Gerade für Camping-Neulinge ist es anfangs oft sehr schwer zwischen den Arten von Wohnmobilen zu unterscheiden. Campervan, Kastenwagen, Alkoven, Teilintergrierter, Vollintegrierter, Liner… für einen Außenstehenden sind diese Worte meist unverständliches Kauderwelsch. Doch eigentlich ist es gar nicht so schwer und wenn man es einmal erklärt bekommen hat, dann macht die Unterteilung auch sehr großen Sinn. Letztendlich werden die Wohnmobilarten anhand der Aufbauten unterschieden sowie ihren variierenden Ausstattungen wie z.B. Küche, Bad, Anzahl der Betten, Stauraum etc.

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Campervan (mit und ohne Aufstelldach)

Die kleinste und kompakteste Wohnmobilart ist der Campervan. Viele kennen ihn noch: den Bulli. Auch heute haben viele Campervans einen VW als Basisfahrzeug. Sehr beliebt sind auch die Mercedes-Benz Modelle Vito und Marco Polo. Durch die PKW-ähnlichen Maße ist dieser Campingbuss u.a. perfekt für Städtetouren. Auch als normales Alltagsfahrzeug können Campervans benutzt werden und machen somit den Zweitwagen unnötig. Aufgrund des eingeschränkten Platzes (u.a. Stehhöhe, Stauraum) ist der Campingbus für max. 1-2 Personen empfehlenswert, wobei mit Aufstelldach sogar bis zu 4 Schlafgelegenheitenmöglich sind.

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Kastenwagen (mit und ohne Aufstelldach)

Diesen Fahrzeugtyp sieht man in unseren Städten oft als Kleintransporter. Auch beim Gebrauch als Wohnmobil wird die äußere Grundform des Basisfahrzeuges (z.B. Fiat Ducato) beibehalten und nur der Innenraum dementsprechend ausgebaut. Ebenfalls kompakt und ähnlich wendig wie ein Campervan ist der Kastenwagen in der Höhe größer und bietet so mehr Innenraum. Aufrechtes Stehen ist hier ohne Probleme möglich und macht das ganze etwas komfortabler. Die meisten Modelle haben zudem ein Bad mit an Bord, was das Reisen mit diesem Wohnmobil praktischer und autarker macht. Durch die sehr kompakten Maße sind auch hier Städtetouren inkl. kleineren Straßen kein Problem. Der Kastenwagen hat Schlafplätze für bis zu 4 Personen, wobei man jedoch meist 1-2 Personen auf Reisen mit diesem Fahrzeug antrifft. Besonders beliebt ist diese Wohnmobilart bei jüngeren Generationen, die das sogenannte “Vanlife” suchen, viel unterwegs sind und nicht lange an einem Ort bleiben. Darunter sind auch viele “Digitale Nomaden”, die von unterwegs vom Laptop aus arbeiten können.

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Fotos von pexels.com von DarthArt

Alkoven

Das Alkoven-Wohnmobil ist vor allem bei Familien mit Kindern sehr beliebt. Durch den Alkoven, also der extra Nische über dem Fahrerhaus, hat das Fahrzeug ein weiteres festverbautes Bett. In diesem Wohnmobil hat es je nach Ausführung Platz für bis zu 7 Schlafgelegenheiten und ist somit auch für größere Familien geeignet. Durch das extra “Dachgeschoss” und der daraus entstehenden Raumhöhe macht das Alkoven-Reisemobil einen sehr geräumigen, gemütlichen Eindruck. Das extra Platzangebot schafft mehr Stauraum und auch Küche und Bad haben eine angenehme Größe. Jedoch sorgt seine Form auch dafür, dass der Spritverbrauch aufgrund der fehlenden Windschnittigkeit vergleichsmäßig hoch ist. Auf der Fahrt sollte man sich auch immer der Fahrzeug-Höhe bewusst sein, damit es an Brücken und bei tiefen Ästen und Schildern zu keinen ungewollten Zusammenstössen kommt. In Kurven sollte man bedenken, dass durch die Höhe der Schwerpunkt weiter oben liegt und das Fahrzeug bei zu schneller Geschwindigkeit leicht ins Kippen geraten könnte.

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Teilintegrierter

Ein teilintegriertes Wohnmobil ist dank seiner aerodynamischen Form im Fahrgefühl angenehmer als der Alkoven. Durch den geringeren Luftwiderstand fällt der Spritverbrauch bei dieser Wohnmobilart zudem um einiges günstiger aus. Beim Teilintegrierten wird das Fahrerhaus des Basisfahrzeuges beibehalten, weshalb dieser von Vorne auf den ersten Blick oft einem Kastenwagen gleicht. Jedoch der Wohnraum, also der sogenannte “Aufbau” ist weit geräumiger und somit komfortabler. Dieses Wohnmobil-Modell ist bei reisefreudigen Familien beliebt aufgrund der kompakten Außenmaße und trotzdem ausreichenden Platz im Innenraum. Wie im Kastenwagen lassen sich die Fahrersitze drehen und das Fahrerhaus wird so Teil des Wohnbereiches. Wenn ein sogenanntes Hubbett vorhanden ist, welches man bei Bedarf von der Decke “herunterlassen” kann, werden extra Schlafmöglichkeiten geschaffen, so dass bis zu 6 Personen bei diesem Wohnmobil Typ unterkomen können.

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Vollintegrierter

Bei den vollintegrierten Wohnmobilen werden von den Fahrzeugherstellern nur die Fahrgestelle übernommen, das Fahrerhaus jedoch im Gegensatz zu den Teilintegrierten komplett neu gebaut. Der erhöhte Wohnkomfort macht diese Art von Reisemobilen eine Klasse für sich. Auch hier werden extra Schlafmöglichkeiten über ein Hubbett ermöglicht und kann für die Familien die optimale Lösung sein, die es gerne noch etwas komfortabler haben möchten. Durch die etwas luxuriösere Bauweise beträgt jedoch das Gesamtgewicht meist mehr als 3,5 Tonnen. Was bedeutet, dass alle, die nach 1999 den Führerschein erworben haben, eine zusätzliche Fahrerlaubnis (C1) benötigen, um diese Wohnmobilart steuern zu dürfen.

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Foto: Messe Düsseldorf, Constanze Tillmann

Liner

Weniger häufig wird man diesen (über)großen Wohnmobil Typ auf den Straßen antreffen, da dieser von allen am teuersten und exklusivsten ist. Preise von weit über 100.000 Euro sind hier keine Seltenheit. Meist wird das eh schon großzügige Raumangebot durch ausfahrbare Erker, also Slide-outs; noch vergrößert. Nicht selten sind sogar Garagen für PKWs im Heck eines Liners untergebracht. Aufgrund des hohen Gewichts muss der Fahrer in bestimmten Fällen sogar den LKW-Führerschein (C) besitzen, wenn die 7,5 Tonnen Gesamtgewicht überschritten werden. Stolzer Besitzer einer dieser luxuriösen Reisemobil ist Volksmusik-Star Stefan Mross (hier geht es zum Artikel).

Fazit

Wer für sich die passende Wohnmobilart sucht, sei es zur Miete oder zum Kauf, sollte sich überlegen, was genau er vom Fahrzeug erwartet und welche Bedürfnisse bedient werden sollen. Mit oder ohne Bad, ausreichend Schlafmöglichkeiten für alle Mitreisenden und genügend Stauraum sind nur ein paar wenige Aspekte, die bei der Auswahl ausschlaggebend sein könnten.

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Zeltplatz Knigge

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Rein theoretisch kann man mit jedem Wohnmobil Typ zu zweit auf Tour gehen, da 2 Betten immer mindestens vorhanden sind. Wichtiger ist deshalb die Frage, was für eine Reise man machen möchte (Rundreise, Städtereise, Offroad etc.)? Grundsätzlich sind bei jüngeren Pärchen die Campervans und Kastenwägen hoch im Kurs. Wer es noch etwas komfortabler haben möchte, entscheidet sich für den Teilintegrierten.

Eindeutig ist dies nicht zu beantworten. Generell sind alle bekannten Wohnmobilhersteller qualitativ sehr gut, wobei die Konzerne Hymer (Marken: Hymer, Bürstner, Dethleffs, Carado etc), Trigano (Marken: Eura Mobil, Karmann, Adria, Causson, Forster) und Knaus Tabbert (Marken: Knaus, Weinsberg, Boxstar) bei der Beliebtheit auf den ersten 3 Plätzen liegen.