Camping-Boom und kein Ende

Noch vor ein paar Jahren wurde Camping mit Ravioli aus der Dose und Gemeinschaftsbädern assoziiert. Das Konzept von Privatsanitär wäre höchstwahrscheinlich belächelt und als unrealistisch abgetan worden. Diese Zeiten sind nun vorbei: mit der Nachfrage wuchsen auch die unterschiedlichen Ansprüche und die Campingplatz Anbieter sind bemüht, diesen so gut wie möglich nachzukommen, um noch mehr Zielgruppen ansprechen zu können.

Seit der Pandemie interessieren sich vermehrt auch Personengruppen für den Campingurlaub, die noch vor ein paar Jahren höchstwahrscheinlich die Nase gerümpft haben. Ob diese Neucamper auch auf lange Frist dieser für sie neue Urlaubsart treu bleiben oder doch wieder zu Flugreisen und Cluburlauben zurückkehren werden wird sich in ein paar Jahren zeigen. Jedoch im Moment scheint man ihren Bedürfnissen genüge tun zu wollen.

Mietbäder für mehr Komfort

Die Campingindustrie passt sich den veränderten Umständen an und erfindet sich neu.
Allem voran ist hier das Thema Sanitäranlagen. Wenngleich viele Wohnmobile vollständige Bäder integriert haben, nutzen einige Gäste lieber die Einrichtungen der Campingplätze.

Obwohl die Gemeinschaftsbäder heutzutage überwiegend modern und sauber sind, steigt die Nachfrage nach privaten Sanitäranlagen, sogenannten Mietbädern. Früher eine absolute Ausnahme bieten die Stellplatzbetreiber diese nun aufgrund der wachsenden Popularität an.

Hierbei kann man entweder eine Parzelle mit eigenem Bad buchen oder auch ein privates Bad im Sanitärgebäude anmieten. Interessenten gibt es viele und die Gründe können sehr unterschiedlich sein. Man denke z.B. an Familien mit mehreren, vorwiegend kleineren Kinder, deren integrierte Wohnmobilbäder meist unpraktisch weil zu beengt sind. Ein „richtiges“ Bad kann hier mit mehr Platz und Ablagemöglichkeiten einen großen Unterschied machen.

Auch viele Neucamper verlieren dank dieser Einrichtungen ein wenig die Berührungsängste mit dieser Art des Urlaubs. So können sie nun die Vorzüge des Campings genießen, müssen jedoch nicht auf ihren Wunsch nach einem gewissen Komfort und Privatsphäre verzichten.

Vorteile Privatsanitär

Hauptsächlich eingefleischte Camper werden darauf bestehen, dass ein privates Mietbad nicht nötig ist. Manche werden vermutlich soweit gehen und darin eine Gefahr für die ursprüngliche Essenz des Campings sehen. Nichtsdestotrotz ist die Nachfrage da und steigend. Vorteile für ein privates Mietbad gibt es genug:

  • Geräusch- und Beruchsbelästigung: nicht jeder kann sich mit fremden „Badgeräuschen und -gerüchen“ anfreunden bzw. hat selbst eine große Scham davor die eigenen Körperfunktionen – sagen wir mal – der Welt preiszugeben.
  • Privatsphäre: manche Menschen haben eine bestimmte Routine im Bad und möchten dieser ohne Hektik und Zeitdruck nachgehen können. So muss man auch keine Angst vor bösen Blicken haben, wenn man die heiße Dusche ein paar Minuten länger genossen hat als normal.
  • keine Schlange stehen: ein privates Bad hat den Vorteil, dass es zu jeder Zeit ohne Verzögerung oder Wartezeiten aufgesucht und ungestört genutzt werden kann.
  • Hygiene und Sauberkeit: wie man sein eigenes Bad im Privatsanitär hinterlässt bleibt einem selber überlassen, zusätzlich erlebt man auch keine unschönen, fremden „Überraschungen“, wenn man z.B. den Klodeckel anhebt und der Vormann hat entweder die Spülung nicht bedient oder seine „Bremsspuren“ nicht gründlich entfernt hat. Auch fremdes Haar im Ausguss und in der Dusche sind vielen ein Graus und kann mit einem Mietbad vermieden werden.
  • Zusätzlicher „Stauraum“: nasse Kleidung und Handtücher können zum trocknen hier aufgehangen werden ohne Gefahr zu laufen, wegzukommen.
  • Kurzer Weg: vor allem nachts wird man über das Bad auf der eigenen Parzelle froh sein, wenn man nicht über den halben Campingplatz gehen muss, um sich zu erleichtern.

Fazit

Camping ist unumstritten einer der größten Urlaubstrends der letzten Jahre. Mit der größeren Nachfrage verändern sich auch die Demographie und die Dynamik auf den Campingplätzen. Ursprüngliche Konzepte müssen überdacht und gegebenfalls angepasst werden. Mit dem Angebot von Privatsanitär gehen dabei die Campingplatzanbieter ein großen und populären Schritt auf die Urlauber zu, deren erste Wahl in der Vergangenheit normalerweise nicht das Camping war. Wir dürfen gespannt sein, ob dieser Trend sich auch nach dem Boom langfristig durchsetzen wird.

Foto von iStockphoto.com von Grigorenko

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