Unabhängigkeit und Freiheit im Campingurlaub! Das eigene Bett immer mit auf Reisen dabei zu haben ist schon sehr viel wert. Wenn man jedoch auch die eigene Nasszelle im Wohnmobil hat, ist man praktisch gänzlich unabhängig. Spontan kann entschieden werden, ob man den Campingplatz anfährt oder doch hier und da eine Nacht mal freistehen also autark campen möchte.

Dabei gibt es ganz verschiedene Ausführungen und Grundrisse der Wohnmobil-Badezimmer, je nach Platzangebot im jeweiligen Reisemobil.

Ist eine Nasszelle im Wohnmobil wirklich nötig?

Bei dieser Frage scheiden sich so manche Geister. Wer grundsätzlich nur auf Campingplätzen steht und dort die Sanitäranlagen nutzt, der wird nicht sonderlich viel Verwendung für sein Bad im Wohnmobil haben. Oftmals ist das der Grund weshalb der kleine Raum eher von einer Nasszelle zu einem Abstellraum degradiert wird.

Der Hobby-Konzern stellte kürzlich erst seinen Beachy Van 540 vor, welcher komplett auf ein Bad verzichtet und den Platz lieber für mehr Wohnraum nutzt. Auf dem Caravan Salon 2021 in Düsseldorf kam dieser extrem gut an und lässt darauf schließen, dass es eine Option ist, die sich als neues Segment günstiger Camper Vans durchsetzen könnte.

Nicht zu vernachlässigen ist jedoch auch der Trend zum autarken Campen. Der Freiheitsdrang und der Wunsch nach Unabhängigkeit von Stell- und Campingplätzen verschafft autarken Wohnmobil-Versionen ihre eigene, eingeschworene Fangemeinde. Um beim freien Stehen jedoch auch einen gewissen Komfort genießen zu können, den ein Porta-Potti und eine Außendusche einfach nicht leisten können, ist die Nasszelle im Wohnmobil die optimale Lösung.

Kein Platz für eine Nasszelle?

Es gibt verschiedene Typen von Reisemobilen und nicht jedes verfügt über genügend Platz, um ein Bad mit WC, Dusche und Waschbecken unterzubringen. Vor allem selbst umgebaute bzw. ausgebaute kleinere Camper müssen meist mit einem Porta-Potti Vorlieb nehmen. Zum Duschen gibt es die Möglichkeit der Außendusche, z.B. mit einem Wasserkanister oder auch einer Solardusche, die sogar Warmwasser bietet. Um trotz fehlender Duschkabine nicht vor der ganzen Welt duschen zu müssen, behelfen sich einige Camper mit Duschvorhängen oder auch sogenannten Wurfzelten, die im Handumdrehen etwas Privatsphäre garantieren können. Die Außendusche ist jedoch nur für wärmere Jahreszeiten eine gute Idee. Im Winter könnte es etwas unangenehm werden.

Vorteile der Nasszelle im Wohnmobil

Das Bad an Bord des Reisemobils ist hauptsächlich funktioneller Natur und in den wenigsten Fällen eine Wellness- oder Beauty-Oase. Eine Badewanne kann man hier natürlich nicht erwarten und der Wasserverbrauch darf vor allem beim Freistehen nicht aus den Augen verloren werden. Sonst läuft man Gefahr nach einer ausgiebigen Dusche plötzlich komplett ohne Frischwasser dazustehen.

Trotzdem ist ein eigenes Bad aus den verschiedensten Gründen für viele Gold wert. Nicht nur, weil es beim autarken Campen ein komfortables und (im Vergleich zur Außendusche) witterungsunabhängiges Extra ist. Auch auf einem eigentlich gut ausgestatteten Campingplatz möchte nicht jeder die Sanitäranlagen aufsuchen müssen. Diese Vorteile des eigenen, privaten Bades direkt im Wohnmobil liegen für viele dabei auf der Hand:

  • Privatsphäre beim Duschen und beim Toilettengang
  • Kein Zurücklegen langer Wege
  • Kein Schlangestehen
  • Keine bösen Überraschungen hinsichtlich Hygiene
  • Keine ungeduldigen Mitcamper vor der Badtür

Grundrisse und Arten von Bädern

Längsbad

Das Längsbad – auch Seitenbad genannt – ist in den meisten Fällen auf der linken (in seltenen Fällen auch rechten) Seite des Wohnmobils z.B. zwischen dem Schlafbereich und der Sitzecke lokalisiert. Doch auch die Variante des Längsbad im Heck lässt sich in manchen Fahrzeugen finden. In diesem Fall oftmals in kurzen Teilintegrierten in Verbindung mit einem französischen Bett.

Das Bad besteht aus einer Duschkabine mit faltbaren Spritzschutztüren, einem Waschbecken (fest verbaut oder aber verschiebbar bzw. klappbar) und einer (drehbaren) Toilette.

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Variobad/Schwenkbad

Das Variobad oder auch Schwenkbad genannt, ist ein räumlich cleveres und sehr platzsparendes Längsbad. Wie der Name andeutet kann die Nasszelle durch eine schwenkbare Wand vor der entsprechenden Nutzung „variert“ werden. Dabei wird die Wand mit dem integrierten Waschbecken über die Toilette geschwenkt, um so die Duscharmatur freizugeben und den Raum in eine Dusche zu verwandeln.

Nachteil bei allen Längsbädern ist, dass immer nur eine Person das Bad benutzen kann. Während der eine duscht, können Waschbecken und Toilette nur schwer oder gar nicht benutzt werden.

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Raumbad

Im Gegensatz zu den schon genannten Varianten ist das Raumbad kein Festbad. Während es sich bei letzterem um eine unveränderliche Einheit handelt, kann das Raumbad noch erweitert werden, indem man eine Tür zum Wohnraum hin schließt. Das Raumbad gewinnt dadurch zwischen der festen, vergleichsweise großen Duschkabine auf der einen Seite und dem WC auf der anderen Seite einen zusätzlichen Zwischenraum, der z.B. zum Ankleiden genutzt werden kann.

Ein zusätzlicher Vorteil ist die dadurch ermöglichte Raumtrennung zwischen Wohn- und Schlafbereich. Gerade für Familien ist dies eine willkommene Möglichkeit das Wohnmobil sozusagen in eine 2-Raum-Wohnung zu verwandeln. Das Raumbad dient als Raumtrenner und es wird etwas mehr Privatsphäre geschaffen.

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Nun könnte man meinen, dass Raumbäder nur bei großen Wohnmobilen genügend Platz zur Verfügung haben. Doch auch im Kastenwagen gibt es die Option vom Raumbad. Hierbei wird durch das Schließen von Schiebetüren der Flur in einen Duschraum verwandelt.

Querheckbad

Wie das Raumbad erstreckt sich das Querbad im Heck über die gesamte Breite des Wohnmobils, ist jedoch in diesem Fall ein Festbad. Diese Variante ist vor allem in größeren Fahrzeugen der gehobeneren Klasse anzutreffen. Auch hier sind Duschkabine von von Waschbecken und Toilette räumlich getrennt.

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Bad im Luxusliner

Je größer das Reisemobil, desto luxuriöser können die Badezimmer werden. Während man beim Minicamper mit einem 20l-Duschbeutel und Porta-Potti auskommen muss, ist bei den Luxuslinern der Unterschied zu einem richtigen Bad, wie man es von zu Hause kennt, kaum mehr zu bemerken. Von der Porzellantasse über die großräumige Duschkabine bis hin zum großen Waschbecken, vom schicken Heizkörper bis hin zur Fußbodenheizung… auch im Wohnmobil muss man auf nichts verzichten, zumindest wenn man das nötige Kleingeld besitzt.

Fazit

Vor dem Kauf oder auch Mieten eines Wohnmobils sollte man sich darüber im Klaren sein, was genau man vom Fahrzeug erwartet und welche Art von Reisen man damit geplant hat.

Eine Nasszelle im Wohnmobil zu haben bringt mit Sicherheit viele Vorteile. Doch wer von vorneherein beabsichtigt, sich hauptsächlich auf Campingplätzen aufzuhalten und dort die Sanitäranlagen zu benutzen, für den spielt ein Bad an Bord eine eher untergeordnete Rolle.

Wer jedoch auf der Suche nach mehr Autarkie beim Campen ist und die Unabhängigkeit und Flexibilität des Freistehens genießen will, der wird die Vorzüge und den Komfort eines Bades an Bord sicher zu schätzen wissen.

Titelbild von niesmann-bischoff.com

Grundrisse von McRent.de

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Kleine Wohnmobile wie z.B. Campingbusse müssen aus Platzmangel oftmals ohne Dusche auskommen. Hat jedoch ein Wohnmmobil die nötige Kopfhöhe, so kann auch eine Dusche im Rahmen einer Nasszelle zusammen mit einem Campingklo und einem Waschbecken verbaut werden.

Nasszellen charakterisieren sich durch Wasserentnahmestellen und einen wasserdichten Boden. Badezimmer in Wohnmobilen werden gerne als Nasszelle umschrieben.