Die aktuell laufende weltgrößte Camping-Messe „Caravan Salon 2021“ ist ein großer Erfolg und die Aussteller zeigen sich sehr zufrieden. Auffallend viele Neulinge haben sich vom Camping-Boom anstecken lassen und möchten trotz fehlender Erfahrung in ein neues Wohnmobil investieren. Da die neuen Fahrzeuge mit allen möglichen Extras und technischen Finessen ausgestattet sind, könnte man meinen, dass man ansich nichts falsch machen kann. Jedoch gibt es einiges an Basiswissen, was man als Camping-Anfänger durchaus beachten sollte. Im folgenden werden wir auf ein paar grundlegende Tipps eingehen.

Welches Wohnmobil ist für mich als Anfänger das richtige

Es gibt tatsächlich sehr große Unterschiede bei den Reisemobilen und bevor man sich zu einem Spontankauf hinreißen lässt, sollte man sich sehr gründlich überlegen, welche Ausführung für einen persönlich Sinn macht:

  • Wieviel Sitz- und Schlafplätze werden gebraucht?
  • Welchen Führerschein benötige ich?
  • Wieviel Zuladung brauche ich?
  • Was für Reisen plane ich (Wochenendreisen, Rundreisen oder eher Urlaub auf dem Campingplatz)?
  • Wie häufig wird das Wohnmobil im Jahr benutzt?
  • Wo kann ich das Wohnmobil bei Nicht-Gebrauch sicher abstellen?
  • Welche Ausstattung ist mir wichtig?
  • u.v.m.

Tipp: Wohnmobile sind im Moment so teuer wie nie zuvor, weshalb der Kauf in vielen Fällen eine sehr große Investition darstellt und deshalb gut durchdacht sein will. Wer es nicht eilig hat und die Kaufentscheidung lieber noch überdenken möchte, der sollte sich die Zeit nehmen und für die ersten Touren verschiedene Wohnmobil-Modelle mieten. Nur in der Praxis wird man wirklich feststellen können, welcher Wohnmobil-Typ wirklich zu einem passt und den eigenen Ansprüchen genüge wird. Zudem ist Camping nicht jedermanns Sache und sollte schon deshalb zuerst ausgetestet werden, bevor man sich mit einem Kauf diesem für viele überraschend teuren Hobby verschreibt.

Hilfreiche Infos zur Entscheidungstreffung findest Du hier: Wohnmobil kaufen oder mieten?

Häufige Anfänger-Fehler bei Beladung und Sicherung

Vor der Beladung des Wohnmobils sind einige Dinge zu berücksichtigen, allem voran: wieviel darf ich überhaupt mitnehmen? Hierzu muss man das Leergewicht des Fahrzeuges kennen sowie das zulässige Gesamtgewicht. Meist bleibt nicht so viel übrig, so dass eine gute Vorbereitung unabdingbar ist und man nicht planlos das Wohnmobil mit unnötigem Gewicht vollpackt. Zum einen würde so die Fahrsicherheit beeinträchtigt werden und zum anderen muss man mit sehr empfindlichen Strafen rechnen, wenn man mit einem überladenen Wohnmobil erwischt wird.

Wenn klar ist, was alles mit muss, sollte darauf geachtet werden, dass schwere Gegenstände unten und leichtere oben verstaut werden. Zudem muss alles immer gut gesichert sein, denn schon etwas scheinbar harmloses wie ein ungesicherter Bilderrahmen oder eine Vase kann sich bei einer (Voll-)Bremsung in ein lebensgefährliches Geschoss verwandeln.

Während der Fahrt müssen alle Insassen zu jedem Zeitpunkt angeschnallt sein und dürfen sich nicht im Innenraum bewegen. Auch die Toilette darf nicht benutzt werden wie man es vielleicht von Flugreisen gewohnt sein könnte. Wer mit Haustieren unterwegs ist, sollte auch diese durch spezielle Gurte oder in speziellen Transportboxen sichern.

Mehr zum Thema findest Du hier: Zulässiges Gesamtgewicht – Vorsicht bei der Beladung des Wohnmobils

Mit dem Wohnmobil vertraut machen

Schon nach den ersten Metern wird man recht schnell feststellen, dass ein Wohnmobil ein sehr unterschiedliches Fahr- und vor allem Bremsverhalten im Vergleich zu einem Auto hat. Bevor man auf große Fahrt geht empfiehlt es sich deshalb zuerst das Fahrzeug etwas besser kennenzulernen. Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, der sollte zudem noch ein eintägiges Fahrsicherheitstraining z.B. beim ADAC in Betracht ziehen.

Mehr Infos zu diesem Thema findest Du hier: Fahrsicherheitstraining für Wohnmobile

Ebenfalls vor der Reise sollte man alle nötigen Handgriffe durchgehen und auch alle Funktionen des Wohnmobils testen. Frischwassertank befüllen, Toilette/Dusche benutzen, Abwassertank leeren, Gas anschließen, Herd benutzen, Kühlschrank testen, Heizung/Klimaanlage ausprobieren etc. Ist man erst auf der Reise und kommt spätabends oder sogar erst nachts am Reiseziel an, sollten alle Handgriffe sitzen, damit der Urlaub nicht schon am ersten Tag in Stress ausartet.

Unterwegs sollte man sich auch der Größe – vor allem Höhe und Breite – des Fahrzeuges bewusst sein. Oft verlässt man sich blind auf das Navi-Gerät und vergisst auf die Warntafeln zu achten! Enge Gassen und Brückenbeschilderungen sollten bei der Reise mit dem Wohnmobil immer berücksichtigt werden, damit es keine bösen Überraschungen gibt.

Die ungeschriebenen Regeln der Camperwelt gelten auch für Anfänger

Die Campergemeinde hat seit jeher ihre eigenen Regeln und eine bestimmte (N)Etikette wird hier einfach erwartet. Das fängt mit dem Campergruß an, also beim freundlichen Grüßen auf der Straße. Auch das gegenseitige, unaufgeforderte Helfen des Campingnachbarn wird vorausgesetzt und natürlich das respektvolle Verhalten anderen Gegenüber. Oftmals ist es die Unwissenheit der Neucamper, die bei den Camping-Veteranen auf Unmut stößt: unbewusste Fehler wie z.B. das „Parzellenlatschen“, also das Abkürzen der Wege zu den Sanitäranlagen etc, ist überhaupt nicht gerne gesehen und kann zu dicker Luft auf dem Campingplatz führen.

Einige weitere, hilfreiche Tipps dazu findest Du hier: Zeltplatz-Knigge – Was man als Anfänger beim Camping beachten sollte

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