? Rein rechtlich gesehen besteht in Deutschland und auch im Ausland für ein in Deutschland zugelassenes Fahrzeug keine Mitführpflicht eines Ersatzreifens. In manchen Ländern wie Montenegro, Serbien, Slowakei, Spanien, Tschechien und Ungarn ist jedoch zumindest ein Reifenreparaturkit bzw. Pannenspray vorgeschrieben, falls kein Ersatzreifen an Bord ist.

Dass man Gewicht einsparen kann, indem man den Ersatzreifen zu Hause lässt, ist unumstritten. Immerhin kann man hier mit durchschnittlich 25 kg weniger Zuladung rechnen, was tatsächlich eine Überlegung wert ist.

Für einige Wohnmobilisten käme das trotzdem aus Sicherheitsgründen nicht in Frage. Andere nehmen lieber ein Pannenspray mit, welches wenig Platz und Gewicht in Anspruch nimmt und bei kleinen Reifenpannen schnelle Abhilfe verspricht. Schließlich muss man es nur bis zur nächsten Werkstatt schaffen, wo man den Reifen kostengünstig vulkanisieren lassen kann. Ist es ein größerer Reifenschaden, kann ein Kfz-Schutzbrief von großer Hilfe sein, da man im Notfall Anspruch auf Pannenhilfe inklusive Abschleppdienst hat.

Ist man viel Offroad unterwegs sollte man jedoch am Ersatzreifen nicht sparen. Ist man irgendwo in der Wildnis ohne Handyempfang, dann bringt auch ein Schutzbrief nichts. Hier muss man sich selbst helfen können.

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Foto von sutlafk von iStockphoto

Bordbatterie – Lithium oder AGM?

Aufbaubatterien sind kaum aus den Wohnmobilen wegzudenken. Doch es gibt sehr große Unterschiede zwischen den einzelnen Batterie-Typen. Die oft verwendete AGM-Batterie ist zwar von den Preisen her sehr attraktiv, jedoch vom Gewicht her sehr schwer und somit nachteilig. Viele Camper – vor allem solche, die gerne auch mal freistehen – wechseln deshalb trotz des vielfach höheren Preises vermehrt auf Lithiumbatterien. Diese versprechen sowohl eine höhere Kapazität (eine Lithium-Batterie kann durch die bessere Tiefentladung locker zwei AGM-Batterien ersetzen),  als auch eine schnellere Ladung und eben ein weitaus geringeres Gewicht.

Mehr zum Thema: Lithium-Batterien – was macht sie so populär bei Campern?

Gas – weniger Verbrauch, weniger Gewicht

Gas an Bord des Wohnmobils ist in vielen Fällen unumgänglich. Nicht nur zum Kochen, sondern auch zum Heizen und für so manchen Kühlschrank ist Gas die Grundvoraussetzung für ihre Funktionalität. Deshalb haben viele Fahrzeuge gleich Platz für 2 Gastanks von bis zu 11kg, damit der Vorrat so lange wie möglich hält.

Beim Bedarf an Gas kann man sparen, indem man statt einer Gasheizung eine Dieselheizung und statt eines Absorberkühlschranks einen mit Strom betriebenen Kompressorkühlschrank im Wohnmobil nutzt. Dadurch kann auf Reisen eine Gasflasche von 11kg oder sogar mit nur 5kg ausreichen, wenn diese lediglich zum Kochen benötigt wird. Das macht einen großen Unterschied, denn eine Gasflasche mit einer Füllmenge von 11kg hat allein schon ein Leergewicht von 13kg.

Zusätzlich Gewicht einsparen kann man zudem, indem man die normalen Gasflaschen durch Aluminiumflaschen austauscht.

Mehr zum Thema: Wovon ist der Gasverbrauch im Wohnmobil abhängig?

Befüllung Tanks – jeder Liter bedeutet mehr Gewicht

Wasser

Vor jeder (Weiter-)Fahrt empfiehlt es sich, Grau- und Abwassertanks komplett zu entleeren, um unnötigen Ballast loszuwerden. Auch der Frischwassertank muss auf der Fahrt nicht komplett gefüllt sein. Vor allem wenn man sich sicher sein kann, dass am Zielort ein Frischwasser-Anschluss vorhanden ist, mit welchem man den Frischwasservorrat schnell und einfach auffüllen kann. Für die eigentliche Anreise/Weiterfahrt reicht es, wenn man genug für evt. Toilettengänge und zum Händewaschen hat.

Kraftstoff

Gerade für Kurztrips am Wochenende muss man nicht mit komplett vollem Tank los. Und auch bei langen Strecken ist es eigentlich nie zwingend nötig. Sicherlich ist es angenehmer, wenn man nicht so oft die Tankstellen ansteuern muss und so die Fahrt nicht ständig unterbrochen wird. Doch Nachtanken ist jederzeit möglich, falls es vom Sprit her doch etwas knapp werden sollte. Wer also knapp unter dem zulässigen Gesamtgewicht ist, der kann durch weniger Sprit einige Kilos ganz locker einsparen.

Körpergewicht – ein Grund mehr abzunehmen

Man muss ja nicht gleich die Ehefrau oder den Gatten zu Hause lassen, so wie es gerne mit einem Augenzwinkern in den Camping-Foren empfohlen wird, wenn man nach Tipps zur Gewicht-Einsparung fragt. Aber ein paar „menschliche“ Kilos zu verlieren ist generell nie eine schlechte Idee. Neben der eh gewünschten Bikini Figur hat man so noch einen weiteren wichtigen Motivationsgrund vor dem Urlaub ein paar Kilos zu verlieren.

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„Unnötige“ Extras

Wer trotz aller vorherigen Tipps immernoch nicht unter das zulässige Gesamtgewicht kommt, kann sich nochmals im Wohnmobil selbst nach Dingen umschauen, die als „unnötig“ für die eigentliche Reise erachtet werden könnten. Einige Extras sind tatsächlich nicht zwingend von Nöten. Mitcamper in Foren oder auf Facebook haben sehr interessanteste und teils auch recht kuriose Ideen, worauf man verzichten könnte. Hier ein paar gesammelte Tipps, was man laut Wohnmobilisten alles abschrauben, entfernen bzw. ausbauen könnte, um Gewicht zu sparen:

  • (elektrische/manuelle) Trittstufe
  • Anhängerkupplung
  • Schubladen
  • Schranktüren
  • Zwischenwände und Türen (mit Vorhängen ersetzen)
  • Teppichboden
  • Dekorationen

Was wiegt wieviel im Wohnmobil und wo gibt es am meisten Einsparpotenzial?

Mit ein paar wenigen Handgriffen kann man recht schnell an Gewicht einsparen. Entfernt man alleine schon den Ersatzreifen hat man plötzlich 25-30kg mehr Luft. Da scheint das mühsame Umfüllen des Duschgels in Miniflaschen fast schon unbedeutend. Doch wie man so schön sagt: auch Kleinvieh macht Mist! Summiert mal all die kleinen Einsparungen kommt man ebenfalls auf ein signifikantes Gewichtsersparnis.

Beispiel ItemGewichtEinsparpotenzial
Ersatzrad25-30kghoch
Fahrradträger E-Bikes17-20kghoch
Markise30kghoch
LED-Flachbildschirm mit Wandhalterung13kgmittel
SAT-Anlage28kghoch
Hubbett mit elektrischer Bedienung65kghoch
Teppichboden10kgmittel
Anhängerkupplung20-30kghoch
Gasflasche aus Stahl (Leergewicht)13kgmittel
AGM Bordbatterie (100Ah)26kghoch
Abschleppseil18kghoch
Handtücher10kgmittel
Töpfe9kgniedrig
Geschirr8kgniedrig
Pflegeprodukte pro Person1,5-2kgniedrig

Anzahl mitreisender Personen

Es macht einen großen Unterschied, ob man alleine, zu zweit, zu viert oder auch zu sechst reist. Nicht nur wegen dem Gepäck, sondern auch wegen der sonstigen benötigten Annehmlichkeiten pro Person. Mehr Personen bedeuten mehr Geschirr, mehr Betten, mehr Bettwäsche, mehr Wasser, mehr Gas etc. Verringert sich die Anzahl der Mitreisenden von einer Reise zur nächsten, dann sollte dies auch im Wohnmobil demenstrechend von der Ausstattung her angepasst werden.

Ist man nur zu zweit unterwegs, dann braucht man keine 4 Tassen, keine 4 Teller, keine 4 Müslischalen usw. Deshalb kann man ruhig das überschüssige Geschirr zu Hause lassen. Hat man beim Campen mal Besuch vom CP-Nachbarn, so sollen diese ihre eigenen Becher und Teller mitbringen. Keine Sorge: ohne Zweifel werden sie den Hintergrund verstehen.

Bleiben die sonst mitreisenden Kinder über die Ferien bei Oma und Opa kann man deren Betten (Hubbett, Matratzen, extra Polster für die umbaubare Sitzecke etc) und auch das Bettzeug aus dem Wohnmobil verbannen. Ähnliches gilt, wenn man Teenager mit auf Reisen hat, welche lieber im Zelt als mit Mama Papa im Camper schlafen. Somit kann man deren gewichtigen Betten gegen ein leichtes Zelt tauschen, die Matratzen gegen Luftmatratzen und das schwere Bettzeug gegen leichte Schlafsäcke. Und schon sind alle happy: der Nachwuchs und auch die Eltern haben jeweils ihr eigenes Reich und zusätzlich wurde eine Menge an Gewicht eingespart. Eine wahre Win-Win-Situation.

Werkzeug

Man will zu jeder Zeit für jeden Zwischenfall gewappnet sein und schleppt deshalb gerne viel zu viel und zu schweres Werkzeug mit sich mit. Doch wenn man ehrlich ist, braucht man es wirklich nur in den geringsten Fällen. Meistens reicht schon ein Schraubenzieher und eine große Rolle Paketband bzw. Panzertape, um im Notfall die Zeit zu überbrücken, bis man eine Werkstatt für das plötzlich aufgetauchte Problem findet.

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Foto von Jarvell Jardey von iStockphoto

Saisonales Gewicht einsparen

Je nachdem zu welcher Jahreszeit man unterwegs ist, packt man sein Wohnmobil ganz anders. Im Winter wird man höchstwahrscheinlich nicht großartig Gebrauch für den Fahrradträger haben, weshalb dieser schonmal abgebaut werden kann. Im Sommer dagegen wird sicher die schwere Steppbettdecke nicht unbedingt von großem Nutzen sein, also kann man diese getrost zu Hause lassen.

Auch Kleidung und Schuhwerk werden zum Sommer hin leichter. Schleißlich wiegen Sandalen doch etwas weniger als die schweren Winterstiefel. Das Strickjäckchen ist vom Gewicht her kein Vergleich zur warmen Lederjacke. Es macht also auf alle Fälle Sinn, wenn man die Schränke zu jeder Jahreszeit aus- und wieder einräumt. Damit man ja keinen unnötigen Ballast an Bord hat.

Ausmisten

Mindestens einmal im Jahr sollte man generell regelrecht „ausmisten“. Denn ob man will oder nicht, wie in jeder Wohnung sammelt sich über die Wochen und Monate zu oft unnötiges auch im Wohnmobil an, was oftmals überhaupt keinen weiteren Nutzen mehr hat.

Auch spezielle, manchmal sogar von anderenWohnmobil-Besitzern hochgepriesene Camping-Extras, von denen man beim Kauf auch selbst überzeugt war, dass man sie unbedingt haben muss, stellen sich nicht selten als Fehlinvestition heraus. Nach jeder Wohnmobilreisen sollte man also einen kleinen Check durchführen, welche dieser Dinge wirklich nützlich waren und was das nächste mal nicht mehr mit muss.

Folgen von Überladung

Ach, so ein paar Kilo mehr oder weniger spielen doch keine Rolle… dachte schon so mancher Camper, bevor er erwischt wurde und eine saftige Strafe zahlen musste. Obwohl es in Deutschland die Behörden noch ein wenig Kulanz walten lassen, so verstehen andere Länder keinen Spaß bei der Sache. Die Bußgelder können dort in die Tausende von Euro gehen und auch die Beschlagnahmung des kompletten Fahrzeuges ist durchaus eine Option. Sind wir ehrlich: diesen Stress braucht nun wirklich keiner im Urlaub! Deshalb sollte man das zulässige Gesamtgewicht am besten auf das Milligramm einhalten.

Mehr zu diesem Thema: Zulässiges Gesamtgewicht – Vorsicht bei der Beladung des Wohnmobils

Bußgeldkatalog Deutschland

Überladung eines WohnmobilsBußgeldPunkte
Kfz bis 7,5 Tonnen
über 5%10 €-
über 10%30 €-
über 15%35 €-
über 20%95 €1
über 25%140 €1
über 30%235 €1
Kfz über 7,5 Tonnen
2-5%30 € (Fahrer)-
35 € (Halter)-
über 5%80 € (Fahrer)1 (Fahrer)
140 € (Halter)1 (Halter)
über 10%110 € (Fahrer)1 (Fahrer)
235 € (Halter)1 (Halter)
über 15%140 € (Fahrer)1 (Fahrer)
285 € (Halter)1 (Halter)
über 20%190 € (Fahrer)1 (Fahrer)
380 € (Halter)1 (Halter)
über 25%285 € (Fahrer)1 (Fahrer)
425 € (Halter)1 (Halter)
über 30%380 € (Fahrer)1 (Fahrer)
425 € (Halter1 (Halter)

Strafen in Europa bei Überladung

ToleranzStrafeSonstiges
Frankreichkeine135-750€bei >5% Ablastung für Weiterfahrt nötig, bei >20% Stillegung Fahrzeug & Strafverfahren
Großbritannienkeine70-6000€
Luxemburgkeine74-5000€Halter trägt Kosten des Wiegens, mögliche Stillegung
Portugalkeine60-300€
SchweizkeineFahrzeuge bis 3,5t: 85-170€, Fahrzeuge über 3,5t: 85-210€Anzeige und individuelle Strafzumessung bei über 5 % Überladung, Ablastung nötig
Dänemarkbis 1%Fahrzeuge bis 3,5t: 10€ Fahrer bzw. 20 € Halter je Prozentpunkt; Fahrzeuge über 3,5t: 20€ Fahrer bzw. 50€ Halter je Prozentpunkt Überladung
Schwedenbis 1%200-400€
Österreichbis 2%36-5000€Halter trägt Kosten des Wiegens, ab 15% Strafverfahren und individuelle Strafzumessung
Belgienbis 2%110-330€, bei gerichtlicher Entscheidung sogar bis 4000€sofortige Barbezahlung, sonst droht die Beschlagnahmung des Fahrzeuges
Italienbis 5%41-1697€
Spanienbis 5%301-4600€
Niederlandebis 10%130-850€

Fazit

Wie und wo man im Wohnmobil Gewicht einsparen kann bzw. will, das ist sehr individuell bestimmt. Während manche Camper sich nicht mal von ihrer vollautomatisierten Espressomaschine trennen können, schrauben andere sogar Schranktüren ab, um leichter zu werden.

Deshalb sollte jeder für sich alleine Prioritäten setzen und sich überlegen, was wirklich nötig ist und was notfalls auch noch vor Ort besorgt und somit aus dem Wohnmobil entfernt werden kann.

Wichtig ist, dass man sich des Themas bewusst ist und schon vor der Reise dementsprechend vorsorgt, dass das zulässige Gesamtgewicht nicht überschritten wird. Stress mit den Behörden und hohe Bußen können dadurch sehr einfach vermieden werden.

Titelfoto von Halfpoint von iStockphoto

Wohnmobil auflasten

Definition, Kosten, Vorteile und Nachteile

Trotz aller Versuche, um im Wohnmobil genügend Gewicht einsparen zu können, übersteigt das Fahrzeug auf der Waage weiterhin das zulässige Gesamtgewicht. Nun bleibt nur noch eine Lösung: Auflasten! Was genau heißt das und was muss man dabei beachten?

Das Leergewicht beschreibt das Gewicht des unbeladenen Wohnmobils, jedoch im fahrbereiten Zustand, also inklusive 90% Dieseltank, voller Wassertank, Kabeltrommel, Gasmindestvorrat sowie das Körpergewicht des Fahrers (welches pauschal auf 75kg festgelegt wurde).

Vor den Ferien bieten TÜV und ADAC oftmals mobile Wiegestationen für Reisemobile an. Auch bei Wohnmobil-Händlern und in LKW-Werkstätten gibt es entsprechende Fahrzeugwaagen.